Jetzt habe ich aber nochmal diesbezüglich eine Frage:
Wenn das Aushebeln des KS verboten ist aber das Umgehen diesen wiederum erlaubt, wäre es dann nicht sogar rein theoretisch möglich doch eine digitale Kopie zu erstellen, wo der Kopierschutz gar nicht angetastet, sondern einfach mitkopiert wird?
Etwas verwirrend das Ganze, muß ich zugeben. ^^
Ob du den KS mitkopierst oder den Inhalt ohne KS kopierst, in beiden Fallen hast du ihn umgangen => verboten. Bei einer analogen Aufnahme hingegen handelt es sich ja nicht um eine Kopie => erlaubt. Allerdings bezeifel ich das irgend ein Urheber wirklich etwas dagegen hat wenn man zb eine gekaufte Musik-CD, lediglich für den eigenen Bedarf (zb Original im regal, Kopie fliegt im Auto bzw Wechsler rum), mit oder ohne KS kopiert. Primät soll der KS ja die illegale Verbreitung (zb. übers Internetz) verhindern.
Ich verstehe was du meinst und denke aber es gibt einen Unterschied.
Zum einen, von dem IT-Passion die ganze Zeit redet, gibt es einen Materiellen Schaden. Dieser kann natürlich bei einem immateriellen Gut nicht vorliegen, dafür aber ein immaterieller Schaden, nämlich das unbefugte Nutzen geistigen Eigentums, was eben nur erlaubt ist, wenn man dafür einen gewissen Wert erbringt.
Nur das dieser immateriele Schaden rein theoretischer Natur ist. Denn:
Und warum sollte man etwas was man sich so nicht kaufen würde, dann illegal nutzen?
Weil es, auch wenn es natürlich verboten ist, nichts kostet. Selbst Richter haben schon erkannt das bei einem Preis von 0 immer eine Nachfrage entsteht - weil es eben nichts kostet. Ähnlich verhält es sich zb. mit "1€ Artikeln", welche Größtenteils nur wegen des geringen Preises, nicht aber des Bedarfs wegen, gekauft werden.
Es gibt sicherlich einige die des Sammelwillens downloaden, Musik zum Beispiel ohne eigentlich diese jeh wirklihc zu hören, hauptsache alles haben. Ich kenne aber einige Zeitgenossen, die auch ein sehr gutes Jahresbruttoeinkommen haben und partout nicht bereit sind für Software Geld auszugeben, solange sie es irgendwo und ohne Umstände kostenlos bekommen. Und ich bin der Meinung, dass das eben auf viele zutrifft und somit auch der Schaden rellativ hoch ist(Verlust durch entgangenen Gegenwert). Beispielsweise Call of Duty MW2. Dieses Spiel ist ein vollwertiger AAA Titel und hat sich sehr gut erkauft. Dennoch wurde es über 4 Mio. mal heruntergeladen? ich denke viele laden sich das SPiel nicht herunter weil sie es einfach nur als Sammlungsbeilage haben wollen, sondern eben weil sie es auch nutzen wollen. Die angeblichen Gründe warum dann dafür kein Geld ausgegeben werden soll lauten meist: Zu teuer, viele Bugs, zu kurze Spielzeit, harte KS-Maßnahmen, schlechter Spielinhalt etc..
Nun, es ist nunmal so das die Leute, da schon seit Jahren (bzw Jahrzehnten) "angefixt", sich an den kostenlosen Konsum derartiger Güter gewöhnt haben. Wer viel Freizeit an seinem Computer verbringt, der kann im Jahr locker Spiele für tausende von €uro spielen. Er würde aber niemals dieses Geld für den Erwerb aufbringen. Meine Erfahrung, basierend auf meinem RL-Bekanntenkreis, zeigt mir das die meisten einen gewissen Betrag im Jahr für SW ausgeben. Wäre ab morgen das runterladen und kopieren nicht mehr möglich, dann würden sie weniger Zeit am PC verbringen, weniger (da vorher auch runtergeladen) Filme schauen, weniger MP3s und mehr Webradio hören usw. Sicher würden einige auch etwas mehr Geld ausgeben, andere durch die veränderten Gewohnheiten aber vielleicht auch weniger.
So lange sich an diesem mangelnden Rechtsbewußtsein nichts ändert, so lange wird sich der PC-Spielemarkt beispielsweise, immer mehr von bestimmten Titeln verabschieden müssen, bis er letztendlich zu einem reinem Mmorpg und Casual-Browsermarkt verfällt.
Wie kommt es das MW2 1.000.000.000 Umsatz generiert hat, obwohl es 4 Mio (wie auch immer man diese Zahl geschätzt hat) mal runtergeladen wurde? Richtig, gute SW verkauft sich immer. Dank Plattformen wie Steam sieht man sehr gut das sogar Indie-Titel sehr guten Umsatz generieren.
Der Knackpunkt ist einfach nur: Wie gebe ich den Leuten was sie wollen?
Runterladen von Spielen ist nämlich nicht nur kostenlos, es ist vor allem eines: einfach. In der Regel reicht eine (oder 2) Webseiten aus um Zugriff auf sämtliche Software zu haben. Sei es Steam, sei es Apples Store, es gibt genug Beispiele die zeigen das die Leute durchaus bereit sind für ihren Konsum zu zahlen - wenn man ihren Ansprüchen nachkommt.
Noch im Jahr 2005 (?) war die einzige Plattform auf der man die Top-20 runterladen konnte eine illegale Tauschbörse. Heute, im Jahr 2010, ist die einzige "Plattform" wo man fast alle erhältlichen Filme in entsprechender Qualität (HD) runterladen kann eine illegale. Usw...
Ergo sind die Jungs (Publisher, Urheber, wie auch immer) selber nicht ganz unschuldig daran das es sich so entwickelt hat. Sie wollten den Ansprüchen der Kunden nicht nachkommen, ihnen sogar vorschreiben wie sie zu konsumieren haben. Und auch wenn es natürlich "verboten" ist, die Leute haben sich nach den Jahren nunmal daran gewöhnt. Und mit "Gewalt" läßt sich das auch noch weniger ändern, denn dann kommt es zum "Trotzverhalten". Valve erkannte dies relativ früh, und konterte mit Steam. Und nun schau mal hier:
http://extreme.pcgameshardware.de/u...erschreitet-25-millionen-aktive-accounts.html
Wenn dich die Sache wirklich interessiert, und du mal "Fakten" von der "anderen Seite" erfahren möchtest, lies dir mal das Buch "No Copy" durch:
NO COPY als Download
Wie gesagt, das kopieren/runterladen wird niemals aufhören, aber es ist (und das zeigen die Beispiele ja mehr als deutlich) problemlos möglich Anreize zu schaffen das illegale kopieren/runterladen unattraktiver zu machen. Und damit sind nicht Strafen gemeint...