Ein paar Leute kommen in den Knast, die kann man dann als Märtyrer feiern.
Das Ereignis eignet sich hervorragend als zukünftige Mischung aus Dolchstoßlegende und gescheitertem Putsch.
Dann lässt man noch ein Buch dazu schreiben nach dem Motto Mein Konflikt das die Ideologie darlegt.
Anschließend füllt man jede Woche Hallen und macht so eine Mischung aus Wahlkampf und lokalem Aufstand.
Ob man nun Kommunist, Sozialist, Neoliberaler, Konservativer oder sonstwas ist, jede politische Strömung kann sich dieser extremen Methoden bedienen. Es spielt auch keine Rolle ob man im Recht ist oder nicht, denn was verliert man denn als Anführer einer solchen Bewegung? Ein paar Bauernopfer, die man ja eh als Märtyrer braucht.
Was man bestellt ist ein fruchtbarer Boden mit einem Mangel an Einsicht und die Bereitschaft alles zu zerstören das einem nicht nützlich ist. Kurzum, eine Bevölkerung die gerade 20 Jahre Neoliberalismus mitgemacht hat, bei dem das die obersten Direktiven sind. Ein ökonomisches System das den Opfern einer Verarmungswelle auch noch die Schuld gibt und unter den Leuten das Gefühl verbreitet auf Grund von mangelnder Nützlichkeit an den Rand gedrängt zu werden. Ich behaupte, da ist das erst der Anfang.
In den Medien macht man sich dann lustig warum etwas bei so vielen Leuten funktioniert anstatt die wirklich wichtige Frage zu stellen warum es denn funktioniert. Aber letzteres würde erfordern, dass man zumindest in Erwägung zieht, dass etwas nicht stimmen würde und genau das macht ja keiner mehr. Getreu der Devise bei mir läuft alles, also muss gar nix gemacht werden.
Beispiel Kohlearbeiter. Es geht nicht darum, ob die einen Job haben, den sie gerne noch 20 Jahre machen würden. Die Antwort darauf ist Nein. Es geht darum, dass erklärt wird, Kohle sei jetzt überholt, wir machen den Laden dicht und ihr seid gefeuert. Das ist das Vorgehen, das wir immer sehen und bei dem sich die Leute unnütz vorkommen und wie Dreck behandelt. Deswegen sind die so ein gutes Symbol, mit dem sich fast alle anderen Berufe identifizieren können und Menschen die alle 2-3 Jahre einen anderen Job haben. Das hört jemand und denkt nicht an die Kohlearbeiter, der dankt an sich und die Variation der Ereignisse bei der ihm das Gleiche passiert ist wie dem Kohlekumpel. Unser wirtschaftliches System geht halt nicht her und gibt erst den Kohlearbeitern andere Jobs und am Ende ist auch jedem egal, wenn man von Kohle umschwenkt, man hat ja eh kaum mehr was gefördert. Unser System sagt, wir schwenken um, die Firma richtet sich neu aus und du bist gefeuert. Das ist die Jedermann Story auf die jeder reagiert, wenn er vom Kohlekumpel in West Virginia hört.
Alles was Twitch macht ist Symbolpolitik. Man könnte sagen, die stecken noch auf der Stufe vorher fest auf der man sich geschickt versucht immer wegzuducken. Nichts über den Kanal laufen lassen, was die Umsätze negativ beeinträchtigen könnte, oder Denkprozesse starten könnte.
So macht sich der Mainstream seinen Faschismus. Das geht auch nicht weg, weil sich ja jeder zu jeder Zeit im Recht fühlt.