News Online-Casinos: Schleswig-Holstein erteilt die ersten vier Lizenzen

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Schleswig-Holstein hat als erstes Bundesland Lizenzen für den Betrieb von Online-Casinos vergeben. Vier Unternehmen dürfen diese damit nun anbieten - aber nicht deutschlandweit.

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Seit vielen Jahren lässt mich das ratlos/erbost/wütend/ablehnend (auch bez. EU) zurück.
Eine weitere hässliche Seite des deutschen Föderalismus.

Und sich dann über Waffengesetze in den US echauffieren.
Oder Lootboxen verbieten.

Und das beste: "nicht deutschlandweit".

Das nicht, Firmensitz ist aber trotzdem Zypern, Andorra, Cayman Island, Irland, Lichtenstein,
Monaco, Malta, Vatikan, Luxemburg, Belgien, Niederlande...

Gibt noch mehr Steueroasen und "briefkastenfreundliche" Länder in Europa.
Fallen mir stegreif aber grad ned ein....

PS: Auch DE ist eine Oase zum Reinigen von Schwarzgeld.
Gibt gute Arte-Dokus dazu, fokusieren sich aber auf Betongold.
 
Zuletzt bearbeitet:
Glücksspielbetreiber sind für mich wie Drogenhändler, ne Pest unserer Gesellschaft
Das Dilemma ist ja, wie bei Drogen, dass man die beiden extremen Standpunkte auf dem Spektrum des gewünschten staatlichen Einflusses hat:
  • Der eine klassisch liberale Ansatz befürwortet Selbstverantwortung und sieht es als anmaßend und paternalistisch an, dass Erwachsene anderen Erwachsenen meinen vorschreiben zu können, was sie mit ihrem Geld, ihrer Gesundheit etc. zu tun und zu lassen haben. Dass Folgekosten, auf Grund der bestehenden gesellschaftlichen Umstände, sozialisiert werden und letztendlich bei allen anderen ankommen, wird da gerne ausgeblendet und dementsprechend als Gegenargument Nummer 1 angeführt. Extreme Auswüchse solcher Politik sieht man beispielsweise in San Francisco in den USA und der dortigen Rauschgiftpolitik.
  • Die Anhänger des anderen Ansatzes möchten alles streng geregelt wissen, da sie Dank des, in ihren Augen, überlegenen Weltbildes die "richtigen" Antworten haben, sei es aus religiösen, wirtschaftlichen, persönlichen oder anderen vorgeschobenen Gründen. Zu Recht wird hier gerne Scheinheiligkeit vorgeworfen, da die wortstärksten Gruppen oft nicht selber von den Einschränkungen betroffen sind, oder die Ausnahmen so maßgeschneidert sind, dass das Ganze zu einem Wettrüsten der Grauzonen verkommt. Extrembeispiel hierfür ist die Definition von Glücksspiel im deutschen Recht: Solange die Einsätze kein Entgelt(gemeint ist echtes Geld) haben findet auch kein Glücksspiel statt, das ist nämlich Grundvoraussetzung. Man kann also durch verschachtelte Systeme mit "Coins", "Kronen", "Sternen" etc. die keinen direkten Bezug mehr zur Einzahlung haben und nicht ausschließlich für Wetteinsätze dienen eine Grauzone betreten, da die Unmittelbarkeit nicht mehr gegeben ist.
Irgendwo auf dem Spektrum zwischen diesen Extremen darf man sich dann selber verorten. Man findet sich am Ende ohnehin in einer Melange aus selektiver Wahrnehmung der Form "xyz ist viel schlimmer", dem Ausblenden mangelnder Durchsetzbarkeit von politischen Wunschträumen und von willkürlich festgelegten Altersgrenzen wieder.

Die Umsetzung des Staatsvertrages seitens SH geht in die richtige Richtung: Altersverifikations- und Spielersperrsysteme werden umgesetzt und durch Legalisierung und entsprechende Werbemöglichkeiten wird ein Großteil der Spieler zu eben diesen legalen Angeboten gehen, anstatt sich im Internet auf eigene Faust den windigsten Anbieter auszusuchen. Warum das Ganze aber nach wie vor föderalistisch geregelt wird, ist wie bei Bildungspolitik nur schwer vermittelbar. Die könnten lieber Anreize schaffen, dass die ganze europäische Glücksspielindustrie ihre Hauptsitze nach Deutschland verlegt und hier Steuern zahlt. In Frankfurt ist bestimmt noch Platz für ein paar Hochhäuser, der "neuen Anbieter":devil:.
 
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