AW: Star Citizen: 117 Raumschiffe im Paket für 27.000 US-Dollar
11 Seiten zu dem Thema durchgelesen und ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Beispiele:
1.
--> Hier wird ganz klar impliziert, dass Käufer eines solchen Paketes Symptome einer
(Glücksspiel-)Suchterkrankung aufweisen. Solche Annahmen bzw. die Diagnostik würde ich gern dafür geschulten Ärzten und Psychologen/Psychotherapeuten überlassen.
2.
--> Games that let you buy better gear or allow you to make better items then everyone else at a faster rate and then makes the game largely unbalanced even for people who have skill in the game without paying. (
Quelle)
Kern von pay2win ist der
garantierte Sieg durch einen Kauf von digitalen Inhalten. Eine Erklärung, in wie fern dies bei Star Citizen der Fall ist (an einem konkreten Beispiel anhand von Schiffen und Professionen aus dem Star Citizen Universum), bleibt der Autor dieser Zeilen dem geneigten Leser leider schuldig.
3.
--> Stellt man das Finanzierungsmodell in Frage, stellt man das Projekt insgesamt in Frage. Star Citizen wäre ohne Crowdfunding gar nicht möglich gewesen.
"I was never making a two or three or four million dollar game. I was always making $15 million game, minimum," Roberts says. "I'd lined up investors, and the crowdfunding was to validate that people still cared about space sims, or even about me, because I'd been gone for 10 years."
As it turns out that, thanks to crowdfunding, he no longer needs investors at all.
"The crowdfunding took off, and I could basically have more features than I wanted in the initial game, so the scope grew to what I'd always wanted it to be if I had an unlimited budget. And that was it." (
Quelle)
4.
--> Gemolken wird eine Kuh; ein Nutztier welches nicht frei darüber entscheiden kann ob und wann es gemolken werden möchte. Ich glaube kaum, dass ein Star Citizen Unterstützer sich gern als ein solch unmündiges Wesen titulieren lassen möchte.
Crowdfunding-Projekte bzw. Early Access-Titel leben von dem Vertrauensvorschuss sowie der Geduld der jeweiligen Unterstützer. Eine Garantie gibt es bei solchen Investitionen nicht. Darüber wird jedoch informiert sobald man bei Plattformen wie indiegogo, kickstarter oder fig ein Projekt gezielt finanziell unterstützt.
Verfolge Star Citizen nun seit Anfang 2013. Als Unterstützer wird man irgendwann müde über all die Jahre immer wieder auf Halbwahrheiten, bewusst herablassende, teils sogar beleidigende Kommentare ernsthaft einzugehen. Ja, auch ich erlebe die gefühlte Stagnation / zähen Fortschritte und all die geplatzten Versprechungen der Roadmaps à la Gamescom und CitizenCon. Das ist eine unschöne Realität dieses Projekts aber Verschiebungen und Änderungen sind charakteristisch für die Softwareentwicklung. Jedes Spieleprojekt durchläuft diese Phase; es dringt nur nicht so tief ins Gedächtnis der Nutzer ein, da ein Großteil der Spiele jahrelang hinter verschlossenen Türen entwickelt wird und nicht ansatzweise über ein solches Projektbudget verfügt (reine Entwicklungkosten - keine Marketingkosten miteinkalkuliert!). Es ist deshalb solch ein Reizthema und zugleich medienwirksam, da hier kein Publisher zig Millionen investiert hat (wie es tagtäglich in der Branche an der Tagesordnung ist), sondern hunderttausende Menschen weltweit. Und diese wollen wissen was wann warum mit ihrem Geld passiert.
Die alles entscheidene Frage ist und bleibt: Wie tolerant ist man hinsichtlich des Zeitrahmens? Einige Backer haben bereits 2013/2014 kalte Füße bekommen, andere fluchten zwischen 2015 - 2017 und ließen sich ihre Gelder zurück erstatten. Aber ein Großteil derer, die ich über all die Jahre kennen gelernt habe, blieben bei ihrem Paket und schauen sich die Entwicklung von Zeit zu Zeit an. Mein Eindruck mag ein stark subjektiv sein aber ich vermute, dass ein Großteil der Inhaber der über zwei Millionen registrierten Accounts die zurückhaltende Masse darstellt, die weiterhin das Geschehen verfolgt. Vielleicht nicht mehr mit der Intensität und Begeisterung die noch zu Beginn spürbar war, aber sie sind weiter an Board und unterstützen nach wie vor die Idee eines Spiels, dass nur so vor Größenwahnsinn strotzt. Und das ist alles was dieses Genre benötigt.
Also, mit diesem Unfug den du hier schreibst, habe ich mich verpflichtet gefühlt einen Account zu erstellen. Eine größere Verblendung habe ich selten gesehen.
1. Es kann einem Forum relativ egal sein, ob es dir gefällt oder nicht, dass Leute ihre Meinung über Spielsucht zum Besten geben. Du möchtest das zensieren.
2. Nein ist es nicht und du hast wirklich nichts verstanden. Nach deiner Definition wäre P2W ein instant win Button ("garantierter Sieg"). Überträge man dies auf Mensch Ärgere Dich Nicht, meinst du, dass P2W bedeutete, der P2W-User drücke den P2W-Button und damit stünden alle Figuren sofort im Ziel. Was aber wenn zwei Spieler P2W-Mechaniken benutzen? Hätten dann beide sofort gewonnen? Das was du hier als P2W beschreibst gibt es nicht und kann es auch gar nicht geben, denn P2W beschreibt immer einen Vorteil durch Geldeinsatz gegenüber anderen Spielern und nicht etwa die sofortige siegreiche Beendigung des Spiels (in 4. mehr dazu).
3. Warum sollte man das Finanzierungsmodell nicht in Frage stellen, bei den Auswüchsen, die es hat? 117 Raumschiffe, lebenslange Versicherungen, das sind Dinge, die andere Spieler sich regelmäßig und wiederkehrend erspielen müssten, sofern sie überhaupt noch Lust dazu haben in mitten von diesem legalisierten Cheating zu verweilen. Du wirst doch nicht erzählen wollen, dass sich Spieler diese 117 Schiffe innerhalb von wenigen Tagen erspielen können. Das wird eher eine Jahres- oder Lebensaufgabe sein, bzw. von einzelnen Spielern gar nicht in einem angemessenen Zeitraum umzusetzen sein. Es wäre gesponnen, etwas anderes zu behaupten.
4. Es ist doch völlig offensichtlich - bei dem was du schreibst, dass du dich hier selbst verteidigst, es dir demnach nicht um die Sache geht, sondern du dein eigenes Verhalten rechtfertigen möchtest. Du möchtest zensieren, dass das Kaufen von Vorteilen gegenüber anderen Spielern in Spielen wie SC pathologisch sein könnte, weil du es selbst betreibst. Nach deiner Definition gäbe es auf dem gesamten Markt kein einziges P2W-Spiel, denn die Definition eines Spiels beinhaltet bereits den offenen Ausgang und den weg zum Sieg durch strategisch (oder eben weniger strategisch) geschicktes Handeln der Spieler. Ein Spiel, was durch einen Echtgeldkauf direkt beendet werden könnte, wäre kein Spiel mehr und kann es daher nicht geben. Du machst das, weil du selbst ein P2Winner bist und dir deine verqueren Auffassung von fairem Wettbewerb nicht eingestehen möchtest.
Weitergehend:
Anzunehmen ist, dass du in Wettkampfspielen nichts reißen kannst - ja wahrscheinlich sogar immer wieder zu Cheats gegriffen hast um deine Unzulänglichkeiten abzufedern und jetzt glücklich auf solche Modelle ausweichst, wo du dich einkaufen kannst.
Wie ist das Begründet?
Ein normaler Umgang mit dem Thema würde bedeuten, sich selbst eingestehen zu können, dass das was du bei SC machst P2W ist, aber da ganz gelassen darüber zu stehen und womöglich folgendes zu empfinden: Ja und? Dann ist es eben P2W, das Spiel baut sein Geschäftsmodell darauf auf, dass Spieler sich die best möglichen Startkonditionen durch Einsatz von Echtgeld sichern und ich mache da eben so wie viele andere auch mit.
So würde das ein gesetzter Mensch betrachten, der keine Not zur Realitätsverdrehung empfindet.
Was du aber machst, gleicht eben genau diesem pathologischen Verhalten von Spielsüchtigen und Betrügern (Cheatern). Die Realität verqueren und mit unsinnigen Thesen zu "bereichern", welche keinerlei Überprüfung standhalten. Dir über Zensur zum Recht verhelfen zu wollen und am Ende auf die Gefühlsebene abzudriften, welche von allem vorherigen Ablenken soll.
Ich will dir mal dazu eine Analogie zum echten Leben darstellen:
Auch dort gibt es P2W, ja es ist sogar überall vertreten. Nehmen wir Kinder die gute Tennis- oder Klavierspieler werden wollen und sollen. Dazu muss man sich den Tennisplatz, das Klavier und die Lehrstunden in frühem Alter leisten können. Natürlich können dann Leute wie du daherkommen und behaupten "wieso, der Junge kann doch warten, bis er sein eigenes Geld verdient und sich dann das Klavier mit 15 kaufen und Stunden nehmen und immer noch ein guter Klavierspieler werden!" Das ist in der Theorie sicher richtig, hat jedoch mit der Realität nichts zu tun, denn mit 15 ist man entweder schon ein exzellenter Klavierspieler, oder man hat extrem schlechte Chancen zu den anderen, die schon im alter von 3, 4 oder 5 angefangen haben, noch aufzuschließen.
Und genauso verhält es sich beim Start mit solchen Online-Games. Jeder, der von der Materie die geringste Ahnung hat, weiß, dass anfängliche Vorteile in Loot- und Handels-Spielen Gold wert sind und sich über die Zeit hin potenzieren. In Path of Exile z. B. spielen die Spieler am Anfang einer Saison 48 bis 72 Stunden fast non-stop um sich diesen Startbonus zu sichern und ihn in die folgenden Spielphasen zu tragen. Das verhält sich jedoch überall gleich (systembedingt) und soll hier nur als Beispiel dienen.
Also zusammengefasst:
Die eine Sache ist es, über krankhaftes Verhalten beim Echtgeldkauf in Computerspielen zu philosophieren. Man kann darüber sicherlich trefflich streiten und es mag verschiedenste Motivlagen dafür geben.
Unstrittig ist jedoch, dass das Leugnen und Verdrehen der eigenen Realität in der man sich befindet, die Forderung nach Zensur derer, die diese gerade rücken und das völlig falsche Darstellen von P2W, nämlich nach deiner Definition !nicht existent! (da es dieses von dir beschriebene P2W gar nicht geben kann) ist, sicherlich alles andere als diejenigen Handlungen eines aufrichtigen Menschen darstellen.
Hier nochmal die Realität für dich:
Es gibt P2W. In fast allen Lebensbereichen kannst du dir durch Geld einen Vorteil erkaufen, angefangen beim Ablasshandel, über die Ausstattung der eigenen Kinder mit Zukunftschancen, etc. Gerade deshalb gibt es auch einige unter uns, die davon in einem Computerspiel nichts wissen wollen und darauf höchst allergisch reagieren.
Du bist jemand, der allem Anschein nach voll auf P2W setzt und sich so sehr darüber definiert, dass er die Bedeutung von P2W fern jeder Realität darzustellen ja umzudeuten versucht.
Ist das nun pathologisch? Womöglich. Aber vielleicht bist du einfach nur der average-guy, der B- bis C- Mitarbeiter eines Unternehmens, der es sich möglichst bequem einrichten möchte und um dies zu gewährleisten, nicht um eine konsequente Realitätsverdrängung herum kommt.