RyzA
PCGH-Community-Veteran(in)
Nur gibt es in dem Beispiel dieses Rape-Spiels ja nicht mal ein Bedrohung. Und wenn man es aktiv spielt gibt es auch keine "gespielte Überwindung". Dann gibt es eine tatsächliche Überwindung.Ich halte mal dagegen, weil ich - m,al abgesehen davon, dass Deine Aussage für mich ohne Zynismus stichhaltiger wäre - der Meinung bin, dass es gewisse Tabus nicht ohne Grund gibt. Aus meiner Warte erfüllt ein Tabu eine Schutzfunktion und markiert eine (mehrheitlich akzeptierte, oft unausgesprochene) Grenze menschlichen Zusammenlebens und können deshalb auch wichtig sein.
Das heißt nicht, dass man Tabuthemen im angemessenen Kontext (den ich beim genanntem Spiel für fraglich halte) nicht auch thematisieren und hinterfragen können sollte. Mit "Gewöhnung", wie Du meinst, ist die Tabuisierung von Vergewaltigung aus meiner Sicht aber nicht hinreichend erklärt, hier geht es um eien Grenze die meiner Meinung nach soziologisch und psychologisch tiefer wurzelt.
Ich will versuchen ein Beispiel zu geben: Wenn Du Kinder - auch solche die wenige explizite Inhalte konsumieren - beim Spielen beobachtest wird Dir auffallen, dass sie sich in Spielsequenzen immer mal wieder gegenseitig "gespielt erschießen", aber sich nicht "gespielt vergewaltigen" und das obwohl der Sexualtrieb bei Kindern schon recht früh einsetzt.
Das hängt für mich damit zusammen, dass es beim "gespielten Erschießen" um die "gespielte Überwindung" einer "gespielten tödlichen Bedrohnung" geht (auf dieser Ebene ist meiner Meinung nach, auch das Erschießen von Gegnern im Computerspiel angesiedelt). Mit dem Überwinden dieser Bedrohung endet die Spielsequenz dann in der Regel (wie es analog in der Mehrheit der gewalthaltigen Computerspiele für Erwachsene auch der Fall ist).
Nur die aller wenigsten Kinder werden im Spiel "Unschuldige Mitspieler" erschießen (vgl. die Bestrafung für das Töten von Zivilisten in vielen Videospielen) fat nie werden sie "gespielt die Leiche zerstückeln" (ein Tabus, das im Verhältnis auch nur von wenigen Computerspielen gebrochen wird), und sich ebensowenig "gespielt vergewaltigen" - eben weil diese Taten nichts mit der gespielten Überwindung einer Gefahr zu tun haben.
Langer Rede kurzer Sinn: Im genannten Beispiel markiert das Tabu die Grenze für jegliche Gewalt die über die "gespielte Überwindung der Bedrohnung" hinaus geht. Ich persönlich finde diese Grenze absolut in Ordnung und würde sie für mein Teil nicht ohne Not einreißen wollen.
Grüße
phila
Demnach, ist nach deiner Logik, auch die "Schutzfunktion des Tabus" nicht mehr gegeben.







