Also Leute, ich bin schwer enttäuscht, wenn ich sehe, was hier für Beiträge gepostet und geliked werden. "Die Börse. Der größte Schwachsinn überhaupt" - das zeugt von Ignoranz - ich verrate euch mal was: Eine Aktie ist realer als ein Geldschein, weil es sich um einen Anteil an einem Unternehmen handelt und einen Anteil am Unternehmensgewinn verbrieft - die Dividende. Während Bargeld FIAT-Geld ist - letztlendlich nur bedrucktes Papier das mal beliebig ausgetauscht werden kann. Bei einer Währungsreform bleiben Unternehmen erstmal erhalten - auch wenn die Aktienwerte wahrscheinlich erstmal nach unten gehen werden.
Und zum Thema "80% der Tradingkonten sind schnell auf 0" - Stichwort Indexinvesting bzw. ETFs mit passiven Langfristinvestieren ist was ich tue - und wenn die Kurse um 50% einbrechen freue ich mich, dass ich günstig nachkaufen kann. Langfristig kann man wahrscheinlich mit einem breit diversizifierten Index (Bspw. MSCI World) gut Rendite machen. Wer in so einen Index investiert, ist an mehreren 1000 Firmen beteiligt, in denen Millionen Menschen in vielen Ländern der Welt arbeiten.
Das hat nichts mit Casino-Zockerei zu tun, sondern ist ein Fundament unseres Wohlstandes - die Möglichkeit, über Börsengänge Eigenkapital von Investoren einzusammeln, um eine Geschäftsidee zu realiseren und wachsen zu können.
Wirecard ist ein Einzelnes Unternehmen, das versagt hat und die Anteilseigner = Aktionäre müssen dafür eben bluten. Ein Unternehmen mit ein paar hundert Mitarbeitern, womit man natürlich ein Risiko eingeht, wenn man Aktien davon kauft. Natürlich ist auch der umgekehrte Weg möglich, Überrendite, wenn man das richtige Untenehmen auswählt (Nvidia Anfang des Jahres, Tesla, Amazon in 2000, ...). Mit einem breit aufgestellten ETF rechnte ich mit 5%- - 8% pro Jahr (wenn man mindestens 15 Jahre drin bleibt).
Aktienhandel ist und bleibt ein großes Risikogeschäft.
Mein Vater wollte auch mal seine Rente damit sichern, indem er Empfehlungen gefolgt ist, jetzt ist das Geld futsch.
Es gibt genug historische Belege und Verfilmungen (auf wahren Begebenheiten), dass Aktionäre an der Börse oft reine Geldgeier sind.
Und wer es nicht ist und einfach nur dort als Angestellter arbeitet, der will aber auch schließlich nur seinen Lebensunterhalt verdienen.
Das Geld kommt von anderen Menschen, die für einen arbeiten müssen, um mit dessen Überschuss diese Personen dann mit durchzufüttern. Ist bei Versicherungen genauso.
Hört sich jetzt blöd an, ist aber im Prinzip doch so.
Ich denke nicht, dass jemand den barmherzigen Samariter spielt, und dann sein Geld an der Börse in ein Unternehmen pumpt, nur um ihm unter die Arme zu greifen zu wollen.
Wer eine soziale Ader hat, tätigt eher nebenher gemeinnützige Arbeit für umsonst, oder spendet eben Geld.
Jeder möchte am Ende des Tages seinen Profit und Reibach damit machen.
Das ist das Prinzip des Gebens und Nehmens. Das liegt in der Natur des Menschen.
Dieses gilt für jeden von uns, auch für mich, der ich eine uralte, fondsgebundene Lebensversicherung, mit Auszahlung zur Rente, rumliegen habe.
Ich selbst warte also darauf, dass andere Menschen mit meinem Geld möglichst viel erarbeiten, damit es mir später einmal etwas besser geht, als mit dem selbst erwirtschafteten Geld an sich.
Also mehr für mich durch möglichst wenig eigenes Zutun, auf Kosten anderer.
Und der Mittelsmann in der Versicherung, oder aber halt an der Börse, verdient an beiden Seiten gleichzeitig mit und trägt überhaupt kein Risiko, während Firma und Anteilsträger je zur Hälfte das Risioko aufteilen.
Einige schauen da vielleicht noch auf eine faire Win-Win Situation, andere wollen lediglich den größtmöglichen Gewinn abschröpfen.
Aktienpapiere sind übrigens nicht besser oder "wertiger" als Geld in der Hand oder auf der Bank.
Man kann damit lediglich schneller oder mehr Geld machen, oder auch verlieren.
Ich sag jetzt nicht, dass es eine schlechte Investition ist, auf keinen Fall.
Wer wirklich Personen mit Geschäftsmodellen udn Firmengründungen helfen will, investiert aber eher in diese Kickstarterprojekte für Start-Ups, anstatt in bereits existierende, (große) Unternehmen.
Aber selbst diese Menschen in dieser TV-Sendung, die sich mehrere Leute mit ihren Ideen anhören udn denen dann ihr Geld geben, sieben selbstverständlich die risikoärmsten und erfolgsversprechensten Goldesel heraus.
Auch dort wird nicht wirklich einfach nur Geld "verschenkt", man verspricht sich was davon.
Das möchte ich jetzt mal als allgemeine Einschätzung und Meinugn meinerseits losgeworden sein, ohne Aktienhandel udn Co. per se als schlecht darstellen zu wollen.
Schwarze und weiße Schafe etc. gibt es schließlich überall, beruflich und auch privat.