Bist du den Weg gegangen?
Weiß du wie es geht und was man alles ertragen muss?
Weiß Du für was man alles kämpfen muss?
Erzähl mir also einfach nichts, wovon du keine Ahnung hast!
Zwei vielleicht blöde Fragen, aber ...
... was willst du eigentlich in einem DISKUSSIONSforum, wenn du der Meinung bis, dass 99,9999% der Bevölkerung gar nichts zu dem Thema sagen dürfen, weil sie ja keine Ahnung haben?
... wie soll denn bitte schön ein Jugendlicher eine kompetente Entscheidung über diesen treffen, wenn ausschließlich Leute, die ihn gegangen sind, eine Ahnung davon haben können?
Irgendwie schließt deine Position sowohl dein eigenes Auftreten als auch deine eigenen Forderungen aus...
Ich muss keinen "Weg gehen" um Statistiken verstehen zu können. Dass ein Großteil der Personen nach entsprechenden Behandlungen Probleme hat, die bis hin zum Selbstmord führen, ist statistisch belegt.
Vorsicht: Statistisch relevant ist nicht die absolute Zahl der Personen, die nach so einer Behandlung Probleme hat, sondern das Verhältnis dieser Zahl zu denjenigen, die die Behandlung abgelehnt haben und trotzdem Probleme haben. Und das unter den gleichen äußeren Bedingungen (also insbesondere schon mal in der gleichen Gesellschaft und mit einem ähnlich eingestellten Elternhaus). Denn wer seine eigene Sexualität unterdrückt, wer als Transvestit lebt, wer als pre-Transistions- oder als post-Transistionstranssexueller lebt, der hat immer wesentlich mehr Probleme, als jemand, bei dem biologisches Geschlecht und gewünschtes soziales Rollenbild 1:1 auf traditionelle Vorstellungen passen. Wichtig wäre, mit welchem der vier denkbaren Lebensentwürfe vor die Frage Gestellte noch am besten klarkommen.
(Eine Statistik dazu habe ich aber noch nicht gesehen, nur jede Menge Meinungsmache.)
Man muss sich klar sein, dass am Ende auch die Transfrau genetisch ein Mann ist. Das bedeutet, dass der Körper hier eine männliche Pubertät benötigt um sich normal zu entwickeln.
Ein ausgebliebene Pubertät ist eine ernsthafte Krankheit, die negative Auswirkungen für das gesamte Leben hat.
Jein. Eine ausbleibende Pubertät hat negative Folgen, ja, und natürlich ändern sich die Gene nicht. Aber die Pubertät wird praktisch ausschließlich über Hormone gesteuert und die kann man kontrollieren. Das Ergebnis entspricht dann weitestgehend (Hormonregulierung ist vielleicht etwas gröber) der "normalen" pubertären Entwicklung des gewünschten Geschlechts mit einem genauso gesunden Endergebnis. Einziger Unterschied sind die primären Geschlechtsorgane und die lebenslang nötige Einnahme passender Medikamente. (Wobei eine reine Hormongabe frei von Nebenwirkungen ist, sind ja körperidentische Substanzen.)
Es gibt auch Menschen, bei denen von Natur aus die Hormonproduktion gestört ist oder die über die Mutter starken hormonellen Einflüssen ausgesetzt waren und deren biologisches Geschlecht deswegen nicht mit dem chromosomalen Übereinstimmt. Also vollwertige biologische Frauen mit Y-Chromsom oder (afaik extrem selten) vollwertige biologische Männer mit XX. Wenn man das ganze erst nach der Geburt anstößt hat man natürlich das Problem, dass die Gonaden und die Sexualorgane schon anders ausgebildet wurden, aber alle weiteren geschlechtsspezifischen Entwicklungen während der Pubertät kann man durch Hormongabe in die entsprechende Richtung lenken. Deswegen lobbyieren MtFs und FtMs ja so heftig dafür: Weil das Ergebnis viel besser und die Prozedur viel schonender ist, als wenn man bei einem erwachsenen Menschen anfängt, Schulterbreite, Körpergröße oder Kehlkopf nachträglich an irgendwelche Klischee-Geschlechtsbilder anzupassen.
Aber diese Vorteile gegenüber einer späteren Transition müssen halt mit den Nachteilen gegenüber gar keiner oder gar einer Rücktransistion abgewogen werden und das jeweils gewichtet nach der Zahl der Betroffenen.