"Rohölpreisdiskussion"

Jupp. Es ist einfach. Nur scheinen das einige nicht verstehen zu wollen. Es ist stammtischtauglicher wenn der Staat daran Schuld hat.

Der Diesel kostet aber nunmal nicht nur 10cent mehr sondern ca. 50. Bzw. in der jüngsten Vergangenheit sogar 70 bis 80cent mehr.

Eigentlich ist es anhand des von mir geposteten Beispiels sehr einfach.

Von 1,50 Euro für den Liter Diesel sind allein 24 Cent Mehrwertsteuer. Dazu kommt noch die Energiesteuer in Höhe von 47 Cent


Das war 2011 bei einem Barrelpreis von 159 Dollar für das Rohöl.
Im Moment liegt Brent bei 107 Dollar.
Wir sind aber alle Solidarisch!
 
Damit hier nicht noch weitere Unklarheiten auftreten, mal die aktuelle Benzinpreiszusammensetzung für Super-Benzin:
Benzinpreis 2022.jpg
.
Quelle: https://de.statista.com/statistik/d...rbraucherpreis-fuer-superbenzin/#professional .
Nehmt die Prozente mal 2 und ihr habt genau den heutigen Preis in Cent (Literpreis für Super = 2,00EUR).

Wie man leicht sieht, ist das, was der Herr Hoppss hier erzählt, völliger Humbug.
 
Da haben wir's! Offenbar verstehen selbst hier in diesem Expertenforum viele nicht den eher üblen Sachverhalt :( ... puhh ... aber ein Rechenbeispiel:
Falls das Rohöl 80 cent/Liter kostet, fallen darauf so 9,5 cent Mehrwertsteuer an. Dafür hätte der Verbraucher allerdings erst einen Liter Brent gekauft. Richtig?
Falsch.

Erstens gilt für den Einkauf von Rohöl nicht der Mehrwertsteuersatz von 19 %, zweitens verrechnen Unternehmen die Mehrwertsteuer mit ihren Ausgaben und drittens betrifft sie schon seit über 100 Jahren keine Wertschöpfungsstufen mehr (Die Unterscheidung zwischen Mehrwert- und Umsatzsteur möchte ich dir lieber gar nicht erst zumuten ...).

Viertens werden Kraftstoffe aus Perspektive des Endverbrauchers seit 2007 mit 19 % versteuert. Wenn das Versteuerte nicht teurer wird, kann logischerweise auch eine prozentuale Abgabe nicht erhöhen. Also muss erst der Grundpreis (also abzüglich fixem Energiesteursatz und fixer CO2-Abgabe) steigen, damit die Mehrwertsteuerabgabe größer ausfallen kann. Logisch, nicht wahr?

Um das zu begreifen, muss man noch nicht einmal in einem "Expertenforum" sein. Es genügt im Regelfall, die sechste Klasse abgeschlossen und alle Sinne beisammen zu haben.

Vor 2 Jahren hat der Liter Rohöl 25% von dem gekostet, was er jetzt kostet.
Nur habe ich damals leider nicht für 50cent getankt, sondern für mehr als das doppelte.
Wie hängt der Preis nochmal am Rohöl fest.
Auch vor zwei Jahren war der Energiesteuersatz pro Liter der selbe feste Betrag wie heute und auch vor zwei Jahren wurde der Abgabepreis mit exakt den selben 19% besteuert wie heute. Das Einzige, was sich verändert, ist der Grundpreis, und dieser skaliert logischerweise mit dem Rohölpreis. Er ist aber nicht identisch mit dem Rohölpreis. Es sei denn, du tankst zufällig Rohöl aus erster Hand und ohne Zeitverzug ab Quelle.

Wenn beispielsweise der Rohölpreis niedrig ist, aber gerade noch teurer gehandelte Reserven in andere petrochemische Produkte umgewandelt werden, dann werden die Inhaber besagter Reserven den Teufel tun und den Preis für das verarbeitete Produkt am Börsenpreis für die Rohstufe orientieren.

Um genau die Frage geht es übrigens derzeit: Die Rohölpreise gehen seit einiger Zeit wieder herunter, die Kraftstoffpreise jedoch nicht im selben Maße. Was, wie du zugeben musst, seltsam ist, denn weder wurde Energiesteuersatz zwischenzeitlich erhöht, noch kam in den letzten Tagen und Wochen eine neue Abgabe hinzu. Wir kommen also zwangsläufig imme wieder zum einzigen Bestandteil des Abgabepreises, der veränderlich ist.

Warum genau Mineralölkonzerne im Abgabebereich so auffällig schleppend auf die Entwicklung des Börsenpreises reagieren, müsstest du sie selbst fragen. Rechne aber nicht so bald mit einer Antwort: Die Politik hat die Frage schon vor dir gestellt und bisher keine klare Antwort erhalten. Aber wenn ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen darf: Ich vermute, es wird den selben Grund haben, der es bei ähnlichen Verhältnissen schon in den vergangenen Jahrzehnten vorlag: Man kann auf diesem Wege einen hübschen Gewinn machen. Da Mineralölkonzerne in aller Regel sowohl Förderer von Öl als auch Vermarkter von petrochemischen Produkten sind, können sie ihre Gewinne von für sie ungünstigen Schwankungen des Rohölpreises entkoppeln.

Wem das zu abstrakt ist: Auch die Preise von Brötchen beim Bäcker steigen in aller Regel mit steigenden Getreidepreisen, sinken jedoch nicht mit sinkenden Rohstoffpreisen. Und zwar ganz einfach deshalb, weil die spezifische Teuerung (nicht zu verwechseln mit der Inflation) permanent ist und Ausschläge nach unten eher temporär sind.
 
Subjektive Meinungen
Die Anteile Rohölpreis, Kosten für Transport, Raffenerie und Verteilung sowie Steuern sind recht transparent bekannt. Und ja, der Gesamtanteil von Steuern und Abgaben ist erheblich, in Summe aber immer noch viel zu tief. Die Kosten für den Klimawandel werden exorbitant werden. Wenn jetzt schon ein Liter Benzin 5,-€ kosten würde, wäre das von den Kosten pro Kilometern kein Problem, weil Autos, die 2L verbrauchen in den Enwicklungsschubladen liegen. Man müsste sie nur bauen und kaufen.

Ich hatte schon vor zwanzig Jahren einen Audi A2 mit 3L Verbrauch und das war realistisch zu erreichen. Sowas gibt es heute leider nicht mehr. Da kann ich dann nnur sagen: Selber schuld, warum kaufen die Leute den Mist, der angeboten wurde?
 
Die Anteile Rohölpreis, Kosten für Transport, Raffenerie und Verteilung sowie Steuern sind recht transparent bekannt.
Steht ja oben.

Und ja, der Gesamtanteil von Steuern und Abgaben ist erheblich, in Summe aber immer noch viel zu tief. Die Kosten für den Klimawandel werden exorbitant werden. Wenn jetzt schon ein Liter Benzin 5,-€ kosten würde, wäre das von den Kosten pro Kilometern kein Problem,
Frag mal einen Pendler und ducke Dich schnell.

weil Autos, die 2L verbrauchen in den Enwicklungsschubladen liegen. Man müsste sie nur bauen und kaufen.
Warum werden sie nicht gebaut?

Selber schuld, warum kaufen die Leute den Mist, der angeboten wurde?
Weil es keine Autos zu kaufen gibt, die 3l /100km verbrauchen ?

Neuer Account?
Von heute?
Schon wieder?
 
Die Kosten für den Klimawandel werden exorbitant werde
Da bin ich bei dir.

Wenn jetzt schon ein Liter Benzin 5,-€ kosten würde
Dann bräuchten wir Alternativen. Die gibt es nicht. Zumindest nicht für jeden.

Nur bringt das niemanden weiter.


Hier kam der A2 nicht so gut weg. 3L wahrscheinlich wenn man ohne Stopp auf gerader Fahrbahn mit 70km/h einen Tank leer fährt. Das wurde mein Benz auch schaffen.
 
Hier kam der A2 nicht so gut weg. 3L wahrscheinlich wenn man ohne Stopp auf gerader Fahrbahn mit 70km/h einen Tank leer fährt. Das wurde mein Benz auch schaffen.
Es geht um diesen:
Dieses 3-Zylinder-Niedrigenergiefahrzeug 1.2 TDI unterscheidet sich in vielen Merkmalen von den anderen Audi A2.

 
Das Auto war halt nix für Pendler und Firmen. Und als Diesel ist das Auto auch nichts für die, die nur 10000km im Jahr fahren.
Und wenn ich im Jahr 15k bis 20k km im Jahr fahren will ich doch etwas komfortabel reisen und bin auch viel auf Autobahn unterwegs. Fahre ich nur 10k km oder weniger, Kauf ich keinen Diesel.

Ich bin ehrlich, ich fahre einen Diesel mit ca. 6L Verbrauch auf 100km im Durchschnitt. Und das fetzt mich. Ich kann schnell fahren und bequem überholen und Reise komfortabel. Allerdings bin ich eher der Bummler und begrüße Tempolimits. Bei 20k km im Jahr bin ich da ganz froh drüber. Mein alter Fokus MK1 war da wirklich nur da um von A nach B zu kommen. Da bin ich aber auch deutlich weniger gefahren.
Als Zweitauto wäre ein A2 mit 3L Verbrauch sicher was feines, aber wir brauchen Alternativen, egal ob Autos 3L oder 10L verbrauchen, wir brauchen Alternativen Antriebe und ökologischen Strom. Das wurde die letzen Jahrzehnte allerdings sehr gut versäumt. Das allerdings ist wieder ein anderes Thema.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man sich den Aufwand anguckt und die Abstriche die gemacht werden mussten um 3L Normverbrauch zu erreichen, ist das zwar ein interessantes Stück, mehr aber auch nicht.
 
Wow! Da hat sich in den letzten Stunden ja schon einiges getan!
Erstens gilt für den Einkauf von Rohöl nicht der Mehrwertsteuersatz von 19 %, zweitens verrechnen Unternehmen die Mehrwertsteuer mit ihren Ausgaben und drittens betrifft sie schon seit über 100 Jahren keine Wertschöpfungsstufen mehr
Ja, nur das sollte dem geneigtem Teilnehmer bereits vorher bekannt sein: Die Mwst. gilt ausschließlich und traditionell nur für den Endverbraucher, also für uns ... nehme ich an :-) ...
Damit hier nicht noch weitere Unklarheiten auftreten, mal die aktuelle Benzinpreiszusammensetzung für Super-Benzin:
Hervorragend, so anschaulich, wenn auch nicht gänzlich korrekt. Aber, daran ist doch erkennbar, daß bei einem Rohöl-Literpreis von 10 cent immer noch etwa 65 cent Mineralölsteuern+Abgaben+etc. +Mehrwertsteuern bezahlt werden müssen ... oder noch offensichtlicher:
Selbst wenn der Rohölpreis nur 1 cent pro Liter betragen würde, müßten wir in diesem Land immer noch knapp 1€ pro Liter Benzin bezahlen!!
War das wieder zu kompliziert?
Und für ganz Pfiffige: Je höher der Rohölpreis, desto mehr Steuereinnahmen für Berlin ... ok ... nur dazu noch das geheuchelte Beileid für Verbraucher, die Schwierigkeiten haben, diese Steuererhöhungen klaglos on Top zu den gestiegenen Rohölpreisen zu bezahlen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Ruf nach höheren Spritpreisen, trifft meist die ärmeren, die alte Gebrauchte fahren.
Ich finde das falsch.
Insgesamt beträgt der Anteil der Emmissionen durch den Straßenverkehr 26%. Da gehört natürlich auch der gewerbliche Teil . Wieviel Prozent werden durch die höheren Preise eingespart?
Wäre es nicht sozialer ein Tempolimit einzuführen den LKW Verkehr zu reduzieren und auf die Bahn zu verlegen?
ÖPNV ausbauen und günstiger machen.
Nicht der Treibstoff soll teurer werden, damit es lohnt Bahn zu fahren, sondern die Bahn sollte billiger werden.
Für mich ist das eher ein Griff in die Taschen der Menschen.
 
Hervorragend, so anschaulich, wenn auch nicht gänzlich korrekt.
Was erzählst Du da wieder für einen Quatsch.
Unterstellst Du den Leuten von Statista Lügen?

Aber, daran ist doch erkennbar, daß bei einem Rohöl-Literpreis von 10 cent immer noch etwa 65 cent Mineralölsteuern+Abgaben+etc. +Mehrwertsteuern bezahlt werden müssen ...
Und?

Und für ganz Pfiffige: Je höher der Rohölpreis, desto mehr Steuereinnahmen für Berlin
Das weiß ein Dreijähriger.
Was sind das für Stammtischparolen?

... ok ... nur dazu noch das geheuchelte Beileid für Verbraucher, die Schwierigkeiten haben, diese Steuererhöhungen klaglos on Top zu den gestiegenen Rohölpreisen zu bezahlen?
Du verstehst halt die Prozentrechnung nicht.

Die Steuern bestehen aus einem konstanten und variablen Teil
Der konstante Teil (Energiesteuer; 65,45ct/l) steigt prozentual bei fallendem EVP und sinkt prozentual bei steigendem EVP.

Der variable Teil (USt.) sinkt absolut bei sinkendem EVP und steigt absolut bei steigendem EVP.

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Nun die Frage: wenn bei sinkendem Einkaufspreis von Rohöl (Produktenpreis, schwarz im Diagramm) der EVP nicht sinkt - wer kassiert die Differenz?


Oder soll ich es Dir aufmalen?

Benzinpreis 2022 Extraprofit.jpg


Das nennt sich Extragewinn in der Ökonomie (Profit will der Kapitalismus nicht hören seit Marx).

Und noch ein mal: es geht nicht um die Staatseinnahmen, sondern den Extragewinn der Ölkonzerne.
 
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Passend zum Thema:

Damit ist das Thema recht eindeutig beantwortet und zeigt hoffentlich, dass der einzelne Bürger sich ein Bein ausreißen kann um zu versuchen etwas zu verändern, aber im Endeffekt weltweit operierende Firmen einfach einen zu großen Hebel haben.
Auch "schön" zu sehen, wie (gewollt?) unfähig die Politik ist, passende Maßnahmen zu ergreifen.
 
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