Was macht ihr Beruflich ?

Ein Kumpel von mir hat sich erst kürzlich zum Techniker weitergebildet (kein Studium) und verdient nun ein Schweinegeld.

Ein anderer, ehemaliger Dozent von mir hatte nach dem Wehrdienst das gleiche getan und ist dann eben mit Sondergenehmigung Dozent für praktischen Unterricht in allgemeiner Elektrotechnik geworden. Für widerum kein so dolles Gehalt.

Ingenieure fehlen doch schon seit über 10 Jahren. Dennoch gibt's immer wieder Absolventen in jenen Bereichen, die nirgends unterkommen. Stattdessen stellt man scheinbar lieber irgendwelche so genannte "Fachkräfte" aus dem Ausland ein. Wie zum Teufel kann das sein?:what:

Mir ergibt sich hier nur eine Erklärung: Gehalt.:rollen:
 
Einen Job hat sie dann erst bekommen, als sie ein Angebot als Anwendungsentwicklerin angenommen hat, dafür musste sie erst mal umlernen. Dann ging das Unternehmen pleite und nun unterrichtet sie Digitaltechnik und Programmieren an Privat- und Berufsschulen für ein Durchschnittsgehalt, das auch mittelmäßige Realschulabsolventen bekommen.

So viel zum Thema Frachkräftemangel.:schief:

Es will die Fachkräfte halt jeder haben, aber keiner bezahlen. Insbesondere bei Lehrern und in den Pflegeberufen.

Ganz schlimm wird es bei Lehrern für Pflegeberufe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Absolut korrekt.

Das ist ja nicht nur bei den Fachkräften so.
Auch bei den Geringerdienern geht es schon los. Immer mehr Busfahrer, Paketboten, Lagerarbeiter, Angestellte in Fabriken oder Fließbandarbeiter haben Migrationshintergrund und können nicht mal richtig bis gar nicht Deutsch.
Häufig Rumänen, Ungaren, Serben, Bosnier und nun immer mehr Nordafrikaner. Die verdienen halt hier etwas bzw. viel mehr, als in ihren Herkunftskländern.

So kann man schön den Mindestlohn umgehen.:kotz:
 
Die müssen hier genauso Mindestlohn bekommen, wie jeder andere auch.
Aber kriegen sie den auch?;)

Ich frag' mich da immer: Wissen die über ihre Rechte bescheid? Wissen die überhaupt, was Mindestlohn ist?:huh:
Es gibt Strategien, wie man den Mindestlohn umgehen kann und die lassen sich nunmal besonders gut auf Ausländer anwenden.
 
Aber kriegen sie den auch?
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Ich frag' mich da immer: Wissen die über ihre Rechte bescheid? Wissen die überhaupt, was Mindestlohn ist?
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Es gibt Strategien, wie man den Mindestlohn umgehen kann und die lassen sich nunmal besonders gut auf Ausländer anwenden.

Das ist dann eine Sache für den Zoll.
 
Ein Kumpel von mir verdient nun ein Schweinegeld.
Ab wann beginnt für Dich "Schweinegeld"? Ein guter Freund von mir, promovierter Maschinenbauer ging als Analyst zur Bank und bewertete Maschinenbaufirmen, die an die Börse gebracht werden sollten. Der lag bei 250.000,-€ im Jahr plus Prämie. Da beginnt für mich "Schweinegeld", das kommt man als schnöder Inschinör in der Automobilbranche nicht hin, ohne 3-5 Ebenen aufgestiegen zu sein.

Für widerum kein so dolles Gehalt.
Wo liegt bei jedem die unterere Schmerzgrenze? Ich finde Ingenieursjobs durchweg interessant, vergleiche ich es mit mit vielen anderen Berufen. Wie viele gehen mit weit unter 3000,-€ im Monat nach Hause. Wären das schon kein dolles Gehalt oder lag es noch tiefer? Dazu ist immer die Region wichtig. In München muss erheblich mehr rüberkommen als im billigen Norden. Ich zahle für meine Wohnung keine 5,-€ pro m², wohne hier aber auch schon sehr lange. Trotzdem gibt es hier immer noch erheblich billigere Wohnungen als im Süden. Das Gehalt ist immer nur eine Größe im Gesamtpaket und mir immer schon recht unwichtig. Viel wichtiger ist der Rest, vor allem die Aufgabe, das Team, Urlaubstage, Gleitzeit etc

Ingenieure fehlen doch schon seit über 10 Jahren. Dennoch gibt's immer wieder Absolventen in jenen Bereichen, die nirgends unterkommen. Stattdessen stellt man scheinbar lieber irgendwelche so genannte "Fachkräfte" aus dem Ausland ein. Wie zum Teufel kann das sein?:what:
Naja, es gibt auch viele Leute, die sich nicht so optimal im Bewerbungsgespräch anstellen. Mein Mitbewohner z.B. hatte nach dem Studium ziemlich gute "Papierwerte", mit Noten, Praktika und Auslandserfahrung. Trotzdem hat er über 40 Bewerbungsgespräche benötigt, um einen ersten Job zu bekommen. Meine Papierwerte waren, je nach Sichtweise, dagegen katastrophal, es reichte aber eine Bewerbung und ein Gespräch. Das waren aber auch gute Beziehungen zum Vorstand, den ich gut kannte. Darum ist es immer sehr schwer zu vergleichen und ja, es gibt auch eine Menge arbeitslose Ingenieure und eine Menge billige Konkurrenz aus Rumänien, Portugal und anderen Ländern mit recht tiefem Gehaltsniveau.

Meinen indischen Studenten z.B., der gerade seinen Master gemacht hat, wurden Jobs um 3000,-€ im Monat angeboten. Für Ihn unglaublich viel, ich würde die Nase rümpfen.
 
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"Schweinegeld" wären für mich schon alles 100.000 aufwärts.
Als ich als Ingenieur angefangen habe auf Probezeit hatte ich nicht annähernd 40.000 im Jahr - das waren weit unter 2000 netto im Monat.

Das ist das, was man in "normalen" Firmen die nicht Milliarden im Jahr verdienen abseits der Durchschnittsgehaltsstatistiken als Ingenieur verdient. Und das ist noch immer weit mehr als viele andere die da draußen ackern (weswegen ich mich nicht beschwert habe).

Man darf eben nicht immer Statistiken und Gehälter bei riesen Autokonzernen betrachten. Wenn du als Ingenieur irgendwo anfängst nach dem Studium und willst gleich 65000 haben haste entweder irgendwas was du kannst und sonst keiner und grade dringendst gebraucht wird oder du kannst gleich wieder gehen. Solche gehälter haben Ingenieure bei uns wenn sie Glück auf der Karriereleiter haben und 20 Jahre Berufserfahrung. Da komm ich vielleicht hin wenn mein Vorgesetzter in rente geht und ich seinen Job machen darf (spekulation^^) - und das dauert noch 10 Jahre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist nunmal: Im westlichen Ausland verdienen Fachkräfte erheblich mehr.
Wer sich noch an quanti erinnern kann: Seine Frau ist eine Top-Biologin, hat in DE bei einem großen Pharmakonzern gearbeitet und rund 50.000 im Jahr brutto verdient.
Für jemand mit ihrer Qualifiktation war das ein Witz.
Nun arbeitet sie (und er, nehme ich an) in den USA und verdient dort fast das fünffache.:rollen:

Seit Schröders Lohndumping verdienen Fach- und Arbeitskräfte erheblich weniger als früher, während sich hochgestellte Führungskräfte und Manager die Taschen vollstopfen können.
Und dann wundern, wenn in Deutschland kein Hochqualifizierter mehr arbeiten will.:nene:
 
Das Problem ist nunmal: Im westlichen Ausland verdienen Fachkräfte erheblich mehr.
Wer sich noch an quanti erinnern kann: Seine Frau ist eine Top-Biologin, hat in DE bei einem großen Pharmakonzern gearbeitet und rund 50.000 im Jahr brutto verdient.
Für jemand mit ihrer Qualifiktation war das ein Witz.
Nun arbeitet sie (und er, nehme ich an) in den USA und verdient dort fast das fünffache.:rollen:

Absolut, haben wir auch. Ein Freund von mir hat den gleichen beruf und hat in Deutschland für einen großen Getriebehersteller gearbeitet der schon hierzulande gut zahlt. Er wohnt jetzt seit ein paar Jahren in den USA und macht dort den genau gleichen Job. Für 100.000 Dollar mehr.

Aber es hat auch Schattenseiten. Um mal nur eine zu nennen: Er sagt immer er weiß heute nicht ob er nächste Woche nochn Job hat. Hire&Fire.
 
Aber es hat auch Schattenseiten. Um mal nur eine zu nennen: Er sagt immer er weiß heute nicht ob er nächste Woche nochn Job hat. Hire&Fire.

Das ist auch immer ein wichtiger Punkt, wenn man sich die Frage stellt, ob das Ingenieurswesen das Richtige für einen ist, oder eher ein darunter angesiedelter Job als Techniker oder Fachkraft. Während bei der großen Masse an normalen Berufen Festanstellungen die Regel sind, hangeln sich andere nur von Projekt zu Projekt, weil die Konzerne gerne öfter frische Ingenieure möchten.
 
Während bei der großen Masse an normalen Berufen Festanstellungen die Regel sind, hangeln sich andere nur von Projekt zu Projekt, weil die Konzerne gerne öfter frische Ingenieure möchten.
Die Aussage wurde uns bei der Technikerausbildung schon in den 90ern vorhergesagt. Selbst als Fachkraft liest man in Stellenangeboten immer öfter mal von Zeitverträgen
 
Während bei der großen Masse an normalen Berufen Festanstellungen die Regel sind, hangeln sich andere nur von Projekt zu Projekt, weil die Konzerne gerne öfter frische Ingenieure möchten.
Ich sehe darin keinen Nachteil. Ich mache das seit 20 Jahren. Ob ich die Projekte in eine Firma wechsele und innerhalb dieser Firma ständig an anderen Standorten wäre oder gleich die Firma mit verändere, ändert wenig, nur ist meine Auswahl größer. Typische Projekte dauern 2-3 Jahre und dann kann man auch wieder gehen. Dabei hatte ich sogar meistens Festanstellungen.
 
Auch bei den Geringerdienern geht es schon los. Immer mehr Busfahrer, Paketboten, Lagerarbeiter, Angestellte in Fabriken oder Fließbandarbeiter haben Migrationshintergrund und können nicht mal richtig bis gar nicht Deutsch.
Häufig Rumänen, Ungaren, Serben, Bosnier und nun immer mehr Nordafrikaner. Die verdienen halt hier etwas bzw. viel mehr, als in ihren Herkunftskländern.

Oh davon kann ich ein Lied singen. Ich hab November über Zeitarbeit notweise bei Rittal gearbeitet und dort Serverschränke montiert. Meine Kollegen waren da schon zum Teil 10-20 Jahre. Italiener, Russen, etc.. Ich kam mir da wie ein Fremdkörper vor. :what: Ich hab kaum verstanden was die gesagt haben. Nur gebrochenes Deutsch. Nur der Teamleiter konnte ordentliches Deutsch. Ich kann mir auch unmöglich vorstellen sowas so lange zu machen, da würde ich wahnsinnig werden.:wow: Neue Zeitarbeiter gab es auch ständig die aber zu nichts zu gebrauchen waren, afrikanischer oder ukrainischer Herkunft. Das war auch harte Arbeit und da gab es nur die obligatorischen 30 Min. Pause bei vollen 9 Stunden Arbeit. Mir tat nach einer Woche schon der Rücken weh und die Füße und die Hände sowieso.

Die Kinnlade fiel mir aber runter, als mein Teamleiter am Stempelautomaten versehentlich die Sprache änderte und dann verzweifelt fragte was "in", "out" und so bedeuten würde. :lol:Ich konnte nemmer. Jemand der heute kein Englisch kann. Für mich unvorstellbar. ^^

Aber: Die haben da nicht schlecht verdient wie ich finde. Als Festangestellte gab es da 16-22 Euro pro Stunde. Aber das waren auch unmenschliche Arbeitzeiten. 14-23 Uhr oder 6 bis 15 Uhr. Da musste ich nachts um 4 Uhr aufstehen. Es gibt schon Scheißjobs, da können die meisten froh sein das zu machen was sie machen und noch gut bezahlt zu werden.

Spaß an der Arbeit ist aber das allerwichtigste.
 
Ein Kumpel von mir hat sich erst kürzlich zum Techniker weitergebildet (kein Studium) und verdient nun ein Schweinegeld.

Ein anderer, ehemaliger Dozent von mir hatte nach dem Wehrdienst das gleiche getan und ist dann eben mit Sondergenehmigung Dozent für praktischen Unterricht in allgemeiner Elektrotechnik geworden. Für widerum kein so dolles Gehalt.

Ingenieure fehlen doch schon seit über 10 Jahren. Dennoch gibt's immer wieder Absolventen in jenen Bereichen, die nirgends unterkommen. Stattdessen stellt man scheinbar lieber irgendwelche so genannte "Fachkräfte" aus dem Ausland ein. Wie zum Teufel kann das sein?:what:

Mir ergibt sich hier nur eine Erklärung: Gehalt.:rollen:

Das ist eigentlich ganz einfach.
Einmal wäre da wie schon angesprochen die ungleichmäßige Verteilung der freien Stellen. Nicht jeder ist so flexibel mal eben von heute auf morgen quer durch die Republik zu ziehen. Irgendwann möchten die meisten sesshaft werden, ansonsten wird man einsam sterben.
Ich bin damals nach dem Studium 200km weggezogen, was jetzt nicht so viel ist. Aber das hat gereicht um sich mit der Zeit vom Freundeskreis und der Familie zu "entfremden". Den Preis den ich damals für meine Flexibilität gezahlt habe kann man in Geld gar nicht aufwiegen, und den zahlt einen auch kein Unternehmen. Ein Freund ist 700km nach Bayern gezogen, dem erging es ähnlich.
Ein weiterer Punkt: als Ingenieur ist man Spezialist. Dies verdichtet sich mit zunehmender Abreitserfahrung oft immer mehr (es sei denn man wechselt alle 5 Jahre den Job, inkl, Umzug etc.).
Die Unternehmen suchen deswegen genau den Spezialisten der auf die offene Stelle passt. Finden sie keinen der passt, bleibt die Stelle halt offen und der Rest der Belegschaft muss die Arbeit mit erledigen. Das ist so wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Unternehmensseitige Weiterbildung für den neuen Mitarbeiter ist oft nicht vorgesehen. Man möchte ja nun jemanden haben der sofort einsatzbereit ist.
Last but not least: das liebe Geld. Wer glaubt alle Unternehmen die händeringend nach Ingenieuren suchen würden den Bewerbern nun ne Menge Geld bieten irrt sich. Es ist oft genau andersherum. Kein Ingenieur mit zig Jahren Berufserfahrung wird seinen alten Job für 50k Brutto aufgeben.

Dies sind die drei Hauptpunkte warum so viele Stellen offen bleiben. Natürlich gibt es auch diejenigen die wöchentlich von Headhuntern angerufen werden und sich über Aufmerksamkeit fremder Arbeitgeber kaum retten können, aber diese Leute/Stellen tauchen eben nie unter "offene Stellen" in irgendwelchen Statistiken auf.
Ist halt wie auf dem Wohnungsmarkt: ein Großteil der angebotenen Wohnungen sind Bruchbuden, deswegen sind sie halt noch nicht vermietet. Von den bewohnbaren Objekten müssen dann die restlichen Kriterien alle passen.
 
Das ist eigentlich ganz einfach.
Einmal wäre da wie schon angesprochen die ungleichmäßige Verteilung der freien Stellen. Nicht jeder ist so flexibel mal eben von heute auf morgen quer durch die Republik zu ziehen. Irgendwann möchten die meisten sesshaft werden, ansonsten wird man einsam sterben.
Ich bin damals nach dem Studium 200km weggezogen, was jetzt nicht so viel ist. Aber das hat gereicht um sich mit der Zeit vom Freundeskreis und der Familie zu "entfremden". Den Preis den ich damals für meine Flexibilität gezahlt habe kann man in Geld gar nicht aufwiegen, und den zahlt einen auch kein Unternehmen. Ein Freund ist 700km nach Bayern gezogen, dem erging es ähnlich.
Dafür würden auch schon 20 - 30 Km reichen in allen Himmelsrichtungen sowie permanent ungünstige Arbeitszeiten. Bei manchem ist es sogar so das unter der Woche irgendwo sich einnistet und nur zum WE den heimatlichen Horst anfliegt oder als Seemann nur ein paar Wochen als Urlaub im Jahr die eigene Haustür sieht wenn es ungünstig läuft
 
Ich bin damals nach dem Studium 200km weggezogen, was jetzt nicht so viel ist. Aber das hat gereicht um sich mit der Zeit vom Freundeskreis und der Familie zu "entfremden". Den Preis den ich damals für meine Flexibilität gezahlt habe kann man in Geld gar nicht aufwiegen, und den zahlt einen auch kein Unternehmen.

Exakt. Deswegen ist das für mich wirklich die allerletzte Notfalloption wenn ich sonst Hartzer würde.
Ich habe hier mittlerweile ein eigenes Haus, meine Familie sowie die meiner Frau wohnen (abgesehen von meinem Vater der etwas weiter weg ist) in 20 km Umkreis, ich bin im Heimatverein hobbymäßig seit fast 25 Jahren aktiv wo entsprechend weitere 40-50 gute Bekannte ansässig sind und zumindest einige meiner Freunde haben das Saarland noch nicht aus Berufsgründen verlassen (die die es getan haben sieht man entsprechend wenig bis gar nicht mehr :().

Hier wegziehen zu müssen wäre für mich der soziale Supergau... die eingeborenen Saarländer sind da von Natur aus sehr heimatverbunden sowie untereinander sehr gesellig... du kannst jeden beliebigen Saarländer fragen ob du reinkommen darfst um mit ihm ne Flasche Bier zu trinken - die Chance auf ein "eijo gudd awwer nur äns. Unn.. wie gedds so?" ist erschreckend hoch (YouTube :D).
 
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