Gehts hier jetzt um den IWF oder nicht?
Nein.
1. Dauert es viel zu lange, ich kann mit meiner Zeit was besseres anfangen.
2. wird der IWF und die Weltbank schon seit Jahrzehnten für ihre Politik kritisiert. Vor allem von Sozialverbänden und linksorienteriten Gruppen, denn die Weltbank und Co. sind eher der Unternehmenskultur einzuordnen.
3. Was passiert, wenn ein Land wirtschaftlich stark unter Druck gerät, kann man sehr gut am Beispiel Nicaraguas in den 80ern sehen, als die USA die Contras unterstützt haben und der linksgerichteten Regierung den Handel mit anderen Ländern praktisch unmöglich machte. Die Wirtschaft Nicaraguas ging damals den Bach herunter.
Das lustige dabei ist ja, dass alle anderen Länder, also die EU, China, die damalige Sowjetunion dagegen protestiert haben -- sofern ich mich da noch richtig daran erinnere -- und es sogar Thema im Weltsicherheitsrat war. Aber die USA als ständiges Mitglied haben natürlich ihr Veto eingelegt und schon war alles abgeschmettert.
Komisch, dass noch keinem Aufgefallen ist, wie sinnfrei der Weltsicherheitsrat in Wirklichkeit ist, wenn ein Land wegen eigener Interessen alles blockieren kann.
Das ist ziemlich vielen aufgefallen. Nur Russland/UdSSR, China, Frankreich, Großbritannien und USA sehen die Situation anders und du bekommst keine internationale Institution umgestaltet, ohne dich mit ~45% des globalen wirtschaftlichen und ~80% des globalen militärischen Potentials zu einigen. Vollkommen egal ob UNO oder IWF:
Wer Macht hat achtet darauf, dass er sie behält, selbst wenn er sie gar nicht benutzt.
@Topic: Ein Link und ein Zitat (inklusive Rechtschreibfehler - hoffen wir, dass Herr Jebsen bei seinen Recherchen mehr Sorgfalt an den Tag legt), dass nicht als Zitat gekennzeichnet ist. Ein wenig duerftig als Grundlage einer Diskussion?
Das Startpost enthält zumindest eine These, über die man diskutieren könnte. Schön wären natürlich Informationen und verschiedene Sichtweisen gewesen, aber wenn ich mir den Thread hier so angucke, kann man ihn eh wieder zu machen, weil niemand über den IWF diskutieren möchte.
Die nächste Währungsreform wird irgendwann kommen.
So ist das nun mal bei einem auf Schulden basierendem Geldsystem.
Irgendwann ist die Gemeinschaft nicht mehr in der Lage, die Zinsen zu erwirtschaften, die anfallen und weiter steigen, da kannst du dann noch so von "Wachstum" und so reden. Also das Standard Gelabere der Kapitalisten.
Schulden häufen sich nicht unendlich an, sondern werden regelmäßig durch Konkurs, Abschreibung und Erlassung vernichtet. Auch der IWF bzw. über diesen vermittelte Kredite werden immer wieder im Rahmen der Entwicklungshilfe erlassen. Wir sprechen hier von Finanzdimensionen, in denen alle Beteiligte frei von Ideologien zweckorientiert handeln. Und man profitiert nicht davon, wenn man seine Einkommensquelle komplett zu Grunde richtet - lieber nimmt man genau so viel, wie eben geht und verzichtet auf den Rest. Oder, auf diplomatischer Ebene mindestens genauso beliebt:
Man fordert Entgegenkommen an anderer Stelle ein, nutzt also die eigene Wirtschaftsmacht zur direkten Einflussnahme jenseits der Staatsgrenzen, genauso wie es manche Staaten mit Militär oder Rohstoffen machen.
Mein Gedanke dazu ist, dass der IWF kein Land zur Kreditaufnahme zwingt. Und wenn ein Land an den Rand des Staatsbankrotts gerät und sich daraufhin freiwillig an den IWF wendet, dann hat der IWF das Recht dazu, die Milliarden, die er an das Pleiteland gibt, an Reformen zu knüpfen und die Umsetzung dieser Reformen zu überwachen. Schließlich möchte er sein Geld gerne wiederhaben. Dass diese Reformen hart sind und der Kampf gegen den Staatsbankrott schwierig ist, das liegt wohl in der Natur der Sache.
Das Problem ist, dass wir in eine globale, dynamische,
kreditbasierte Wirtschaft haben. Die Vorteile, die sich daraus für den einzelnen ergeben, kann man auf anderem Wege nicht wettmachen (zumal viele der Nachteile zwangs-verallgemeinert werden), das haben diverse sozialistische Gebilde gezeigt, die sich abgeschottet haben. Wer keine Kredite hat, kann aber nur sehr beschrenkt teilnehmen.
=> Nein, der IWF zwingt nicht zur Kreditaufnahme. Das macht die Weltwirtschaft ganz alleine; wenn man nicht zurückbleiben und untergehen möchte, muss man Kredite aufnehemen um mit den restlichen Kreditnehmern konkurrieren zu können.
Und der IWF entscheidet maßgeblich darüber, wer zu welchen Konditionen Kredite bekommt...
Ich würde ihn als mit Abstand mächtigste Organisation der Welt bezeichnen, weit vor China, USA, EU, diversen Militärs und erst recht Kaffeekränzchen wie der UN.
Ich denke aber auch das genau in dieser Komplexität der Schlüssel liegt das die Menschen Flächendeckend ein neues System schaffen wollen, in dem etwas vergleichbares zum "Geld" benutzt wird, das gleichzeitig in einem System eingebunden ist das für den großteil der Bevölkerung dann eben doch sehr gut nachvollziehbar sein wird (genau das ist ja eben so dringend und eigentlich selbstverständlich das, das system zu dem wir alle beitragen und in Form von Geld handel betreiben, für den großteil verständlich ist, statt nur für einen kleinen kreis der sich ewig lange damit beschäftigen muss)
Es gibt auch viele kluge Köpfe die sich genau mit der Frage nach diesem neuen System beschäftigen das wesentlich einfacher strukturiert sein muss - und ich denke auch das die nachfrage nach solchen Systemveränderungen dramatisch ansteigen wird - eben spätestens ab dem Punkt des Riesen Kollaps (an dem Punkt ist natürlich erstmal alles ausser kontrolle, was hoffentlich nicht nur in Mord & Todschlag endet)
Bislang hat noch keiner dieser mehr oder minder klugen Köpfe ein einfacheres System gefunden (im Gegenteil: Fast alle Alternativvorschläge laufen auf deutlich komplexere Systeme hinaus).
Und das wird sich imho auch nicht ändern. Das Grundprinzip "Geld" ist so einfach, da lässt sich nichts mehr rausholen. Und es bietet zu viele Vorteile, um ohne sehr komplexe Alternativen darauf verzichten zu können.
Alles andere, was zu unserer derzeitigen Wirtschaftsstruktur gehört, ist aber nicht als abstraktes System geschaffen worden, sondern nach und nach auf Basis von Möglichkeiten und Bedürfnissen gewachsen. Und Bedürfnisse ändern sich nicht durch einen Neustart und Möglichkeiten ändern sich ohne zusätzliche Komplexität (sprich: Verbote, Kontrollinstanzen,...) auch nicht. Die Leute spekulieren nicht nur an den Börsen des "übermächtigen Systems", die Leute spekuliern mit Bitcoins, WoW-Items und Fußballsammelbildchen und das in letzterem Fall sogar ohne Geld als Zwischenschritt.
aber du siehst doch, wohin das führt ? In Armut, Kriege etc.
Wie kann man sowas gutheißen ?
In dem man, trotz allem, für sich selbst eine positive Bilanz zieht. Und es gibt genug Menschen weltweit, die genug Einfluss haben, die genau das tun – was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn Kapitalismus ist eben
Kapitalismus. Kapital erhalten ist profitieren, Kapital haben ist Einfluss, Einfluss für eigene Interesse (=mehr Kapitalismus) nutzen ist das Grundprinzip.
Und mit Verlaub: Deutschland gehört so massiv zu den Gewinnern, dass selbst der Lebensstandard des HartzIV-Empfängers unterm Strich noch ein Bisschen profitiert. Und auch wenn die meisten Leute nicht offen zugeben, dass sie auf Kosten anderer leben, stellen sie sich verdammt schnell quer, sobald irgend jemand irgendwie etwas daran ändern möchte. Nicht umsonst ist "Kommunist" weiterhin eine diffamierende Bezeichnung.
Wird ja auch vom Thema dieses Threads eindeutig vorgeführt:
Griechenland möchte sich nicht mehr vom IWF (=Kapitalismus pur) mitregieren lassen, sondern nur noch mit der EU-"Gemeinschaft" (=zumindest teilweise eine dipolmatische Konsensvereinigung) verhandeln? AUFSCHREI! Zeit, dass Mutti diese Sozialisten (Iiiiiie!) dazu zwingt, ihre "Hausaufgaben zu machen". (#UnwortDesJahres)
Und du glaubst ernsthaft das sich innerhalb eines kapitalistischen Systems etwas ändern würde, nur wenn man beide gleichstark besteuert?
Dass zu tun hätte nur einen begrenzten Effekt, aber dass man es tun würde, wäre ein starkes Zeichen für eine massive Veränderung. Denn den Belohnungseffekt von Reichtum zu verringern ist das genaue Gegenteil von Kapitalismus. Vergleiche in diesem Rahmen EU (primär reiche Zahlen ein, alle profitieren gleichermaßen oder arme sogar mehr) mit IWF (reiche kontrollieren, arme werden "gemanaged" mit dem Ziel, dass am Ende marktwirtschaftliche Gewinnprozesse ablaufen) - und die Reaktionen führender Unternehmen bzw. deren politischer Vertreter auf Inniativen, die unmittelbar aus diesen Institutionen kommen (im Falle der EU also des Parlaments, nicht der Länderentsandten!):
EU: Pfui,
Verbraucher/Bevölkerung schützende Vorschriften!
IWF: Yeah, freie
Ausbeutung Märkte!
(Anm.: Obige Zeilen könnten starke Verallgemeinerungen enthalten

)
Ich finde,
das wichtigste wäre zuerst mal an lokale Probleme zu denken, statt gleich an globale Lösungen zu denken.
Thema: IWF. Problem: Weltwirtschaftsstruktur. Lokaler Lösungsvorschlag: Reichsbürgergelaber?
Ähh..... falscher Thread?