Sehe Ich etwas anders. MS hat mit den unzähligen Übernahmen den Konsolidierungsprozess der Gamingindustrie ins Laufen gebracht, und damit verliert Sony immer mehr den Zugriff auf diverse gaas-Spiele und damit auch auf die großen Umsatztreiber, dass man versucht hat diese Abhängigkeit zu durchbrechen ist schon sinnvoll, auch die 60 % überraschen mich nicht, erfolgreiche Service-Spiele brauchen Unmengen an Entwicklern und Geld. Denke auch das Factions ein riesiges Potenzial gehabt hätte, das Gameplay in Last of Us 2 war hervorragend, der MP vom ersten Teil war mal was Neues und hatte schon eine ziemlich große Fangemeinde, denke das Problem wird der Perfektionismus von ND gewesen sein, wenn alles perfekt animiert sein muss, wird so ein Titel nie fertig.
Das Problem ist, dass du aus Studios, die in der Regel Single-Player-Spiele gemacht haben und hierfür auch bekannt waren, nicht einfach so erfolgreiche GaaS-Studios machst. Die - noch sehr kurze - Gaming-Industry-Geschichte hat hierfür diverse Beispiele. Selbst einst geliebte (Single-Player-) Studios wie bspw. BioWare sind hieran zugrunde gegangen. Das bestehende Humankapital ist limitiert; da bleibt dann nur die Option, eigene Studios aufzubauen und hier sehe ich ehrlicherweise wenig Bemühungen von Sony. Kurioserweise scheint Sony ja auch Entwickler aus GaaS-Studios zu feuern (siehe bspw. die aktuelle Layoff-Welle bei Bungie).
Sony hat schon deutlich schlechtere Zeiten durchgemacht, da stehen sie heute verhältnismäßig gut da, aktuell sind glaube Ich zumindest, alle Sparten profitabel, das sah zu PS3-Zeiten ganz anders aus, und generell wird eher konservativ gewirtschaftet.
Ich glaube, selbst zu PS3-Zeiten wäre Sony überaus erfolgreich gewesen, wäre man bei einer massentauglichen Hardware-Architektur geblieben. Sony hatte derzeit ja nur aufgrund der neuen Hardware-Architektur starke Startprobleme - viele sehr gute Titel gab's seinerzeit ja.
Das heißt nichts, Ragnarök ist schon zu viel more of the same und generell hat sich die Formel bzw. der Gameplayloop zu schnell abgenutzt - und trotzdem war es gefühlt sehr erfolgreich (glaube ich, war es das? Irgendwie gab es gefühlt wenig Hype um das Spiel und mittlerweile ist es schon wieder in Vergessenheit geraten, fühlt sich fast so an, als wäre es nur ein DLC gewesen). Kann mir nicht vorstellen, dass er in seiner Position nochmal so kreativ und frei arbeiten kann wie zu PS2/PS3 Zeiten.
Ich glaube schon, dass Ragnarok sehr erfolgreich war. Das Problem sehe ich eher daran, dass das quasi Fastfood-Content ist. Mehr als ein Playthrough gibt die recht seelenlose Story halt nicht her. Man könnte munkeln, dass es am Woke Mindvirus liegt, aber meiner Ansicht nach sind Sony-Spiele schon seit einiger Zeit sehr seelenlos. Klar, sie machen kurzzeitig Spaß. Aber bleiben sie auch im Gedächtnis? Zumindest bei mir nicht wirklich.
Spiele wie CoD, Fortnite, Pugb etc. kann man eigentlich nicht ersetzen, und eine Alternative zu schaffen, ist fast unmöglich. Deswegen hat sich ja Sony so gegen die Übernahme gesträubt und von den Behörden waren auch einige dagegen.
Warum sollte das fast unmöglich sein? PUBG und Co. mussten auch erst erschaffen werden. Konkurrenten hierzu wie bspw. Apex Legends konnten sich ebenfalls gut behaupten. GaaS müssen ja nicht nur (Team-) Shooter sein. Schau dir bspw. Genshin Impact und die weiteren Ableger von miHoYo an. Die machen als Gacha-Games auch ordentlich Asche, ohne irgendwelche Konkurrenz zu haben. Dass es unmöglich sei, eine Alternative zu schaffen, halte ich daher für Bullshit. Man müsste halt nur versuchen, etwas Neues zu machen (oder zumindest etwas Gutes sehr gut nachmachen) und entsprechende Risiken eingehen, anstelle von seelenlos auf irgendeinen Hype aufzuspringen.
Was Sony jetzt vor allem machen könnte ist: Fanservice. Remakes von TLOU Part 2 oder Horizon braucht und will wirklich keiner. Aber sie haben so viele Marken von früher die Remakes verdienen, da könnte heute noch sehr viel gehen.
Die Gamer von der PS2- und PS3-Zeit sind heute alle längst erwachsen, haben Jobs und können sich Spiele en masse leisten. Remakes oder Fortsetzungen von Killzone 1-3, Jak&Daxter, Destruction Derby, WipEout, Ridge Racer, Resistance, Sly Raccoon uvm.
Ich hasse Sony's völlig überflüssige Remakes/Remaster. Ein neues Killzone wäre wirklich schön, allerdings hat Guerilla leider Horizon an der Backe und wird das voraussichtlich auch nicht so schnell los. Ein neues Sly Raccoon würde ich gern nehmen. Ich nehme allerdings an, dass Sucker Punch gezwungen ist, an Ghost of Tsushima 2 zu arbeiten. Sly Raccoon - und viele andere der von dir aufgezählten Titel - sind auch nicht wirklich Triple A und damit auch nicht wirklich in der Entwicklungsstrategie von Sony enthalten. Ich hätte wirklich gern wieder mehr B-Tier-Titel, allerdings hat Sony ja quasi sämtliche Studios, die hiermit zu tun hatten, vernichtet. Eigentlich kann man Sony nur wünschen, dass sich das übel rächen wird.
Ich glaube allerdings auch, dass Nostalgie stark überbewertet wird. Viele IPs sind einfach durch jahrelange Vernachlässigung gestorben. Ich - und viele andere auch - hätte bspw. super gern ein neues Parasite Eve und/oder Dino Crisis. Das waren früher einmal große Namen, allerdings interessiert sich dafür heutzutage ehrlicherweise kaum noch jemand.
Ich denke mit einer stabilen Richtung, wie es Nintendo macht, hält man auch die Marke Playstation gut am Markt, ohne das man zu sehr in den GaaS-Bereich drängen muss.
Das sehe ich auch so. Dafür müsste man allerdings aufhören, seelenlosen Murks zu machen. In Sachen Entwicklungsqualität ist Nintendo Sony einfach meilenweit überlegen.
Nintendo kann man nicht mit Sony vergleichen, IPs wie Mario und Pokemon und Co. sind einzigartig, die verkaufen pro Ableger 30 Millionen Einheiten und sind dadurch, dass sie technisch zwei Generationen hinterherhinken, auch noch extrem billig in der Entwicklung.
Die Zahlen sind utopisch. Die 30 Mio. hat gerade einmal Breath of the Wild als das vierterfolgreichste Switch-Spiel nach rund 6 Jahren nach Release geschafft (
Quelle). Die Spiele verkaufen sich zwar gut, allerdings nicht in den Dimensionen, die du angibst. Ich möchte auch sehr stark bezweifeln, dass Nintendo-Spiele "extrem billig" in der Entwicklung sind. Der Unterschied ist hauptsächlich, dass in den US-amerikanischen Spiele- und Software-Entwicklungsballungs-Zentren die Lohnkosten entsprechend hoch sind und Spiele, die in bspw. Japan oder Europa produziert werden, von niedrigeren Standortkosten profitieren. Horizon Zero Dawn soll bspw. "nur" etwa 50 Mio. USD in der Entwicklung gekostet haben. Bei Zelda BotW munkelt man, dass das Spiel - auch aufgrund der komplexen Physik-Engine - rund 120 Mio. USD in der Entwicklung gekostet haben soll.