AW: WaKü***Quatsch***Thread
Hi!
Nu muss ich auch mal was dazu sagen: dass bei Transformatoren Öl verwandt wird, hat einen anderen Grund: Isolierung!
Das Öl ist nämlich hat eine geringere elektrische Leitfähigkeit als Luft und dazu noch eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft.
Deswegen wird es in Hochspannungstrafos benutzt, um diese einerseits kleiner - und leichter - bauen zu können und andererseits eine höhere Leistung zu erzielen.
Früher waren beispielsweise die Trafos in Elektroloks (z.B. Baureihe 194, 150, 151, 103, 120, 101, ICE 1&2) mit Öl gekühlt, welches über eine Pumpe umgewälzt und über einen Kühler - im Prinzip unseren Radiatoren gleich - gekühlt wurde.
Damals - bis vor etwa 20-25 Jahren - gab es auch noch keine Möglichkeit (Kunststoffe), diese Hochspannung führenden Teile ausreichend zu isolieren; weswegen hier oft eine Isolierung aus Papier zur Anwendung kam.
Die Fortschritte im Bereich der Kunststoffe haben es jedoch ermöglicht, in vielen Bereichen auf die Anwendung von Öl zu verzichten; heutige E-Loks - wie bsp. die BR 145, 146, 152 - haben zumeist Trockentransformatoren, die wiederum leichter und wartungsärmer sind.
Dazu kommt die Gefahr die von älteren, PCB-Haltigen Ölen ausgeht, die im Brandfall Dioxine entwickeln können.
Ölkühlung kommt neu eigentlich fast nur noch im Höchstspannungsbereich - so ab 200.000 Volt - im Kraftwerksbereich zum Einsatz.
Da solche Anlagen jedoch eine hohe Lebensdauer - über 30 Jahre - haben, werden uns ölgekühlte Trafos noch eine weile erhalten bleiben.
Eine andere interessante Anwendung sind ölgekühlte Hochspannungskabel: eine 380.000V-Leitung lässt sich als Kabel nur mit Öl kühlen.
Der Aufwand ist jedoch extrem, weswegen im Normalfall die Kühlung solcher Leitungen mit Luft erfolgt; die allseits bekannte Hochspannungsleitung.
Anmerkung: ich war vor etlichen Jahren - 1988 oder so - daran beteiligt, eine 380.000.V-Leitung unterirdisch in Berlin zu bauen: ein Riesenaufwand: ein tunnel mit Rohren, in denen dann die Hochspannunsgkabel liefen.
Für den Einsatz im Bereich kleinerer Leistungen - und (sorry) das sind Computer nun mal - ist eine Ölkühlung völlig zwecklos, das Wasser viele Vorteile hat:
- meist einfacher zu fördern: durch die geringere Dichte kann Wasser auch kleine Kanäle - bsp. in CPU-Kühlern (Stichwort: Feinstruktur- oder Düsenkühler!) - durchströmen, die Öl nur verstopfen würde.
- leichter zu handhaben (Öl klebt und schmiert).
- preiswerter.
- ungiftig (jedenfalls im Normalfall; hängt natürlich von den Zusätzen ab!).
- bessere Wärmeleitfähigkeit als Öl.
- im Bedarfsfall - bei uns ja nicht notwendig - elektrisch nicht leitfähig.
(das ist Öl im Regelfall auch)
Ich würde ganz klar von Öl abraten: Wasser ist besser.
es gibt da auch ein (eher einige) Youtube-Video, auf dem einer seinen PC in Sonneblumenöl 'versenkt' hat.
Praktischer Nutzen: =0
grüße
Jochen