Halte ich nur für einen Vorwand um mit der aktuellen Panik wieder Preise anheben zu können. Zunächst mal sind wir in der EU bzw. Deutschland nicht direkt betroffen wenn Trump Strafzölle in den USA auf Chinaimporte erhebt.
Du stellst dir die Lieferketten zu einfach vor.
Unsere Hardware enthält zig Komponrnten die zwischen den einzelnen Arbeitsschritten mehrfach den Globus umrunden. Das heißt einige Teile gehen aus China in die USA zur Weiterverarbeitung (oder andersherum, oder über 3 Ecken, kommt aufs Selbe raus) um schlussendlich bei uns zu landen. Inklusive Zollaufschlag. Das Endprodukt selbst (die GraKa bspw.) mag meinetwegen in China montiert und dann direkt in die EU verschickt werden ( so dass man denken könnte, das Produkt sei nicht betroffen) aber die Einzelteile eben nicht.
Proaktiv hat man also "mal eben" Produktionsanlagen außerhalb Chinas gebaut. Sicher...
Und wo sind die Anlagen? Indien? Und was ist wenn Trump dann Indien als nächsten für Strafzölle aussucht? Das halte ich für ein Gerücht.
Vietnam, Indonesien und Phillippinen sind beliebte Ersatzstandorte. Allerdings schon seitdem in China die Löhne anziehen.
Und wenn Trump denächst dort auch Zölle verhängt werden entweder andere Länder gesucht (und die "Umzugskosten" an die Kunden weitergegeben) oder die Zölle gezahlt und direkt an den Kunden weitergegeben.
Zahlen zuviele Kunden die neuen Preise nicht mehr, lautet das Ergebnis Umsatz- und ggf. Gewinneinbußen.
Die kann man dann natürlich leicht erklären.
Was sollen sie auch sonst tun?
Um weiter Abnehmer auf dem US Markt zu finden, mildert man die Preiserhöhung für den US Markt indem man die Preise grundsätzlich weltweit anhebt.
Im Windschatten der oben beschriebenen Folgen werden einige das sicher so mitnehmen. Ein guter Vorwand wird immer genutzt. Als Pauschalurteil ist es, insbesondere ohne jeden konkreten Hinweis, etwas flach.
Dass dabei dann aber mehr der Gewinn als die Nächstenliebe im Vordergrund steht, dürfte aber jedem klar sein.
Ja, wirklich jedem. Bei keinem Unternehmen herrscht Nächstenliebe, das glaubt Niemand. Recht sinnlos, es zu erwähnen, nicht wahr?
Außerdem ist das der falsche Weg. Die Zölle zahlt schließlich der Importeur, als lass Amerika in ihren Zöllen baden. Da muss man einfach mal hart bleiben und ein paar Monate mit weniger Absatz leben, ansonsten kommt Trump mit seinen Spielchen nämlich durch.
Möglicherweise eine erfolgversprechende Strategie. Kanada versucht gerade auch Mitstreiter in einer Art Boykottkampagne zu finden.
Nur unsere volgelfreie Marktwirtschaft spielt da nicht mit.
Unternehmen kümmert es einen Dreck ob ihr "Heimatland" insgesamt schlechter dasteht, sondern nur ihre Bilianzen.
Und unser Staat (und so ziemlich alle westlichen, kapitalistischen, Staaten) kann der Wirtschaft einen Boykott nicht vorgeben, das Geschrei über Kommunismus wäre ohrenbetäubend.
Also entscheidet jedes Unternehmen für sich und steht vor der Wahl am Bokott teilzunehmen, damit langfristig der heimischen Wirtschaft zu helfen aber absehbar erstmal nur geschmählerte Gewinne zu sehen.
Zudem besteht die Gefahr Marktanteile an Unternehmen zu verlieren die sich nicht am Boykott beteiligen.
Als Worst Case stände die Pleite im Raum, wenn quasi Niemand mitzieht und der Boykott keine Wirkung zeigt.
Oder man beteiligt sich nicht, muss Preise erhöhen (alle anderen aber auch) hat demgegenüber jedoch die Chance Marktanteile von Mitbwerbern die am Boykott teilnehmen zu gewinnen. Zumindest würde man keine verlieren. Als worst case ständen gesunkene Profitaussichten in den nächsten Jahren im Raum, weil an weniger Absatz hat. Dennoch gibt es bei dieser Option zumindest keinen Nachteil den Mibewerbern gegenüber.
Dann rat mal, wofür Unternehmen sich entscheiden.