Ich glaube, dass die Preisdecke für Enthusiasten tatsächlich noch lange nicht erreicht ist.
Es sind ja nicht nur die Enthusiasten-Produkte. Vor zehn Jahren empfahlen selbst Spiele-Magazine als Einstieg teilweise Karten, die für um die 100 Euro zu haben waren, teilweise sogar darunter. Heute rufen die Hersteller auch von der UVP her für das damalige Niveau ~300€ auf, richtig angezogen hatte das übrigens bereits mit der Pascal-Generation -- entsprechend entwickelten sich auch die Gewinne seit damals 2016 / 2017 bereits.
In wenigen Jahren hat ein kompletter Markt eine Vervielfachung der bis dahin marktüblichen Preise akzeptiert, selbst inflationsbereinigt -- quer durch die Bank. Auch die Nicht-Enthusiasten-Modelle werden entsprechend noch mal eine Schippe drauflegen und die Hersteller wären blöd, das nicht zu tun. Von Nvidias CEO stammt ja auch das Bonmot, nach dem -- ungefähr -- der Preis wenigstens einer Konsole für eine Grafikkarte angemessen sei. Das würden die Kunden auch akzeptieren. Schließlich, so die Logik in etwa, mache eine Grafikkarte alleine aus einem grauen, schnöden PC, eine bunte Spielekiste (dass diese Grafikkarte ohne entsprechende PC-Umgebung nicht mal den Herstellungspreis ihres Verpackungs-Kartons wert ist, geschenkt).
Apropos Autovergleiche: Ich sehe Grafikkarten für aktuelle Spiele, insbesondere die Modelle für Max-Details in AAA-Games, auch eher als Elektro-Luxus (am PC gibts schon seit Jahren eine Spiele-Bibliothek, die für fünf Leben reichen würde). Aber einen überflüssigeren Luxus gibt es für mich kaum. Für den Bugatti zum Beispiel gibt es noch immer kein staatlich festgezurrtes Tempolimit, so dass er durchaus etwas Ausfahrt bekommt. Aber der Spielemarkt braucht gar keinen Staat, um die Luxuskarte auszubremsen. Das tut er ganz alleine.
Denn: Um immer schnellere Hardware voll auszulasten, braucht es immer mehr Entwicklungsbudget. Weil immer größere Teams, die dafür benötigt werden. Entsprechend sinken seit Jahren die Risiken dieser Projekte. Staat Killer-Apps wie weiland Wing Commander, Ultima / Underworld, Half Life, Thief, System Shock, Quake 1 und Co. haben längst Endlos-Reihen von Fantasielos-Franchises die Blockbuster-Zügel übernommen. Hinzu kommt: Niemand kann sich mehr erlauben bei solchen Kosten, ausschließlich für PC zu entwickeln. Entsprechend sind (fast) alle Titel Multiplattform oder Konvertierungen -- und haben am PC trotz all der Extrapower höchstens noch den "Benefit", noch was hübscher auszusehen als auf Konsole und/oder der Vorgängerkarten-Generation. (Bei mancher Endlos-Reihe wie Fifa gelegentlich nicht mal das -- was auch den dann stetig folgenden Shitstorm erklärt). Wie gesagt, die Hersteller verkaufen hier im Vergleich zu "goldenen" PC-Jahren erfolgreich -- im Vergleich -- Eis an Eskimos.
edit: Und dass mir jetzt bloß niemand mit Star Citizen kommt. Bis das fertig ist, reicht minimum nicht mal eine RTX 9090 ti mit 128 GB (die trotz 9090 Euro UVP ohne enstprechenden PC das Spiel nicht mal starten können wird, Mr. Nvidia).

Zuletzt bearbeitet:




