Der Titel dieses Kapitels erklärt sich erst etwas später....
Wie beim ersten Mal
Nachdem das Kleben der Grafikkartenerweiterung sehr gut geklappt hat, habe ich mich bereits gestern einer weiteren Herausforderung gestellt:
Dem maßgenauen Montieren eines Shoggy-Sandwiches
Dürfte eigentlich nicht schwer sein:
- Pumpe auflegen
- Löcher durchstechen
- Schrauben durchstecken
- Schutzfolie abziehen
- Zusätzlich Heißkleber aufbringen
- Weichen orangen Schwamm dazwischenlegen
- wieder Heißkleber
- zweites schwarzes Schwammstück draufpappen
- Klebe-Klett zuschneiden, um das Ganze später leicht im Gehäuse befestigen zu können
Heißkleben hatte ich noch nie gemacht. Trotzdem war der Einsatz des Heißklebers trotz der vorgefertigten Klebeflächen unverzichtbar.
Wie sollte ich sonst die Anschaffung der Klebepistole rechtfertigen?
Natürlich rechnete ich fest mit einer Riesensauerei wie beim Arbeiten mit Silikon oder seltsamen Hautdefekten an den Fingerkuppen wie beim Anwenden von Sekundenkleber.
Bei der Montage erwartete ich entweder unverrückbar falsch sitzende oder sofort wieder abfallende Teile mit seitlich hervorqellenden, alles verfärbendem Kleber.
Ansonsten war ich nach der tollen Erfahrung mit dem Wärmeleitkleber sehr optimistisch.
Das Durchstechen klappte schon mal wunderbar.
Auch die Maßhaltigkeit genügte auf Anhieb.
Ich liebe elastische Materialien, die bei 2-3 mm Abweichung noch ein "Passt" erlauben.
Wahnsinn.
Heißkleben ist wirklich einfach. Gelingt auf Anhieb.
Leider fällt mir momentan spontan keine weitere Möglichkeit ein, Heißkleben sinnvoll einzusetzen.
Auch die Frage an meine Freundin, ob sie irgendwelche Kleidung mit ungünstigen Faltenwurf hat, wurde trotz meiner wortreichen Erklärung, wie einfach ich solche Fehler mit zwei, drei Stangen Heißkleber beheben kann, einfach abgeschmettert.
Dann musste ich nur noch die Klebeklettflläche zuschneiden. Das Zeug klebt so höllisch, dass selbst ich keinen Heißkleber dafür plane:
Fertig!
Ich schätze mal, sooo ausführlich wurde der Zusammenbau eines Shoggy-Sandwiches noch nie in einem Tagebuch dargestellt.
Heute war ich so müde nach der aufregenden Shoggy-Nacht, dass ich erst um 23:00 Uhr mein Modderwerk wieder aufnahm.
Erstaunlicherweise hielten die Kupferstücke immer noch am GPU-Kühler und ich traute mich endlich wieder an meine Sorgenkinder heran:
Die Grafikkarten
Es ist eine naheliegende Vorgehensweise, erst eine Grafikkarte in den Wasserkühlungskreislauf einzubinden und dann die zweite nach erfolgreichem Test zusätzlich einzubauen.
Dementsprechend hatte ich mir für heute vorgenommen, beide Grafikkarten umzubauen und auch direkt im Gehäuse zu versenken. Allerdings eine nach der anderen.^^
Mehr Aufgaben hatte ich mir nicht gestellt, man sollte sich ja nicht zuviel Aufregung zumuten.
Ich kramte die Anleitung von Watercool heraus und fing an die starren Wärmeleitpads auf die Karte zu pappen, jeweils da, wo ich bei meiner Karte die entsprechenden Bauteile des Referenzdesigns vermutete.
Nach einem kurzen, bestätigenden Blick in die Anleitung sammelte ich dann die Wärmeleitpads wieder ein und entfernte eben schnell noch die Schutzfolien an beiden Seiten.
Erinnert Ihr Euch an Euer erstes Mal?
Die Aufregung, die Vorfreude, die langsam aufkeimende Gewissheit, dass es heute endlich soweit ist und dann
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der unsägliche Versuch mit zitternden, feuchten Fingern eine Kondomverpackung so zu öffnen, dass zumindest keine offensichtlichen Zerstörungen entstehen...
Dieses nostalgische Feeling durchlebte ich immerhin 18 Mal beim Entfernen der jeweils zweiten Folie der winzigen Wärmeleitpads.
Wäre da bei Watercool nicht ein kompletter Streifen im Budget gewesen?
Die erste Anprobe machte sofort einen guten Eindruck.
Jetzt nur noch Wärmeleitpaste auftragen, eine Tätigkeit die auch für mich nur Routine bedeutet.
Panne Nr. (hier nochmal nachzählen und bitte einen Vorschlag für die laufende Nummer posten)
Da ich ja leider 30g Arctic Cooling MX-2 in Bielefeld vergessen hatte und ich mich noch nicht getraut hatte, meinen Zwillingsbruder darauf hinzuweisen, dass er mir die schon längst hätte zuschicken können - er wirkte nach unseren Modderwochenende etwas lustlos - nutzte ich die Gelegenheit eine angemessene Hochleistungslösung anzuwenden, den Nachfolger der MX-2, die MX-3.
Ich presste eine kleine graue Wurst auf die Kochplatte meiner Grafikkarte und begann zu verteilen.
Was für eine erstaunliche Konsistenz.
Die Verarbeitungsfreundlichkeit und Cremigkeit erinnerte mich spontan an die Popel von Wüstenbewohnern.
Besonders begeisterte mich die Fähigkeit der Paste an glatten Plastik oder an Einmal-Handschuhen wesentlich besser zu haften als an Metalloberflächen.
Zum Glück erinnert mich die MX-3 an keine meiner frühen Lebenserfahrungen.^^
Alle Versuche führten bestenfalls zu einem von brüchigen, massigen Klumpen in unregelmäßigen Abständen gesprenkelten Heatspreader.
Irgendwie entstand in meinen Kopf das Bild einer unter Hitze sich böswillig zu Beton verhärtenden Wärmeleitpaste, die auch unter starken Anpressdruck für stabile Luftblasen zwischen GPU und Kühler sorgt.
Konsequent wäre es gewesen, die MX-3 elektrisch leitfähig zu machen, damit der Schmier wenigstens in einer Hinsicht für positive Spannung sorgt.
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, unschöne Ausdrücke für Exkremente auszurufen, doch vor dem befreienden Schrei fiel mir noch ein, dass diese sich bestimmt besser verteilen ließen als die MX-3...
Statt praktischer Experimente habe ich schnell noch MX-2 bestellt....
Jene Kommentatoren, die darauf hinweisen, dass der Release der 5870 unmittelbar bevor steht und sich mein Rechner dann an deren Performance messen lassen muss, möchte ich beruhigen:
Der wirkliche Gegner wird wohl die 300er Serie von Nvidia sein, zumindest wenn sie diesen Winter noch erscheint. Vorher rechne ich noch nicht fest mit ersten Benchmarks bei mir.