@type_o: Toll, dass Dir mein Tagebuch so viel Freude macht.
Leider muss ich jetzt gleich in die Heia, morgen ist wieder ein langer Arbeitstag.
Hmmmm.....
Ich habe da gerade so eine Idee ....
Die Prüfung - Teil 3
Dr. Sträuber schaute entspannt zu, wie die Mitglieder der Reaktorkommission unglaubliche Mengen an Jod-Tabletten vertilgten, in der nur noch geringen Hoffnung, auch in Zukunft noch mit Schilddrüse leben zu dürfen.
Schnell war der Vorrat, der eigentlich für alle Einwohner der benachbarten Dörfer vorgesehen war und aufgrund von Personalmangel seit einigen Jahren nicht mehr verteilt worden war, komplett in den Schlünden der Experten verschwunden.
Oh, da lag doch noch der Beipackzettel auf dem Tisch!
Wieviel von den hochdosierten Tabletten sollte man am Tag nehmen?
Ähh, ein bis maximal zwei - auf jeden Fall keine 50 oder mehr...
Aber bestimmt sind die Nebenwirkungen harmlos:
Ein Blick Dr. Sträubers auf den im Gähnen weit geöffneten Rachen von Nichtraucher91 zeigte eine Braunfärbung der Schleimhäute, auf die jeder Rechtsradikale stolz gewesen wäre...
Dr. Sträuber flüsternd: "Schickt schnell einen Mitarbeiter in's nächste Dorf. Er soll Inkontinenz-Vorlagen, einen Arzt, Trichter und Schläuche besorgen. Und holt aus dem Lager Tücher und Eimer. Hier wird es gleich schmutzig."
Dann ein Gedankenblitz: "Vatt nen Fall! Schreiben sie einfach mal eine Blanko-Genehmigung für uns, mit genügend Platz zum Unterschreiben und mindestens 200 Seiten Platz für noch einzusetzende bauliche Veränderungen."
derLordselbst hatte natürlich von all dem nichts mitbekommen. Er war ja auch vor allem wegen seiner Fähigkeiten zum Wegschauen eingestellt worden. Daher setzte er seinen Vortrag fort, als wäre nichts geschehen.
derLordselbst: "Da gerade sowiese die Geigerzähler so lustig tickten.."
das erhoffte Schmunzeln beim Publikum blieb aus "...und die zentrale Wasserpumpe reichlich feucht war -genauso wie der Boden des Maschinenhauses, war es natürlich die richtige Idee, jetzt gleich die Umbauten für die volle Leistung des Lordkraftwerks zu vollenden. Unser großes Ziel war es, dass das LKW Trümmel endlich Strom.."
ein lautes Zischen von Dr. Sträuber "...endlich noch mehr Strom als den bisher schon sehr befriegenden Ausstoß produziert!
derLordselbst räusperte sich stolz: "Doch wieder mussten wir ein großes Problem lösen: Wie einen weiteren Reaktor in Betrieb nehmen, wenn kein weiterer Druckkörper, kein zweites Maschinenhaus, kein zweiter Kühlkreislauf vorhanden war?"
Die Reaktorkommission erstarrte bleich. Sie ahnten, welche Gefahr in ummittelbarer Nähe zum Konferenzraum verbaut worden war.
derLordselbst: "Durch Parallelschaltung! Und wieder haben wir darauf verzichtet, das Kühlwasser komplett abzulassen. Jetzt waren wir uns sicher, den Umbau-Prozess zu beherrschen. Außerdem war sowieso schon genug ausgelaufen."
derLordselbst: "Natürlich wendeten wir auch jetzt wieder unsere bewährten Sicherungmethoden an. Die Planen leuchteten ja sowieso schon im Dunkeln und würden als Sondermüll in Assen landen. Doch damit nicht genug!"
derLordselbst: "Um die perfekte Sicherheit zu gewährleisten, wurde sogar der abgesperrte Teil des Kreislaufes entleert! Endlich eine sinnvolle Verwendung für einen Notablass, der nicht am tiefsten Punkt des Systems sitzt und dessen Auslass im Schwimmbecken für's Personal endet.
Doch wie sollten wir ohne große Änderung am Kühlsystem die Parallel-Schaltung gewährleisten?"
derLordselbst: "Zum Glück stellte sich heraus, dass es bereits fertige Kühlmitteltransferbrücken bei
AKWtuning im Programm gibt. Anscheinend sind wir nicht die ersten, die sich an so ein Projekt wagen."
derLordselbst: "Da sich ja die Anschlüsse des Not-Ablasses aufgrund des Gewichtes der freihängenden Ventile von selbst lösten, wurde gleich der zu kurze Ablass entfernt. Sicherheit ist halt unser oberstes Gebot! Dann während der neu Ablass passend für die Montage erwärmt wurde..."
derLordselbst: "...wurde auch gleich das Spezial-Werkzeug für die Demontage der Kühl-Verteiler in Positition gebracht."
derLordselbst: "Die Demontage stellte sich als so einfach heraus, wie in
"Wie helfe ich mir selbst - Das Atomkraftwerk" beschrieben:"
derLordselbst: "Man kann wunderbar die Dichtflächen und die Kühlwasserkanäle im Kupfer erkennen. Jetzt war auch der richtige Zeitpunkt den verlängerten Ablass zu montieren:"
derLordselbst: "Alles passte gleich perfekt!"
derLordselbst: "Es fiel uns dann natürlich auch auf, dass der Notablass auch nach dieser Umbaumaßnahme immer noch nicht am tiefsten Punkt des Kreislaufes sitzt und dass er immer noch innerhalb des Gehäuses endet statt im nahegelegenen Fluss, aber dafür konnten wir uns so die Kosten für eine weiteres Loch in den Maschinenhaus-Wänden sparen!"
Dr. Sträuber nickte anerkennend. Er schien sich überhaupt keine Sorgen mehr wegen der Reaktorkommission zu machen...
derLordselbst: "Hier eine Detailaufnahme der alten und des neuen Verteilers:"
derLordselbst: "...und auch aus anderer Perspektive:"
derLordselbst: "Leider konnte nicht mehr eruiert werden, ob die kleinen Kratzer bereits ab Lieferung vorhanden waren oder ob sie im Zuge der Lagerung auf der Restmüllhalde entstanden sind. Zumindest passt der Verteiler so natürlich besser zum Gesamtbild."
Hier unterbrach derLordselbst kurz seinen Vortrag, da allzu geräuschvolles Erbrechen von einigen Mitgliedern der Reaktorkommission doch etwas die Erklärungen zu den einzelnen DIAs übertönte.
Daher war wohl Warten angesagt, bis wenigstens genügend Eimer verteilt waren.
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EDIT: ...und auch im REAL-LIFE werden gerade die Lider schwer. Immerhin bin ich doch wieder etwas weiter gekommen...
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