Uiuiuiui...die Sicken sehen ja wirklich katastrohpal aus. Die kann man aber recht günstig wieder reparieren. Das kann man entweder machen lassen, z.B.
hier oder
hier, was bei der Menge der kaputten Sicken dann aber doch schon wieder etwas mehr kostet, oder, wenn du es dir zutraust und sauber arbeitest kannst du das auch selber machen.
Die benötigten Sickenringe bekommst du dann z.B. bei
Dr. Kurt Möller.
Ich würde dir aber raten, von der Eigenreperatur die Finger zu lassen, das ist nämlich wirklich schwierig (saubere austrennung der alten Sicke, saubere Verklebung der Neuen, Zentrierung der Membran!). Lass das also lieber von Profis machen, auch wenn es etwas teurer wird.
Wichtig ist aber vorher unbedingt mal mit dem Reperaturservice zu reden und mitzuteilen welche Lautsprecher du hast und ob die da überhaupt passende Sicken da haben.
Außerdem sehe ich gerade, dass bei deinen Tieftönern die Dustcaps (die runden Kappen in der Mitte) alle eingedrückt sind. Wie passiert denn sowas?

Naja, klanglich hat das eigentlich immer recht geringe Auswirkungen solange sie nicht komplett kaputt (im Sinne von eingerissen sind). Im schlimmsten Fall führt eine eingedrückte Dustcap zu verändertem Abstrahlverhalten, aber sonst ist das eher ein optisches Problem.
Wenn du das aber auch beheben willst gibts verschiedene möglichkeiten:
- vorsichtig mit gut haftendem Klebeband versuchen die Dellen wieder nach außen zu ziehen
Dabei aber wirklich vorsichtig sein, damit du die Dustcaps nicht noch ausversehen einreißt.
- vorsichtig mit einem regelbaren Staubsauger auf niedriger Stufe (also nicht volle Saugleistung!) versuchen die Dustcaps nach außen zu ziehen. Das Staubsaugerrohr sollte dabei möglichst komplett auf den Dustcaps aufliegen da man sie sonst noch schneller einreißt. Auch hier ist wieder Vorsicht geboten. Ein zu starker Staubsauger kann dir die Dustcap einreißen oder auch gleich komplett wegsaugen.
Wenn die Dustcaps eingerissen sind kann man sie recht gut "flicken". Das habe ich selbst schon ein paar mal an gemacht und dabei gute Erfahrungen gesammelt. Die Lautsprecher sind nach der Behandlung wieder brauchbar und klingen fast wie neu.
Man brauche:
- Küchenrolle (am besten welche, die durch eine Prägung etwas verstärkt ist)
- eine kleine Schüssel zum anrühren
- Holzleim
- Wasser
- Wattestäbchen
- Pinzette
- nach Möglichkeit eine Wärme-Rotlichtlampe
Zuerst reißt(!) man die Küchenrolle in kleine Stückchen, ca. 1-1,5cm lang und breit, ruhig unregelmäßig. Wichtig ist dabei ein faseriger Rand, sonst fehlt später die Stabilität. Das macht man solange bis man einen schönen kleinen Haufen von 50-100 kleinen Stückchen hat.
Danach nimmt man die Schüssel, den Holzleim und das Wasser. Man rühert in der Schüssel eine dünnflüssige Tinktur aus Holzleim und Wasser an, das Mischverhältnis ist nicht so wichtig, es sollte nur nicht zu dick- und nicht zu dünnflüssig sein ^^ eine Saftähnliche Konsistenz hat sich bei mir als Ideal herauskristallisiert.
Wenn man die Tinktur fertig hat nimmt man die Küchenrollenstückchen mit der Pinzette und taucht sie in die Tinktur bis sich die Stückchen schön vollgesogen haben und lässt sie abtropfen damit bei der "Montage" der Kleber nicht auf die Membran tropft.
Die klebergetränkten Stückchen werden nun am Riss der Dustcap angebracht. Dazu legt man sie mit der Pinzette auf den Rand des Risses und drückt sie mit einem Wattestäbchen heran. Das macht man nun solange bis der Riss mit einer Schicht bedeckt ist. Man arbeitet dabei von außen nach innen in Ringen bis der Risse geschlossen ist.
Danach legt man noch mindestens 2-3 Schichten Kreuz und Quer auf die erste Schicht drauf um für mehr Stabilität zu sorgen. Mit den Wattestäbchen wird überflüssige Feuchtigkeit aufgesogen, der Flicke sollte bis Feucht, aber nicht Tropfnass sein bis man mit der Reperatur fertig ist.
Wenn der Riss fertig geflickt ist sollte man zum Trocknen eine Rotlichtlampe nutzen, dadurch geht der Trockenvorgang bedeutend schneller und der Flicken wird härter. Man sollte aber auf den richtigen Abstand achten, damit die Wärme nicht zu hoch wird, eine angenehme Handwärme an der Dustcap ist ideal.
Mit Rotlichtlampe sollte man den Flicken mindestens 24 Stunden durchtrocknen lassen, wenn man ihn bei Raumluft trocknen lässt, dann mindestens 48-72 Stunden. Der Flicken sollte auf jeden Fall gut durchgetrocknet und steif sein bevor man den Lautsprecher wieder spielen lässt.
Wenn man möchte kann man die Optik des Flicken dann noch mit Filzmarkern oder Wasserfarbe verschönern wie man will...
Bei allen Reperaturen an Membranen bleibt zu beachten:
Immer den Lautsprecher vom Verstärker abtrennen. Membranbewegungen induzieren in der Membranspule Ströme die in die Lautsprecherausgänge des Verstärkers fließen. Das kann unter ungünstigen Bedingungen den Verstärker beschädigen. Praktisch habe ich das zwar noch nie erlebt, aber die theoretische Möglichkeit besteht zumindest, also lieber auf Nummer Sicher gehen
so viel zum Thema Membranreperatur vorerst von mir
