Zum zweiten Absatz, danach hatte ich, "wiederholt", gefragt, weil ich in dem Thema nicht so drinnen stecke
Die gesamtgesellschaftlichen Probleme, um die sich der Landwirtschaftsminister eigentlich kümmern müsste, wurden schon
vor deiner x-fachen Nachfragerei in einer Antwort
an dich aufgelistet. Dass du auf die nicht eingegangen bist, ist dein Bier. Aber dass das auf andere so wirkt, als würdest du rethorische Pseudofragen stellen, deren Beantwortung man sich sparen kann, weil du Antworten nachweislich schon ignoriert hast, sollte dir klar sein.
Aufgabe von Mitgliedern einer demokratischen Regierung ist es, die Interessen aller oder zumindest der Mehrheit der Bürger zu vertreten, wobei sich der Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz dabei konkret um die Interesse der Bürger in allem, was etwas mit Nahrung oder Landnutzung zu tun hat, kümmert. Vorrangige Aufgaben dürften da aktuell der Zustand der Wälder, die konstant hohen Klimagasemissionen der Landwirtschaft, die Zeitbombe Nitratbelastung sowie ggf. die hohen Steuerzahlerkosten dieses eigentlich nur steuernden, aber nichts aufbauenden Fachbereichs sein. (Prinzipiell auch und noch viel dringender der Artenschutz in landwirtschaftlich genutzten Regionen, nur scheint der den Wählern reichlich egal zu sein.)
Das weiß ich nicht. Müsste man ausrechnen.
Barvermögen bezieht sich ja auch auf Aktien und Anleihen. Der Freibetrag muss also hoch genug sein, damit es den Sparer nicht trifft.
Ich rede von einfrieren. Also wegnehmen. Keiner braucht 500 Millionen auf dem Konto.
Kenne keine aktuellen Zahlen aus Deutschland, aber typischerweise liegt hohes Barvermögen nicht in Form von 100ten Millionen auf dem Konto von Multimilliardären. Man wird nur Mulimilliardär, wenn man sein Vermögen dazu nutzt, Profite aus der Arbeit anderer abzugreifen. Also hat gerade diese Schicht eher einen hohen Anteil von Sachvermögen, insbesondere Firmenbesitz, am Gesamtvermögen. Barvermögen ist dagegen typisch für die untere Mittelschicht, bei der es insgesamt noch nicht für eine eigene Immobilie geschweige denn eigene Firma, sondern nur für Anteilsscheine. Respektive eben bei Leuten, die nach einer 40+-Stundenwoche als Angestellter keine Zeit mehr haben, sich das Know-How eines Profi-Vollzeitinvestors anzueignen, um mit ihrem Ersparten was renditeträchtigeres zu machen.
Es kann sein, dass der Kontostand von Superreichen trotzdem einen gewissen Anteil ausmacht, weil natürlich auch die mit Aktien arbeiten und weil sie vielleicht mal eine 7- bis 8-stellige Summe auf der hohen Kante haben, für die nächste Yacht. Aber da wir hier von einem sehr kleinen Personenkreis sprechen, kommt da in der Summe nicht viel bei rum. Viele Steuervermeidungstricks laufen zudem darauf hinaus, sein verschiebbares Vermögen in Unternehmen im Ausland zu parken. Statt 100 Millionen in einem deutschen Aktienportfolio = Barvermögen besitzt der geneigte Milliardär dann ein 100 Millonen schweres Investunternahmen auf den Bahamas = Sachvermögen. Millionen an Mittelschichtsspareren, die mit ihrem fünf- bis niedrig sechstelligen kein Haus kaufen können, machen in der Summe mehr aus. Heißt auch: Wenn du großzügige Freibeträge für die ich-spar-auf-ein-Haus-Fraktion lässt, wirst du nur einen Bruchteil der 9 Milliarden abernten können. Viel wichtiger sind Abgaben auf Kapitalerträge, denn die werden anteilsmäßig nach oben hin immer besser (4 Vollzeitanlageberater, die sich um alles kümmern, bringen mehr Rendite als 4 Stiftung-Warentest-Hefte pro Jahr zur Finanzplanung), sowie Erbschafts- oder Vermögenssteuern, denn die greifen oberhalb der Freibeträge auch auf Sachvermögen. Da kann man sich mit Auslandsunternehmen, Kunstspekulation und ähnlichem nicht mehr künstlich unliquide rechnen.
Ich muss mich hier nur umdrehen und mir meine Nachbarn anschauen. Links, er Vollzeit, sie Teilzeit, weil wegen Kind. Rechts, beide Teilzeit und teilen sich die Zeit mit den Kindern abseits der Kitabetreuung. Gegenüber, er Vollzeit, sie mittlerweile auch wieder Vollzeit. Beide Kinder mittlerweile über 15. Letztes Jahr hat sie Teilzeit beendet, weil sie der Teil war, der sich um die Kinder kümmerte. Drei links, er Vollzeit, Sie Teilzeit, weil Zwillinge und Kinderbetreuung hier in der Gegend nur bis 16 Uhr ging.
Bei nahezu allen Jobs sollte es auch mit Vollzeit möglich sein, um 16:00 das Kind einzusammeln. Klar muss man dann etwas früher morgens hin, aber es geht. Das ist der Unterschied zwischen "nicht können" und "nicht wollen, weil es angenehmer ist, als um 6:30 aufzubrechen." (Das unsere Gesellschaft Arbeitszeiten wie "10:00-18:00" allgemein als Faulenzertum betrachtet und deswegen keine Kitas existieren, die später aufmachen und dafür bis in den Frühabend betreuen, ist ein verwandtes Thema)
Genau aus dem Grund stellt sich die Frage bei armen Familien aber auch gar nicht erst. Da ist es üblich, dass ein Elternteil etwas früher zu Arbeit aufbricht, damit es rechtzeitig zurück ist, während das andere etwas später arbeitet, um lange genug da zu sein, und schon läuft die Sache. "Wir wollen mehr Zeit als Familie zusammensein" leisten sich in der Regel eben gerade diejenigen, deren Lohn schon deutlich über dem Minimum liegt und die nicht mehr als armutsgefährdet in der Statistik stehen. Womit man das Ausmaß von derartiger freiwilliger Teilzeit gut als Gradmesser dafür nehmen kann, wie scheiße die Gesellschaft eigentlich sozial schwächere behandelt: Es liegt kein "Zwang zu Teilzeit" vor, der veramten lässt, sondern ganz im Gegenteil ein "Zwang zu Vollzeit" bei denejenigen, die schon arm sind.
Anmerken möchte ich an der Stelle noch, dass in meiner Zeit selbst Ersklässler ein paar Minuten morgens allein gelassen werden konnten und danach alleine zur Schule gingen, sodass sich die Frage nach morgendlicher Betreuung nur im Kindergartenalter stellte, und dass sie ab 10 bis 12 Jahren auch Nachmittags sich selbst überlassen blieben. Vielleicht könnten Eltern daran vielleicht mal wieder arbeiten: Den nachwachsenden Generationen so etwas wie Selbständigkeit beizubringen.
In den zwei Jahren zwischen 16 und 18 wird man die Vorbereitung aufs eigene Leben nicht mehr vermittelt bekommen und Schulen sind für was anderes da. Jemand, der wegen der Rund-um-die-Uhr-Überwachung eines
!!!15-jährigen!!! Teenagers "nicht arbeiten gehen kann", wäre früher für verrückt erklärt worden.