Die anderen haben keine Angabe gemacht. Das ist nicht zwingend das gleiche, wie keine Meinung haben. Umgekehrt ist eine Meinung haben und zum Volksentscheid gehen nicht das Gleiche.
Zugegeben, das ist nicht ganz dasselbe. Aber warum sollte man zu diesem Thema keine Angaben machen, wenn man eine Meinung hat? Dafür gäbe es ja gar keinen Grund.

Genaugenommen geht es die Stuttgarter nur im Gegenwert von 565 Millionen etwas an - und da sie die einzigen sind, die überhaupt profitieren könnten, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie noch am ehesten dafür sind (sondern ein ziemlich schlechtes Zeichen, dass sich soviele dagegen aussprechen und die Befürworter auch noch meist eine Kompromisslösung fordern). Für aktuell 824 Millionen (ausgehend von unabhängigen Studien und 1:1 Teilung mit dem Bund: zu 2824 Millionen) geht es alle Baden-Würtemberger was an und denen nützt es relativ wenig - und es sind diejenigen, die darüber entscheiden werden, was geschieht. Nicht die Stuttgarter alleine, und wenn sie zu 100% dafür wären. Und zu guter letzt geht es in erster Linie (nämlich für 2398 Millionen - ggf. +2000 weitere) alle Deutschen etwas an...
Man kann da natürlich Quoten ausrechnen, aber verglichen mit anderen Zahlungen, die wir wirklich alle anteilig leisten und von denen nicht ein Cent in Deuschland bleibt, ist das insgesamt schon ziemlich viel Aufstand, wenn man sich überlegt, bei was für Sachen sich der Wutbürger nicht aufregt.
"Representativ" ist eine Studie, wenn ihre Teilnehmer die Bevölkerung repräsentieren. Deswegen heißt sie "repräsentativ" und nicht "zufällig".
Das gelingt dir mit zwei Teilnehmern nur dann, wenn es ausschließlich zwei verschiedene Typen von Personen in deiner Studie gibt. In BW gibt es über 10 Millionen "Typen". Viele davon kann man ganz gut zusammenfassen (und damit sehr wohl einen Grad von Representativität erreichen, der ausreichend ist), aber die Frage, ob 1000 Stück tatsächlich ausreichen, ist durchaus berechtigt.
Wenn Du über 1000 hinausgehst, hast Du keinen wirklich Nutzen mehr im Vergleich zu den Kosten. Über 1.000 Befragte kannst Du 10.000 Menschen so gut abbilden wie 10.000.000 oder 100.000.000 oder noch mehr. Es ändert sich mit jedem zusätzlichen Befragten so gut wie nichts mehr. Das kann man auch wunderbar berechnen. Wir sind nämlich alle nicht so verschieden, wie es uns das gesamte Individualitätsgefasel der letzten 10 oder 15 Jahre so glauben machen möchte. Ich weiß ja nicht, ob Du schonmal ansatzweise in der empirischen Sozialforschung gearbeitet hast, aber überspitzt gesagt gibt's nach etwa 15 Fragebögen in der Regel keine großen Überraschungen mehr.
Bei Bundestagswahlen reichen bekanntermaßen Stichproben von 10000 nicht aus, um den Willen aller Wähler repräsentativ genug zu erfassen, um den Fehler unter 5-8 % zu drücken und das ist eine Wahlfrage, bei der man Jahrzehnte Erfahrung hat, woran man typische Wählergruppierungen erkennt. Bei S21 hat man keinerlei Erfahrungswerte. Insbesondere die Stammwählerschaften, die sonst Wahlvorhersagen drastisch erleichtern, sind zur Frage gespalten.
Bei Wahlvorhersagen hast Du das Problem, daß sich Meinungen und Stimmungen so gut wie täglich ändern. Was nützt Dir eine Wahlprognose eine oder zwei Wochen vor dem Urnengang, wenn sich dazwischen noch ein Politiker total blamiert, irgendein Skandal ans Licht kommt oder auch einfach nur was unvorhersehbares im Ausland passiert (z.B. Fukushima)?
Auf das Melderegister hat man als kommerzielles Unternehmen (zum Glück) in Deutschland i.d.R. keinen Zugriff.
Das ist nicht schwer, sondern für die Meinungsforschungsinstitute ziemlich normal. Abgesehen davon ist das Melderegister ein öffentliches Register, das von jedem (gegen Gebühr) eingesehen werden kann.
An Unis kannst Du für sowas übrigens auch Zugriff auf die Matrikel bekommen.
Schwierig wird es erst, wenn Du bspw. Beschäftigte einer bestimmten Firma befragen willst. Über die kommst Du als Außenstehender wirklich nicht an Mitarbeiterdaten.
Und wahrscheinlich kannst Du auch Paneldaten kaufen.
Die beliebteste Variante für Umfragen basieren auf zufälligen Telefonanrufen - wobei die zufällige Befragung keineswegs dazu dient, die Representativität sicherzustellen (jedenfalls bei einer halbwegs soliden Umfrage - die weniger soliden haben dann z.B. eine extrem Unterrepräsentierung jüngerer Bevölkerungsschichten, weil die vergleichsweise selten einen Festnetzanschluss hat). Dafür nimmt man im nachhinein die ermittelten Kenndaten (z.B. Familienstand, …), teilt die Befragten danach in Gruppierungen ein und verrechnet die so ermittelte Meinung der Gruppierungen dann gewichtet nach unabhängig ermittelten Bevölkerungstatistiken.
Ich weiß nicht, ob Du schonmal von einem Meinungsforschungsinstitut angerufen worden bist, aber diese Anrufe erfolgen bei seriösen Erhebungen ganz sicher nicht nach Zufallsprinzip. Die wollen Dich anrufen und nicht den, der einen Platz vor oder hinter Dir z.B. im Melderegister steht. Wenn Du nicht antwortest, rufen sie auch erst wieder den an, der als nächster vorgesehen ist und picken sich nicht nach Gutdünken noch einen zusätzlich raus.