AW: Sleeping Dogs: Erste Tests mit famosen Wertungen für den GTA-5-Konkurrenten
Warum wird immer mit so einem Schmu um sich geworfen, von wegen Magazine würden von Publishern bezahlt werden?
Vielleicht ist das Spiel ja tatsächlich einfach nur sehr gut geworden? Kann ja sein.
Im Netz scheint es eben nur noch Schwätzer und Hater zu geben. Tatsächlich sind nach wie vor die meisten Spiele sehr gut, die - insbesondere von Printmagazinen - auch so bewertet werten. Der durchschnittlicher Besserwisser im Netz scheint aber nicht zu verstehen, dass man als Tester zahlreiche Elemente des Spiels und vor allem auch andere Titel berücksichtigen muss, um einen fundierten und gleichzeitig vergleichbaren Test zu schreiben. Dazu gehört es zum Beispiel auch, Genre-spezifisch zu werten und nicht einzelne Schwächen, die einen als Privatperson vieleicht sogar am Kauf hindern würde, über den restlichen Inhalt zu stellen. Es ist zum Beispiel unseriös, aus Mass Effect 3 ein schlechtes Spiel zu machen, nur weil das Ende untypisch ist. Genauso sollte kein seriöser Tester Risen 2 als Totalausfall hinstellen, weil es im Vorgänger noch ein paar Details im Charakterbaum mehr gab. Vor allem nicht, wenn seichte Konkurrenten wie Two Worlds oder Amalur of Reckoning trotz ihrer Schwächen noch gut weg kamen - was sie im Übrigen tun, weil sie trotzdem Spaß machen. Nur weil andere Titel das möglicherweise besser machen, wird das Ergebnis der anderen noch lange nicht mangelhaft. In der Schule sind auch nicht alle Schüler verblödet, sobald sie nicht zu den Einserkanditaten zählen. Aus diesem Grund kann ich Seiten wie 4Players auch nicht mehr ernst nehmen. Sobald es da nicht zur Perfektion reicht, wird gleich ein Verriss runtergeschrieben. In meinen Augen nur billige Selbstdarstellung der Hobbyschreiber dort. Ich halte zum Beispiel von Call of Duty ausnehmend wenig. Dennoch muss ich anerkennen, dass die Spiele eine kinoreife Geschiche wie nur wenige andere Titel erzählen, die ganz offenkundig Millionen begeistert. Soll ich das als Tester trotzdem runtermachen, weil es nicht mein Fall ist? Da lasse ich doch lieber jemanden den Vortritt, der die Sache neutraler angeht und den Titel in Relation zu Genre, Zielgruppe und Konkurrenz setzt.
Im Übrigen empfehle ich grundsätzlich, Rezensionen trotz der vielen bösen Buchstaben auch mal vollständig zu lesen. Im Fließtext werden nämlich meistens auch die unschönen Seiten hervorgehoben. Nur auf die Endnote gucken und dann brüllen, warum ein Spiel mit dieser und jener Schwäche ne gute Note bekommen hat, ist unseriös. Zumal man so auch niemandem den Vorwurf machen kann, nichts von gewissen Elementen gewusst zu haben.