[Politik] Guttenberg: Vom Kanzlerkandidaten zum Ex-Minister

Finder ihr es richtig, dass Guttenberg zurückgetreten ist?

  • Ja, war aber viel zu spät,...(siehe Kommentar)

    Stimmen: 32 29,1%
  • Ja

    Stimmen: 25 22,7%
  • Nein

    Stimmen: 50 45,5%
  • weiß nicht

    Stimmen: 3 2,7%

  • Umfrageteilnehmer
    110
Ich finde es richtig, dass Herr zu Guttenberg aufgrund der Plagiatsaffäre zurückgetreten ist. Denn was er getan hat, war ein Betrug am Bürger.

Allerdings meine ich auch, dass er, wie jeder Mensch, eine zweite Chance verdient hat, zumal er objektiv betrachtet gute Arbeit in seinem Amt geleistet hat. Ob diese zweite Chance in der Politik erfolgreich verlaufen wird, müssen die Bürger entscheiden.
 
"Statt Häme über die Guttenberger auszuschütten, sollten sich Bildungsbürger und etablierte Parteien überlegen, wie sie die Alltagspolitik verständlicher, aber auch mal spannender und begeisternder verkaufen könnten, damit nicht nur Buchstabenfresser sich dafür interessieren, sondern auch Menschen mit weniger Abstraktionsvermögen. Warum kann eine Regierungserklärung nicht so mitreißend sein wie eine Apple-Keynote?"

Blöde Frage: Kennt ihr irgend jemand irgend ein Element, dass eine Apple-Keynote spannend macht und das sich auf eine parlamentarische Demokratie übertragen lässt?
Der letzte deutsch-östereichische Politiker, der die Massen so richtig begeistern konnte, musste letztere ja auch abschaffen, damit seine politischen Ankündigungen den nötigen Spannungsbogen und Überraschungseffekt mitbringen.


Allerdings meine ich auch, dass er, wie jeder Mensch, eine zweite Chance verdient hat,

Dem wiederspricht ja auch niemand. "Zweite Chance" heißt aber: Eine zweite Chance, sich durch ehrliche Arbeit von 0 ausgehend eine Posituion in der Politik zu erkämpfen. "Zweite Chance" heißt nicht, an der Stelle weiterzumachen, die man mit Scheinheiligkeit erreicht hat.

zumal er objektiv betrachtet gute Arbeit in seinem Amt geleistet hat.

:rollen: Beispiele? :rollen:
 
So. Ich würde mal sagen, Herr Steinmeier sollte besser in den nächsten 2 Tagen abtreten, wenn er seine eigene moralische Linie nicht überschreiten will (obwohl diese bei Politikern bekannterweise eh aus Seife besteht).

Klasse abgelenkt, muss man sagen. Da wurde auf Guttenberg rumgehackt und währenddessen hat die SPD hinter verschlossenen Vorhängen versucht ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen.
 
Kannst du das mal konkretisieren?

Aber gerne doch.

Affäre - Speers Laptop bringt Steinmeier in Erklärungsnot - Brandenburg - Berliner Morgenpost - Berlin

Speer-Affäre erreicht Steinmeier: Spendendinner bringt SPD in Bedrängnis - Brandenburg - Berlin - Tagesspiegel

Nachdem bei Guttenberg auch Niemand auf definitive Beweise gewartet hat (außer einer PDF, die vor Jahren online gestellt wurde und die so gut wie jeder hätte sabotieren können*), dürfte das reichen, Steinmeier zu diskreditieren.

Dazu sagen wird er wohl nicht viel. So wie ich ihn einschätze, wird er sich wahrscheinlich eher ein Beispiel an Genosse Gysi nehmen und mit einer Klage drohen, als sich den Medien zu stellen.


*Bedenkt man, dass ein bestimmter Satz, von dem Guttenberg kopiert haben soll, sich auf ein Event (und zwar den 220 Jahrestag der Verfassung der USA) bezog, dass zu dieser Zeit ("Originaltext war von 2003) noch garnicht geschehen war, so ist das garnicht mal allzu abwegig.
 
Ich finde es eine Unverschämtheit Herrn Guttenberg hier Amtsmissbrauch, Meineid oder sonst etwas vorzuwerfen. Was hat ihm der Titel den so alles gebracht. Deswegen ist er ja nicht direkt Kanzlerkandiat geworden. Hat Frau Merkel einen Doktor Titel? Nicht das ich wüsste. Da ist der Mann halt Professor.

Die Politik hat Angst vor ihm. Mehr ist das nicht. Sie wollen ihn wegeckeln und das haben sie auch mit dieser peinliche Aktion getan. Guttenberg war halt viel zu gut für diese Politik und die anderen kamen nicht mit der Situation klar, dass er ein möglicher Kanzlerkandidat ist. Der, den vor 2 Jahren noch keiner Kante. Da liegt es dochh auf der Hand das die bekannten Gesichter, die ihr Leben hin auf das Kanzleramt arbeiten, sauer und erzürnt sind, dass so ein "Alibi" Doktor die ganze Politik auf den Kopf stellt. Jetzt haben sie einen Grund gefunden und nutzen den voll und ganz aus.

Aber mal ehrlich. Die Doktorarbeiten sind doch alle nicht echt. Ich wil nicht wissen, wie viele 1000 Ärzte die kopiert haben und es nicht aufgefallen ist. Daher finde ich es Quatsch ihm deswegen anzukreiden was tausend auch machen.

Frag mal Tante Google. Dort steht geschrieben: Frau Dr. Angela Dorothea Merkel. Diplomphysikerin. Titel ihrer Doktorarbeit: Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden.
Da kann Mr. Gelfrisur C.T. zu G. mit seiner kopierten Doktorarbeit, auch bei zuhilfenahme dritter und vierter Personen, nicht mitstinken.



mfg
ThoR65
 

Aber wo sind die Beweise?
Mail kann jeder verschicken. Ohne den Laptop und eine Rekonstruktion steht man doch mit leeren Händen da und dann kann man noch so viel vermuten.

Nachdem bei Guttenberg auch Niemand auf definitive Beweise gewartet hat (außer einer PDF, die vor Jahren online gestellt wurde und die so gut wie jeder hätte sabotieren können*), dürfte das reichen, Steinmeier zu diskreditieren.

Die gab es doch, seine Doktorarbeit.
Und wenn zu Guttenberg in einer Pressekonferenz selbst zugibt, dass die Arbeit nach nochmaligem Lesen doch nicht so super war, stellt sich die Frage: "Hat er sie jemals zuvor gelesen?"

Bei Steinmeyer sinds Vermutung, bei zu Guttenberg gab es stichhaltige Beweise und wenn der Baron gleich zu seinem Fehler gestand und die Konsequenzen gezogen hätte, wäre alles deutlich anders gelaufen, aber er hat ja Hechtsprünge gemacht, von einer Aussage zur nächsten.
 
So. Ich würde mal sagen, Herr Steinmeier sollte besser in den nächsten 2 Tagen abtreten

a) Von was? Er ist kein Minister. Er könnte sein Mandat niederlegen, aber damit wäre sein Wahlkreis überhaupt nicht mehr im Parlament vertreten (was zumindest ohne vorherige Ermittlung des Wählerwillens nicht angestrebt werden sollte). Bliebe die Option, Neuwahlen für seine Ämter innerhalb der Partei und als Fraktionsvorsitzender abzuhalten.
b) Wegen was? Deinem Link zu Folge hat die SPD sich richtig verhalten und ausdrücklich parteigesetzwiedrige Transaktionen nicht durchgeführt.

Nachdem bei Guttenberg auch Niemand auf definitive Beweise gewartet hat (außer einer PDF, die vor Jahren online gestellt wurde und die so gut wie jeder hätte sabotieren können*), dürfte das reichen, Steinmeier zu diskreditieren.

Von Guttenberg wurden nicht nur in den ersten 2, sondern eher in den ersten 7 Tagen nur verlangt, dass er die Vorwürfe erklärt. Breite Rücktrittsforderungen wurden erst nach Häufung der Indizien laut. Desweiteren begann die Debatte um seine Doktorarbeit nicht mit einer willkürlichen pdf, schließlich lag das Ding schon einige Jahre als Print vor. Einige der stärksten Indizien wurden bereits am ersten Tag namentlich genannt und hätten von Guttenberg (der ja wohl mehr, als eine "Jahre alte, sabottierte PDF" haben wird), mit Leichtigkeit entkräftet werden können, wenn sie denn falsch gewesen wären (stattdessen beschränkte er sich auf unspezifische Totaldementis...).
"Gegen" Steinmeier gibt es, wenn ich das richtig sehe, die Behauptung des Sterns, E-Mail-Kopien erhalten zu haben, die ihn vielleicht eines versuchten, aber nicht durchgezogenen Verstoßes bezichtigen. Das ist sicherlich etwas, dass es zu überprüfen gilt (was Spendenaffären angeht hat die SPD einiges auf die Union aufzuholen :ugly: ), aber etwas wenig, um mehr als eine Erklärung und (falls diese unzufriedenstellend ausfällt) ggf. Untersuchung zu fordern.
 
a) Von was? Er ist kein Minister. Er könnte sein Mandat niederlegen, aber damit wäre sein Wahlkreis überhaupt nicht mehr im Parlament vertreten (was zumindest ohne vorherige Ermittlung des Wählerwillens nicht angestrebt werden sollte). Bliebe die Option, Neuwahlen für seine Ämter innerhalb der Partei und als Fraktionsvorsitzender abzuhalten.

Aus der Politik im Gesamten natürlich.

b) Wegen was? Deinem Link zu Folge hat die SPD sich richtig verhalten und ausdrücklich parteigesetzwiedrige Transaktionen nicht durchgeführt.

Wenn sie sich richtig verhalten hätten, gäbe es die Speeraffäre garnicht.

Von Guttenberg wurden nicht nur in den ersten 2, sondern eher in den ersten 7 Tagen nur verlangt, dass er die Vorwürfe erklärt. Breite Rücktrittsforderungen wurden erst nach Häufung der Indizien laut. Desweiteren begann die Debatte um seine Doktorarbeit nicht mit einer willkürlichen pdf, schließlich lag das Ding schon einige Jahre als Print vor. Einige der stärksten Indizien wurden bereits am ersten Tag namentlich genannt und hätten von Guttenberg (der ja wohl mehr, als eine "Jahre alte, sabottierte PDF" haben wird), mit Leichtigkeit entkräftet werden können, wenn sie denn falsch gewesen wären (stattdessen beschränkte er sich auf unspezifische Totaldementis...).

Ich meinte ja nur. Schliesslich war Steinmeyer einer der Hauptankläger, soweit ich mich erinnere. Da sollte man auf derlei "Wasser prädigen, Wein trinken" Aktionen lieber verzichten.

"Gegen" Steinmeier gibt es, wenn ich das richtig sehe, die Behauptung des Sterns, E-Mail-Kopien erhalten zu haben, die ihn vielleicht eines versuchten, aber nicht durchgezogenen Verstoßes bezichtigen. Das ist sicherlich etwas, dass es zu überprüfen gilt (was Spendenaffären angeht hat die SPD einiges auf die Union aufzuholen :ugly: ), aber etwas wenig, um mehr als eine Erklärung und (falls diese unzufriedenstellend ausfällt) ggf. Untersuchung zu fordern.

Was die bewiesenen angeht, wohlgemerkt.

Die CDU stellt sich sicherlich einfach nur unbeholfener an. Die Dinge, die hochrangige SPD Mitglieder in der Vergangenheit verzapft haben (man erinnere sich beispielsweise noch an "Altkanzler" Schröder und seine zwielichtigen Kontakte zu Gazprom, die er wohl kaum erst eine Woche nach Austreten aus dem Amt aufgenommen hat), spricht nicht gerade für ein Saubermann Image.

Dazu kommen dann noch solche Sachen wie Hartz IV und die anderen "kleineren, unbedeutenden" Lügen, an die sich heutzutage Niemand mehr so richtig erinnern will.
 
Aus der Politik im Gesamten natürlich.

Imho vollkommen überzogen Forderung. Selbst von Guttenberg wurde nur verlangt, dass er seine Ämter niederlegt - nicht, dass er auf politische Aktivität verzichtet. Imho ist das auch berechtigt: Aktiv sein kann jeder. In höheren Position aktiv werden darf jeder, dem Wähler bzw. Parteibasis (je nach Amt) dies zusprechen. Wenn sich neue Informationen über eine Person geben (z.B. wenn ein Strahlemann als Betrüger enttarnt wird), ist es angebracht, diese Wähler-/Basisentscheidungen für ungültig zu erklären und neu einzuholen. Das heißt zurücktreten und dann neu antreten, aber nicht aussteigen. (es sei denn natürlich, man will den Job nicht mehr)

Wenn sie sich richtig verhalten hätten, gäbe es die Speeraffäre garnicht.

Spar dir doch bitte die Trollerei.
Die Speeraffäre heißt deswegen nicht Steinmeieraffäre, weil sie eben nicht auf das Verhalten Steinmeiers zurückgeht.

Ich meinte ja nur. Schliesslich war Steinmeyer einer der Hauptankläger, soweit ich mich erinnere.

Erinnere ich mich nicht dran. Als höchstrangiger SPD- und damit größter Oppositionspolitiker genießt Steinmeier natürlich eine gewisse Medienaufmerksamkeit, aber darüber hinaus wäre mir nichts aufgefallen.

Was die bewiesenen angeht, wohlgemerkt.

Im Rahmen dieses Forums beschränkt man sich bevorzugt auf bewiesene oder zumindest nicht wiederlegte Dinge, denn (Verschwörungs)Theorien gibt es zu allem und jeden und fast alle sind pure Zeitverschwendung.
(siehe z.B. Schröder. Mag ihn zwar auch nicht, aber bis dato hat man abseits der deutsch-russischen Beziehungen afaik keine GAZprom-zuträglichen Elemente in seiner Politik gefunden. Und HartzIV lief vollkommen und sehr ausgiebig in der Öffentlichkeit ab und mit Ausnahme des Festlegungsverfahrens der Regelsätze -nicht aber deren Endhöhe- wurden bislang keine Rechtsverstöße gefunden)
 
Imho vollkommen überzogen Forderung. Selbst von Guttenberg wurde nur verlangt, dass er seine Ämter niederlegt - nicht, dass er auf politische Aktivität verzichtet. Imho ist das auch berechtigt: Aktiv sein kann jeder. In höheren Position aktiv werden darf jeder, dem Wähler bzw. Parteibasis (je nach Amt) dies zusprechen. Wenn sich neue Informationen über eine Person geben (z.B. wenn ein Strahlemann als Betrüger enttarnt wird), ist es angebracht, diese Wähler-/Basisentscheidungen für ungültig zu erklären und neu einzuholen. Das heißt zurücktreten und dann neu antreten, aber nicht aussteigen. (es sei denn natürlich, man will den Job nicht mehr)

Fakt ist: Gegen Guttenberg hat man eine Hetzkampagne in Fahrt gesetzt, wie sie ihres Gleichen sucht. Wie es da im Bundestag von rechts wie links herschallte, hat man sich in die Vergangenheit zurückversetzt gefühlt.

Ein derartiges Verhalten wie man es von Jürgen Trittin, Steinmeier und Gabriel vernehmen durfte, war eher ein bitteres Mahnmal an die jüngere, blutige Vergangenheit Deutschlands. Keinesfalls sollten sich so Parlamentarier verhalten. Ich dachte derlei Hetzkampagnen hätten wir spätestens seit 1945 hinter uns.

Spar dir doch bitte die Trollerei.
Die Speeraffäre heißt deswegen nicht Steinmeieraffäre, weil sie eben nicht auf das Verhalten Steinmeiers zurückgeht.

Geht das jetzt schon wieder los?! Auch von einem Moderator darf man dahingehend doch wohl etwas Mäßigung erwarten, oder liege ich da falsch? Nicht alles, was gegen deine persönliche Meinung geht, ist Trollerei.

Erinnere ich mich nicht dran. Als höchstrangiger SPD- und damit größter Oppositionspolitiker genießt Steinmeier natürlich eine gewisse Medienaufmerksamkeit, aber darüber hinaus wäre mir nichts aufgefallen.

Ist dir dann dahingehend auch das Verhalten Gabriels und Trittins entgangen? Ich dächte eigentlich, solche Hasstiraden könnte man garnicht übersehen.

Im Rahmen dieses Forums beschränkt man sich bevorzugt auf bewiesene oder zumindest nicht wiederlegte Dinge, denn (Verschwörungs)Theorien gibt es zu allem und jeden und fast alle sind pure Zeitverschwendung.
(siehe z.B. Schröder. Mag ihn zwar auch nicht, aber bis dato hat man abseits der deutsch-russischen Beziehungen afaik keine GAZprom-zuträglichen Elemente in seiner Politik gefunden. Und HartzIV lief vollkommen und sehr ausgiebig in der Öffentlichkeit ab und mit Ausnahme des Festlegungsverfahrens der Regelsätze -nicht aber deren Endhöhe- wurden bislang keine Rechtsverstöße gefunden)

Wenn der Staat eine Milliarden Bürgschaft für eine Ostsee-Pipeline bereitstellt und sich ausgerechnet jener Ex-Bundeskanzler, der noch zuvor als Führer und Lenker unseres Landes diente, sich später nach Russland absetzt und für eben jene Firma zu werben, die bereits sehr stark von der Staatsbürgschaft profitierte, so sieht das sehr eindeutig nach einem Interessenkonflikt aus.

Mit einer Verschwörungstheorie hat das wenig zu tun. Ich behaupte hier ja schliesslich nicht, Herr Schröder sei ein Außerirdischer oder wäre ein Agent für eine Geheimorganisation, die die Erde übernehmen will. Hier geht es um außerordentlich plausible Fakten und als einzige Gegenaussage des Ex-Kanzlers ein "Naja. Nach der engen Zusammenarbeit mit diesem Konzern war ich überzeugt genug, direkt nach meiner Amtszeit für eben jenen weiterzuarbeiten".

Was Hartz IV angeht, beziehe ich mich weniger auf Hartz IV an sich, als auf Aussagen, die zuvor getroffen worden. Hier trifft man wieder auf das s. g. Ulbricht Syndrom ("Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten").
 
Geht das jetzt schon wieder los?! Auch von einem Moderator darf man dahingehend doch wohl etwas Mäßigung erwarten, oder liege ich da falsch? Nicht alles, was gegen deine persönliche Meinung geht, ist Trollerei.

Alles, was negative Aussagen über jemanden macht und nichts zur Diskussion beiträgt, weil es unwahr bzw. unlogisch und somit kein gültiges Argument ist (ich nehme zur Kenntniss, dass du meine Kritik am Inhalt nicht zurückweist), kann Trollerei sein. Das noch fehlende Hauptkriterium ist die Absicht dahinter und du bist nun wirklich kein unbeschriebenes Blatt, was provokante Äußerungen angeht.

Ist dir dann dahingehend auch das Verhalten Gabriels und Trittins entgangen? Ich dächte eigentlich, solche Hasstiraden könnte man garnicht übersehen.

Trittin (und Künast) waren sicherlich nicht zu überhören, Gabriel auch nur, weil er von den beiden übertönt wurde.
Ein Bezug zu Rücktrittsforderungen an Steinmeier muss ich an der Stelle aber wohl übersehen - oder er ist nicht gegeben.

Wenn der Staat eine Milliarden Bürgschaft für eine Ostsee-Pipeline bereitstellt und sich ausgerechnet jener Ex-Bundeskanzler, der noch zuvor als Führer und Lenker unseres Landes diente, sich später nach Russland absetzt und für eben jene Firma zu werben, die bereits sehr stark von der Staatsbürgschaft profitierte, so sieht das sehr eindeutig nach einem Interessenkonflikt aus.

1. (100te) Millionen. Nicht "Milliarden"
2. Die Baugenehmigung Deutschlands wurde vor nicht einmal anderthalb Jahren unter Schwarz/Gelb erteilt
3. Die Bürgschaft wurde zwar vor dem Einsetzen der neuen Minister, aber nach Schröders Ausscheiden aus der Politik von einem Gremium, an dem er nie beteiligt war, vergeben. Der "Interessenkonflikt" müsste also bei Leuten bestanden haben, die bis heute nicht für GAZprom arbeiten.
(repeat: Was nicht heißt, dass ich der Person Schröder sonderlich große Sympathie entgegenbringe. Putin bleibt Putin und Öllobby bleibt Öllobby. Aber ich kann in dem, was er zustande gebracht hat, keine heimlichen Ziele erkennen. Northstream war ein Baby der Putin-Schröderallianz, aber die Umsetzung unterscheidet sich wenig von anderen internationalen Großprojekten)
 
Fakt ist: Gegen Guttenberg hat man eine Hetzkampagne in Fahrt gesetzt, wie sie ihres Gleichen sucht. Wie es da im Bundestag von rechts wie links herschallte, hat man sich in die Vergangenheit zurückversetzt gefühlt.
Ein derartiges Verhalten wie man es von Jürgen Trittin, Steinmeier und Gabriel vernehmen durfte, war eher ein bitteres Mahnmal an die jüngere, blutige Vergangenheit Deutschlands. Keinesfalls sollten sich so Parlamentarier verhalten. Ich dachte derlei Hetzkampagnen hätten wir spätestens seit 1945 hinter uns.

Jetzt wird auch noch die Vergangenheit bemüht - das Umsichschlagen der verbitterten Anhänger wird für mich
immer abstruser.

Sollte man sowieso vorsichtig mit diesen Vergleichen sein, wäre ich viel eher daran erinnert worden, wenn es diesen
Protest von Medien, Wissenschaftler, Opposition und auch aus eigenen Reihen, nicht gegeben hätte.

Und dieser Protest kam aus meiner Sicht vollkommen zu recht; der Rücktritt war notwendig. Die Positionen dazu wurden aber wohl genügend hin- und herdiskutiert. Da drehen wir uns wohl nur noch im Kreise.

Zum Thema Interessenskonflikte - da habe ich parteiübergreifend ein ganz schlechtes Gefühl.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt wird auch noch die Vergangenheit bemüht
Das ist aber ziemlich normal, oder? Bei jeder Gelegenheit wird das Dritte Reich erwähnt. Man könnte fast eine Regel aufstellen: "Eine Diskussion unter Deutschen ist solange unvollständig bis das Dritte Reich in irgendeiner Form Erwähnung gefunden hat." :ugly:

Insgesamt war die Guttenberg-Geschichte ein ganz trauriges Stück deutscher Politik, denn es gab eigentlich nur Verlierer... Aber am Ende bleibt, dass er entweder nicht weiß, was er getan hat oder dass er die Menschen offen belügt. Beides ist inakzeptabel, auch wenn er beliebt ist. Dass sich die Union darauf berufen hat, dass er ja immer noch bei den Menschen beliebt ist, war auch bemerkenswert: Bislang ist das die Partei, die am vehementesten gegen Volksbefragungen & Co. ist. Ausgerechnet jetzt wollte man die Meinung der Bevölkerung zur Kenntnis nehmen, haha....

Und die Guttenberg-Jünger sollten nicht vergessen: Er hat seinen Abgang ganz allein verschuldet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, man sollte die ganzen verschiedenen Themen hier nicht vermischen. Was mich vor allem stört, ist dieser billige Versuch Guttenbergs Verhalten damit zu rechtfertigen, indem man betont, dass ja auch andere Politiker nicht immer alles richtig machen. Ich bin einer der letzten Menschen, die an so etwas wie Ehre, Ehrgefühl, Aufrichtigkeit oder ähnliches bei Politikern glaubt aber nur, weil viele Dreck am Stecken haben, bedeutet das nicht, dass die einfach machen können, was und wie sie es wollen. Guttenbergs Fehlverhalten ist da, es ist beweisbar, er ist mieserabel damit umgegangen und muss jetzt halt die Konsequenzen tragen. Das ist richtig und gut so! Dass man auch anderen Politikern und den Parteien generell mehr und genauer auf die Finger gucken müsste, steht hier gar nicht zur Debatte sondern sollte eh gemacht werden! Ich bin ganz froh über das neuere Selbstbewustsein des "Netzes", weil sich so viel Energie, Kompetenz und Fachwissen bündeln lassen, um eben solche Schmierereien aufzudecken.
Abschließend sei den Guttenbergfans noch kurz gesagt: Keine Sorge, über kurz oder lang wird er wieder aus seinem Loch gekrochen kommen und dann habt ihr euren Gutti wieder zurück. Denn: Nach einem Atomkrieg werden die einzigen überlebenden ein paar Kakerlaken, einige Haitianer und eben unsere Spitzenpolitiker sein. Die sind einfach nicht klein zu kreigen ;)
 
Fakt ist: Gegen Guttenberg hat man eine Hetzkampagne in Fahrt gesetzt, wie sie ihres Gleichen sucht. Wie es da im Bundestag von rechts wie links herschallte, hat man sich in die Vergangenheit zurückversetzt gefühlt.

Auch wenn ich damit Gefahr laufe, den Troll zu füttern, muss ich sagen, dass ein Politiker, der die BLÖD-Reporter zu seinen Hofberichterstattern macht und die restlichen Medienvertreter so brüskiert, damit rechnen muss von ihnen ohne Samthandschuhe angefasst zu werden. Gut möglich, dass einige Journalisten sich revanchieren wollten, aber grundsätzlich war die Berichterstattung so mit Fakten unterfüttert, dass man nicht von einer Hetzkampagnie sprechen kann.

Das ist aber ziemlich normal, oder? Bei jeder Gelegenheit wird das Dritte Reich erwähnt. Man könnte fast eine Regel aufstellen: "Eine Diskussion unter Deutschen ist solange unvollständig bis das Dritte Reich in irgendeiner Form Erwähnung gefunden hat."
Reductio ad Hitlerum und Godwin's Law lassen grüßen ;).

Alle, die Guttenberg damit verteidigen, dass die anderen Politiker genau so Dreck am Stecken haben, sollten sich mal den kathegorischen Imperativ zu Gemüte führen. Ich will, dass für Politiker aller Parteien die gleichen Regeln gelten.
 
Für mich ist das Thema Guttenberg eigentlich durch. Er ist weg, der Staatsanwalt kümmert sich darum, ob er betrogen hat oder nicht und alles weiter kann man dann sehen. Dass er sich damit aus dem Kanzlerrennen gebracht hat, sollte ihm jedoch klar sein. Ganz egal ob er entlastet wird und man ihm den Betrug nicht nachweisen kann, mit der Nummer kann er kein Bundeskanzler mehr werden.
 
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