ÖPNV-Ausbau? Der ist hier so schon teuer wie die Sau. Einzelfahrt 3,9 €, im 4er-Pack noch immer ~3 € für das Stadtgebiet.
Wie sieht das wohl aus, wenn der Bus (von hier) häufiger als ganze zwei Mal pro Stunde fährt?
Doppelte Anzahl an Fahrern, Bussen, Verbrauch.
Ergibt bei doppelt so vielen ÖPNV-Nutzern den gleichen Preis pro Nase.
Bei viermal so vielen Nutzern fällt der Preis näherungsweise auf die Hälfte.
Bei achtmal so vielen auf rund ein Viertel.
Und wir haben schon im Schnitt genug nicht-ÖPNV-Nutzer, um deren Zahl mehr als zu verachtfachen. In Gegenden mit der von dir beschriebenen Ausgangslage sind es oft sogar unter 5%, also eine Chance auf ver-20-Fachung. ÖPNV lebt davon, dass viele ihn nutzen; dieses Henne-Ei-Problem muss man erstmal überwinden. Und wer sich die boomenden Metropolregionen anguckt, der wird ziemlich oft feststellen, dass die groß und erfolgreich geworden sind, NACHDEM sie ihren Einzugsbereich mit einem leistungsfähigen Nahverkehrsnetz erweitert haben, nicht umgekehrt.
Durchschnittliche 7 l /100 km mit Diesel waren vor dem Krieg bei einem Literpreis von 1,75 € für 12,25 € zu haben.
Durchschnittliche 20 KWh / 100 km bei einem preis von 0,60 € / kWh am Schnellader bekam man für 12 €. Nimmt man mein Beispiel am 22 KW AC Lader in Kiel, dann ist man bei 9,6 €. Deine Aussage ist also irgendwie nicht richtig.
Bei jemandem, der 7 l Diesel pro 100 km verschleudert, brauchen wir über sparsame oder umweltfreundliche Mobilität doch gar nicht erst zu reden. 7 l sind selbst mit einem halbwegs modernen Benziner leicht zu unterbieten, bei Dieseln reden wir eher von <5 l. Erst recht wenn es um die armen, armen, armen, armen Langstreckenpendler vom Land geht, die dazu gezwungen wurden, in großen, günstigen Anwesen zu hausen, anstatt wie Normalsterbliche in kleinen Stadtwohnungen zu erblühen. Die sollten nämlich überwiegend Landstraße, also konstant bei mäßiger Geschwindigkeit, und somit im Verbrauchsoptimum fahren. Keine Ahnung, was da mit Dieseln möglich ist, aber mein Rekord Parkplatz-Parkplatz mit 80-90 Reisegeschwindigkeit und über alles (inkl. Parkplatzsuche) liegt bei 4,9 l E10. Zieh von deinen 12,25 also mal rund 4 € ab und schon wird das mit dem billigen Batterieautofahren denkbar knapp.
Das ist aber nicht das Hauptproblem, denn wie du schon selsbt gesagt hast: Die Verbrauchskosten sind selbst bei Verbrennern nur ein Faktor unter vielen. Damit ich mit meinem Benziner auch nur den Kaufpreis auf den ersten 200 Mm vertanke, müsste ich schon im Schnitt 2,10 € pro Liter zahlen und bislang liege ich da deutlich drunter. Ein Batterieauto, dass auch für Sommerurlaube in Frage käme, hätte mich aber ein Vielfaches gekostet und liegt auch heute noch locker beim Doppelten des von mir gezahlten Preises. (Der Verbrennernachfolger ist zugegebenermaßen auch teurer, nicht dass ich den haben wollte, aber damit sind wir bei einem anderen Thema: Immer weniger Leute können sich Neuwagen leisten. Und gute Batterieautos gibt es nunmal noch nicht in großer Zahl gebraucht.)
....es geht ja nicht nur um Autofahrer.
So gut wie alle Waren die im Regal stehen, werden per LKW angeliefert.
--> Transportkosten werden an den Kunden weitergeben, egal ob er selber viel oder weniger fährt.
Und die Waren selbst, werden ebenfalls teurer --> weil ihre Bestandteile meist auch transportiert werden müssen.
Will heißen, an den Dieselpreisen hängt schon vieles dran.
Das heißt wir hoffen jetzt nicht nur wie Merz, dass die Ölkonzerne Steuergeschenke 1:1 an die Tankstellen weitergeben, anstatt die eigene Rendite zu erhöhen, sondern wir hoffen zusätzlich auch, dass die Speditionen bei sinkenden Spritpreisen 1:1 weniger gegenüber den Auftraggebern berechnen, anstatt ihre Marge zu steigern, und dass die Lebensmittelkonzerne sowie Supermarktketten sinkende Transportkosten 1:1 auspreisen, anstatt ihre Gewinne zu erhöhen?
Und morgen spielen wir dann alle Lotto in der Zuversicht, dass wir damit unsere Rente sichern?
Langsam stellt sich nicht mehr die Frage, mit wem die CDU zukünftig koalieren will, sondern eher wer noch mit der CDU zusammenarbeiten möchte wenn alles links des rechten Rands als linksextrem propagiert wird.
Mit wem Spahn koalieren will, ist seit langem offensichtlich und Merz macht auch Politik, für den es exakt nur einen Koalitionspartner gibt, mit der seine Partei auch schon (als einzige sogenannte demokratische) kooperiert hat.
Umgekehrt muss ich ganz ehrlich sagen: Eine Partei, die sich nicht von diesem Haufen distanziert, sondern gar ein damit koalitionsfähiges Wahlprogramm aufstellt, ist für mich unwählbar. Weiß nicht, ob das zu Spahns Masterplan gehört, dass er Grokos und Schwarzgrün systematisch unmöglich macht, sodass er am Ende "leider" Blau-Schwarz machen "muss". Söder findets aber bestimmt geil, wenn die Grünen und die Sozen ausgeschlossen werden.
Ich kann mir zudem nicht vorstellen, dass 5 ct weniger Stromsteuer, auch nur einen der bornierten Menschen in diesem Land dazu bewegen würde mehr auf E-Mobilität oder E-Wärme zu setzen.
Bei Batterieautos nicht, siehe oben. Bei E-Wärme könnte es tatsächlich einen Unterschied machen, denn zumindest wenn ohnehin Heizungsumbauten anstehen, überwiegen da die Verbrauchspreise.
Allerdings hilft genau das eben wieder nicht der breiten Masse der Bevölkerung, sondern nur den priviliegerten im Eigenheim, denen diesbezüglich ja schon reichlich fremdes Geld in den Arsch geblasen wurde. Kommerzielle Vermieter dagegen haben wenig Interesse an der Einsparung von Kosten, die sie sowieso abwälzen können. Und auf der Skala von "sehr billig" bis "mehr Lebensqualität", die es bei strombasierten Heizungen gegenüber Gas gibt, ordnen die sich auch nicht gerade am oberen Ende ein. Stichwort: Zuverlässigkeit, Lärmbelästigung, reale Effizienz.
Eben nicht. Was hier als große Angst vor der Deindustrialisierung verkauft wird, ist eigentlich nur ein normaler Entwicklungsschritt, den andere westliche Länder schon längst hinter sich gelassen haben.
Was man auch nicht vergessen sollte: Die Industrien, die Deutschland aktuell hat, sind quasi durchgängig welche, von denen man in einer schönen Zukunft sehr, sehr, sehr viel weniger sehen will. Chemie in der Landschaft, Zementintensiver Bau, Stahlkolosse, Straßenpanzer - sorry, aber es ist allgemeiner Konsens, dass das weniger werden muss und natürlich geraten die bei entsprechenden Marktentwicklungen unter Druck.
Wenn wir in Zukunft noch von Industrie leben wollen, dann von Solar, Wind, Kommunikation, Recycling, Biomasse-basiertes, biologisch abbaubares, Biotech, rote und weiße Gentechnik und natürlich digitales.
Also all das, wo Deutschland seit Jahrzehnten den Anschluss verpennt oder sogar, wenn die Union regiert, mutwillig zerstört, während Kohle, Gas und VW subventioniert werden. Der einzige Industriezweig, in dem Deutschland derzeit eine Zukunft hat, sind Industriemussen. Alles andere müssten wir erstmal aufbauen, denn auch mit noch so viel Steuerzahlerausbeutung kann man überkommende Industriezweige nicht ewig am leben erhalten, das hatte sogar die SPD mal eingesehen - wenn auch erst 30-40 Jahre nach dem kommerziellen Ende der Ruhrkohle.