Oh oh , da hat aber jemand nicht im Geschichtsunterricht aufgepasst
Fakt ist, dass Abos nicht dafür gemacht wurden, um den Konsumenten bzw. Spielern einen Gefallen zu tun, sondern diesen, salopp gesagt, möglichst einfach und über einen möglichst langen Zeitraum das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es fängt attraktiv an um tunlichst viele Kunden zu gewinnen, den Kunden an den Service zu gewöhnen und irgendwann wird dann angezogen. Viele schaffen dann den Absprung nicht mehr - Profit.
Hat man vor einigen Jahren noch Datenträger gekauft, welche man dann sein Eigentum nennen konnte, gibt es jetzt im Abo nichts mehr auf die Hand. Man darf etwas herumspielen, um bei den aktuellsten Trends mitreden zu können, aber - und das ist jetzt meine Meinung dazu - das hat nicht mehr viel mit dem Gaming zu tun, mit dem ich groß geworden bin, welches ich lieben gelernt habe und bei dem ich dem Produkt eine Wertigkeit zusprechen kann. Es geht heute darum in möglichst kurzer Zeit möglichst viel möglichst günstig zu konsumieren. Früher hat das Spiel, für welches man vielleicht noch sparen musste, in den Laden gefahren ist, es sich vielleicht sogar noch importieren lassen musste, länger gehalten. Da wurde ein Spiel nicht so schnell links liegen gelassen, weil es Geld und Zeit gekostet hat, dieses Spiel überhaupt spielen zu können. Ein Grund, weshalb Raubkopien nichts für mich sind. Ich sehe und spüre den Wert nicht, der hinter dem Spiel steckt. Gleiches gilt für Abos.
Irgendwann, so meine Befürchtung, wird sich der Markt an das Abomodell für Spiele anpassen und wir bekommen Abospiele von der Stange, zugeschnitten nach einem Erfolgsalgorithmus, damit der Spieler genau das konsumiert, was der Dienstleister möchte - und möglichst viel davon. Vielfalt adé.
Eine ähnliche Manipulation der Spieler sehen wir ja jetzt schon in einigen "GaaS" Spielen, in denen der Algorithmus den Spieler dahingehend beeinflusst, möglichst lange vor dem Bildschirm zu hocken, kurzzeitige Erfolgserlebnisse einzuheimsen, Geld in den Stores zu lassen und sich abhängig von der Plattform zu machen. Es geht darum, Zeit beim Servicedienstleister zu verbringen und nirgendwo anders.
Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass ich solche Methoden moralisch verwerflich finde und dabei nicht mitmache oder mitmachen werde. Sollte das die Zukunft des Gamings sein, werde ich zum Retrozocker. Aber vielen scheint es auch einfach egal zu sein und lassen mit sich alles machen - solang es vermeintlich günstig ist. Dass man selbst zum Produkt wird, scheint ist anscheinend vernachlässigbar.