AW: Tesla holt sich Audi-Manager für die Produktion
Genau, weil du ein Schlingel bist. Wenn es um Verbräuche geht, dann muß der Antrieb eben auch ein Kriterium sein, nicht nur Ausstattung und Größe.

Und wenn es keine vergleichbare E-Konkurrenz gibt, dann mach auch ein Vergleich nur bedingt Sinn.
Wie gesagt: Ich fand die beiden Modelle vergleichbar. Von den Fahrleistungen her ist sogar selbst ein 1200 kg 1.2 TSI (10,2 s auf 100, 190 Spitze) dem 1600 kg E-Golf (10,4 s, 140 Spitze) überlegen. Aber selbst wenn ich den 1,8 TSI genommen hätte (7,6 s, 210 Spitze), ist der immer noch 240 kg leichter, als der E-Golf bzw. letzterer müsste 2/3 seiner Batteriekapazität abgeben (=> nur 70 km Reichweite, da bräuchte manch Pendler schon zwei Lademöglichkeiten pro Tag), um auf das gleiche Endgewicht zu kommen.
Da du E-Golf aus irgend einem Grund nicht akzeptieren möchtest, hätte ich noch ein zweites, leider deutlich älteres Beispiel (aber es gibt nunmal wenig Fahrzeuge, die mit beiden Antrieben verfügbar sind): Lotus Elise 2 und Tesla Roadster
240 Spitze vs 200 Spitze
4,6 s vs 3,9 s auf 100
900 kg vs. 1300 kg, davon 440 kg Batterie
=> Der Roadster müsste 85% Batteriekapazität abspecken (verbleibende Reichweite: 25-50 km, je nachdem ob man Praxis- oder Herstellerwerte zugrunde legt. Vielleicht sollten wir E-Bikes in den Vergleich aufnehmen?), ehe der Elektroantrieb einen Gewichtsvorteil gegenüber dem Verbrenner hätte.
(Der leicht größere Exige hat übrigens nicht nur mehr Höchstgeschwindigkeit -270- und selbstverständlich mehr Reichweites, sondern auch das gleiche gewünschte Drehmoment, wie der Tesla Roadster, erzielt die gleiche Beschleunigung und wiegt immer noch 150 kg weniger. Mit Klimaschutz durch veränderte Mobilität hat das aber wenig zu tun.)
OK, da habe ich mich vielleicht zu sehr von den örtlichen Gegebenheiten irreführen lassen. Hier bei "uns" sind sehr viele Häuser mit Solaranlagen ausgestattet, und im näheren Umkreis stehen auch relativ viele Windräder. Und natürlich rede ich nicht von heute oder morgen, sondern von langfristig. Wenn es in Bayern 15% sind, dann ist das doch schon mal eine ordentliche Menge, denke ich. Natürlich gibts da noch Luft nach oben.
Es sind nicht 15% an der Gesamtstromproduktion, sondern 15% an der Solarstromproduktion. Verbreitet sind Solaranlagen afaik gerade auf bayrischen Einfamilienhäusern recht weit (hat ja seinen Grund, dass die Union Eigenheimzulagen & Co als einzigstes ökologisches Lenkungsmittel vorsichtig anfässt, während alles andere zu Grunde gerichtet wird), aber man muss eben schon einen halben Straßenzug damit ausstatten, ehe man die Leistung eines einzigen mittelständischen Fabrikdaches hat und seit Senkung der Vergütungen bauen Eigenheimbesitzer sowieso nur noch für den Eigenbedarf aus. Der Löwenanteil, der wirklich einen Unterschied machet, wird aber eben kommerziell errichtet.
Genau das würde ich auch für Speichern erwarten - wenn sie genauso gefördert werden würden, wie Solaranlagen. Werden sie gar nicht gefördert, wie von dir vorgeschlagen, wäre der private Speicherbau noch weitaus geringer und für das Netz vermutlich irrelevant. (Wie man ja auch im Moment sehen kann. Puffersysteme gibt es schließlich schon seit Jahrzehnten. Zwar ohne LiIo-Brandsatz, aber voll alltagstauglich. Nur ist das Interesse minimal beziehungsweise auf Einsatzbereiche konzentriert, wo schlicht gar kein Stromanschluss vorhanden ist.)
Solarthermie hat wie Solarstrom den Nachteil das sie quasi saisonal ist, anders als zb. ein Windrad. Auch werden zur Langzeitspeicherung (über den Winter) entsprechend große und gut Isolierte Tanks benötigt. Ich meine mich an einen Beitrag zu erinnern, wo einzig mit Solarthermie ein Haus geheizt wurde. Dazu wurde, während des Hausbaus!, ein riesiger "fett" isolierter Tank in die Mitte eines hoch effizient gedämmten Hauses gepflanzt, um mit der im Sommer gespeicherten Wärme über den Winter kommen zu können.
Bei guter Wärmedämmung (Energiesparen >>>> Energie umweltfreundlich erzeugen) braucht man so gut wie keine Wärme zur Raumheizung, das Warmwasser für Dusche & Co ist auch im Winter problemlos zu erzeugen. Man hat zwar kürzere Tage, aber gerade an den besonders kalten mit zusätzlichem Heizungsbedarf ja auch klaren Himmel. Und ein vakuumierter Röhrenkollektor ist beinahe unabhängig von der Außentemperatur. Der einzige Grund, warum man nicht darauf setzen würde, ist die vergleichsweise hohe Effizienz und leichtere Regelbarkeit (solarbetriebener) Wärmepumpen - aber es besteht definitiv kein Bedarf, die gesamte heute in ineffizienten Ölheizungen umgesetzte fossile Energie in Zukunft auf Ökostrom anzurechnen. 5-10% wären vielleicht eine realistische Zahl, wenn Strom so billig bleibt, dass man sich übermäßige Optimierung spart. (Allein Erdwärmepumpen erreichen bei optimaler Auslegung schon heute einen Wirkfaktor von 5, d.h. sie verbrauchen gerade einmal 20% soviel Strom, wie sie Heizwärme abliefern. Wenn wir die Hälfte des Gesamtbedarfes aus Geo- und Solarthermie decken würden, wären also sogar ohne Energiesparmaßnahmen die 10% schaffbar. Allein bei Wärmeisolierung und Heizungsineffizienz besteht aber noch Optimierungspotential von Faktor 2-4)
Ich persönlich sehe hier übrigens auch wieder potential für Synthesegas. Das ist nicht nur als Speichermedium sehr attraktiv und für Fahrzeuge dann die bessere Lösung, als Batterien, sondern erzeugt bei der Verstromung auch Wärme - und im Gegensatz zu heutigen Blockheizkraftwerken lassen sich Brennstoffzellen so klein bauen, dass man sogar in Einzelwohnungsgasthermen Kraftwärmekopplung praktizieren kann.
Dazu kommt das Thema Prozesswärme (
Prozesswarme – Wikipedia), die schnell Temperaturen erreicht, die man mit Solarthermie wohl nicht so einfach erreichen (geschweige denn lange speichern) kann. Strom hingegen ist hier universell einsetzbar.
Es ist umständlicher, ja, aber die meisten energieintensiven Industrieprozesse sind gar nicht auf Speicherung angewiesen. Wenn ich Stahl schmelzen will, dann geht es nur darum wieviel Tonnen ich im Schnitt pro Tag schaffe - schon heute regeln diese Industrien ihren Verbrauch nach den Strompreisen. Genauso gut könnten sie nach der Sonnenintensität ihres Solarofens regeln, nur die Dimensionierung muss für die Gesamtproduktionsmenge passen. Aber wie gesagt:
Eigentlich gehören Energieintensive Betriebe in die Nähe von großen Energiequellen - und das sind heute eben nicht mehr rheinische Kohlegruben, sondern subtropische Solarparks, skandinavische Wasserkraftwerke oder isländische Geothermie.
Ich habe auch den Namen des Vortrages, sowie die Plattform auf der er sich finden läßt, angegeben. (
Energiewende ins Nichts - YouTube)
Es ist schon eine ganze Weile her das ich den Vortrag angeschaut hab, daher kann ich mich bzgl. seiner Quellen nur noch an die Zahlen des Endenergieverbrauchs erinnern, und das sie vom IFO-Institut stammen. Ansonsten ist der Vortrag eher für Optimisten wie mich von Interesse, Pessimisten wie du sehen sich da größtenteils nur bestätigt.

(wobei ich einige Auffassungen nicht mit dem Prof teile, da er mir zu "total" rechnet/argumentiert)
Sorry, aber der Beitrag ist 100 Minuten lang. Ich werde mir den nicht reinziehen, nur um am Ende ggf. die eine von dir in den Raum geschmissene Zahl, um die es ging, überhört zu haben. Etwas direktere Quellen sollte man in strittigen Fällen schon haben.
Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohnst du in einem Haus (Vermieter in der Pflicht), und sehr wahrscheinlich gäbe es auch bei deinem Arbeitgeber die Möglichkeit, zumindest für einen Teil der Angestellten entsprechende Ladesäulen platzieren zu können.
Mein Vermieter hat keine eigenen Parkflächen und mein Arbeitgeber mietet auch nur an. Ich wäre schon über einen Fahrradkäfig froh...
In beiden Fällen gilt aber: Von alleine machen die garantiert nichts. Und ich sehe niemanden, der eine Verpflichtung zur Einrichtung von Ladestationen ins Gesetz schreibt. Technisch denkbares <-> Realität.
Da hier keine Schnellladung erforderlich ist (Langzeitparker), reichen quasi einfache "Steckdosen" aus, der Kostenrahmen bleibt also überschaubar. Die Kosten sollten dann vom Stromkonzern getragen werden, der ja auch seinen Strom dort verkaufen will. Hier fehlt es natürlich noch an Regelungen.
Und an Leuten, die diese schaffen könnten und an Investitionswillen seitens der Stromkonzerne. Falls ich darn erinnern darf: Die sind nicht die Heilsarmee, sonder dijenigen, die sich dafür bezahlen lassen wollten, dass sie Atomkraftwerke auf aktuellem Sicherheitsniveau betreiben und die derzeit Gaskraftwerke zugunsten von Kohlekraftwerken stilllegen.
Laut Musk beträgt der Verlust dadurch aktuell 10-15%, weshalb man kabelloses Laden auf absehbarer Zeit auch nicht bei Tesla finden wird. Er will Ende des Jahres etwas vorstellen, wo man munkelt es wird eine vereinfachte (automatisierte?) Lademöglichkeit (über nur noch 2 Kontakte) sein. Also ähnlich dem Autoscooter, nur andersrum (von unten statt von oben). Mal schauen.
Ich bin gespannt - und bestätigt in meiner Feststellung:
Ein staatlich finanzierter Aufbau für eine Infrastruktur gemäß der heute vorhandenen, unzureichenden Technik, ist Schwachsinn/reine Industriesubvention ohne ökologische Wirkung. Denn wenn tatsächlich in 1-2 Jahren super easy automatische 2-Polladessysteme rumstehen, hat Deutschland einen eigenen 5 Polstecker festgeschrieben.
Und bzgl. millionenfacher Ausführung, das ist der Stand wenn alle Verbrenner von E-Autos abgelöst wurden. Bis dahin reicht ein Wachstum der zunehmenden Verbreitung der E-Autos entsprechend. Rom wurde auch nicht.... Die Magnetstreifen an Ampeln wurden auch nicht an einem Tag verlegt.
Da hat auch niemand eine
Mobilitäts- Vor-Rot-Steh-Revolution ausgerufen und die heutige Technik zum ultimativen Heilsbringer erklärt.
Naja, aber das Vertrauen auf solche Menschen ist alles was einem "Politikverdrossenem" wie mir bleibt.
Pessimismus ist kostenlos. Try ist
Eine Stadt auf dem Mars!
DEM MARS!!!!!
Wenn wir alle Kohle-Teslas fahren, während im Minutentakt Raketen abheben erscheint die Marsathmosphäre sehr attraktiv
Nope, das ist die Sache mit den guten Ideen und der Politik. Und die Politik hat es Musk auch in den USA schwer machen wollen (afaik darf der heute noch nicht überall in den USA ein Tesla-Autohaus hinstellen bzw. Teslas verkaufen), aber am Ende wird sich das "Bessere" durchsetzen. (auch wenn wir das im schlimmsten Fall nicht mehr erleben...)
Zum Glück gilt ersteres nicht lückenlos (FCKW z.B. hat die europäische Politik gut in den Griff bekommen, Reisefreiheit -vorerst- auch, bei der chemischen Industrie hat man zumindest sehr große Fortschritte gemacht und bislang hat auch niemand den Laufzeitverlängerungen für nicht-Bio-Agrarwirtschaft verhängt), aber umgekehrt leider auch letzteres. Sehr, sehr oft setzt sich das bequemere/für die aktuelle einflussreichen schönste durch (und damit meine ich nicht nur die obersten Zehnttausend, sondern durchaus auch die Bevölkerungsmehrheit. Sehr, sehr viele der heutigen Umwelt- und Klimaprobleme hätten wir heute nicht, wenn sich vor 50 Jahren jeder für das "Beste" aus Sicht aller Generationen entschieden hätte, anstatt nur an sein eigenes Reihenhaus zu denken.)
Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum du Stromer erst dann für gut befindest, wenn sie ausschließlich mit Überschuss geladen werden können. Gerade, wo wir schon heute teilweise ökostrombedingten Überschuss produzieren, der ja schon für E-Autos genutzt werden könnte. Stattdessen wird dieser Peak aktuell entweder zu Spotpreisen verscherbelt, oder (der größte Teil des Peak) schon direkt am Ort der Erzeugung wieder in die Erde geleitet (bzw. wie ich kürzlich in einem Beitrag erfahren habe, durch diese Dinger die warm werden wenn man Strom drauf gibt, wie nennt sich das doch gleich nochmal? Jedenfalls wird der Überschuss dort in Wärme umgewandelt, und einfach an die Umwelt abgegeben, er wird erst gar nicht ins Netz gespeist)
Wenn E-Autos letzteren Überschuss nutzen könnte, wäre es toll. Aber dieser wird nicht deswegen nicht ins Netz eingespeißt, weil es keinen Verbraucher gäbe, sondern weil es kein Netz gibt, dass die Strommenge in dieser Richtung beherrschen würde. Zusätzliche Verbraucher in Form von Elektroautos würden das Problem also kein Bisschen ändern. Würde man das gleiche Geld stattdessen in besagtes Netz stecken, könnte der Strom für schon vorhandene Verbraucher genutzt werden. Steckt man das Geld in Elektroautos, wollen die zusätzlichen Strom aus anderen, fossilen Quellen.
Das erstere Problem, zuviel Strom im Netz an einigen sonnigen Tagen, der dann billigst verkauft wird, könnten sie lösen. Aber weißt du, was das auch könnte? Kohlekraftwerke abschalten. Auch an den Tagen, an denen wir "wegen" Solaranlagen einen Stromüberschuss im Netz haben, stammt dieser Strom zu großen Teilen aus Kohlekraftwerken. Die Solarkraftwerke sind nur der Tropfen, der das Fass überlaufen lässt. Bei derzeitigen Gesetzeslage müssen dann die Erneuerbaren die Produktion einstellen, während die Kohlekraftwerke ihre geschenkten Emissionszertifakte durchballern. Und das gehört als erstes geändert, nicht die Verbraucherstruktur.
Zusätzlich E-Autos ans Netz zu hängen gibt dagegen vor allem Stromkonzernen Stoff, um ihre Mär von der Versorgungslücke aufrecht zu erhalten - dabei produzieren sie künstlich zuviel fossilen Strom (den wir dann in künstlich durch E-Autos geschaffen Verbrauch wieder loswerden wollen. Dabei werden Benziner durch noch dreckigere Kohlekraftwerke ersetzt - und für das ganze werden auch noch Milliardensummen investiert, während für Klimaschutz das Geld fehlt)
Aber wie gesagt: Unter diversen "wenns" können E-Autos Sinn machen. Meiner Meinung nach sind nur sehr viele dieser Wenns noch nicht erfüllt und die Entwicklung ist sehr dynamisch - sowohl bei Batterieautos als auch bei möglichen Alternativen/Ergänzungen.
Daher bin ich nicht gegen E-Autos, sondern gegen deren Förderung.
Wir wissen nicht, ob sie in 50 Jahren das Optimum sein werden, wir wissen, dass sie jetzt im Schnitt noch keinen großen Vorteil bringen. Was wir aber sehr wohl wissen ist, welche Kraftwerke in 50 Jahren das Optimum darstellen, welche Netze wir für deren effiziente Nutzung brauchen und welche heutige Energieverschwendung durch neue Technologien und neue Konzepte (einschließlich einer Verlagerung des Verkehrs weg von PKW, LKW und Flugzeug!) ersetzt werden müsste.
Also wieso zum Teufel konzentrieren wir die sehr beschränkten Ressourcen, die unsere Gesellschaft für Klimaschutz bereit zu leisten ist, in die vorerst fragwürdigen E-Autos und lassen den riesigen Haufen an definitiv sinnvollen Maßnahmen unerledigt?
Nicht wirklich. Auch, klar, aber das eigene Auto betrifft einen einfach mehr, als die Busse des ÖPNV.
Problem beschrieben. Lösung als unwichtig erachtet?
Und das Stromer als grün gelten ist ja auch korrekt, nur nicht unter allen Umständen.
Zum Beispiel unter den Umständen, die hier und jetzt herrschen...

Wenn man mit der Logik an alles rangehen würde, landet man beim AfD-Programm und "CO2[-Ausstoß] ist gut, nur nicht unter allen Umständen" (stimmt. aber nicht FÜR UNS)
Das ändert aber nichts daran, das auch bei privaten PKWs jeder gefahrene Kilometer mit Strom die Umwelt weniger belastet als durch die Verbrennung von Öl basierenden Treibstoffen. Wie gesagt, die Schadstoffe durch Förderung, Raffinieren und Transport um die halbe Welt kommen beim Verbrenner ja auch noch dazu. Und selbst bei einer neutralen Bilanz (E-Autos mit dem dreckigsten Kohlestrom), sofern sie überhaupt neutral sein kann (woran ich immer noch meine Zweifel habe), es bleibt der Vorteil des verlagerten (eher zentralisierten) Schadstoffausstoßes.
Die Emissionen bei der Produktion von Benzin machen afaik
(beste Quelle die Google spontan ausspuckt) nur 10-25% der Emissionen bei der Verbrennung aus (Teersande ggf. ausgenommen). Wenn du dir dagegen die Umweltschäden eines Kohletagebaus (der seinerseits auch Energie verbruacht) anguckst, ist das gar nichts. Und, wenn du dich an meine Darstellung erinnerst:
Es ging nicht um einen Gleichstand bei den Emissionen, sondern um einen Gleichstand im Primärenergieverbrauch. Letzterer entspricht bei der Nutzung von Kohle(strom) aber 2-3 mal mehr CO2, als beim Verbrennen von Benzin.
Du hast mit deinem Zweifel, dass die Bilanz überhaupt nicht neutral sein kann, also recht. Guckst aber aus der falschen Richtung.
Wo du rund um recht hast: Der Dreck fällt dann nicht mehr in den Städten an, sondern irgendwo auf dem Land.
Frei nach dem Motto "Strom? Kommt aus der Steckdose"...
(nicht, dass ich was dagegen hätte, denn mir geht die Emissionen der Pendler tierisch auf den Senkel. Aber anstatt denen E-Autos samt Infrastruktur zu finanzierne, würde ich sie zu ÖPNV zwingen und die Autos aus der Stadt jagen. Haus im Grünen kaufen, Pendlerpauschale kassieren und dann "leider leider" all denjenigen die Luft verpesten, die sich nur ne Wohnung leisten können

)
Du meinst
sie dürfen den Strom nicht nach/über uns exportieren? Oder
sie können aufgrund des fehlenden Leitungsausbaus nicht? So oder so, das macht ja mal gar keinen Sinn. Wenn sie wirklich so viel Kapazität haben, das sie exportieren könnten, warum wurden dann nicht schon vorgestern Leitungen von D nach N verlegt? Ich bin davon ausgegangen das sie die Kapazität gar nicht haben um zb. uns beliefern zu können.
Sie können nicht. Sie könnten (wenn Schweden und Dänemark mitspielen) sicherlich eine Leitung bis an die deutsche Grenze legen, ja. Aber Deutschland hat es in den letzten anderthalb Jahrzehnten nicht einmal fertig gebracht, genug Leitungen für den Abtransport des norddeutschen Windstroms zu bauen. Was nützt es den Norwegern da, wenn sie Strom an die deutsche Grenze schaffen?
Ja gut, aber wenn bei dem Thema Einigkeit herrschen würde, über die Parteien hinaus, dann wäre der "Wählerwille" irrelevant. Aber natürlich müssen die Rahmenbedingungen dann auch stimmen. Wenn der Liter 5€ kostet, muß trotzdem jeder am nächsten Tag noch zur Arbeit usw. kommen. Unter anderem deswegen denke ich, das hier eher industrielle (finanzielle) Interessen eine Rolle gespielt haben. Wie gesagt, die Politik hätte der ausufernden Entwicklung der Automobile auch schon lange einen (eindämmenden) Riegel vorschieben müssen, aber sie haben es nicht. Und ich bezweifel das hier der Wähler eine relevante Komponente war.
Es ist Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen - und in einer Marktwirtschaft ist das eigentlich verdammt einfach. Man muss nur eine langsame Einführung mit insgesamt neutralen Auswirkungen schaffen und abwarten. Im konkreten Beispiel kann man z.B. eine ausnahmslose, aber nur langsam steigende CO2-Steuer einführen und im Gegenzug zu diesen Einnahmen 1:1 die Sozialversicherungsbeiträge (sowohl arbeitnehmer- als auch arbeitgeberseitig) senken. Das würde eine deutliche, aber nicht plötzliche Lenkungswirkung von "viel CO2-Emissionen, wenig Arbeitsplätze" zu "wenig CO2-Emissionen, viele Arbeitsplätze" entfalten (siehe dein Beispiel mit betreuten E-Ladestationen. Oder viel trivialer: Warum müssen wir auf autonome Autos warten, um das eigene Auto abzuschaffen, wenn wir auch ebensogut den größten Kostenfaktor bei ÖPNV und Taxis -den Fahrer- günstiger machen können, ohne dass dessen Reallohn sinkt?)
Aber wie gesagt: Aufgabe der Politik ist es in einer Demokratie auch, sich hier nach dem Wählerwillen zu richten. Verschiedene Parteien schlagen einen (meist nicht einmal großen) Kurswechsel in verschiedene Richtungen vor und der Wähler sucht sich die Partei aus, deren Richtungsvorschlag ihm am meisten behagt. Und seit mehreren Legislaturperioden befürwortet der Wähler vor allem Parteien, die sich an den Wünschen der Kohle- und Autolobby orientieren, während sie auf Klimaschutz scheißen.
Wär ich Zyniker und würde alles pauschalisieren könnte ich sagen "Wenigstens haben die Unwetter im CSU-Land die richtigen erwischt". Aber ich pauschalisiere nicht
