AW: Tesla holt sich Audi-Manager für die Produktion
Nur ist es nicht trivial, die Mannschaft in den USA zusammenzustellen und ebenso ist die Zulieferer-Qualität in den USA eine andere als in Europa. Er wird das schon reißen und er wird Tesla wichtiges Know How geben.
Wie man Testzyklen austrickst?
Nach allem, was ich über die Realreichweite der Teslas gehört habe, hat man da schon genug Know-How.
Das ist meine Prognose. Es gibt für einige Millionen Fahrzeuge keine Lösung. VW wird eine anbieten, es werden dann wieder Mängel entdeckt und über die nächsten zwei Jahre werden Millionen Fahrzeuge weltweit zurückgenommen werden müssen. Ich drücke die Daumen, aber da der Skandal sich ausweitet, wird in Zukunft genau geschaut und unabhängig nachgemessen. Es gibt keine Lösung ohne signifikant fühlbare Leistungsreduzierung, merklich steigenden Verbrauch oder erhebliche Eingriffe im Abgasreinigungssystem mit erheblichen Folgekosten für den Nutzer. Alle drei Lösungen werdenvon den Käufern nicht akzeptiert werden.
Wo bitte schön sollen deine "Millionen von Fahrzeugen" denn bitte schön herkommen? Mit Ausnahme der EU, Japan und den USA hat meines Wissens nach kein Land ausreichend niedrige Grenzwerte, als dass sich VW überhaupt Gedanken machen müsste. Und in Merkels-Union ist die Autolobby so stark, dass man letztlich doch stinken kann, wie man will, ohne Ärger zu bekommen - und solange der Endkunde keinen großen Nachteil hat, hat er auch kein Recht auf Reklamation. (Ganz abgesehen davon, dass die Zulassung der Fahrzeuge bis auf weiteres gilt und solange Dobrindt nicht offiziell feststellt, dass die Fahrzeuge zurückgerufen werden müssen, gibt es überhaupt keine Handhabe)
In den USA wiederum hat auch VW keinen übermäßig hohen Diesel-Anteil und kritisch sind vor allem die kleinvolumigen Modelle, die dort noch unbedeutender sind. Bliebe Japan. Wie groß ist da die Bedeutung für den Gesamtabsatz von VW? Lächerlich und unsichtbar?
Das echte Debakel für VW ist die negative Publicity und der Imageverlust. Aber wir wissen ja alle, wie lange sich der Durchschnittskonsument so etwas merkt - zumal es derzeit nicht so aussieht, als könne er überhaupt auf eine bessere Alternative ausweichen.
Das hängt, soweit ich es sehe, einzig vom Angebot ab. Siehe zb. verkaufte Einheiten beim Model S, wo im nicht gerade kleinen US-Markt im entsprechenden Segment mehr Fahrzeuge verkauft wurden, als bei den 3 größten Konkurrenten (die Benziner!) zusammen.
Wie genau ist dieses Segment definiert?
Das naheliegenste, was ich finden konnte, wo Tesla überhaupt auf #1 liegt, ist "luxury cars" (wobei diverse Typen gleicher Preisklasse scheinbar nicht berücksichtigt werden) und auch da auch nur weil man schlichtweg kein zweites Modell anbietet - insgesamt läge Mercedes vorn, Audi und BMW kommen zusammen auf fast die gleiche Anzahl.
Bedenkt man, dass Tesla zwischen dem Ende des Lincoln Towncar und der Vorstellung des diesjährigen Continental der einstige US-Hersteller mit großen Limousinen im Angebot ist (es sei denn, man zählt die kläglichen Versuche Cadillacs) und "Buy American" nicht nur sehr beliebt, sondern stellenweise sogar Vorschrift ist, sehe ich da keinen überrollten Markt.
Ein voll ausgestattetes Model 3 mit Dual-Motor (=Allrad) wird wohl um die 50-55000€ kosten, also so viel wie ein Verbrenner Golf R. Ich bin mir ziemlich sicher das zumindest bzgl. Anzug (bzw. generell Fahrspaß) der 300PS Golf R das nachsehen haben wird. Bzgl. Fahrzeugintelligenz wird er sehr deutlich das nachsehen haben.
Nur was hat die Kaufentscheidung für einen Golf R mit Intelligenz zu tun? Entweder reden wir hier von Autos, die man selber fahren will, oder wir reden von kleinen Mittelklassekutschen, für die die meisten Leute maximal 30k, eher unter 20k zahlen wollen.
Er wird auch als Gebrauchtwagen schneller im Preis fallen. Auch in Unterhalt und Wartung wird er mehr Geld verschlingen. Am Ende gesellt sich zu einem ganzen Haufen Nachteile nur ein einziger Vorteil, nämlich das er in gerade mal 5 Minuten wieder vollgetankt ist.
Und nicht in 60 Minuten wieder leer
Und das in einem Land wo Sprit billig ist, Umweltschutz so gut wie keinen juckt (übertrieben gesagt).
Nicht übertrieben gesagt, diejenigen, die es juckt sind ja alle "ausländische Agenten".
Nur hat ein Tesla S (zumindest außerhalb Norwegens) auch nichts mit Umweltschutz zu tun, im Gegenteil, womit das hier auch niemanden jucken muss.
Mehr wie 130 braucht eig. niemand außer Deutschen... Und wenn bis dahin Zug vorhanden ist, ist es doch perfekt.
"brauchen" tut auch niemand einen Tesla S. Aber zeig mir mal ein Privat-KFZ oberhalb von 20k (mit Ausnahme vielleicht des VW Multivan), dass primär über "brauchen" verkauft wird.
Fahrspass definiere ich nicht wie ein Dragsterrennen. Rauf aufs Gas und stupide gerade aus heizen.
Gerade kurvige Strecken und mit Drehmoment fürs Rausbeschleunigen ist allemal spannender wie 200 und über Bodenwellen springen und damit gefährlichere Unfälle riskieren als bei moderaten Geschwindigkeiten bei kurvigen Strecken.
Für kurvige Strecken ist vor allem mal ein niedriges Gewicht von Interesse. Rausbeschleunigen können viele, aber ohne Übersicht muss man vor allem schnell bremsen und extreme Lenkbewegungen vollführen können, ohne die Bodenhaftung zu verlieren - und da hat ein Elektroauto null Vorteile, aber eine Tonne Nachteil unterm Bauch.
Der andere Aspekt ist zügiges Reisen und das heißt in Deutschland Autobahn (ohne Bodenwellen) und bis Tempo 130 hat dafür fast jede Kiste genug Durchzug, (technisch) spannend wird es jenseits von 150-160.
(nicht, dass ich das für nötig halte - aber sie oben bezüglich "brauchen")
Interessant wäre vielleicht noch, wie es beim Tesla mit "bei 70 schnell ausscheren und auf 120 beschleunigen" alias "überholen auf Landstraßen" aussieht. Da haben Verbrenner am ehesten ein praxisrelevantes Problem, aber auch hier gilt wieder: Leistungsgewicht gerade bei flinken Manövern auch in Bezug auf Bremsleistung.
Das amerikanische Fahrwerk, ok, das glaube ich rasch dass das anders ist wie bei deutschen Marken. Aber das ist es auch bei Franzosen. Da fehlt eben derzeit ein wenig Auswahl wenn eig. nur Tesla den Markt beliefert.
Da fehlt es nicht nur an Marken, da fehlt es den meisten potentiellen Anbietern auch an Know-How.
Im Gegensatz zu der hier ständig verbreiteten Darstellung machen VW&Co nämlich noch ein bisschen mehr, als einen Motor für ein zugekauftes Auto zu entwickeln.
Genaugenommen dürften Motoren und Getriebe mit Abstand die am häufigsten zugekaufte oder herstellerübergreifend ausgetauschte nicht-elektrische Baugruppe sein. Der Rest drum rum ist das schwierige, wenn man ein gutes Auto bauen will - und da hilft es Google & Co rein gar nichts, wenn ihr Antriebsstrang einfacher ausfällt.
Am SC bekommt man aktuell in den ersten 30 Minuten Saft für ~270KM.
Und wenn man Glück hat, musste man dafür nur eine halbe Stunde Umweg hinnehmen und kann dann fast zwei Stunden am Stück in Richtung Ziel fahren!
Bzgl. Kurvenverhalten: Ich hab noch kein Model S um die Kurven gejagt, Fakt ist aber, dass dieses Fahrzeug die Karosse mit der (systembedingt!) höchsten "Steifigkeit" bzgl. Verwindung hat. Und das der Tesla oben raus stark nachlässt hat einen sehr einfachen Grund, er hat nur 1 Gang. Wäre maximaler Fahrspaß das Ziel gewesen, dann hätte man dem Wagen einfach ein passendes Getriebe (und Fahrwerk usw) spendiert.
"Einfach"? Das würde zu massiven Platzproblemen führen, den Antriebsstrang wesentlich komplexer und schwerer machen und überhaupt muss man erstmal ein Getriebe bzw. eine Motorsteuerung entwickeln, die ein sauberes Schalten ermöglicht und nicht vom Drehmoment des Elektromotors zerfetzt wird.
Von 0 auf 100KM/h in 1,8 Sekunden, sowas geht halt nicht mit nem Verbrenner.
Will ja nichts sagen, aber das sieht mir nicht nach einem Serienwagen aus dem Laden aus. Wenn du schon Dragster-Amitionisten heranziehst, dann gilt es die 0,8 Sekunden für 0 auf 100 zu knacken. Und ich rede nicht von Kilometerchen

(Wobei E-Dragster bis 150 tatsächlich sehr gut dabei sind, weil sie auf den ersten paar Metern einfach das absolut überlegene Drehmoment haben)
Aber Apple hätte nicht fragen müssen, das ist der Punkt.
Siehe oben:
Nein, Apple hat nicht fragen müssen. Apple hätte auch einfach 10 Jahre lang selbst erforschen können, wie man eine verwindungssteife, crashsichere, platzeffiziente, leichte Karosserie baut, ein komfortables und trotzdem auch bei hohen Geschwindigkeiten sicheres Fahrwerk entwickelt, wie ein Interieur gefertigt werden muss, damit es auch nach 10 Jahren noch annehmlich aussieht, wie Armaturenbrett und Bedienhebel aussehen müssen, damit man sie bei Tempo 200 blind und sicher bedienen kann (Grüße an Tesla),...
*: Ich sag nicht, dass alle Hersteller auch nur die Hälfte davon immer berücksichtigen - aber die meisten haben zumindest das Know-How und machen je nach Klasse mal das eine, mal das andere. Apple hat nichts, außer genug Risikokapital um ettliche Jahre eine vergleichbare Entwicklungsabteilung in die Landschaft zu stellen. Aber wenn man bei null anfängt und die guten Köpfe schon weg sind, ist das ein wirklich verdammt hohes Risiko, da gäbe es deutlich attraktivere Investitonsmöglichkeiten. (In den Bereich EE schnuppert Apple z.B. schon länger rein)