AW: Terroranschläge in Europa und Konsequenzen
Warum wird eigentlich überall von 12 Toten gesprochen, ist der vergessene polnische LKW-Fahrer es nicht wert als Opfer dazugezählt zu werden?
(mein Fehler, siehe nächsten Post).
Was mir die größte Sorge bereitet, ist die Spaltung der Gesellschaft, welche wir tatsächlich das erste Mal seit 1945 hier in Deutschland haben, aber auch anderswo, inzwischen sogar extrem in den USA. Wut trifft auf Relativieren, der Ton ist rauh, größtenteils ist alles entweder schwarz oder weiß, farbliche Schattierungen werden seltener.
Religiösen Terror gab es z.B. in der Türkei und Israel Jahrzehnte bevor er nach Amerika, Russland, Spanien, England, Frankreich, Belgien und nun auch zu uns nach Deutschland kam. Es hat nur praktisch niemanden interessiert, weil es alles weit weg war und außerdem noch nicht jeder ein Gerät besaß, mit dem alles gefilmt und im Medium Internet hochgeladen werden konnte. Aber die meisten westlichen Länder haben in der ein oder anderen Weise auf den aktuellen Terror reagiert, teilweise martialisch und mitunter völlig überzogen (z.B. der Einmarsch in Afghanistan durch die USA), aber sie haben reagiert. Sogar der butterweiche Sozialist Hollande hat einen Flugzeugträger im Kampf gegen den IS entsandt. Und zwar den mit dem für die Franzosen symbolträchtigen Namen "Charles de Gaulle".
In Deutschland hingegen gibt es lediglich butterweiche Phrasen, alles läuft so weiter wie bisher und eine Reflektion über die eigene Politik sowie die Gefahr offener Grenzen entfällt weiterhin. Der Friedensnobelpreisträger (1971) Willy Brandt hat Jahr 1977 dem politischen Terrorismus der RAF den Kampf angesagt und war entschlossen diesen Kampf für die Freiheit (seine Worte nicht meine!) bis zu Ende der RAF fortzuführen. Von unseren heutigen Staatsträgern hingegen ist nur zu hören, dass wir so weiter machen sollen wie bisher da wir in Zukunft ohnehin mit dem Terror leben müssten, Resignation folgt als Reaktion auf Terroranschläge. Das wird man langfristig (nicht nur bei weiteren Anschlägen) einer immer größeren Anzahl Deutscher weder erklären noch verkaufen können. Da aber alle etablierten Parteien im Großen und Ganzen mehr oder weniger dasselbe wollen, dürfte die AFD in Zukunft eher stärker werden als verschwinden, weil das "A" in AFD für stark Unzufriedene buchstäblich zu nehmen ist. Jemand wie Gabriel, der frustriert nach Wahlen die Wähler beleidigt und aufgrund der Erfolge das Verbot der Partei fordert, ist obendrein der beste Wahlhelfer den die AFD aktuell haben kann. Schwarz gegen weiß ohne farbliche Schattierungen (s.o.).