Unruhen in Großbritanien

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Die Ausbildung und die Erziehung der Kinder steht wohl nicht im Vordergrund. Ansonsten kann ich noch über die brennende Lebensfreude auf den Straßen berichten.

Die Ausbildung der Jugendlichen steht vor dem Problem, dass Englands Regierung 75% der Fördermaßnahmen infolge der Finanzkrise gestrichen hat. Großbritannien hat es härter getroffen als alle anderen europäischen Länder (wenn man Island mal ausklammert), denn die britische Wirtschaft ist hauptsächlich nur noch eine Dienstleistungsgesellschaft, gerade im Bereich der Finanzwirtschaft.
Deswegen ist England ja auch so vehement gegen die Regulierung der Finanzplätze.
Brechen dir aber die Jobs weg, die für einen Großteil der Bevölkerung wichtig ist, bekommst du automatisch Probleme Perspektiven zu schaffen. Hier hat die Regierung Camerons klar versagt.
(Interessant ist auch, dass Großbritannien die Förderung für alternative Energien gestrichen hat)
Kürzt du aber in den Teilen der Stadt, in denen die Arbeitslosigkeit eh schon relativ hoch ist, die Gelder, musst du damit rechnen, dass es einigen nicht gefallen wird und, so traurig es auch ist, offensichtlich haben sie keinen anderen Weg gefunden, als sich durch eine Demonstration Gehör zu verschaffen, die dann leider ausgeartet und in Gewalt umgeschlagen ist.
Richtig bitter ist aber, dass das auch auf andere Städte übergegriffen hat, in denen es sicher auch das eine oder andere Problem gibt, aber vielleicht nicht in dem Maße wie in Tottenham.

Geh doch beispielsweise nach Berlin Neukölln und schau es dir vor Ort an. Aber türkisch-deutsch Wörterbuch nicht vergessen sonst verstehst du die Sprache nicht die dort gesprochen wird.

Öhm, was hat Neukölln jetzt mit Tottenham zu tun? In Tottenham leben überwiegend Engländer, die aus den Commonwealth Staaten nach England gekommen und sich dort angesiedelt habe. Etwas vergleichbares gibt es nicht. Man könnte z.B. die Vietnamesen als Vergleich hinzuziehen, die damals in die DDR gekommen sind und von der BRD "übernommen" wurden.
Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass vietnamesische Viertel in deutschen Städten brennen. :schief:

Darf ich auf Fragen nicht antworten?

Die Frage war eher rhetorischer Natur, weil mir schon klar war, mit was du kommen wirst. Aber Neu Kölln kann man nicht mal Ansatzweise mit Tottenham vergleichen.
Scheinst du aber einfach nicht verstehen zu wollen. :wall:
 
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Das Problem ist, dass ungebildete Leute mit unkompatibler Kultur auf Beschluss der Multikultimafia nach Europa gekarrt werden.
Mit abgebrochenem Hauptschulabschluss und durch Gefängnisaufenthalt abgebrochene Drogendealerlehre bekommt man keinen guten Job.
Vor allem an asiatischen Einwanderen sieht man, dass es auch anders geht.
Im Falle der Türken in den 60er Jahren z.B. wollten wir diese Leute gezielt, weil bei Ford an den Fließbändern kein Deutscher mehr arbeiten wollte. Oder auch keiner den Müll abholen wollte.

Gleichzeitig gab es keine Integration. Die Politik dachten wollen, dass Özgül, nachdem er 40 Jahre lang bei Ford gearbeitet hat und hier gelebt hat sich danach zurück in die Türkei verkrümmelt. Das er aber stattdessen eine Familie gründet, Kinder kriegt und sich hier einlebt - wer hätte damit gerechnet?

Das Problem hat defakto jedes Land mit Einwanderer, weil keines eine wirklich Integrationspolitik hat. In den USA heißt das dann halt Chinatown, bei uns Köln-Ossendorf. Das Prinzip ist das Gleiche.

Das ist totaler Schwachsinn. Die haben sich in ihren Ghettos abgeschottet und leben dort ihre eigene Kultur.
Dieses Problem gibt es in vielen Großstädten auch in Deutschland.
Das ist falsch, wir haben die Einwanderer gezielt in eigene Bezirke geparkt.
 
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Profitipp: Als die Türken damals nach Deutschland kamen, wurden Sie bewusst(!) in Vierteln untergebracht, wo Sie unter sich waren. Zumal der Mietpreis evtl ja auch was damit zu tun haben könnte, meinste nicht? Aber geh mal ruhig wieder zu deinen Gesinnungsgenossen bei PI-News.

Das kann nach 45 Jahren aber kein Argument mehr sein. Zumal sich ein Großteil der hier lebenden Türken und Türkischstämmigen mittlerweile aus Familiennachzug rekrutiert. Dass 90 Prozent der hier lebenden Türken untereinander heiraten und in 50 Prozent der Fälle die Frau dazu eigens aus der Türkei angekarrt wird, hat auch relativ wenig mit Siedlungspolitik aus den 60er Jahren zu tun. Integration findet nur statt, wenn Vermischung stattfindet. Einige User würden es wohl Rassenschande nennen. Ich plädiere jedenfalls für mehr Rassenschande. Alles andere ist Abschottung oder auch Rassismus, wenn man etwas böswilliger sein möchte.

Vor 20 Jahren hat es übrigens einen Zuwandererstorm gegeben, für den sogar eigene Wohnviertel hochgezogen wurden. Nach dem Fall der Sowjetunion kamen Millionen Osteuropäer zu uns. Diese Siedlungen gibt es heute in der Form nicht mehr, obwohl die Menschen noch da sind. In den Siedlungen verharren eigentlich nur noch ein paar Alte, die sich naturgemäß mit Umstellung schwer tun.

Und erzähl doch einfach mal keinen Schwachsinn über Berlin-Neukölln, zumal du ja wohl relativ weit entfernt wohnst.
Denn JEDER einzelne Türke/Kurde/Araber, mit dem ich dort geredet habe, konnte sowohl seine eigene Muttersprache, als auch Deutsch. Kannst du türkisch? Aber du hast ja scheinbar ein Problem damit wenn Sie sich untereinander in ihrer Muttersprache unterhalten.
In Berlin Neukölln war ich noch nicht. Duisburg-Marxloh und Bonn Bad-Godesberg sind mir bekannt. Das war weder Deutschland noch Multikulti. Als ich vor einigen Jahren in einer Moschee gearbeitet wurde - eine "fortschrittliche" von DITIB - gab es da nur einen, der flüssig Deutsch reden konnte. Zwei Handwerker konnten noch etwas Rudimentäres, das der deutschen Sprache phasenweise recht nahe kam. Der Imam dagegen konnte mir morgens nicht mal die Tür aufschließen, weil er nicht wusste, was ich überhaupt von ihm will. Ist auch kein Wunder, wenn Erdolf alle zwei Jahre das Personal austauscht, damit kein Bezug zum Land entsteht. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass mehr Islam im Regelfall weniger Integration bedeutet. Säkulare Muslime unterscheiden sich normalerweise kaum bis gar nicht von Einheimischen. Die sind mir sogar lieber als manch debiler "Biodeutscher". Wer die Kraft aufbringt, eine anerzogene, tief ins Leben eingreifende Ideologie abzustülpen, entwickelt eine Gelassenheit, die vielen Einheimischen fehlt.


Um zum Thema zurückzukommen: Wo ist eigentlich die Eigenverantwortung geblieben? Heute sind immer die anderen schuld. Wer keinen Schulabschluss macht, gilt als sozial benachteiligt. Mörder sind grundsätzlich Opfer der eigenen Kindheit. Es war noch nie so einfach wie heute, einen einigermaßen soliden Schulabschluss zu machen. Und wer den hat, bekommt auch schnell einen Ausbildungsplatz. Dass die Plünderer statt Lebensmittel Konsumelektronik rauben, zeigt die Zustände doch ganz klar auf. Ein wohlstandskrankes Pack, dem man beigebracht hat, das Opfer zu mimen statt Eigeninitiative zu zeigen, schreit nach größeren LCD-Fernsehern und Spielekonsolen. Das nenne ich doch mal Armut. Hier wird wieder mal ein nationaler Sozialismus eingefordert: Mehr Wohlstand für Nichtleister. Die fleißigen Menschen, die die Elektronik liefern, gehen denen am Arsch vorbei. Die sollen gefälligst malochen, bis sie umfallen. Trotz harter Arbeit können sich die Chinesen die eigenen Güter nur in wenigen Fällen leisten. Zufriedener sind sie komischerweise trotzdem.
 
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Ich möchte alle, die sich noch ausführlicher über Migranten in Deutschland unterhalten möchten, einen eigenen Thread aufmachen. Hier scheint die Sache langsam das eigentliche Thema des Threads zu verdrängen...
 
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Wenn ich da wohnen würde und mir diesen Zirkus angucken müßte, wäre ich tatsächlich auch verzweifelt. Aber auch von hier aus kann man ganz gut am Verstand vieler Leute zweifeln.
 
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Die Menschen, die in den Vierteln leben. Die Randalierer und Plünderer kommen von allen Teilen der Stadt und Gesellschaft.

Ich hatte schon Angst. Für diese Plünderer habe ich jedenfalls kein Verständniss. Wer Aufmerksamkeit erregen will soll meinetwegen den Vorgarten der Queen umgraben oder irgendsowas in der Art, aber nicht ein paar Strassen weiter alles zusammenschlagen und die Geschäfte plündern. :daumen2:
 
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Schau dir doch die Leute an, die da leben, deren Laden niedergebrannt wurde, die sind arm dran, haben vielleicht keine Versicherung.
Gewalt wird komischer Weise immer dort ausgeübt, wo die Menschen eh schon arm sind.
Wären das nur Randalierer, bzw. Leute, die einfach nur Gewalt ausüben wollen, würden sie in die reichen Viertel gehen und den Bentley anzünden.
(Aber ich tippe, dass dann die Polizei deutlich schneller eingreifen würde)
 
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Ich bin mir nicht so sicher, ob eine Versicherung da überhaupt hilft, denn Schäden durch "innere Unruhen" oder "bürgerkriegsähnliche Zustände" sind in aller Regel ausgeschlossen. Wenn da eine was zahlt, würde ich das mal als reine Kulanz verbuchen.
 
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Man kann sich gegen Vandalismus versichern lassen, das sollte damit abgedeckt sein.
Die Frage ist halt, ob die sich die Prämien leisten können.
 
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Da würde ich auch drauf tippen wenn die der Queen den Rolls mit Beulen adeln, das dort sofort die Hundertschaft mit der groben Keule ausgerückt wäre.
 
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Hallo? Ich sagte was von Ausschluß wegen der besonderen Rahmenbedingungen. Das ist ja eben kein normaler Vandalismus, der dort stattfindet.
 
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Hallo? Ich sagte was von Ausschluß wegen der besonderen Rahmenbedingungen. Das ist ja eben kein normaler Vandalismus, der dort stattfindet.

für mich als Ladenbesitzer schon und exakt so würde ich argumentieren und wenn sich die Versicherung quer stellt, klage ich. Kann man in Tottenham sicher genauso machen wie sonst wo in England.
 
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Tja. Aber was Du als Ladenbesitzer dazu so denkst, interessiert leider bei der objektiven Bewertung der Umstände eher weniger. Wie gesagt, "falls" die Versicherer da ein Ausschlußkriterium erfüllt sehen. Und vom Bezahlen leben die nicht. Natürlich könnte man dann klagen, aber das heißt ja nicht automatisch, daß man recht hat. Ein vorheriger Blick in die Versicherungsbedingungen kann einem da schon weiterhelfen und viel Geld sparen.
 
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Ich will mich da jetzt nicht auf den Einzelfall verlassen, aber wenn du dein Auto parkst, wo eine Krawalldemo geplant ist, bzw. man davon ausgehen kann, dass es zu Gewalt kommt, kann die Versicherung die Zahlung ablehnen, du hättest den Wagen ja wegfahren können. Einen Laden kann man nicht wegfahren, daher zahlt die Versicherung.
Wie das jetzt in Tottenham aussieht, weiß ich nicht, entzieht sich meiner Kenntnis, die Eingangsfrage ist ja auch: Können sich die Menschen so eine Versicherung überhaupt leisten und ich denke eher nicht, denn gerade in Stadtvierteln, die einen hohe Arbeitslosigkeit haben, sind auch die Beiträge für Versicherungen relativ hoch und die Menschen haben nicht viel Geld.

Aber letztendlich geht es hier nicht um Versicherungsschäden, sondern primär darum, dass man den Leuten eine Perspektive schafft, für eine Zukunft. Kürzt man die Programme für Jugendliche, darf man sich nicht wundern, dass das irgendwann negative Auswirkung hat, denn die Jugendlichen oder allgemein die Menschen in den Vierteln haben den Eindruck, dass sie die Unfähigkeit der Finanzwelt und das Versagen der Manager ausbaden müssen, indem sie weniger Geld bekommen, die Manager aber weiterhin ihre Villen behalten und nicht schlechter gestellt sind.
 
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Ich denke nicht, dass es sich um wirklichen (reinen) politischen Protest handelt. Die sehen einfach, dass für die Banken Milliarden übrig sind und dass für sie nichts da ist, sie dafür aber von der Polizei schikaniert werden. Wenn du über Jahre feststellen musst, dass du
1. keine reale Chance hast, dein Leben wirklich in den Griff zu bekommen und etwas aus dir zu machen, egal wie deine Bildung ist,
2. von der Polizei für einen Verbrecher gehalten wirst (überdurchschnittlich viele Personenkontrollen und Durchsuchungen bei nicht weißen Engländern)
3. die Politik sich einen Scheiß um dich kümmert sondern lieber ihre eine "Kaste" rettet, hätschelt und tätschelt,
dann würdest du auch auf die Straße gehen, und das mit Recht. Und wenn das immer noch nichts bringt, dann gibts halt irgendwann Gewalt. Ich will nicht sagen, dass es richtig ist so zu handeln aber ich kann es verstehen. Wenn man den Kapitalismus vorgelebt bekommt aber an ihm nicht teilhaben kann bzw. mehr oder weniger sogar aktiv davon ausgeschlossen wird, dann versucht man halt auf anderen Wegen zu den gleichen Zielen zu kommen. Das ist nur menschlich.
Viel krasser als die Randale und die Plünderungen finde ich jedoch die Reaktion der britischen Regierung! Militär einsetzen? Kommunikationssperre? Blackberry abschalten? Ich zitiere mal kurz den User deafdumbblind aus dem heise-Forum:

"Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Aufständen zum arabischen Frühling und den UK-Riots.
Die Aufständischen wollen mehr Demokratie und Zukunftsperspektiven,
die Regierungen reagieren mit Gewalt und Zensurmaßnahmen.
Die Ähnlichkeiten von Aktion und Reaktion sind verblüffend."

bzw. von
marcb02

"böse wird gut, wie man es gerade braucht ;)
vor wenigen wochen noch geächtete maßnahmen, natürlich sieht das
völlig anders aus, wenn EU-staaten betroffen sind."

Wie soll das bitte weitergehen? Ich glaube, dass kurzfristig die Polizei für Ordnung sorgen wird aber langfristig... da muss sich ganz schön was tun und ich bin mir nicht sicher, ob das klappt oder gewollt ist.
 
frEnzy schrieb:
Ich zitiere mal kurz den User deafdumbblind aus dem heise-Forum:

"Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Aufständen zum arabischen Frühling und den UK-Riots.
Die Aufständischen wollen mehr Demokratie und Zukunftsperspektiven,
die Regierungen reagieren mit Gewalt und Zensurmaßnahmen.
Die Ähnlichkeiten von Aktion und Reaktion sind verblüffend."

In dem Zusammenhang hat Gaddafi übrigens die Britische Regierung aufgefordert, das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten zu unterlassen. Und er meinte das die britische Regierung jegliche Legitimation verloren haben. XD
 
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