Steuern und Finanzen

Über welches Thema davon magst du denn gerne reden? Verschuldung und Auswirkung auf zukünftige Haushaltsperioden?
Ehrlich geschrieben, über nichts davon, nicht weil es mich nicht interessieren würde, sondern weil ich in solchen Belangen gänzlich anders ticke.

Mal ein Beispiel: Wenn man eine Gesellschaft oder von mir aus auch einen Staat baut, dann wäre es erstrebenswert, dass man einen gemeinsamen Konsens findet.

Mein oberster Konsens wäre nicht, jeder leistet gleich viel zur Relation seiner Fähigkeit, wäre auch nicht x bestehendes Wirtschaftssystem soweit zu optimieren und/oder maximieren wie es nur geht.

Mein oberster Konsens ist und wird immer bleiben, die Lebensgrundlage zu respektieren und aufrechtzuerhalten.
Konkret heißt das was? Die Lebensgrundlage die wir alle gemein haben ist nicht nur der Planet an sich selber, sondern auch seine unfassbar interessante sowie auch sehr komplexe Naturwelt, mit diversen biologischen Biomen.

Daraus leitet sich ab, dass ein Mensch nicht nur rein durch Arbeitskraft/Geld seinen Beitrag leisten kann, sondern eben auch wie er mit der Lebensgrundlage von uns allen umgeht.

Hat natürlich jetzt nicht viel mit dem Thema: Steuern und Finanzen gemein, aber in vielen Debatten geht mir - in meinen Augen geradezu perverse - Fokus auf Geld, was konkret leistet der Mensch, usw. auf den Nerv und ich würde mir von der Menschheit allgemein mehr wünschen, sich mehr vom Geld zu entkoppeln, ähnlich der Utopie eines Star Treks.

-------

Wenn das zu sehr OT ist, kann es gerne gelöscht werden, bzw muss dann auch nicht weiter vertieft werden.
 
Wir leben halt in der Realität. Und da braucht man Geld, um zu überleben und für Annehmlichkeiten.
Kapitalismus ist halt ein Wirtschaftssystem, welches dazu geführt hat, dass wir im heutigen Wohlstand leben.
Wir haben genug zu essen, wir haben Geräte, die uns ohne körperliche Anstrengung von a nach b bringen, wir müssen keine harte Feldarbeit mehr leisten, wir haben Geräte die für uns Dinge produzieren bzw. uns dabei helfen. Wir haben moderne Medizin, die uns am Leben hält, Unterhaltungsgeräte, die uns bespaßen, Kommunikation ermöglichen. Sogar mittlerweile Geräte, die uns mit Energie versorgen, ohne die Umwelt zu schädigen (bzw. deutlich geringer als andere).

Das alles kommt dadurch, dass wir Kapitalismus haben, und jeder grundsätzlich frei entscheiden kann, wofür er sein Geld ausgibt. Durch Angebot und Nachfrage entwickelt sich halt sehr sehr schnell eine Lösung für ein Problem, wenn man damit gut Geld verdienen kann.

Dass dazu auch vernünftige Rahmenbedingungen (Sozialstaat, Rechtsstaat, innere und äußere Sicherheit, Schulbildung) gehören, und das ganze auch bezahlt werden will und muss, gehört natürlich auch dazu.

Und am Besten auch Demokratie und Freiheit des Individuums und natürlich gerne auch Umweltschutz.

Aber für lau würde erstmal keiner wirklich arbeiten wollen. Außer, die Arbeit ist die Erfüllung eines Wunschtraums, dann vielleicht. Alles andere benötigt auch einen anderartigen Motivationsgrund. Oder meinst du als Bauarbeiter, Kanalreiniger, Postbote, Putzfrau, Busfahrer, Gefängnisswärter, Supermarktverkäufer, Ingenieur, ... sind nur Idealisten in ihrem Traumjob unterwegs?

Und darum funktioniert das von dir beschriebene utopische System halt nur, wenn unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung stehen und keiner mehr was von wem anderen benötigt, und dann auch nur theoretisch.

Ansonsten ist halt instant ein Preis (Leistung-Gegenleistung, Tauschhandel, Wertgegenstände, Status, ...) an einer Ware oder Dienstleistung.

Und am funktionierenden Staat ist auch ein Preis, die Steuern. Aber wieviel Staat, und welche Aufgaben dieser übernehmen soll/muss, was das kosten darf, ob nicht bestimmte Dinge besser und billiger anderweitig erreicht werden können (früher waren alle Lehrer Beamte, sonderbarerweise geht es durchaus auch ohne Beamtenstatus), darüber kann man aus meiner Sicht sehr schön diskutieren, solange man dabei freundlich miteinander umgeht.

Denke, das ist durchaus sehr nah oder nahe genug am Thema Steuern und Finanzen, wenn auch mit etwas langatmiger Ausführung meinerseits (und vielleicht auch deinerseits davor).

Ich finde solche Diskussionen, solange sie wie gesagt freundlich und respektvoll sind, sehr interessant. Man muss am Ende nicht einer Meinung sein. Sofern ich verstehe, warum jemand so oder so denkt, finde ich das schon interessant. Ich muss das ja nicht inhaltlich teilen, kann das auch komplett anderes sehen. Es ist trotzdem eigentlich ganz nett, sich auch über die unterschiedlichen Standpunkte zu unterhalten und mitunter gesittet zu "streiten".
 
Kapitalismus ist halt ein Wirtschaftssystem, welches dazu geführt hat, dass wir im heutigen Wohlstand leben.
Der Kapitalismus hat zu Reichtum geführt, weil irgendwer immer ausgebeutet wurde.
Was hat der Kapitalismus erfunden? Genau, die Sklaverei.
Um als Menschheit die nächsten 100.000 Jahre überleben zu können, muss das Wirtschaftssystem des ewigen Wachstums reformiert werden. Denn alles muss eingepreist werden.
 
Du schlägst alternativ konkret genau was vor? Auch um die Steuern für den Staat zu generieren?
Hab ich schon häufig genannt. Demokratisierung.
Unternehmen müssen der Belegschaft gehören. Wenn nur einer Boss ist, kommt sowas wie Twitter bei raus.
Guck dir Peter Thiel an. Für den ist Demokratie das Übel. Ohne Demokratie kann sich der Kapitalismus entfalten. Die USA sind auf dem Weg dahin. Willst du in einer solchen Gesellschaft leben? Ich jedenfalls nicht.
Ein perfektes Ideal gibt es wohl nicht, aber befürworte den demokratischen Kapitalismus, in dem alles eingepreist wird.
 
Und oftmals gehören zu den Anlegern auch Dir Beschäftigten.
Ist so, Stammaktien, Vorzugsaktien, Belegschaftsaktien.
Gerade bei sehr großen Firmen, ist ein nicht unerheblicher Aktienanteil an die Belegschaft zu Vorzugskondiotionen verteilt worden.
Kenn ich auch noch von meinem Vater her, der jedes Jahr ein Angebot von der Firma bekam, eine bestimmte Stückzahl zu erwerben.
 
Ich bin beteiligt an einer Windparkanlage. Funktioniert wunderbar.
Auf gut deutsch, du hast ein Invest getätigt, weil du per Zufall oder nicht mehr Kohle an der Seite hattest als jene, die sich keine Beteiligung leisten können.
Das ist aber was ganz anderes als, die Firma soll den Mitarbeitern gehören, damit es keine pöhsen Bosse mehr gibt.
weil ja die ganzen MAs so viel Anhnung von Akquise, Verhandlungen, Investitionen, Rechnungssstellung, Bestandshaltung , Marketing und Vertrieb etc. haben.
 
Ich bin Miteigentümer eines Windparks. Was gibt es daran nicht zu verstehen?
An welcher stelle habe ich gescvhrieben, dass ich es nicht verstehe?

Klar bist du Miteigentümer.
Verwaltest du die Steuern und Finanzen.
Sorgst du für die Instanthaltung?
Bist du derjenige, der sich jetzt schon übert Erweiterungen / Umau, Invests Gedanken macht?

Das Modell gibst zu Hauf Land auf Land ab.
Man investiert Geld und ein Teil der Anlage gehört einem, im Prinzip wie ne Aktie.
Wir haben the same in einer 60.000 m² großen Solaranlage.
4 % meines, aber ich bin noch lange kein Firmenboss, der dann organisiert und um auf deinen Initialpost zurückzukommen:
So hatte ich das verstanden.
 
Das muss ja auch nicht jeder machen.
Es geht ihm glaube ich darum zu sagen, dass das Kapitalismus pur ist. Sehe ich auch so. Was ich ausdrücklich positiv meine.

Nur mit seinem beschriebenen Wunschmodell der Wirtschaft hat das nix zu tun (keine Bosse, alles gehört den Mitarbeitern).
Hab ich schon häufig genannt. Demokratisierung.
Unternehmen müssen der Belegschaft gehören. Wenn nur einer Boss ist, kommt sowas wie Twitter bei raus.
Ich bin Miteigentümer eines Windparks. Was gibt es daran nicht zu verstehen?
Das passt halt nicht zusammen. Er ist jetzt Teil der Bosse. Mit Belegschaft hat er ja nix zu tun. Oder ist er da angestellt? Und, hat die Gesellschaft einen Aufsichtsrat? Oder sowas in der Art? Oder ist die Gemeinde der Chef? Ein Gremium, dass das Sagen hat, gibt es auf jeden Fall.
 
Es geht ihm glaube ich darum zu sagen, dass das Kapitalismus pur ist. Sehe ich auch so. Was ich ausdrücklich positiv meine.

Nur mit seinem beschriebenen Wunschmodell der Wirtschaft hat das nix zu tun (keine Bosse, alles gehört den Mitarbeitern).


Das passt halt nicht zusammen. Er ist jetzt Teil der Bosse. Mit Belegschaft hat er ja nix zu tun. Oder ist er da angestellt? Und, hat die Gesellschaft einen Aufsichtsrat? Oder sowas in der Art? Oder ist die Gemeinde der Chef? Ein Gremium, dass das Sagen hat, gibt es auf jeden Fall.
Genau so war meine Reply zu verstehen.
 
Wenn nur einer Boss ist, kommt sowas wie Twitter bei raus.
Natürlich gibt es einen Boss
Das ist dann vielleicht nicht klar rübergekommen.

Es steht dir frei ein demokratisch agierendes Unternehmen zu gründen. Wenn das Vorteile bietet, wird es sich am Markt durchsetzen. Ich befürchte, das wird nicht der Fall sein. Aber die Freiheit hast du.

Auch in deinem Beispiel Verein agiert dort der Vorstand wie ein Boss. Trifft Entscheidungen, gibt die Richtung vor, gibt Geld aus, ...

Eventuell verstehe ich dich auch nicht richtig.

Jedenfalls bleibt der Selbstzweck eines Wirtschaftsunternehmen das Verdienen von Geld. Sonst wäre eine andere Organisation sinnvoll (gemeinnütziger Verein, Stiftung, ...).

Der Vorteil bei einem Wirtschaftsunternehmen ist, es trägt mit Steuern dazu bei, den Staat zu finanzieren. ;)
 
Auch in deinem Beispiel Verein agiert dort der Vorstand wie ein Boss. Trifft Entscheidungen, gibt die Richtung vor, gibt Geld aus, ...
Korrekt, aber die Mitarbeiter haben den Vorstand ja gewählt und wenn der nichts reißt, wird bei der nächsten Wahl andere im Vorstand sitzen. Vorbild könnte die Mondragón Corporación Cooperativa aus Spanien sein. Genossenschaftlicher Aufbau.
 
Zurück