AW: Videoschnitt-PC für Adobe Software (Premiere, After Effects, Photoshop)
Der SLC-Cache beträgt ~25 GB. Das heißt, man müsste 25GB am Stück übertragen schreiben (bei 70% SSD-Belegung - bei weniger Belegung mehr), bis die Geschwindigkeit sinkt.
Du packst eine 2TB-SSD für "alles" in die Konfiguration. Wenn ich da von Windows, verschiedenen Programmen, Bibliotheken und zu bearbeitenden 4K-Projekten ausgehe, kann man die 70% temporär sehr gut erreichen. Und dann würde ich weder die möglichen Einbrüche noch die allgemein langsamere Geschwindigkeit im Vergleich zu den immernoch günstigen voll angebundenen Konkurrenten (Corsair Force MP510 oder SIlicon Power P34A80) in Kauf nehmen wollen, wenn mich ein vor allem im sehr häufig genutzten oder gar Arbeitsrechner spürbares Upgrade einmalig (!) vielleicht 30-40,-€ kostet.
Aber die andere Option wäre eine SSD für den doppelten Preis mit der gleichen Kapazität zu kaufen (z.B. SSD 970 von Samsung) - Ob man so große Projekte hat, muss man dann schon selbst wissen. Und auch solche SSDs haben mittlerweile einen SLC-Cache...
Nur sind da dennoch die Geschwindigkeitverluste "harmloser" und wir reden bei TLC-SSDs dann meist auch von allgemein höheren Geschwindigkeiten. Ich habe ja zB keine überteuerte Samsung vorgeschlagen. Aber zwischen Schwarz und Weiß gibt es eben an der Stelle noch massig sinnvolles Grau.
Komisch, der Vorgänger dieses Boards packt problemlos 150W für die CPU... Um das mit meinem 8-Kerner zu erreichen, musste ich ziemlich übertakten.
Nur kann man nicht blind vom Vorgänge auf den/die Nachfolger schließen. Zudem läuft ein 3950X bei älterer BIOS-Version auf dem Asrock erst einmal
gar nicht, sondern der Screen bleibt schwarz, weil die CPU nicht erkannt wird. Für ein Update besitzt das Board dann auch keine Flashback-Funktion, sodass du eine ältere Ryzen-CPU brauchen würdest, um das Update durchzuführen. Die nachträglich zu besorgen (kaufen & wieder verkaufen? Leihen?) wird eher umständlich...
Und selbst wenn das dann irgendwie geschafft ist, bleibt das Board bzgl. Spannungsversorgung (3 echte Phasen für einen 16(!)-Kerner) und Kühlung auf einem Niveau, das den 3950X effektiv per Drosselung Leistung kosten wird, wenn der sich im Renderbetrieb befindet und ausgelastet wird.
Noch nicht einmal B450-intern ist das Pro4 eine Empfehlung. Bei dem Chipsatz ist MSI klar besser.
Den 3950X braucht man tatsächlich nicht verbauen, war nur als Gimmick gedacht, um aufzuzeigen, was geht, wenn man nicht so viel Geld in die Grafikkarte steckt.
Nicht falsch verstehen: die CPU kann man ruhig empfehlen. Nur eben nicht auf so einem unterdimensionierten Billigst-Board ohne Flashback-Funktion.
(Edit3: Wenn man eine kleinere CPU nimmt, sehe ich aber erst recht keinen Grund, ein teures X570-Mainboard zu verwenden.)
Zukunftssicherheit durch PCIe 4.0 und damit verbunden Upgrademöglichkeien in Bezug auf voll angebundene SSDs und ebenso Upgrade-Möglichkeiten im CPU-Bereich (evtl. soll auf einen 8-Kerner zukünftig doch noch der 12er/16er oder auch eine Ryzen 4xxx CPU der nächsten Generation folgen...) würde ich hier immernoch als Argument sehen. Gerade die nur eine mögliche NVMe ist bei B450 in Bezug auf Grafikbearbeitung nicht schön...
Hab schon einige Leute gekannt, die kaputten Speicher hatten, und monatelang nicht wussten, warum ihr System abstürzt. Bei ECC (Fehlerkorrektur für RAM) sieht man wenigstens im Log, dass Fehler behoben wurden.
"Einige Leute" sind nicht repräsentativ. Und "einige Leute" sind - wenn sie Monate brauchen, um so einen Fehler einzugrenzen - vielleicht auch eher selbst das Problem als die Hardware.
Würde mich da dem Post von weiter oben anschließen: Speicher per Software (gibt ja genügend) auf Fehler / Stabilität testen. Ende.
Bzgl. GPU:
Grundsätzlich ist es so, dass selbst Adobe als eigentlich CPU-lastige Suite immer mehr auf die GPU aus lagert. Diese Entwicklung wird sich auch zukünftig fortsetzen. Und sobald GPU-lastige Effekte etc. genutzt werden, sind die Nvidia-Karten schlicht besser.
Bei Premiere sind die Differenzen (noch) klein, dürften aber mittelfristig größer werden. Bei After Effects wird die Vega 64 schon von der günstigeren 1660 Super geschlagen. Je mehr und GPU-lastigere Effekte genutzt werden, desto spürbarer wird der Unterschied beim Arbeiten.
Und die 1500-2000€ soll der TE aus meiner Sicht nicht in ein System stecken, welches dann nach dem nächsten größeren Software-Update mit einer zu "kleinen" GPU daherkommt. Besonders, wenn sowieso ein gewisses Budget vorhanden ist.
Zudem wäre es ja möglich, dass er irgendwann mal eine andere Software für sich entdeckt, wie zB das aktuell beliebte Resolve. Dort gibt es noch mehr Arbeit für die GPU und dort vervielfacht sich der Effekt der Überlegenheit aktueller Nvidia-Karten nochmals.
Falls du an wirklich tiefergehenden Tests interessiert bist, würde ich dir mal die Artikel von Puget Systems empfehlen. Die haben durchdachte und teils komplett eigene Benchmarkreihen zu den verschiedenen Grafikanwendungen, schauen bzgl. Entwicklung und Zukunftsaussichten über den Tellerrand hinaus und machen sehr detaillierte Analysen.