Transgender / Sex & Gender

In intellektuellem Umfeld ist Tolleranz gegenüber ungewöchnlichem Verhalten meist eher zu finden, außerdem war die Behandlung früher teuer und ist afaik inkl. Voruntersuchungen und Gutachten immer noch umsonst, von der Umstellung des eigenen Lebens ganz zu schweigen => auch wenn die Neigung vermutlich unabhängig vom Bildungsstand ist, wirst du mehr Transakademiker als Transakordarbeiter finden.
 
Kann man die Menschen nicht einfach in Ruhe lassen und jedem das Leben gönnen, was er oder sie will? Warum muss man sich über jede Kleinigkeit ergeifern?

Was mir in der Gesellschaft immer deutlicher auffällt, ist eine fehlende Emanzipation des Mannes. Die werden weiterhin massiv normiert und sie sind es, die allen, die befreit von absurden Normen leben wollen, das Leben schwer machen.
Du zitierst eine Praxis, die bei Menschen angewandt wird, bei denen die genetischen Faktoren nicht zum biologischen Geschlecht passen, das ist aber etwas ganz anderes als bei den meisten Transpersonen, bei denen die Gene zum biologischen Geschlecht passen.
Es ist ganz schwierig, wenn man das Thema vertieft. Gene sind alles andere als eindeutig, die Grenzen sind fließend. Man muss es einfach akzeptieren, dass das Leben mehr als X und Y ist. Ja, es gibt zwei klare Ausprägungen, aber es gibt dazwischen einen Übergangsbereich. Und was spricht dagegen, das einfach zu akzeptieren?
 
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Es ging nicht um Akzeptanz, es ging um die Auswirkung einer Hormontherapie auf die körperliche Entwicklung in der Pubertät. Im Ausland (z.B. USA) wird das ja bereits gemacht und die Ergebnisse sind halt nicht ohne Nebenwirkungen. Es kommt da durchaus zu Störungen der Knochendichte, zu einer unzureichenden Entwicklung von Genetalien oder zu einer minimalen Ausprägung des Sexualtriebes. Um es plump zu sagen, jede Entscheidung kommt mit Vor- und Nachteilen. Gebe ich einem biologischen Trans-Jungen vor der Pubertät weibliche Hormone für die Geschlechtsanpassung, entwickelt er weniger Körperbehaarung und einen minimalen Adamsapfel. Auf der anderen Seite besteht das Risiko, dass der *** sehr klein bleibt (und die Gestaltung einer Vulva aus einem Mikropenis ist alles andere als einfach) oder sie keinen relevanten Sexualtrieb entwickelt.
 
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Was man vlt auch beachten sollte
Eine Hormonersatztherapie steigert das Brustkrebsrisiko, wenn sie länger als fünf Jahre durchgeführt wird, insbesondere bei Präparaten, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten. Wenn die Hormone abgesetzt werden, sinkt das Risiko innerhalb weniger Jahre wieder auf das durchschnittliche Niveau.

Und wenn man jetzt einen Jungen mit Östrogen behandelt zwecks der Geschlechtsangleichung dürfte das für das Krebsrisiko auch nicht gerade geringe Auswirkungen haben.
 
Es ging um die Auswirkung einer Hormontherapie auf die körperliche Entwicklung in der Pubertät.
Ich denke, die Bewertung von Nutzen und Risiken sollte man den Betreffenden überlassen. Was wir von außen nicht verstehen müssen und können wir auch nicht verstehen. Ja, es ist schwer, wenn man Menschen vor der Pubertät z.B. die Option des Kinderkriegens nimmt. Aber mit 14 treffen wir den ganzen Tag Entscheidungen, z.B. ob ich auf einen Baum klettere oder nicht. Und auch das kann mein Leben für immer verändern.

Wenn man Kinder über Risiken sorgsam aufklärt, liegt es an ihnen zu entscheiden, Da haben sich andere nicht einzumischen.
In intellektuellem Umfeld ist Tolleranz gegenüber ungewöchnlichem Verhalten meist eher zu finden
Mutige Aussage. Gerade im bürgerlichen Kreis erlebe ich auch sehr oft eine Reflektion des Verhaltens anderer auf einen selber und den eigenen Stand. Würdest Du Dich als CEO aktuell noch mit Gerhard Schröder treffen? Nein, da macht man einen Bogen drum. Der Müllmann um die Ecke, den ich als besten Kumpel erlebte, der mit jederzeit hilft, mag vielleicht einen dummen Spruch machen, aber dann hat sich das Thema erledigt.

"Intellektuelles Umfeld" ist sehr weit gefasst. Sobald die Gruppe nach Wirtschaftskraft sortierst wird, wird man vermutlich große Unterschiede bemerken. e ärmer, umso toleranter, das zieht sich meiner Erfahrung nach durch alle Gesellschaftsebenen und Kulturen.

Aber meine eigenen Erfahrungen sind natürlich subjektiv. Da ich ein paar Spleens habe, registriere ich sehr genau, wer wie reagiert. Z.B. in Motorradkluft auf grillfeste im Bürgerlichen Kreis zu kommen führt zu merkwürdigen Reaktionen. Man wird sofort in eine bestimmte Ecke geschoben.

Ich persönlich mag Diskussionen wie diese nicht. Nichtbetroffene haben einfach den Mund zu halten, wenn Betroffene medizinische Behandlungen wollen oder nicht. Oder gibt es auch öffentliche Diskussionen darüber, ob sich Menschen selber sterilisieren dürfen und ob sie Behandlungen gegen Krebs machen oder nicht? Das sind einfach sehr persönliche Themen und Entscheidungen. Und die haben wir anderen zu akzeptieren.
 
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Ich denke, die Bewertung von Nutzen und Risiken sollte man den Betreffenden überlassen. Was wir von außen nicht verstehen müssen und können wir auch nicht verstehen. Ja, es ist schwer, wenn man Menschen vor der Pubertät z.B. die Option des Kinderkriegens nimmt. Aber mit 14 treffen wir den ganzen Tag Entscheidungen, z.B. ob ich auf einen Baum klettere oder nicht. Und auch das kann mein Leben für immer verändern.

Alles, was man über "vom Baum fallen" wissen muss, lernt man in den ersten 1-2 Lebensjahren. Mit 3-4 hat man erste Hinweise, um "oben vom Baum runtergucken" einzuordnen und mit 6-10 weiß man auch einiges über den Weg dazwischen. Und trotzdem gilt es als grob fahrlässig, sein Kind überhaupt, geschweige denn unbeaufsichtig und eigenverantwortlich herumklettern zu lassen.
Wieviel weiß ein/e 14 jährige/r/s über das Hormonsystem, plastische Chirurgie, Umgang und Wahrnehmung in der Gesamtgesellschaft (heute und in den nächsten 80 Jahren), Partnerwahl, Sex, Familienplanung? Kinder so sorgsam aufzuklären, dass eine Entscheidung dieser Tragweite auch nur halbwegs fundiert einschätzen können, würde solange dauern, dass sie vor Ende der Aufklärung volljährig sind.

Mutige Aussage. Gerade im bürgerlichen Kreis erlebe ich auch sehr oft eine Reflektion des Verhaltens anderer auf einen selber und den eigenen Stand.

"bürgerlich" ist was anderes als "intellektuell".

Würdest Du Dich als CEO aktuell noch mit Gerhard Schröder treffen?

Würdest du eine Geschlechtsumwandlung aus beruflichen Gründen vornehmen? Wenn nicht, warum spielt dann der Beruf eine Rolle? Wer bislang mit Schröder befreundet war, wird sich vermutlich auch weiterhin mit ihm treffen. Wer seine Einstellung zu Putin nicht mag, wird aber vermutlich nicht mit ihm befreundet gewesen sein und ihn bislang auch nicht privat getroffen gehaben.

"Intellektuelles Umfeld" ist sehr weit gefasst. Sobald die Gruppe nach Wirtschaftskraft sortierst wird, ...

...ist das keine Einteilung nach Intellektualität mehr. Aber ja, ich stimme dir zu: Wenn nach Karrieregeilheit sortierst, hast du am oberen Ende mehr Arschlöcher.

Z.B. in Motorradkluft auf grillfeste im Bürgerlichen Kreis zu kommen führt zu merkwürdigen Reaktionen. Man wird sofort in eine bestimmte Ecke geschoben.

Schon wieder bürgerlich ;) . Und schief angeguckt wirst du überall, wenn in gruppenuntypischer Kleidung erscheinst. Kannst dich auch im Zweireiher an den Grill von den Maurern stellen, die werden genauso irritiert gucken. Oder im Kaftan in eine ostdeutsche Gartensparte. Motorradklamotten dagegen werden meiner Erfahrung nach noch ziemlich weitläufig tolleriert bzw. ab einem gewissen Anspruch als geschmack- oder respektlos abgetan, ohne Schubladeneinordnung. Motorradfahrer gibt es schließlich in allen Schichten. (Wenn man kein Motorrad fährt und trotzdem in Lederkombi erscheint, sieht die Sache natürlich anders aus.)

Ich persönlich mag Diskussionen wie diese nicht. Nichtbetroffene haben einfach den Mund zu halten,

Ich mags nicht, wenn gleichzeitig Aufmerksamkeit für Minderheiten gefordert und dann allen anderen der Mund bzw. gleich die eigene Meinung verboten wird.

wenn Betroffene medizinische Behandlungen wollen oder nicht. Oder gibt es auch öffentliche Diskussionen darüber, ob sich Menschen selber sterilisieren dürfen und ob sie Behandlungen gegen Krebs machen oder nicht? Das sind einfach sehr persönliche Themen und Entscheidungen. Und die haben wir anderen zu akzeptieren.

Ja, solche Diskussionen gibt es. Versuch mal als 18-Jährige eine Tubenligatur zu bekommen. Werden dich viele Ärzte wieder nach Hause schicken und die Kasse zahlt sowieso nichts. Und wehe, du erzählst sowas im Bekanntenkreis krum. Und genauso kritisch werden Leute betrachtet, die sich trotz guter Aussichten z.B. aus religiösen Gründen gegen eine bestimmte Krebsbehandlung entscheiden, auch wenn das gegenüber einem dem Tode geweihten meist diplomatisch zum Ausdruck gebracht wird.

Hier geht es aber gar nicht um "Menschen" im Allgemeinen, worunter im Prinzip immer Erwachsene gemeint sind. Da wird allgemein etwas weniger geredet bzw. irgendwann mit einem "na wenn er unbedingt meint. Muss er halt selber wissen, ist ja erwachsen" abgetan. Hier geht es aber um Kinder und Jugendliche. Also die Dinger, bei denen sich die restliche Gesellschaft schon einmischt, wenn Erziehung in der Öffentlichkeit praktiziert wird (oder wenn man sich über den Mangel an selbiger beklagt) und denen aus mehr oder minder guten Gründen alles mögliche untersagt wird. Nicht reif genug, einen Kredit aufzunehmen, nicht verantwortungsbewusst genug um ein Tattoo auszuwählen, nicht zurechnungsfähig genug um zu Heiraten, nichtmal in der Lage einen Haushalt für die nächste Woche zu planen, unfähig über Konsum von weichen geschweige denn harten Drogen zu entscheiden und, je nach dem wo genau du die Grenze ziehst, nichtmal ein vollwertiger Teilnehmer am Straßenverkehr. Aber in der Lage, über eine Geschlechtsänderung zu entscheiden?

Versteh mich nicht falsch: Meiner Meinung nach könnte und sollte man Jugendlichen einiges mehr zutrauen (wenn man sie entsprechend zur Verantwortung erzieht...), schon allein damit sie nicht mit 18 und einen Tag auf die Fresse fliegen. Aber es gibt eine ganze Menge kleinere, leichter abzuschätzende, dem Leben eines Kindes nähere Dinge, die die Gesellschaft einem Kind nicht zutraut, als eine Geschlechtsumwandlung. In ihren Auswirkungen auf Körper und weiteres Leben würde ich die mit einer umfangreichen Schönheits-OP und Sterilisation und Heirat und Auswanderung zusammen. Alles Dinge, über die Jugendliche nicht selbst entscheiden dürfen oder die ihnen sogar ganz vorenthalten sind.
 
Ich persönlich mag Diskussionen wie diese nicht. Nichtbetroffene haben einfach den Mund zu halten, wenn Betroffene medizinische Behandlungen wollen oder nicht. Oder gibt es auch öffentliche Diskussionen darüber, ob sich Menschen selber sterilisieren dürfen und ob sie Behandlungen gegen Krebs machen oder nicht? Das sind einfach sehr persönliche Themen und Entscheidungen. Und die haben wir anderen zu akzeptieren.
Dann dürfen sie solche Themen auch nicht öffentlich machen. Ansonsten kann jeder seine Meinung dazu äußern.
Das ist nämlich auch Toleranz, auch mit Meinungen umzugehen, welche einen vielleicht nicht gefallen.
Es sei denn diese Meinungen gehen in den Bereich von Diskrimierungen oder Beleidigungen.
 
Aktuelles Interview übrigens von jemanden der vom Fach ist und die Meinung vertritt, dass viele Wünsche zur Geschlechtsumswandlung bei Minderjährigen mangelhaft fundiert sind. Für mich überraschendes, statistisches Detail am Rande: Biologische Mädchen äußern den Wunsch vielfach häufiger als biologische Jungen.

 
Für mich überraschendes, statistisches Detail am Rande: Biologische Mädchen äußern den Wunsch vielfach häufiger als biologische Jungen.
Da Männer in vielen Hinsichten nach wie vor im Vorteil sind, überrascht mich der Wunsch dieser Mädchen weniger.
Ist zwar sehr subjektiv, aber ich habe mehr als einmal in der Schule damals oder auch heute noch im beruflichen Kontext von Mädchen/Frauen gehört, dass sie äußern "Wie gut und leicht es doch Männer im Leben haben...".

Ob das wirklich so ist, kann ich als Mann schwer beurteilen, bis auf die Tatsache, dass ich wirklich sehr froh darüber bin, nie ein Kind gebären zu müssen :ugly:
 
Ob das wirklich so ist, kann ich als Mann schwer beurteilen, bis auf die Tatsache, dass ich wirklich sehr froh darüber bin, nie ein Kind gebären zu müssen :ugly:
Für meine Frau waren beide Schwangerschaften etwas sehr Besonderes in ihrem Leben.
Sie konnte sich das anfangs auch nicht vorstellen, was passieren wird aber als sie das erste Mal fühlte, wie sich der Fötus in ihrem Körper bewegte, war das ein intensives Erlebnis.
Das war für mich genauso. Ich war bei den Geburten dabei und als mir der Arzt den kleinen, unfassbar hässlichen Wurm (und ja, Neugeborene sind hässlich, das Schöne kommt etwas später) hab ich mich wahnsinnig gut gefühlt.
Vater werden ist ein einschneidendes Erlebnis, denn das ist der Zeitpunkt, wo man nicht mehr selbst im Mittelpunkt seines Lebens steht, sondern dass man jetzt Verantwortung trägt für ein anderes Leben.
Ich könnte mir ein Leben ohne meine Kinder nicht mehr vorstellen. :daumen:

Wichtig ist, dass man respektvoll miteinander umgeht. Jeder hat das Recht sein Leben so zu leben, wie man das möchte. Und da muss nicht nur die Politik noch nachbessern sondern auch die Gesellschaft.
 
Für meine Frau waren beide Schwangerschaften etwas sehr Besonderes in ihrem Leben.
Sie konnte sich das anfangs auch nicht vorstellen, was passieren wird aber als sie das erste Mal fühlte, wie sich der Fötus in ihrem Körper bewegte, war das ein intensives Erlebnis.
Das war für mich genauso. Ich war bei den Geburten dabei und als mir der Arzt den kleinen, unfassbar hässlichen Wurm (und ja, Neugeborene sind hässlich, das Schöne kommt etwas später) hab ich mich wahnsinnig gut gefühlt.
Vater werden ist ein einschneidendes Erlebnis, denn das ist der Zeitpunkt, wo man nicht mehr selbst im Mittelpunkt seines Lebens steht, sondern dass man jetzt Verantwortung trägt für ein anderes Leben.
Ich könnte mir ein Leben ohne meine Kinder nicht mehr vorstellen. :daumen:

Wichtig ist, dass man respektvoll miteinander umgeht. Jeder hat das Recht sein Leben so zu leben, wie man das möchte. Und da muss nicht nur die Politik noch nachbessern sondern auch die Gesellschaft.
Bin selber Vater von drei Kindern, war bei zwei Geburten komplett dabei und kann das alles komplett bestätigen, trotzdem ist der reine Geburtsakt, der manchmal etliche Stunden voller extremer Schmerzen sein kann, kein Zuckerschlecken.
Kennt ihr nicht diese Tests, bei denen Männer Elektroden an den Bauch geklebt bekommen und dann per Stromstöße eine Geburt simulieren? Unerträglich!
Daher denke ich auch, dass Frauen, was allein Schmerztoleranz angeht, definitiv das stärkere Geschlecht sind :)
 
Daher denke ich auch, dass Frauen, was allein Schmerztoleranz angeht, definitiv das stärkere Geschlecht sind :)
Früher ja, meine Frau hat eine PDA bekommen und dann war das vertretbar.
Außerdem hatte ich mal Nierensteine und das hat dich richtig weg gehauen. ;)
Schmerzen vertragen würde ich nicht verallgemeinern. Jeder Mensch ist da anders.
Der Mensch ist ein Produkt der Evolution. Entsprechend haben sich die Geschlechter angepasst.
 
Aktuelles Interview übrigens von jemanden der vom Fach
Es ist schwierig. Ich habe zu dem Thema auch schon viel gehört und eine Freundin meiner Tochter ist betroffen, da gab es abendfüllende Gespräche. "Jemand vom Fach" sagte auch früher, die Kinder müssen erst einmal eine ordentliche Pubertät durchlaufen, dann verwächst sich das. Und was ist mit den Fällen, in denen das nicht der Fall ist? Die haben dann den Salat und körperliche Ausprägungen die verdammt stören. Aber gut, damit schafft man sich dann lebenslange Patienten.

Wünschen wir allen Betroffenen, dass sie im Rahmen der Möglichkeiten glücklich werden. Wie, sollte und muss jeder Mensch selber entscheiden. Da sollte man von außen maximal beratend eingreifen.
 
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Da Männer in vielen Hinsichten nach wie vor im Vorteil sind, überrascht mich der Wunsch dieser Mädchen weniger.
Ist zwar sehr subjektiv, aber ich habe mehr als einmal in der Schule damals oder auch heute noch im beruflichen Kontext von Mädchen/Frauen gehört, dass sie äußern "Wie gut und leicht es doch Männer im Leben haben...".

Also in der Schule habe ich sowas nie gehört (und abgesehen davon, dass man einigen Mädchen erfolgreich eingebleut hatte, dass Matnat nichts für sie ist, galt auch eher das Gegenteil. Was aber auch keine positive Aussage über die Lehrer ist...) und spätere Karriereerfahrungen (die mir auch nur in Gegenrichtung begegnet sind, aber da ist jeder Arbeitsort anders) werden bei den Entscheidungen von Kindern hoffentlich keine Rolle spielen. Allgemein gibt es für Kinder, die nicht streng nach irgendwelchen Rollenbildern erzogen werden (und Eltern, die das machen, werden kaum mit dem Kind zu einem Transgenderspezialisten gehen), eigentlich gar keine geschlechtsspezifischen Nachteile. Das muss also rein von innen heraus kommen und das finde zumindest ich überraschend.

In den Medien sind MtF viel präsenter und dem nach zu urteilen, was ich aus persönlichen Gesprächen weiß, haben zumindest heterosexuelle Männer in der Regel eine größere Aversion gegen männliche Körper als heterosexuelle Frauen gegenüber weiblichen, sodass ich unter Personen mit trans-Interessen erwartet hätte, dass sich Mädchen etwas leichter mit ihrem "falschen" Körper abfinden können, als Jungen. Auf alle Fälle ist es als biologische Frau sehr, sehr, sehr viel leichter, eine männliche Rolle einfach so wahrzunehmen denn als biologischer Mann eine weibliche, da die Kleider- und Verhaltensnormen weitaus entspannter sind und Abweichungen vom alten Rollenklischee teils sogar positiv besetzt. Da eine medizinische Konsulation erst nötig ist, wenn man den eigenen Körper tatsächlich modifizieren lässt, hätte ich erwartet, dass mehr Jungen sich diesbezüglich beraten lassen. Zumal es die körperlichen Veränderungen für FtM sich nach der Pubertät noch vergleichsweise gut nachholen lassen, MtF haben mit ihren Proportionen und dem Kehlkopf ein größeres Problem, wenn sie zu spät anfangen.


Es ist schwierig. Ich habe zu dem Thema auch schon viel gehört und eine Freundin meiner Tochter ist betroffen, da gab es abendfüllende Gespräche. "Jemand vom Fach" sagte auch früher, die Kinder müssen erst einmal eine ordentliche Pubertät durchlaufen, dann verwächst sich das. Und was ist mit den Fällen, in denen das nicht der Fall ist? Die haben dann den Salat und körperliche Ausprägungen die verdammt stören. Aber gut, damit schafft man sich dann lebenslange Patieten.

Das ist der tricky part: Leute, denen es nach einer Transition besser geht, profitieren natürlich von einem möglichst frühen Wechsel. Aber Leute, bei denen das nicht der Fall ist, profitieren von einer längeren Bedenkzeit. Und ein intakter, unveränderter Körper bringt aus rein medizinischen Gründen einige Aspekte mit, die es leichter machen, damit glücklich zu sein. Man muss einen Weg finden, bei dem möglichst Fehlentscheidungen in die eine oder in die andere Richtung stattfinden (was vermutlich bedeutet gleich wenige in beide Richtungen).

Aber die Kernfrage ist: Wer kann am besten zwischen beiden Optionen unterscheiden? Ein Spezialist, der schon hunderte Fälle betreut hat und die Prozeduren bis ins Detail kennt oder ein Kind, dass nicht einmal die Lebensart von Erwachensen gleich welchen Geschlechts kennt?
 
Das ist der tricky part: Leute, denen es nach einer Transition besser geht, profitieren natürlich von einem möglichst frühen Wechsel. Aber Leute, bei denen das nicht der Fall ist, profitieren von einer längeren Bedenkzeit.
Nehmen wir ein anderes Beispiel, Du hast Krebs und die eine Fraktion sagt "sofort operieren", die andere, "ach, erst mal zwei Jahre warten, die meisten Krebsarten werden von alleine besiegt". Tricky part, es gibt seit siebzig Jahren keine Untersuchungen mehr zu Patienten, die nicht operiert wurden, weil das ja angeblich unethisch ist. Meiner Mutter wurde in einer Totaloperation die Gebärmutter samt Eierstöcken entfernt. Gab es da Diskussionen von dritten, ob man so einen Eingriff macht oder lieber wartet?

Warum tut man sich bei Transgendern so schwer? Es ist deren Entscheidung und sie müssen mit den Folgen ihrer Entscheidung leben. Aber alle Welt meint, sich einmischen zu müssen.
 
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