ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Dennoch reicht es für die meisten Betriebe noch Gewinne zu erwirtschaften. Sonst würde auch niemand das Risiko eingehen und sich selbständig machen.
Wer sich selbst selbstständig macht, hat keine Angestellten.
Und die meisten Betriebe versuchen auch, deren Anzahl möglichst klein zu halten respektive zu reduzieren. Das meine ich ja, wenn ich darauf hinweise, dass die Politik in Deutschland systematisch in die falsche Richtung lenkt:
Wer große Mengen Energie verbraucht und Arbeitsplätze abbaut, kriegt Steuerzahlergeld in den Arsch geblasen.
Wer sparsam mit Energie umgeht und vielen Leuten einen Job gibt, wird in die Pleite getrieben.
Solange es billiger ist, Mitarbeiter mehrmals im Monat von Hamburg nach Stuttgart zu fliegen, als zusätzliche Mitarbeiter in Stuttgart einzustellen, braucht sich keiner zu wundern, wenn wir viel Flugverkehr, hohe CO2-Emissionen und viele Arbeitslose haben.
Wie machen die das ohne speicher? Gehen da die geräte einfach aus, wenn sich eine wolke vor die sonne schiebt? Oder darf man euer netz als batterie verwenden?
Was willst du jetzt: Deinen Strom alleine nutzen? Oder Teil eines Netz sein? Entweder oder.
Ersteres darfst man, im Gegensatz zu deiner Aussage, jederzeit machen. Aber ja, dann muss man sich halt auch selbst um Speicherung und Puffer kümmern. Wenn man dagegen die Netzdienstleistung "Stabilisierung" beziehen will, dann darf man die halt nicht einfach bei anderen schmarotzen, sondern muss auch seinen Teil dazu beizahlen. Das gängige Abrechnungsverfahren ist dann eine Einspeisevergütung für nicht stabilisierten Strom ins Netz und regulärer Bezug von stabilisierten Strom aus dem Netz. Afaik kann man aber auch weiterhin andere Verträge einzeln absprechen, die das anders machen.
(Habe seit 25 Jahren kein Beispiel mehr getroffen, weil ein Individualvertrag einfach nur teurer ist als ein Standardverfahren. Aber bevor Standards eingeführt wurden, gab es auch das Alternativmodell "sehr hohe Anschlusskosten". Da hat man dann seinen Strom "direkt" verbraucht oder, wenn das nicht ging, Strom aus dem Netz bezogen, aber die gesamten Stabilisierungsleistungen des Stromversorgers wurden über eine Grundgebühr in stattlicher Höhe abgerechnet.)
Man kalkuliert auch falsch, wenn die Wirtschaftlichkeit ausschließlich auf Dumpinglöhnen fußt, welche von der Gesellschaft aufstockend subventioniert werden müssen.
Das ist im modernen Kapitalismus quasi unvermeidbar, wenn du deine stabile Gesellschaft haben willst. Für einige Leistungen ist die Zahlungsbereitschaft so gering, dass nach Abzug von Material, Versicherungen & Co nur eine einstellige Summe bleibt, die man als Stundenlohn zahlen könnte. Für andere Leistungen werden deutlich vierstellige Summen gezahlt. Da gibt es nur drei Möglichkeiten:
a) die Gesellschaft spaltet sich komplett (also nicht "die kennen einander nicht", sondern "Slums vs. gated communities, Kidnapping und Raubmord als Alltagsphänomen")
b) die schlechter bezahlten Leistungen werden ins Ausland verlagert oder, wo das nicht geht, bleiben komplett unerledigt
c) man führt Ausgleichsmechanismen ein, die Geld von den kapitalistisch hoch bewerteten zu den kapitalistisch abgewerteten verlagern.
Imho ist letzteres die mit Abstand beste Lösung und müsste noch weitaus konsequenter angewendet werden, vor allem ohne soziales Stigma. Ein Fensterputzer sollte nicht nach dem ersten Job noch Abends Kellnern gehen müssen, sondern dank Zuschüssen ein normales Leben führen können. (Ob man nur Aufstockung verregelt, das ganze "negative Einkommenssteuer" nennt oder deutlich mehr Leistungen direkt vom Staat erbringen lässt und Niedriglöhnern kostenlos zu Verfügung stellt, bleibt zu prüfen.)
Aber bezahlen muss so ein Zertifikat erstmal jeder? Wäre es nicht umgekehrt besser, denjenigen welche wenig verbrauchen, Boni oder Prämien auszuzahlen? Und diejenigen die viel verbrauchen müssen was abgeben?
Oder das Klimapunkte gesammelt werden? Wer durch möglichst gute Ökobilanz viele Punkte sammelt, bekommt dann Geld als Prämie?
Solche gemischten Systeme bringen Netto keinerlei zusätzlichen Nutzen, aber in der Regel eine gigantische Menge Bürokratie mit sich. Um "jemandem", der "wenig" "verbraucht" eine "Prämie" "auszuhalen, müsste die Politik:
- Festlegen, wer überhaupt als "jemand" unter die Regel fällt (Stichwort: Touristen? EU-Ausländer? Andere Herkünfte? Kurzer/mittlerer/dauerhafter Aufenthalt in Deutschland? LKW- und Busfahrer? Piloten? Angestellt bei einheimischen/ausländischen Unternehmen? Was ist eigentlich mit Unternehmen selbst?)
1. Eine Kommission gründen, die entscheidet, wieviel denn "wenig", was "normal" und was "viel" ist und das ständig aktualisiert. (Was schon regelmäßig bei CO2-Reduktionszielen in die Hose geht)
2. Eine Prämienhöhe für diese Gruppen festlegen.
(2b. typischerweise: 3115 Ausnahme- und Härtefallregelungen definieren. Pro Lobby.)
3. Den gesamten Verbrauch jedes einzelnen überwachen.
4. Eine Institution schaffen, die das Überwachungsergebnis mit den Grenzwerten abgleicht, den Personenstatus prüft und die Prämie auszahlt. (Ich erinnere daran, was für ein Problem die Auszahlung von Coronahilfen war)
Und das alles nur, damit am Ende Oma Erna 12,50 € bekommt.
Die Alternative ist es einfach auf jedes Produkt, dass einen CO2-Ausstoß repräsentiert (muss man für 3. ja eh ermitteln), eine CO2-Abgabe verlangen und alle Bürger um einen Fixbetrag netto entlasten (am besten ohne extra Aufwand, in dem man bestehende staatliche Abgaben senkt respektive bei HartzIV entsprechend erhöht). Dann hat Erna zwar im Rewe 8,50 € mehr auf dem Bon stehen, muss aber auch 21,00 € weniger an die Pflegeversicherung zahlen, sodass sie am Ende wieder 12,50 € mehr in der Tasche hat.
Und der Staat spart mehrere Milliarden an Verwaltungskosten, die er stattdessen z.B. in den Umweltschutz stecken kann.
Eine grandiose Idee ist das. Auf die Idee kam ein Brite und diese wurde auch Mal diskutiert aber naja. Jeder Mensch auf der Erde bekommt ein CO2 Kontingent von, ich glaube knapp über 1t/Jahr.
Die, die weniger verbrauchen bekommen, die, die mehr verbrauchen müssen geben. In DE liegt der durchschnittliche pro Kopf Anteil bei ca. 9 bis 10t/Jahr.
Für uns Deutsche wäre das natürlich ein Minus Geschäft.
Also wenn man die Emissionen der Industrie nicht auf die Verbraucher umlegt (ich kann zwar "Bio"-Brötchen kaufen, aber der Strom des Bäckers wird dadurch nicht grün, also wieso sollte ich dafür geradestehen?), kann man das gerne so einführen. Ich liege, nachdem Strom und Heizung seit langem auf regenerative Tarife umgestellt wurden, bei 0,5 t/a an direkten Emissionen.

