Ging bisher an mir vorbei. Sind wir im Durchbrenn-Zeitalter angekommen?
Eher nicht. Einzelne Probleme tauchen immer mal wieder auf und dann hängt es von realen oder vermeintlichen Mustern ab, wie hoch die Sache kocht. Ich erinnere an den Sockel 1156. Neu ist nur, dass es mal AMD trifft – da die in den bisherigen Shitstorms aktivste Meute aber
nie einen Fehler bei AMD sehen würde, ist es diesmal schwerer, mit dem Finger zu zeigen. Asrock kriegt zwar viel Flak ab, weil das Problem zuerst in /r/Asrock/ thematisiert wurde und dort, oh welch Wunder!, vergleichsweise wenig Biostar- und ECS-User ihre Probleme klagen, weswegen auch viele News konzentriert über Asrock berichten. Aber da es halt auch sehr viele überzeugte Asrock-Nutzer gibt, gerade auch im AMD-Lager, und die überwältigende Mehrheit keinerlei Probleme feststellen kann, köchelt das ganze nicht über, sondern auf Sparflamme.
Wie schon bei den RPL-Problemen sind leider auch diesmal die meisten Fälle nur oberflächlich dokumentiert. Oft sind nicht einmal alle Einstellungen bekannt und hat natürlich hat niemand, bevor es zu spät war, einen Grund gehabt, konkrete Parameter im Betrieb zu prüfen. Das macht es schwer, die tatsächliche technische Ursache zu ermitteln und Gegenmaßnahmen oder begründete Schuldzuweisungen zu nennen.
Ich kann mir das weniger vorstellen.
Es gibt unter PBO / Advanced / Motherboard Limits hohe Limits, welche vom Maiboardhersteller kommen und wo man noch am ehesten den Hund bei ASRock begraben vermuten könnte. Aber wer nutzt genau diese dummer Motherboard Limits?
Gut, ob es bei den CPUs noch etliche verborgene Werte gibt, das weiß ich jetzt nicht.
Wenn es die geben sollte, sind sie wirklich
sehr unbekannt.
Eigentlich gilt die Ansteuerung von Ryzen-CPUs als fest in der Hand von AMD. Mainboard-Hersteller können PBO freigeben, wo das erlaubt ist, und sie können durch niedrigere Plattformlimits bremsen. Aber alles andere macht AGESA. Die einzige bekannte Werks-OC-Methode ist eine Manipulation der Eingangsgrößen: Keine CPU kann ihre eigene Stromaufnahme messen. Die dafür nötigen Daten werden von den Spannungswandlern des Mainboards bezogen und wenn dieses einen zu niedrigen Wert meldet, wird eine zu niedrige Verlustleistung ermittelt, sodass die CPU sich länger innerhalb der Power Limits wähnt als sie es tatsächlich ist. Die letzten bekanntgewordenen Fälle, in denen das ausgenutzt wurde, waren aber zu mittleren AM4-Zeiten und bewegten sich in typischen, also eher harmlosen OC-Dimensionen. Seitdem ist nichts mehr aufgefallen und ich überwache in Mainboard-Tests sowohl den Systemverbrauch mit externen Methoden als auch die resultierenden Taktraten und Temperaturen. Wenn jemand bei angeblichen "180 W" auf einmal Takt, Verbrauch und resultierende Temperaturen einer gefährlichen 280-W-OC-Konfiguration anliegen würden, würde das sofort auffallen.