Einige Anmerkungen, weil mir das als Aussage von "offizieller Stelle" doch schon etwas problermatisch erscheint:(A) Ich wiederhole auch meinen Hinweis gerne noch einmal: Diese Steam-Umfragen sind freiwillig. Wer da nicht mit macht, wird also auch nicht gezählt. Zudem lässt sich die Umfrage manuell aufrufen und abschicken, so oft man möchte.
Dazu auch gerne mal das hier lesen:
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Steam-Hardware-Umfrage: Laut AMD keine verlässliche Quelle für Marktanteile
Laut AMD dürfe man den Ergebnissen der Steam-Hardware-Umfrage nicht trauen. Wie es vom Vice President und General Manager der Radeon-Geschäftseinheit, Scott Herkelman, heißt, sorge ein Bug, der bereits seit 2017 vorhanden ist, für eine Falschzählung, wodurch Intel-Prozessoren übermäßig stark...www.pcgameshardware.de
(B) "Statt jeden Rechner nur einmal zu zählen, werde jeder individuelle Login als neue Instanz registriert, so AMD."
"Valve erfasst im Zuge der Steam-Hardware-Umfragen nach allem, was bekannt ist, (C) bei Weitem nicht die Daten aller Steam-Nutzer. Stattdessen handelt es sich lediglich nur um einen kleinen Ausschnitt, bei dem monatlich lediglich zufällig ausgewählte Nutzer befragt werden, die darüber hinaus auch ihr Einverständnis geben müssen."
Diese Daten sind also alles, aber nicht repräsentativ.
(A) Die PCGH-Umfragen sind hier keinen Deut besser. Es wird keine Stichprobe bestimmt und entsprechend selektiert, sondern es wird den Seitenbesuchern überlasssen ein Voting abzugeben oder auch nicht. Typischerweise werden sich hier insbesondere auf der Seite aktive User bevorzugt in den Ergebnissen verewigen und zudem ist es ebenso ein naheliegendes psychologisches Phänomen, dass eine gewisse Klientel ein besonderes "Mitteilungsbedürfnis" hat und dementsprechend mit höherer Warhscheinlichkeit an derartigen Vortings teilnehmen und zu einer weiteren Verzerrung des Ergebnisses beitragen wird.
Wenn man den Modus Operandi über einen längeren Zeitraum beibehält, kann man vielleicht einige brauchbare Aussagen zum Forum und hier konkret zu den aktiveren Usern treffen, je mehr man die Ergebnisse jedoch auszuweiten und zu generalisieren versucht, desto ungenauer bis hin zu unzulässiger werden solche Versuche.
(B) Man kann sich an zwei Finger ausrechnen, dass AMD mit dieser "Gegendarstellung" eine sehr subjektive Position vertritt und ein rein kommerzielles Interesse verfolgt, denn man könnte die von Valve allgemein verfügbar gemachten Zahlen auch durchaus negativ mit Blick auf AMD auslegen (bewusst überspitzt: immerhin gerade mal "magere" +10 % CPU-Anteil nach rund 54 Monaten Zen am Markt; der Großteil der PC-Gamer spielt offensichtlich weiterhin "unbeirrt" auf Intel-CPUs. Und in diesem Kontext sähe es gemäß Steam gar noch deutlich schlechter aus, denn hier ging es damals um GPUs).
Dass AMD dieser möglichen Interpretation natürlich entgegenarbeiten möchte, ist nur allzu verständlich, zumal diese Daten allgemein und für jedermann verfügbar sind und sich die wenigsten in unserer schnelllebigen Zeit tiefgreifendere Gedanken zu deren Anwendbarkeit und Relevanz machen werden, wie sie bspw. Torsten auszugsweise skizziert hat. Letzten Endes also durchaus etwas, was AMDs Marketing ein Dorn im Auge ist.
Man kann sich jedoch an ebensowenigen Fingern ausrechnen, dass wenn man sich den Zugriff auf diese Daten erkauft, man weitaus tiefergreifende Filter- und DrillDown-Möglichkeiten haben wird, die sehr genaue Einblicke in den PC-Gaming-Markt ermöglichen werden und im worst/best case wird Valve diese Daten gar ggf. noch mit weiteren Daten anreichern. Denn schlussendlich ist die Monetarisierung dieser Daten letzten Endes das eigentliche Ziel.
Darüber hinaus, nichts anderes wird auch Epic machen, die in ihrer EULA ebenso erklären, dass sie Harwaredaten statistisch erfassen und es wäre naiv zu glauben, dass UPlay das nicht auch täte. Mit den Daten, über die alleine schon diese drei großen Plattformbetreiber verfügen, dürfte man bereits mit beträchtlicher Genauigkeit den PC-Gaming-Markt analysieren können.
*) Darüber hinaus hat hier aber AMD auch relativ geschickt kommuniziert, wohlwissentlich, dass der allgemein hängenbleibende Tenor ein anderer sein wird, als das was AMD konkret und wenig anfechtbar äußerte, denn selbstredend stellt Steam nicht unmittelbar einen Marktanteil dar, insbesondere keinen universellen Marktanteil. Man kann sich hier leicht ausrechnen, dass das von Scott Herkelman keine spontanen Aussagen waren (die eingeblenden Slides kamen ja nicht von Ungefähr), sondern dass man sich hier zuvor zusammengesetzt und überlegt haben wird, wie man Steam hier kommunikativ nach außen hin entgegentreten kann ohne es so aussehen zu lassen die wohlmöglich gar diskreditieren zu wollen. Auffällig ist aber auch, dass er gleichermaßen bewusst einen ebenso natürlicherweise aus den Steam-Daten herausfallenden Aspekt bewusst unter den Tisch fallen lässt, denn er sagt konkret in diesem Kontext (in 07/19):
"... Steams intention is never to use their data for market share, that is not what this data is for, this data is really to give game developers insight into the graphics and CPU horsepower or technologies so that way the game developers who launch games through Steam know that hey if you want to sell a million copies of your game here's the average horsepower you should look for or if you want to do a technology demo or a showcase in your game here's a little horsepower you can expect in the number of game or the number of gamers that probably could play that game ..."
Abseits der qualitativen Aspekte ist es jedoch selbstredend vollkommen absurd den erhobenen Daten jedwede quantitative Eigenschaft abzusprechen (was er hier ganz klar implizit versucht). Wenn bspw. ein Entwickler auf diese Zahlen schaut und zu entscheiden hat, dass man nur noch X-hundert Arbeitsstunden an Optimierungen an der Engine bis zum festgelegte Releasetermin hat, wird man diese Zahlen natürlich selbstredend auch oftmals dafür heranziehen um zu entscheiden wo und für welche Hardware diese Arbeitsstunden am sinnvollsten investiert sind, usw. Und Steam wird sicherlich noch tiefgreifendere Analysen ermöglichen, d. h. wie sieht die typische Hardware bei Gamern aus, die AAA-Shooter spielen oder wie bei RTS-Spielern (oder gar bei einem spezifischen, populären Titel) und hier wohlmöglich nicht nur darauf basierend, ob Spieler XY einen (oder mehrere) solche(r) Titel in seinem Account hat, sondern ggf. gar zusammengeführt auf tatsächlich abgeleistete Spielstunden in Zeitintervall AB.
(C) Der hier am Ende zitierte Passus ist ein denkbar schlechtes Beispiel und scheint vielmehr nahezulegen, dass der Autor des Artikels eher unbedarf mit Blick auf statistische Erhebungen ist, denn das, was er hier nach dem zweiten Komma anführt und anscheinend als Gegenargument anzubringen versucht, sind eigentlich gängige Eigenschaften einer ordendlichen statistischen Erhebung. Beispielsweise könnte Valve hier rein technisch durchaus auch eine (regelmäßige) Vollerhebung durchführen, nur warum sollten sie das, denn Sinn und Zweck entsprechender Erhebungen ist es ja gerade mit einer kleinen, sorgfältig ausgewählten Stichprobe und möglichst wenig Aufwand Aussagen über eine Grundgesamtheit treffen zu können. Das hier "relativ leicht" gar eine Vollerhebung möglich wäre (mit Ausnahme aktiver Ablehner/Verweigerer) ist eher eine Ausnahmesituation, die in den meisten Fällen eher nicht gegeben ist und ebendrum benötigt man statistische Methoden um dennoch verlässliche Aussagen über diese betrachteten Grundgesamtheiten treffen zu können.
*) Klarstellung: Mit Blick auf Steam (Valve) hat Torsten bspw. schon einige zu berücksichtigen Punkte angeführt, darüber hinaus ist es mein Anliegen klarzustellen, dass die PCGH-Auswertung, die Steam-Statistik und etwaige konkrete Marktanteile bestimmter Firmen komplett unterschiedliche Paare an Schuhen sind.
Will man bspw. belastbare Zahlen zu tatsächlichen Marktanteilen haben, muss man u. a. auf IDC, Mercury und JPR schauen. Will man etwas tiefer schauen, als nur mit den geteaserten, selektiven Daten der Werbe-News arbeiten, muss man hier jedoch einige Tausend US-Dollar berappen und man darf die Informationen nur intern weiterverwerten, d. h. für ein Unternehmen wie die PCGH wäre der Kauf eines solchen Reports nur von geringem Interesse, außer zur Kalibirierung des Kompasses von einigen Mitarbeitern, denn nennenswerte Ergebnisse und hervorzuhebende Findings aus den Reporten könnte man nicht veröffentlichen.
Und um einigen Zweiflern hier den Wind aus den Segeln zu nehmen: Scott Herkelman erklärt (in 07/19) hier explizit zur Marktanalyse und der Verwendung der öffentlich verfügbaren Daten, die AMD selbst zu diesen Zwecken nutzt:
"... and so the first thing that we [AMD] take a look at is the publicly held data from like IDC, Mercury or Jon Peddie Research that really does a good job tracking market data and market share but the other piece of data that we look at is from Steam ..."
**) Überlegung zu einer möglichen Vollerhebungen bei Steam:
- Abhängig davon welchen derzeitigen Anspruch Valve an die Genauigkeit hat, würde eine Vollerhebung nur eine geringfügige Präzisierung des Ergebnisses bieten, jedoch den verarbeitungstechnischen Aufwand und die notwendige Datenvorhaltung beträchtlich aufwändiger machen.
- Diese würde die User schnell nerven; man könnte zwar um eine generell zeitlich längerfristige Einverständniserklärung bitten, hier weiß ich jedoch nicht ob das rechtlich ginge, zumal man hier in den über einhundert Ländern auf unterschiedliche Regularien treffen wird, sodass die einmalige, punktuelle Erklärung vielleicht der kleinste gemeinsame Nenner ist?
- Zudem bleibt die Frage, ob es noch weitere rechtliche Gründe gegen ein solches Vorgehen geben könnte?
- Eine derartig regelmäßige und offensichtliche (Massen-)Datenerhebung könnte vermehrte Bedenken bei Usern auslösen und zu einer verstärkt ablehnenden Haltung bzgl. der Teilnahme führen. Im worst case hätte man nach einigen Durchläufen/Monaten einen Großteil der User verloren, die dann pauschal die Teilnahme verweigern würden und man stünde ggf. noch schlechter bzgl. der Datenlage da als jetzt mit einer stichprobenartigen Erhebung.
- Weiterhin würde der werbetechnische Aspekt der Umfrage mit Blick auf die Plattform verloren gehen. Aktuell wird regelmäßig Diskutiert was man mit der Hardware Survey anfangen kann und was nicht und das ist durchaus im Sinne von Valve, denn die Kunden, die sich den Zugriff auf diese Daten tatsächlich für Tausende von US-Dollar einkaufen, werden grundsätzlich von verwertbaren Daten ausgehen, die diese Investitionen auch rechtfertigen (sollten die sich im Nachhinein als etwas anderes herausstellen, würde so ein Kunde wohl nie wieder bei Steam diese Daten einkaufen, was zweifellos nicht im Interesse von Valve sein wird, zumal derartige Kunden nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen dürften).
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Nämlich wie die konkrete Nutzerbasis aussieht. Und wenn in der Praxis halt viele "Altsysteme" unterwegs sind, dann ist das halt die Realität.