Eher nicht, da sich die wenigsten eine Eigentumswohnung in einer Stadt wie Berlin leisten können.
Genau deshalb gibt es den Mietendeckel.
Da bist Du aber auf dem Holzweg. Zum einen ist es ja mal grundsätzlich so, dass man mit dem Mietendeckel und den ganzen Initiativen es ja eigentlich, zumindest hat man das medial ins Schaufenster gestellt, gegen die großen Investmentgesellschaften (Deutsche Wohnen, Vonovia, Akelius etc.) vorgehen wollte. Am Ende des Tages geht sowas aber nach hinten los denn es sind eben genau nicht die institutionellen Gesellschaften die verkaufen sondern eher die Kleinvermieter. Also der Kreis der tendenziell eher noch human vermietet und oft auch sogar im gleichen Haus wohnt. Genau diese Gruppe wird jetzt aber zunehmend über einen Verkauf nachdenken. Und jetzt gibt es bei den aktuellen Marktpreisen zwei, drei Optionen wer die Wohnung kauft:
a) die Stadt durch Vorkaufsrechte oder ähnliches. Wird eher nur selten der Fall sein. Zu aufwändig im Klein, Klein und auch zu teuer und tritt dann eher beim Verkauf eines ganzen Mietshauses auf aber nicht bei einzelnen Wohnungen.
b) institutionelle Investoren und Firmen die sich auf Immobilienvermarktung spezialisiert haben. Das wird schon eher passieren. Und das ist dann am Ende eben genau das was man ja eigentlich nicht haben will
c) Zuzügler die dann selber drinn wohnen wollen. Wird auch passieren denn viele von denen die dazu ziehen und einen Job haben, haben den eher im doch besseren Gehaltssegment.
d) ausländische Anleger die einfach nur Geld unterbringen wollen.
Alleine die Tatsache dass so viele Menschen mehr in die Stadt ziehen als Wohnraum gebaut wird und dass durch die Gelddruckerei der EZB aber auch anderer Notenbanken weltweit das Schulden machen so extrem verbilligt wird am Ende insbesondere b, c und d befördern. Das wird dem Mietmarkt in Berlin massiv Wohnungen entziehen. Je länger das Instrument genutzt wird umso mehr wird sich das beschleunigen. Durch die Corona Krise und deren Folgen weltweit ist jetzt nicht gerade davon auszugehen dass die Zinsen massiv steigen werden. Eher werden die auch noch über die nächsten 10 Jahre extrem niedrig bleiben. Allein das wird weiter Sachanlagen wie Immobilien, Aktien, Gold etc. weiter massiv verteuern.
Der einzige Gegentrend könnte hier sein, dass durch Corona Firmenpleiten der Markt für Gewerbeimmobilien zusammenbricht und somit Flächen umgewandelt und dem Mietmarkt zugeführt werden können. Der Mietendeckel jedoch wird das Problem eher verschlimmern und nicht lösen.
Am Ende ändert der Mietendeckel ja nichts an der Tatsache, dass für ein Gut das zu vergeben ist (eine Wohnung) am Ende hunderte Interessenten schlange stehen. Für solche Ungleichgewichte gibt es den Preis als Ventil. Mit Regulierungen wie den Mietendeckel lassen sich solche Ungleichgewichte nicht beheben. Sie fördern exakt das Gegenteilige (siehe oben) und vor allem fördern sie einen massiven Schwarzmarkt. Es werden die wenigen Mietwohnungen die noch frei vergeben werden können unter der Hand weggehen. Dazu gibt es dann Handgelder, überteuerte Ablösesummen für Möbeleinbauten, möblierte bzw. teilmöblierte Wohnungen, Aufsplittung in temporäre Miniappartments für Expats, Studenten usw. Der Markt wird da immer extrem erfinderisch denn am Ende bleibt es ja bei der mathematischen Regel, dass auf der einen Seite ein Gut eben exakt einmal da ist und auf der anderen Seite hunderte das Gut haben wollen.