AW: Telekom-Chef zu DSL-Vectoring: Vergiftete Debatte über eines der besten Netze Europas
aha, ein staatliches Unternehmen mit (damals) Grundversorgungsauftrag, das zu 99% vom Volk über Steuern finanziert wurde weil die gebühren vorn und hinten nie gereicht haben, mit einer in den Nachkriegsjahren in den Boden gestanzten Infrastruktur (vom Steuerzahler) die dann weitere 60 Jahren Investitionsmäßig nicht mal mit dem Arsch angeschaut wurde muss jetzt als Paradebeispiel für Entwicklung und Wirtschaftlichkeit für herhalten .... wer findet den Fehler
Ich denke, der Fehler ist der, dass die Telekom nach wie vor von Steuern finanziert werden will, zusaetzlich Einnahmen in etwa der 3fachen Hoehe hat, im Promillebereich gegenueber der Post in das Netz investiert, fuer die liegenden Leitungen aus ehemaligem Staatsbesitz ordentlich Gebuehren kassiert und sich dann windet, dem Einbringer der Infrastruktur (Staat) den vereinbarten Dienst zu erweisen und im gleichen Atemzug den Staat noch um Geld anhaut, natuerlich nicht nur zinsfrei, nein gleich geschenkt!
Wenn es aber um Fehler im Text geht, dann wuerde ich mal ganz kurz die Zeitangaben bemaengeln, fuer 60 Jahre nicht angeguckt haette das heutige Telefonnetz vor 1935 errichtet worden sein muessen, denn 1995 hat der rosa Riese uebernommen. Selbst bei 50 Jahren haette das Netz an einem Tag gebaut worden sein muessen, das gleitet schon in eine freie Auslegung im Stile "und am 8. Tag schuf der Herr das Telekomnetz".
@Cook2211, Der Aufbau Ost hat sicherlich Vielen neue Telefonanschluesse gebracht, aber vor 15 Jahren war es immer noch haeufiger das gute alte dunkelgraue Kabel aus DDR-Zeiten vorzufinden als das schicke hellgraue der Telekom. Wie es heute aussieht, kann ich nicht sagen, ich komme da nicht mehr viel herum.
Saemtliche Immobilien der Post und noch etliche mehr sind fuer einen feuchten Haendedruck der Telekom uebereignet worden. Ich habe nie einen der T-Immobilien-Verwalter klagen hoeren, ausser dass die Mieter kamen und gingen und vielleicht dass die Objekte nach und nach verscherbelt wurden.
Genaugenommen ist ohne massiven Druck von denen, die das Geld in die Telekom pumpen (Staat + Kunden) ein FTTH Ausbau insgesamt Traeumerei und rueckt mit jedem Tag in weitere Ferne. Vielleicht ist der CDU/SPD/sonstwas Kandidat in der selben Situation und ist sich gar nicht klar darueber, in welchem Ausmasz die Telekom alle moeglichen Quellen melkt und nur Versprechen und homoeopathische Pflaesterchen liefert. Wer seinen Abgeordeten kennt, sollte ihn mal darauf ansprechen.
Nachtrag: Wo wir gerade Zahlen waelzen, zwischen 2010 und 2012 sind satte 29% Kapital der Telekom im Nirvana verschwunden. Die DTAG machte zuletzt pro Jahr durchschnittlich 1-1.5 Mrd.€ Gewinn und verlor in den letzten 6 Jahren durchschnittlich 1,5 Mrd. Eigenkapital pro Jahr. Mit anderen Worten: Finanzen sind nicht in Kapital reinvestiert worden sondern ausgeschuettet. Mit diesen Gewinnen, wenn sie reinvestiert wuerden, liesse sich ganz ohne Staatsgelder und ohne einen Cent Investitionskapital in weniger als 28 Jahren ganz Deutschland auf FTTH umruesten. Und nicht knapp 1000 Jahre wie beim bisherigen Investitionsfluss. So ganz nebenbei wuerde sich das Eigenkapital merklich erhoehen statt wie Schnee in der Sonne zu schmelzen. Wenn die das Tempo beibehalten, muessen die Mitarbeiter bald sammeln fuer die Firmenwagen der oberen Etage weil alles von Wert schon versemmelt wurde und der Rest verfaellt.
Hat noch jemand Illusionen von einem spaeteren Umbau auf FTTH von Seiten der Telekom?