Steuern und Finanzen

Mir hat dieser Vergleich vor 7 Jahren geholfen zu erkennen, dass ein damaliger Teamkollege und ich vom Unternehmen verarscht worden sind. Andere im Team hatten damals für die Gleiche Tätigkeit 35-40% mehr gehabt als wir beide. Auf Grund dessen hab ich mich verändert und bekomme heute in etwa das Doppelte von meinem alten Arbeitgeber.

Aber im Deutschen Sprachraum fehlt dieser Mut zum Vergleich leider sehr, kann aber oftmals helfen, einzuschätzen wo man steht.
 
Aus Angst deren Gegenüber kommt auch mit dem Gehalt raus und der erschreckenden Erkenntnis, dass die Person mehr als man selbst bekommt?
Vielleicht. Ist dann wieder son Mindset-Ding: (möglicher) Neid. Es hat auf mich doch gar keinen direkten Einfluss ob der Kerl ein Büro weiter 20K mehr oder weniger als ich im Jahr bekommt.
Das einzige was passieren würde wenn jeder wüsste was der andere verdient im ganzen Gebäude und es tatsächlich große Diskrepanzen gibt die nicht offensichtlich erklärbar sind ist, dass der Chef/HR ggf. in Erklärungsnot kämen.

Aber selbst in vermeintlich gebildeteren Schichten schaffen die Leute es nicht kollektiv so was zu machen... von dem Flur voll Ingenieuren wo ich sitze weiß (nach meiner Kenntnis) niemand, was der jeweils andere verdient - und in dem Bereich ists ja auch nicht mehr so wie bei vielen Arbeitsplätzen/Arbeitern dass man weiß "Stelle XY ist in der Tabelle zwischen a und b" so dass in recht engem Rahmen klar wäre was gezahlt wird. Die meisten von uns haben individuelle Verträge (zumindest das ist bekannt^^).
 
Es hat auf mich doch gar keinen direkten Einfluss ob der Kerl ein Büro weiter 20K mehr oder weniger als ich im Jahr bekommt.
Wenn dieser den gleichen Job wie du macht und die gleiche Qualifikation hat, dann hat das einen Einfluss. Das Budget ist begrenzt und er hat quasi 10k die eigentlich aus Gründen der Gerechtigkeit und Fairness dir gehören müssten. Was rechtfertigt diesen Unterschied? Nichts! Mal abgesehen, dass es für mich auch ein eklatanter Vertrauensbruch seitens des AG wäre (da dieser ja weißt wieviel jeder verdient, dies für dich aber in der Regel ohne Tarifbindung vollkommen intransparent ist). Oder auf gut Deutsch: der AG hat dich dann gehörige verarscht.
 
Wenn dieser den gleichen Job wie du macht und die gleiche Qualifikation hat, dann hat das einen Einfluss. Das Budget ist begrenzt und er hat quasi 10k die eigentlich aus Gründen der Gerechtigkeit und Fairness dir gehören müssten.
Das ist korrekt - aber ich bin zu alt um an so etwas wie "Fairness" im Berufsleben noch zu glauben.
"Das Leben ist nicht fair. Gewöhn dich dran."

Ich habe es erlebt, dass zwei gleich ausgebildete Angestellte den exakt gleichen Job nebeneinander stehend gemacht haben und der eine hatte fast das doppelte Gehalt des anderen, weil er der Buddy vom Chef war und der andere nicht. Es gab sonst nichts was den Unterschied rechtfertigen würde, insbesondere nicht in der Höhe. Jeder wusste das. Alle redeten darüber. Passiert ist: Nichts. Willkommen in der Wirklichkeit.

Um an der Situation etwas zu ändern bleibt einem praktisch nur, sich einen anderen AG zu suchen. Zzumindest DAS kann man als direkten Einfluss gelten lassen den das Wissen über eine ungerechte Bezahlung auf einen selbst hat.
 
Um an der Situation etwas zu ändern bleibt einem praktisch nur, sich einen anderen AG zu suchen. Zumindest DAS kann man als direkten Einfluss gelten lassen den das Wissen über eine ungerechte Bezahlung auf einen selbst hat.

Natürlich. Schon aus Gründen der Würde wäre die Kündigung in so einem Fall am nächsten Tag beim Chef.
 
Und wenn du mehr bekommst? Auch Kündigen?

Es ist ein Wettbewerb. Mitunter unfair. Wer es gerechter will, kann sich als gerechter Unternehmer mit transparenten Gehältern versuchen.

Hier wird aus meiner Sicht wieder etwas unnötig ein Fass aufgemacht.

Wenn ich ein Auto kaufen will, ist der Preis bei 5 Händlern auch unterschiedlich. Oder ist das auch ungerecht, wenn du dir den für dich passenden Verkäufer raussuchst? Vorsicht, ein besserer Verhandler bekommt dasselbe Auto beim selben Händler vielleicht sogar 20% günstiger. Oder 50%, weil er mit dem Chef Tennis spielt...

Mit dem Thema Steuern und Finanzen hat das aber kaum noch zu tun, finde ich.
 
Wenn ich ein Auto kaufen will, ist der Preis bei 5 Händlern auch unterschiedlich. Oder ist das auch ungerecht, wenn du dir den für dich passenden Verkäufer raussuchst? Vorsicht, ein besserer Verhandler bekommt dasselbe Auto beim selben Händler vielleicht sogar 20% günstiger. Oder 50%, weil er mit dem Chef Tennis spielt...

Es geht ja darum eben jahrenlang durch die Intransparenz nicht zu wissen was der andere bekommt und es dann herauszubekommen.
Beim Auto ist dies nicht so. Der Listenpreis ist überall der gleiche. Und dann holst dir ein paar Angebote von verschiedenen Händlern und nimmst das Beste. Aber dieser Preis richtet sich immer nach dem Listenpreis. Diese Information hast du im Job, sofern nicht nach Tarif bezahlt einfach nicht. Du weißt nicht was ein Unternehmen bezahlt bzw. bezahlen kann. Das die Gehälter zwischen Unternehmen unterschiedlich sind ist ja klar, das liegt halt daran wie gut man wirtschaftet. Aber innerhalb eines Unternehmens ist es oft einfach unbekannt, und damit hast du quasi keinerlei Verhandlungsgrundlage gegenüber der anderen Seite.
 
Und jetzt aus der Perspektive des Arbeitgebers betrachtet...

Der holt sich die günstigsten Angebote und hat die Transparenz.

Wie gesagt, Wettbewerb.
 
Es macht auch da einen Unterschied. Ein Auto ist ein Gegenstand. Ein Mitarbeiter ein Mensch, der etwas an den Arbeitgeber gibt was unersetzlich ist: seine Lebenszeit. Die Bezahlung entscheided darüber wie der Lebensstandard/Lebensqualität dieses Menschen ist. Wie gut man am kulturellen Leben teilnehmen kann, wie mobil man in welcher Art ist, wie oft man den Urlaub abseits des eigenen Balkon verbingen kann, wieviele Stunden man auch noch im Alter arbeiten muss, wie hoch die Rente ausfällt und ob man von Altersarmut betroffen sein wird, wieviele Stunden man überhaupt pro Woche arbeiten muss um über die Runden zu kommen, wieviel man privat an Krankenleistungen bezahlen kann (da die gesetzliche ja mittlerweile oft aufgrund von Wartezeiten und Terminmangel quasi manchmal unterlassene Hilfeleistung darstellt), wieviel man in private Weiterbildung investieren kann, wieviel man sich mit Versicherungen abischern kann (nicht jeder kann sich z.B. ne BU leisten), wie groß das Wohnklo/Wohnung ist in der man leben muss, in welchem Zustand die Wohnung ist in der man wohnen muss (Schimmel? Heiß im Sommer/Kalt im Winter?)...
Ein Arbeitgeber der so wenig zahlt, dass die Menschen wie Sklaven leben muss, ist und bleibt ein Ar.... und Ausbeuter. Ganz egal ob das legal ist oder nicht. Und genau dasselbe trifft für Arbeitgeber zu die ihre Mitarbeiter bei gleichen Rahmenbedingungen unterschiedlich bezahlen, nur weil die nicht wissen können das man sie verarscht. Er fährt keine Delle in ein Auto, sondern sein Handeln beeinflusst direkt das Leben von Menschen, und zwar massiv!
 
Es gilt auch weiterhin: Das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus ist das Mehrwertgesetz. Es beinhaltet das Ziel der kapitalistischen Produktionsweise, die Erzielung von größtmöglichen Mehrwert. Das Mittel dazu ist Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sowie die Schaffung und Aufrechterhaltung einer von einem tiefgreifenden Gegensatz gekennzeichneten Klassenstruktur.
und hat die Transparenz.
Und wenn dann Seitens der Politik ein Transparenzgesetz erlassen werden würde, was die Arbeitgeber dazu zwingt die gezahlten Löhne zu veröffentlichen, damit Arbeitnehmer auch Transparenz haben, ginge wieder mal das große Mimimi über zu viel Bürokratie los, obwohl man es sich selbst eingebrockt hat.
 
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Und wenn dann Seitens der Politik ein Transparenzgesetz erlassen werden würde, was die Arbeitgeber dazu zwingt die gezahlten Löhne zu veröffentlichen, damit Arbeitnehmer auch Transparenz haben, ginge wieder mal das große Brüllheulen über zu viel Bürokratie los, obwohl man es sich selbst eingebrockt hat.
Nur wenn man das Gesetz wieder "deutsch" macht. 17 Anträge, Ausnahmen, Einschränkungen, Sonderfälle und Genehmigungen plus Prüfung und wasweißich alles.
Inhaltlich ist es nahezu Null Aufwand, zu jeder Stelle in einem Unternehmen den Lohn zu veröffentlichen. Diese Daten sind in jedem größeren Unternehmen bei HR sowieso vorhanden - und bei kleinen Unternehmen mit 20 Leuten kann der Chef das in 10 Minuten von Hand machen.

Innerhalb der Arbeitsstellen (also Arbeiterbereich) ist das bei uns auch schon ewig so - jeder weiß welcher Stundenlohn auf welcher Planstelle steht und das kann man glaube ich auch nachsehen oder mindestens erfragen.
Bei Angestellten ists anders da das persönliche Gehälter sind. Die sind innerhalb des Tarifbereiches auch gut einzugrenzen da man anhand der Arbeit/Position die jemand hat recht gut einschätzen kann ob er in der Tariftabelle eher oben mitte unten ist. Das Gehalt ist nicht einsehbar aber gut abschätzbar sozusagen.
Erst darüner im außertariflichen/Führungskräftebereich ists völlig intransparent. Man weiß nur, dass jemand der so eingestuft ist mehr hat als das, was die Tabelle erlauben würde - aber ob 10% mehr oder 500% mehr ist geheim. Nur GANZ oben beim Vorstand wirds wieder transparenter, weil bekannt ist wie viele Vorstände existieren und deren kumuliertes Gehalt im Jahresbericht einer AG zwingend auftaucht. :-D

Mit dem Thema Steuern und Finanzen hat das aber kaum noch zu tun, finde ich.
Da der Thread nie mit einem genauen Inhalt erstellt wurde sondern nur aus einem anderen "ausgegliedert" wurde ist das Thema nicht wirklich hart eingegrenzt. Dass Lohntransparenz zu Finanzen zählt dürfte unstrittig sein, ob das hier eher ein Laberthread zu solchen Themen sein soll oder ein sehr konkretes Thema bearbeiten soll (anfangs mal Steuergerechtigkeit?)... keine Ahnung^^
 
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Apropos gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Da gab es vor zwei Jahren auch ein Grundsatzurteil vom BAG, wenn auch in dem Fall Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts.
Und der Schlusssatz daraus:
[...]
Welche Auswirkungen das Urteil in der Praxis konkret haben wird, wird sich zeigen. Feststehen dürfte jedoch bereits heute, dass der bloße Hinweis darauf, der andere habe „eben besser verhandelt“, zur Begründung unterschiedlicher Entgelte nicht mehr ausreichend sein wird

 
Und, hat sich was in der Praxis durch das Urteil geändert?

Gibt es Demos, Klagewellen, Kündigungswellen?

Ich sehe das alles nicht, kommt mir wie ne Phantomdiskussion vor.

Ist es gerecht, dass eine Wohnung für den einen 1000€ und für den anderen 2000€ kostet, nur weil diese in zwei unterschiedlichen Städten liegen?

Mir persönlich ist da zu viel Gleichmacherei um der Gleichmacherei willen drin.

Es hat doch jeder jetzt schon die Möglichkeit, sich für gleiche Löhne für gleiche Arbeit einzusetzen. Macht jeweils euren Lohn transparent, hängt den an die Bürotür, stellt den ins Internet, geht nur zu Arbeitgebern, die absolute Lohntransparenz praktizieren oder gründet selbst einen Laden, der in diesem Sinne handelt.

Oder ist es doch nicht so relevant, dass es für einen selbst in Arbeit endet?

Mir persönlich ist es das Thema nicht, aber wenn es für euch so wichtig ist, kämpft doch dafür. Da wird dieser Thread aber weniger bewirken, dann doch eher das Vorleben der Lohnntransparenz im Unternehmen, das Gespräch mit dem Arbeitgeber, das Wirken im Betriebsrat oder in Gewerkschaften oder wie gesagt das konkrete Handeln als Unternehmer, der das Prinzip Lohnntransparenz in die Tat umsetzt und so als leuchtendes Beispiel höchst motivierte Mitarbeiter gewinnt, denen Lohntransparenz sehr wichtig ist.

Zum Glück haben wir diese Freiheiten alle in Deutschland. Und wenn das am Markt gefragt ist, wird es sich auch durchsetzen.

Ich meine das übrigens absolut ernst, jeder hat doch die beschriebenen Mittel, sich aktiv dafür einzusetzen. Bis hin, in die Politik zu gehen und die Gesetze entsprechend zu ändern. Nur ist das alles sehr anstrengend, ohne Erfolgsgarantie und dauert richtig lange.

Da es diese Bewegung kaum gibt, ist meine Einschätzung, das hat kaum gesellschaftlichen Stellenwert momentan. Aber den dürft ihr ja aktiv ändern, vielleicht hilft es ja und bewegt etwas positiv.
 
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Und, hat sich was in der Praxis durch das Urteil geändert?
Da müsste man schauen ob Urteile deswegen gesondert in den Statistiken aufgeführt werden. Ansonsten schaffen es Urteile normaler Arbeitsgerichte eigentlich nie in die Berichterstattung und in Bezug auf LAG sind mir nach Suche nur drei über den Weg gelaufen.

Bis hin, in die Politik zu gehen und die Gesetze entsprechend zu ändern.
Da ist schon was auf dem Weg, was bis 7. Juni 2026 umgesetzt werden muss:
 
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Gut, damit sind Frauen und Männer dann gehaltsmäßig gleichgestellt. Dann müsste es nur noch für Frauen untereinander oder Männer untereinander erklagt werden, worum es in den letzten Beiträgen ja ging (oder durch die anderen genannten Maßnahmen).

Oder hab ich es falsch verstanden und es ging nur um die Gleichheit der Bezahlung zwischen Frauen und Männern?
 
macht die Gesetze effizient und schmeisst die Regluierungen weg, die nix oder kaum was bringen
Aktueller Artikel dazu, für diejenigen, die Deutschland eine effiziente Verwaltung und Bürokratie attestieren...
 

Manche sprechen schon von einem "schwarzen Montag".

Na, wie stehen eure Depots? ^^
 
Da ist schon noch etwas Luft nach unten...mich freuts, wenn auch mal ein paar reiche Schnösel auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.
Für uns Fußvolk, die nicht mit Geld an der Börse spielen können wird ja auch immer alles teurer. :D
 
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