Radi 2 mal 280 vs. 560

Wenn die die Y-Stücke sehr präzise gearbeitet sind (was so gut wie nie der Fall ist), beide parallelen Stränge wirklich exakt den gleichen Widerstand haben (Radiatoren haben teils große Toleranzen), die exakt gleiche Schlauchlänge zu den Einlässen führt und auf dem Weg zur Zusammenführung ebenso gleiche Schlauchlängen zum Einsatz kommen und beide Radiatoren in exakt der gleichen Lage verbaut sind, wird sich der Volumenstrom in der Tat gleichmäßig auf beide Stränge aufteilen.

Wie bereits an der detaillierten Auflistung der Parameter, die darauf Einfluss haben und bereits bei kleinen Fluktuationen große Effekt zeigen können, zu erkennen ist, wird es in der Praxis kaum gelingen beide Radiatoren mit exakt der gleichen Wassermenge zu versorgen. Das führt dann dazu, dass ein Radiator mehr Wärmemenge als der andere abführen müsste. Das wird jedoch nicht unbedingt passieren. Dazu kommt der oben bereits ausgeführte Effekt der geringeren Strömungsgeschwindigkeit der zu tendenziell schlechteren Wärmeübergängen im Radiator führt. Das ist zwar nicht dramatisch, da in der Regel sowieso der Wärmeübergang zur Luft limitiert, aber je nach dem wie stark die Geschwindigkeit herabgesetzt wird (z.B. bei widerstandsarmen Radiatoren) kann es doch negativen Einfluss auf die Kühlleistung haben. Hinzu kommen die Drucksprünge im Kühlmittel an den Y-Stücken die keineswegs förderlich sind.
Das sind wie gesagt alles keine großen Effekte und mit den herkömmlichen Methoden vermutlich nicht mal wirklich messbar. Dennoch ist der parallele Einsatz ähnlich wie bei der Parallelanströmung der Kühler von SLI/CF-Gespannen (Beispiel) ein Unsicherheitsfaktor und tendenziell einer Reihenschaltung eher unterlegen. Im besten Fall jedoch höchstens gleich gut - keinesfalls besser.

Da moderne Radiatoren nicht gerade sehr restriktiv sind spielt auch der Effekt der Widerstandsminimierung keine wesentliche Rolle auf den Rest des Kreislaufs. Der Gesamtdurchfluss ist in der Regel durch andere Komponenten limitiert - was keineswegs schädlich sein muss ;). Der Durchfluss sagt nicht viel über die lokalen Strömungsverhältnisse dort aus wo sie relevant sind. Wie schnell das Wasser durch die Schläuche fließt ist aber im Wesentlichen irrelevant. Nur zusammen mit den jeweilig eingesetzten Kühlern kann der Volumenstrom in einem System eine Bewertungsgrundlage bilden.

Durchfluss bzw. Volumenstrom ist eben eine indirekte Messgröße. Er sagt nicht direkt etwas über die Leistungsfähigkeit eine Kühlung aus. Ein durch widerstandsarme großquerschnittige Highflow-Kühler auf extremen Durchfluss getrimmter Kreislauf kühlt bei gleicher Radiatoranordnung und Fläche oft schlechter als ein Kreislauf der mit Düsen- oder Speedchannel-Kühlern bei moderatem Durchfluss arbeitet. Ausschlaggebend für die Kühlleistung ist also nicht der Durchfluss sondern die lokale Strömungsgeschwindigkeit an den Stellen an denen der Wärmetausch geschieht.

Es ist eine Optimierungsaufgabe den besten Mittelweg zwischen restriktiven aber effizienten Kühlern und genügend Volumenstrom für weniger restriktive Kühler im Kreislauf sowie dem Verfügung stehenden Pumpendruck und Durchsatz zu finden. Schießt man sich auf HighFlow ein , so muss man eben die Nebenwirkungen (Pumpenlärm, erhöhte Pumpenabwärme) ertragen, um ähnlich gut zu kühlen wie bei normalen Setups.
Bei den Radiatoren gilt es dagegen mehr darauf zu achten, dass die zur Verfügung stehenden Fläche möglichst effizient genutzt wird und mit möglichst kühler Luft versorgt wird, damit der Temperaturgradient möglichst hoch ist. Die Strömungsverhältnisse im inneren sind dort, wie gesagt, nicht ganz so wie bei den Kühlern. Wenn es um Optimierung geht sollte man da aber auch nicht außer acht lassen.

Letztendlich ist dieses Dilemma der Grund, warum es einen perfekten Kühler oder eine perfekte Wakü schlicht und einfach nicht gibt - höchstens wenn man sie auf eine ganz explizites Setup bezieht und alle Register der Optimierung zieht. Ein Kühler oder Radiator der im eine System überragend performt muss dies nicht zwangsläufig auch in andern Systemen tun - Testergebnisse oder auch Verschlauchungsempfehlungen wie hier sind daher nur Tendenzen zu sehen und sollten auch so bewertet werden.

Die Frage ob die Radiatoren besser parallel oder in Reihe geschaltet werden sollten, entscheidet sich aber nichts desto trotz weniger daran, ob man mit Parallelschaltung im Grenzfall die gleiche Wirkung erzielen könnte als daran, dass sie einen unbestimmten Zustand darstellt und damit prinzipiell einen Faktor darstellt der u. U. unnötige Verschlechterungen der Kühlleitung bewirken könnte. Wären es extrem restriktive Radiatoren könnte eine Parallelschaltung eher Argumente finden - allerdings müsste man was zum ausregeln der Widerstandsunterschiede einbauen - das ist nicht einfach.

Fazit für den TE: Für die zwei widerstandsarmen 280er Radis ist Reihenschaltung mit Sicherheit im doppelten Wortsinn der bessere Weg ;).

Edit:
@Cey: Ließ dir den Artikel bei Aquainfos mal genau durch und denke dabei über das oben bezüglich des Durchflusses gesagte (indirekte Messgröße etc.) nach ;). Dabei wird/sollte dir etwas auffallen, was deinen Schluss unzulässig macht ;). Wir reden hier über die Widerstandssenkung durch die Parallelschaltung zweier Radiatoren. Das führt nicht zu einer Durchflusserhöhung in dem von dir prophezeiten Ausmaß, wenn die Radiatoren nicht den restriktivsten Teil des Kreislaufs darstellen - und davon ist definitiv auszugehen ;).
 
Zuletzt bearbeitet:
Was für eine Bedrohung?
Selbstverständlich lese ich nie Threads auf die ich antworte, was für ne Frage! (Achtung Ironie :daumen2: )

[...]

Und da eine Parallelschaltung einen höheren Durchfluss bringt

Also:

Nr1. Bedrohnung? Hab ich dich irgendwie in irgendeine Art bedroht? Mit Leib und Leben o.ä?

Nr2. Das Wort "IMMER" ist das was ich dir ankreide und habe darum auch den Vorherigen Post gewiesen. Sprache ... das selbe mit dem Bedrohen .... Immer bedeutet egal was kommt wenn der Durchfluss hoch ist geht viel Wärme aus dem System. Wir nehmen rein hypothetisch an, dass das Wasser so schnell fliesst das gar keine WW mehr mit der Umgebung stattfinden kann, der Rest kannst du dir selbst Denken. Auch glaub ich nicht, das diese Graphen viel Aufschluss über deas reale Verhalten geben da die Grenzen doch recht limitiert gewählt sind und auch VJoe2max sagt das sie sich hochgrad nicht linear verhalten. Wenn es tatsächlich wie eine Reaktion 1. Ordnung wäre hett er es sicher gesagt. (Ist sicher nicht die richtige Nomenklatur aber ich denke die Idee sollte man herauslesen)

Nr3: Wie will man wenn man 1 Apfel hat den so teilen das nacher mehr rauskommt (1 Strom -> 2 Radiatoren) Die Strömungsgeschwindigkeit im Radiator muss zwangsweise sich halbieren (idealisiert). Also wo ist das Argument für die Parallelschaltung kann gar nicht der Durchfluss sein!


Nr4: @Ster: Sorry ich scheine mich verlesen zu haben.
 
Meine Güte liest du eigentlich alles was in einem Threat steht bevor du Antwort gibst?

Threat = Bedrohung, btw

Naja, der Graph war ja eine reale Messung, ich finde 300 l/h als Grenze schon hoch genug angesetzt, weil so stark die Strömungsgeschwindigkeit wohl nie kommt.

Doch, das Argument für Parallelschaltung ist der Durchfluss, da sich durch die Parallelschaltung der Gesamtwiderstand des Kreislaufs verringert.

Aber wiegesagt, VJoe2max hat ja das ganze ausführlich erläutert. Können also die Diskussion sein lassen.
 
aua naja ich sollte besser Englisch können als es hier rüberkommt ... ich meine natürlich thread .. nicht threat :=) aber eigentlich solltest du in der Lage sein auch wenn ich ein d mit nem t verwechsle zu verstehen was ich meine: "in newsgroups a chain of postings on a single subject"
 
My english is also not from bad parents! :daumen:

Also ich werde es einfach beides testen um zu sehen, was in der Praxis besser funktioniert. Und vorallem DANKE für eure sehr ausführlichen Erklärungen.

Aber warum arten meine Threads immer in derartige Diskussionen aus ?:ka:
Bin ratlos xD.
 
Naja, der Graph war ja eine reale Messung, ich finde 300 l/h als Grenze schon hoch genug angesetzt, weil so stark die Strömungsgeschwindigkeit wohl nie kommt.

Genau das habe ich doch jetzt mehr als ausführlich erklärt - dachte ich zumindest. Der Durchfluss ist eben nicht mit der Strömungsgeschwindigkeit gleich zu setzen! 300L/h in einem Wasserkühler ergeben eine völlig andere Strömungsgeschwindigkeit als 300 L/h in einem Radiator oder in einem Flussbett - da liegt der Hund begraben (also jetzt nicht im Flussbett :D).

Zu der Grenze: 300 l/h sind in der Tat sehr hoch gegriffen und werden in realen Wakü-Kreisläufen äußerst selten erreicht. Der Bereich der in dem Diagramm gezeigt wird ist bei den betrachten Kühlerquerschnitten auch nicht der in dem die stärkste Nichtlinearität des Wärmeübergangskoeffizienten zu finden ist. Die Kurven zeigen ausschließlich den Bereich nach den laminar-turbulent-Übergang (für die getesteten Kühler). Der negativ exponentielle Verlauf bildet dort im Endeffekt nichts anderes als das positiv exponentielle Streben des Wärmeübergangskoeffizienten gegen dessen kühlerspezifischen Grenzwert ab (zugegeben, hochgestochen ausgedrückt). Dieser gleichmäßig konvergente Verlauf ist aber lediglich im Bereich rein turbulenter Strömung zu finden. Bei geringen Strömungsgeschwindigkeiten (und damit indirekt auch für niedrige Durchflüsse bei solchen spezifischen Messungen) würde die Kühlleistung ziemlich heftig abfallen sobald die Strömung im Kühler laminar wird.
Bei aktuellen Düsen- und Speedchannel- und Mikrostruktur-Kühlern besteht diese Gefahr aber kaum. So schwache Pumpen gibt´s gar nicht im Wakü-Bereich. In HighFlow-Kühlern und insbesondere in Radiatoren ist es aber durchaus möglich in den laminaren Bereich und damit in den Bereich schlechter Wärmübertragung zu kommen. Bei Radiatoren ist das aber wie bereits erklärt weniger dramatisch, weil ein anderer Wärmeübergang i. d. R. limitiert. Dennoch würde ich es als nicht unbedingt irrelevant einschätzen. Exakte Daten dazu sidn mir leider auch nicht bekannt.

Doch, das Argument für Parallelschaltung ist der Durchfluss, da sich durch die Parallelschaltung der Gesamtwiderstand des Kreislaufs verringert.

Aber wiegesagt, VJoe2max hat ja das ganze ausführlich erläutert. Können also die Diskussion sein lassen.

Offenbar ist aber die Botschaft dessen was ich versucht habe zu verklickern noch nicht angekommen. Das Durchflussargument zieht für die Radiatoren, um die es hier geht einfach nicht, da diese auch seriell nicht sehr restriktiv sind und der durch Parallelschaltung gewonnene Gesamtdurchflussgewinn zu gering wäre, um messbare Kühlleistungssteigerungen am Kühler zu bewirken. Stattdessen baut man sich eien Unsicherheitsfaktor ein der tendenziell dazu führt, dass die Radiatorfläche nicht optimal genutzt wird.
Wenn selbst der Umstieg von einer Single-Laing auf eine Dual-Laing in dieser Beziehung nur 1 bis 2 °C raus holen kann (von Lärm und Abwärme mal ganz abgesehen), bringt die lausige Widerstandssenkung durch Parallelschaltung zweier wenig restriktiver Radiatoren erst recht nichts ;).
Das zeigt aber auch, dass Temperaturargument hier so oder so nicht das Ausschlaggebende ist.

Vielleicht ist es jetzt ja klarer.

Edit:
Aber warum arten meine Threads immer in derartige Diskussionen aus ?:ka:
Bin ratlos xD.

Hast halt ein interessantes Thema angeschnitten das zum diskutieren verleitet ;).
 
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Das ist ein klassischer Denkfehler viel Text

Das hättest du dir übrigens auch einfacher machen können ;) :
Zwar stimmt es, dass das Wasser bei paralleler Führung durch die geringe Fließgeschwindigkeit in jedem Schenkel länger in einem Radiator bleibt, aber die Schlussfolgerung, dass es deswegen "mehr Zeit zur Wärmeabgabe hat", ist nicht nur irrelevant im Vergleich zu anderen Effekten, sondern schlichtweg falsch:
Das Wasser braucht zwar doppelt so lange, um durch einen Radiator zu kommen, aber es fließt auch nur durch halb soviele. Die "In-Radiator-Zeit" bleibt also gleich und der einzig relevante Effekt ist der von VJoe erläuterte Unterschied in der Fließgeschwindigkeit. (minimalst schneller in den Kühlern, merklich langsamer in den Radiatoren)


Man sollte auch noch miteinberechnen, dass bei einer Parallelschaltung beide Radiatoren das wärmere Wasser, bei einer Reihenschaltung der 2. Radiator vllt 1-2°C kälteres Wasser abbekommt.

1-2°C wären schon ziemlich viel, sowas schaffen viele Waküs nur als maximalen Unterschied im Kreislauf. Aber sei es drum:
Die Differenztemperatur zwischen Wasser und Luft hängt in erster Nähe von der im Radiator verbrachten Zeit ab. Wie oben dargelegt ändert sich diese aber überhaupt nicht. Wenn bei Reihenschaltung nach einem Radiator, d.h. nach 50% von Weg und Zeit, 2°C weniger zu messen sind, dann sind sie das bei Parallelschaltung auch (Grenzschicht mal unberücksichtigt), nur dass 50% von Weg und Zeit jetzt in der Umströmkammer am Ende der Radiatoren erreicht werden und die zweiten 50% nicht im zweiten Radiator, sondern in der zweiten Hälfte beider Radiatoren stattfinden.
Womit wir beim zweiten Effekt wären, der zwar auch wieder minimal ist, aber als einziger den Ausschlag geben würde, wenn es einen Unterschied gibt:
In der zweiten Hälfte des Radiators fließt das Wasser im Gegenstrom zur ersten Hälfte, am Ende ist es sogar nur durch eine schmale Trennwand im Anschlussbereich getrennt. Ein Wärmeaustausch ist möglich; das warme Wasser wird durch das kalte gekühlt (-> die Differenztemperatur Wasser-Luft wird beim Eintritt in den Radiator im Vergleich zur Reihenschaltung gesenkt, die Leistungsfähigkeit der Radiatoren sinkt) und umgekehrt wird das kalte erwärmt (-> ein Teil der Wärme wird komplett an der Lamellenstruktur vorbeigeschleust und verbleibt im Kreislauf)

Unterm Strich sind parallel geschaltete Radiatoren also sowohl strömungstechnisch als auch von der Wärmeverteilung her unterlegen.


ich denke da an die Sogwirkung.. hoffe das is irgenwie verständlich..

Waküs arbeiten nicht mit Sog, sondern mit Druck. Was zählt ist insbesondere der Gegendruck, der sich durch den Wiederstand aufbaut. Die Fließgeschwindigkeiten sind dabei ausreichend gering, um die Trägheit der Wassermoleküle weitesgehend zu vernachlässigen. D.h. selbst bei einem perfekt gearbeiteten Y-Stück haben Variationen in den folgenden Elementen einen Einfluss darauf, wie sich das Wasser in beide Zweige verteilt.
(würde das Wasser übrigens so schnell fließen, dass die Trägheit einen Einfluss hat und es nur auf einen präzisen Schnitt durch die Mitte des Strahls ankommt, um gleiche Teile zu erhalten, dann hätten auch Verwirbelungen aus vorrangeganenen Kühlern,... massiven Einfluss auf die Verteilung der Strömungsgeschwindigkeiten im Schlauch. "gleichmäßig" wäre eher unwahrscheinlich)

oder dies wiederlegt sich und es könnte wenns ganz blöd kommt ein Totpunkt entstehn und das Wasser fließt nur auf der Seite mit sehr geringem Widerstand (denke das ist aber eher unwahrscheinlich)

Bei baugleichen Radiatoren ist das in der Tat unwahrscheinlich. Da der Wiederstand auch von der Strömungsgeschwindigkeit abhängt, ist das ganze ja selbststabilisierend: Auf der Seite mit weniger Wiederstand fließt mehr Wasser, aber durch den schnelleren Fluss kommt es zu mehr Reibung, wärend der engere Zweig bei geringerem Durchfluss weniger Reibung hat. Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem die Wiederstände wieder im Gleichgewicht sind und man hat ein System, in dem zwar unterschiedlich viel Wasser durch beide Seiten fließt, aber eben nicht im Verhältniss 0:100, sondern eher 51:49.
Anders sieht das aus, wenn man z.B. mehrere verschiedene Kühlkörper parallel schalten würde, da gibt es z.T. erhebliche Unterschiede.
 
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