AW: Offener Brief des GeDoSaTo-Entwicklers: Blaupause für bessere PC-Spiele
Vielleicht hat er also gar nicht so recht. Oder aus meiner Sicht der größeren Gruppe von Spielern: Es gibt bestimmt 30 Baustellen und andere Unannehmlichkeiten, die PC-Spiele heute mit sich bringen. Ob da nun aber zu wenige Auflösungen und andere Drehknöppe zugehören.. Für mich nicht.
Wenn ich bedenke, dass Modder binnen 24h ohne den Spielcode zu kennen die Features, von denen hier die Rede ist, aus dem Ärmel schütteln, dann ist das imo reine Ignoranz und Pseudokosteneffizienz seitens der Publisher, solche Dinge aussen vor zu lassen.
Du hast schon mitgekriegt, dass Crytek dieses Jahr fast pleite gegangen wäre und schon einige Marken veräußern hat müssen? Ich als PC-Spieler bin hier auf der Seite der Publisher. Es ist unsinnig für jede mögliche Konfiguration, dass Spiel anzupassen. Was erwartet ihr? Die Spiele sollen auf dem PC in Zukunft DirectX (für Windows), OpenGL (für Steam) und Mantle (für die paar AMD-User) unterstützen? Dazu sind einige Leute zu faul ihre veraltetest 32-bit OS upzugraden. Dann beschweren sich die SLI- und Crossfire-Leute weil der Support fehlt, dann kommen die paar Leute mit ihren 4k-Bildschirmen, dann kommen noch die Leute, welche Ultra-Widescreen spielen wollen, dann die Leute mit 3-Bildschirmen, dann die Leute, welche VR-Support haben wollen, dann die Leute, denen 60 fps nicht genug sind...
Leider konnte ich den Brief noch nicht auf Englisch lesen. Nach meinem Verständnis sprechen wir hier aber primär von Winzigkeiten. Auflösungen, HUD-Skalierung, usw.
Was kann ich denn noch von einem PC-Spiel erwarten, wenn man sich nicht einmal die Mühe macht, unterschiedlichste Auflösungen zu supporten?

Sowas ist für mich das
grundsätzlichste an einem PC-Spiel überhaupt.
Ich persönlich finde, mit der Release-, Preis- und Gängelungspolitik der Publisher ist man aus Kundensicht bisher deutlich zu nachsichtig gewesen. Online-Zwang, DLC-Wahn, generische Spielproduktionen am Laufmeter ohne jegliche Seele usw. blieben für viele Publisher und Entwickler (leider) mehr oder weniger folgenlos. Die PC-Spieler sind als Kunden völlig unemanzipiert und schlucken, was man ihnen vorsetzt. Ein monetäres Feedback gibt es nur in ungenügendem Masse.
Die Spielehersteller sollen Spiele entwicklen, welche auf hundert verschiedenen System völlig bugfrei laufen sollen. Dann wollen alle noch die bestmögliche Grafik. Das Budget für Triple-AAA Titel liegt im Moment schon bei über 100 Millionen US Dollar. Wir sprechen hier von der Größenordnung von Hollywood Blockbustern.
Was du sagst, ist wohl wahr, aber eine (uralte) Symptomatik des fragmentierten Marktes an sich und nicht der konkreten Forderungen, wie sie Durante stellt. Krass finde ich, dass sich dieses Denkschema mittlerweile bereits auf die Käufer überträgt und diese ihre Erwartungen weiter reduzieren.
Aktuell versucht jeder Spielehersteller genau, was du sagst: ein an Optimierung möglichst schlankes, kosteneffizientes 0815-Spiel mit leicht verdaubarer Geschichte und noch leichter zu bewältigendem Gameplay auf den Markt zu bringen in der Annahme, dass der PC-Markt wie der Konsolenmarkt funktioniert.
Ich frage mich aber: warum macht man sich diesen uneinheitlichen, aber kaufkräftigen und vor allem technisch überlegenen Markt nicht zu Nutze? Warum versucht man aus der Hardware nicht einen Mehrwert für die Käufer zu schaffen?
Der PC sollte die Domäne für echte Spielperlen mit brillanter Grafik sein; stattdessen landen dort die Abfallprodukte aus der Konsolenproduktion.
Das wiederum bedeutet aber einen anderen Markt für die Publisher - sie müssten die Nische suchen, statt die Masse zu bedienen. Damit ginge auch einher, dass man Ausgaben gezielter steuert (Stichwort Werbung / Marketing) und auch, dass der Kundenkreis kleiner wird.
Dass dies den grossen Konzeren wie EA, Activision, Ubi und Co. schwer fällt, ist naheliegend.