Werbung geht mir seit ettlichen Jahren gewaltig auf die Nerven, vor allem weil sie nach meinem Empfinden etwa zu 80% aufdringlich und mit nur Schönfärberei, oder glatten Unwahrheiten verbreitet wird.
"Schönfärberei" ist die primäre Funktion von Werbung. Nur ganz wenige Branchen, eigentlich nur Start-Ups, sind in einer Situation, in der es allein darum geht, über die Existenz eines neuen Produktes zu informieren. Alle anderen wollen den Konsumenten überzeugen, dass das Produkt besser ist. Und er es haben will.
Was du gerne hättest, sind objektive Informationen on demand. So etwas will Werbung nicht bieten - das ist das Geschäft von z.B. seriösen Computer-Zeitschriften und -Webseiten.
die meinungen der redakteure kann ich keinem glauben schenken, da sie nichts anderes sagen können/dürfen.
Dann hab ich ja Glück, dass ich glaubwürdiger Volontär bin
Computec und co sind durch ihre gier doch selber schuld an der Situation. Kein Henne-Ei Problem wie von den werbenden immer gesagt wird (mehr adblocker <-> aggressivere Werbung). Vor 10 Jahren hat sich fast niemand für Adblocker interessiert. Warum? Overlay- und "Multimedia"Werbung existierte faktisch nicht. Computec waren auch immer mit die ersten wenn es darum geht nervige Werbung einzuführen (nicht wegklickbar, Sound, Video etc Overlays). Jetzt habt ihr den Salat und versucht eure Fehler auf die "assigen" User abzuwälzen.
SCHÄMT EUCH!
Computer-Magazine sind zwangsläufig an der Front, was neue Werbetechniken angeht. Als der durchschnittliche Internet-Nutzer noch dachte, dass das große "e" auf seinem Desktop wäre "das" einzig wahre Internet, dürften PCGH-Leser schon das erste halbe Dutzend Blocker durchprobiert haben. Werbetreibende analysieren aber durchaus den Erfolg ihrer Anzeigen - und Werbung, die die Mehrheit der Seitennutzer nicht anguckt, wird nicht mehr geschaltet. Dieses Wettrüsten war vor 10 Jahren schon in vollem Gange ("Pop-Up-Blocker", Java). Als ich vor 9 Jahren meinen ersten direkten Kontakt zur Redaktion hatte, dachte Thilo bereits intensiv darüber nach, wie man das User-nerven einschränken könnte.
Leider haben sich seine Hoffnungen, dass die Werbeindustrie selbst merkt, dass sie potentielle Kunden vergrault, nicht bewahrheitet. (Obwohl es seinerzeit Anzeichen aus den USA mit kreativeren Werbemethoden gab.)
Über die Schuldfrage kann man streiten, aber Fakt ist:
Frei zugängliche Webseiten, die qualitativ und quantitativ dauerhaft über dem Niveau ehrenamtlicher Projekte bleiben, müssen entweder Werbung schalten oder sie lassen sich unter der Hand/redaktionell von den Herstellern aushalten. Letzteres wünscht sich hoffentlich niemand - und bei ersterem wird nicht die Werbung geschaltet, die man sich wünscht, sondern die Werbung, die jemand schalten möchte. Das ist keine Entscheidung von Computec oder PCGH, sondern eine Sache zwischen Webseiten-Nutzern/potentiellen Kunden und Werbetreibenden/Industrie.
Ich persönlich wäre für ein Bezahlmodell in Kombination mit einem Abo. Dadurch würde der zusätzliche bürokratische Aufwand entfallen. Einfach als Option 1,5€ draufschlagen.
Selbst bei solchen Preisen braucht man eine erhebliche Anzahl an Stammkunden, nur um Entwicklung und Unterhalt des Content-Systems zu finanzieren. Zahlreiche Tageszeitungen experimentieren zur Zeit mit ähnlichen Strukturen und die gesamte Print-Branche hält eher drei denn ein Auge nach Erfolgen offen.
Bislang eher vergeblich.
PS:Allein aus Sicherheitsgründen sollte man einen Adblocker verwenden, da selbst nach eigener Auskunft die Redaktionen (oder Verlage) keine direkte Kontrolle übe die angezeigte Werbung haben und damit eben auch nicht die Sicherheit überprüfen können.
Die meisten Adblocker gehen mit Blacklists gegen Werbung vor. Damit blendet man jede Menge sichere Werbeformate aus, umgekehrt erfasst man aber keine neuen, noch unbekannten Schadinhalte. Ich würde eher zu einem Script-Blocker raten. Mit einfachen (Werbe)Bildchen führt man keine erfolgreichen Angriffe.
in einer herrschaftsfreien gesellschaft, was wiederum einhergeht mit einer freien marktwirtschaft bzw. einer unregulierten marktwirtschaft gibt es millionen von lösungen. es gibt mindestens soviele lösungen wie es menschen gibt. wenn die welt also 7milliarden menschen hat, dann hat sie mindestens 7milliarden lösungen. ob die richtig oder falsch sind müssen sie sich eben beweisen.
Wie viele Internets hast du, an denen du die Lösungen ausprobierst?
eine herrschaftsfreie gesellschaft würde definitiv ein noch besseres leben herbeiführen. die "anarchie" wie du selber sagst, wird aber nicht zugelassen.
Ohne die Diskussion noch weiter offtopic führen zu wollen:
Gesellschaftskonzepte die erwarten, dass jeder idealtypisch mitmacht, scheitern. Es gibt immer jemanden, der sie verhindern bzw. ausnutzen will. An der realen Menschheit sind schon unzählige Theoretiker, Idealisten und Revolutionen gescheitert.