Diesem Aufruf kann ich mich nur anschließen. Thema ist die Reglementierung von Waffen und die Sicherheit an Schulen - nicht die Außenpolitik der USA. Die füllt bequem 2-3 Dutzend Threads (1-2 pro Krieg

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@ ruyven
Die "erfolgreichen" Amok Läufe brauchen Planung. Wenn man andras Breivik auch als Amok Lauf sieht z.B. Du kannst mir nicht erzählen, dass keiner seine tat nicht vorher plant.
Breivik sieht sich selbst als Verteidigungskämpfer, andere (einschließlich mir) bezeichnen ihn als Gewalttäter oder Terrorist. Mit einem Amoklauf haben seine Taten nicht das geringste zu tun. Sie sind weder Emotional begründet noch in irgend einer Weise auf sich bezogen. Im Gegensatz zu sämtlichen Schul-Amokläufern war es sein Ziel, am Leben zu bleiben. Auch ging es ihm nicht primär darum, möglichst viele zu töten, sondern er betrachtet seine Opfer als Feinde, die er nach Kriterien ausgewählt hat.
Mit Amok hat das alles nichts zu tun. Wäre er kein Einzeltäter, würde man ihn vermutlich in Richtung Guerilla einteilen.
Keiner sagt, dass er sorgfältig geplant ist, aber er ist zumindest ungefähr geplant (glaub ich)
Wie gesagt: Der typische Amoklauf geht auf Ereignisse zurück, die z.T. nur wenige Stunden zurückliegen. Das ist fast schon Bestandteil der Definition. Im Fall der Schul-Amokläufer mögen es Tage gewesen sein, aber man sollte sich hier nicht von einer langfristigen Beschäftigung mit Gewaltphantasien täuschen lassen. Die Leute hatten schon lange Probleme, sie haben sich schon lange für Waffen begeistert und sie haben schon lange ein Interesse an Mord&Totschlag gehabt. Aber das trifft auf Sitzenbleiber, Sportschützen und Goths jeweils auch zu und auch die Kombination ergibt noch nicht den Beschluss "in zwei Jahren bringe ich möglichst viele Schüler um". Sowas kommt viel, viel kurzfristiger und sicherlich nicht mit voller Rationalität. Dementsprechend unwahrscheinlich ist, dass alle Faktoren so in Betracht gezogen werden, wie du oder ich das jetzt machen würden.
Insbesondere dürfte schon lange vorher ein Todeswunsch existieren und daraus resultiert eine stark abweichende Einteilung zum eigenen Tod. Ggf. kommen, im Zuge der Gewaltphanatasien aber auch des allgemeinen Scheiterns, dass eben nicht auf eigene Fehler zurückgeführt wird, auch noch ein Gefühl absoluter Überlegenheit hinzu:
Man hat soviel durchgemacht, soviel Widernissen getrotzt und jetzt zeigt man es noch einmal allen, dass sie keine, aber auch gar keine Chance haben.
So eine Person kann man dann nicht mehr abschrecken.
Du vergisst, dass ein Amoklauf nicht so einfach ist. Man drückt schließlich nicht wie bei einem Spiel eine Taste, sondern muss dem Opfer das Messer mit voller Kraft in den Brustkorb rammen. Das ist um einiges schwerer als man denkt.
Nicht desto trotz steigt mit dem Vorhandensein einer großen Zahl an Schusswaffen auch die Gefahr, das sich jemand einer solchen bemächtigen kann. Wenn ich an meine Lehrer zurückdenke, dann fällt mir mindestens ein Dutzend ein, die Schulabgänger einfach zu Boden stoßen und überwältigen könnte (ganz ohne Messer) und ein weiters halbes Dutzend, dass die Waffe mindestens einmal im Jahr irgendwo so rumliegen lassen würde, dass sie sich jemand schnappen könnte.
Und das sind auch noch ausgerechnet die Leute, die für die Aggression potentieller Amokläufer verantwortlich sein können. In Zukunft muss der Schüler dann nach Erhalt des Sitzenbleiberzeugnisses gar nicht mehr nach Hause fahren, um den Colt zu holen, sondern braucht dem vor seinem Tisch stehen 60 jährigen nur kräftig gegens Schienbein zu treten und dann unter die Achsel zu greifen?
Einfacher ist es schon mit einer Schusswaffe zu töten und wer die hat, hat i.d.R. auch genug Munition. Es wird schließlich keiner mit 3 Schuss einen Amoklauf versuchen.
Es geht ja um Leute, die erstmal keine Schusswaffe haben. Entweder gar nicht oder nicht griffbereit. Da könnte ein zusätzliches Risiko entstehen, wenn man noch mehr Schusswaffen in Schülernähe verbreitet, da hat Uter schon recht.