Das ist ein Problem, was definitiv vorhanden ist. Ich weiß nicht, wie Apple das bei seinen Ipad´s macht. Der Filter ist nicht zu umgehen. Ich habe meinen Kids ein Ipad gegeben und den Jugendfilter getestet. Da geht sowas von gar nichts. Kein Porn, keine Gewalt und trotzdem ist der Filter nicht übersensitiv.
Generell denke ich, dass die Unternehmen verpflichtet werden müssen, den Jugendschutz einzuhalten und nicht die Eltern sollten zu Fachinformatikern werden um ihre Kinder zu schützen. Es handelt sich um klassische Täter Opfer Umkehr. Grundsätzlich bezahle ich auch Steuern, und ich erwarte hier mehr vom Staat. Es kann ja nicht sein, dass die großen Plattformanbieter sich jeglichen Jugendschutz entziehen und nach Malta auswandern, während der Kiosk um die Ecke Bußgelder aufgebrummt bekommt, wenn er die Ausweise nicht kontrolliert.
Da ist ganz viel Schieflage im System.
"Täter" kann man sowohl über die Schuld als auch die Aktion definieren. Bei den meisten Straftaten macht das keinen Unterschied, aber bei Jugendschutzverstößen hat man hier regelmäßig eine Umkehr: "Täter" im Sinne von "Tuender" ist das Kind, welches entgegen der Anweisungen seiner Eltern Porno-Webseiten Aufsucht und zudem deren Betreiber über sein Alter täuscht. Kioske verpflichtet man in ähnlicher Situation zwar zur Ausweiskontrolle, aber nur bei Hinweisen auf eine Täuschung – wer einer visuell 15-jährige Person Alkohol verkauft, ohne den Ausweis zu kontrollieren, macht sich strafbar. Wer einen visuell 85-jährigen nicht nach dem Perso fragt, dagegen nicht. Online fehlt dieses Verdachtsmoment, dass Kind kann sich leicht vollständig als Jahrgang 1940 ausgeben. Die Ausweiskontrolle ist umgekehrt stark erschwert, denn es handelt sich um eine internationale Branche, es gibt aber kein internationales Alterskontrollsystem. Erst recht keins, dass ohne Mehrkosten durch einen einfachen, visuellen Abgleich funktionieren würde.
Für effektiven Schutz müssten alle Webseiten weltweit deutsches Recht beachten und deutsche Technik benutzen – was eine ziemlich absurde Forderung ist, wenn man sich überlegt, dass vergleichbares dann auch in Gegenrichtung gelten würde, also alle deutschen Webseiten alle Gesetzte aller anderer Staaten beachten und gegebenenfalls deren Technik implementieren dürften. Einschließlich z.B. chinesischer Regeln zu Berichterstattung und zu User-Profiling. Die einzige 100-prozentige, externe Alternative wäre ein Ausstieg Deutschlands aus dem Internetz, also die Abkoppelung aller deutschen Internetzugänge von Verbindungen nach außerhalb, solange nicht die ordnungstreue der besuchten Adresse und des Nutzers bewiesen sind. Das wären dann iranischer statt chinesischer Verhältnisse. Alle weniger einschränkenden Maßnahmen setzten voraus, dass Eltern selbst Kontrolle über ihren Nachwuchs ausüben, einschließlich der Kontrolle über global kommunizierende Technik mit der man diesen unbeaufsichtigt hantieren lässt. Diese Verantwortung komplett an die Gesellschaft abzuschieben klappt nur in Gesellschaften, welche die totale Kontrolle über das Leben eines jeden übernehmen.
Ist das nicht die "Erregung öffentlichen Ärgernisses"?
Wenn ein "öffentliches Ärgernis" sich dadurch "erregt" fühlt...
*scnr*
Datenschutz
Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, was da überwacht wird. Apple ist eigentlich sehr datenschutzfreundlich, wirbt damit und diese Besonderheit wird über die Geräte mit bezahlt. Gab es da mal negative Response? In den Fachzeitschriften kommt Apple immer sehr gut weg und wird eigentlich nie negativ erwähnt, wenn es um Datenkraken geht. Auch an öffentlichen Schulen, die penibel Datenschutzaffin sind, werden Ipads massenhaft eingesetzt.
Apples Datenschutz ist extrem zweischneidig. Einerseits geben sie sich viel mühe, damit
andere nicht direkt an die Daten von Apple-Usern rankommen. Andererseits behält Apple selbst sich einen nahezu unbeschränkten Zugriff auf Daten und Aktivitäten vor, insbesondere bei "i"-Geräten. Den Jugendschutz auf einem Mac und etwaige Umgehungsmethoden zu vergleichen, wäre in diesem Zusammenhang interessant. Aber auf einem iPad kannst du beispielsweise nicht einmal einen eigenen Browser installieren; alle unter dieser Bezeichnung angebotenen Apps sind nur Skins für die Browser-Engine des Betriebssystems, da Apple den Einsatz alternativer Lösungen lange komplett verboten und auch heute nur wegen gesetzlichem Druck und nur in der EU gelockert hat. (Mit dem Ergebnis, dass sich kein Entwickler die Mühe macht.) Die finale Webseitenausgabe liegt also unter voller Kontrolle von Apple. Selbst wenn du den Verbindungsweg via VPN oder TOR verschleierst, was Apple-abgesegnete Apps aus dem Apple-Store auf einem Apple-Betriebssystem nicht unbedingt gegenüber Apple gewährleisten, hat Apple technischen Zugriff auf die eingegebene URL und die ausgegebene Webseite.
In wie weit sie letzteres für die Füllung von Filterlisten nutzen, ist mir aber nicht bekannt. Google, Meta und Microsoft setzen bekanntermaßen Pornofilter auf User-Dateien an, wie zahlreiche Falscherkennungen und folgende Account-Löschungen durch vermeintliche Jugend- und Kinderpornographie bewiesen haben, aber von Apple wäre mir noch kein vergleichbarer Fall bekannt. Möglicherweise werden die Jugendschutz-Blacklist also manuell, in Zusammenarbeit mit staatlichen und zivilen Organisationen oder durch eigene Webcrawler bestückt. So oder so solltest du bei deinen eigenen Wirksamkeitsprüfungen berücksichtigen, dass du nur Porno-URLs eingeben kannst, die dir als solche bekannt sind. Deine bisherigen Aussagen in diesem Thread legen einen eher Porno-armen Lebenswandel nahe, in Bezug auf sexpositive oder exhibitionistisch veranlagte Personen scheinen sogar explizit Wissenslücken zu bestehen (ohne jetzt subjektiv die Absprache von "Normalität" gegenüber einigen Frauen bewerten zu wollen). Es wäre somit naheliegend, dass dir nur die bekanntesten und offensichtlichsten Plattformen bekannt sind, die auch absolut jeder Filterbetreuer kennt. Die Möglichkeit, dass jenseits davon NSFW-Inhalte über URLs erreichbar sind, die du nicht kennst und die auch Apples Filter nicht abdeckt, besteht durchaus.