Mindfactory verschickt gebrauchte Boards?!

Mein Kollege wird das Board heute zu Mindfactory mit dem Hinweis, dass dieses bereits gebraucht ist, zurückschicken.

Ich sehe ja ein, dass bei den zahlreichen Retouen, der erneute Verkauf der Retouren als Neuware, wohl gänige Praxis ist.

So wird ein Produkt wohl nicht durch einmaliges anschalten zu einer Gebrauchtware.
Bei dem Board was wir erhalten haben, kann man aber von Gebrauchtware sprechen:

"Mit der Rechtsprechung gilt, dass Sachen dann gebraucht sind, wenn sie vom Hersteller, Verkäufer oder einem Dritten bereits ihrer
gewöhnlichen Verwendung zugeführt wurden und deshalb mit einem höheren Sachmängelrisiko behaftet sind (OLG Hamm, Urteil vom 16.01.2014, Az.: 4 U 102/13)."

An unserem Mainboard wurde bereits ein CPU Kühler installiert, somit wurde es verändert.
Da stellt sich auch die Frage, warum jemand ein Board zurücksenden sollte, an dem noch die Backplate montiert ist.
Schließlich ist sein CPU Kühler dann praktisch wertlos, da nicht mehr montierbar.
Daraus kann man quasi nur schließen, dass das Board nicht mehr ordentlich funktioniert, da es trotzdem zurück geschickt wurde.
--> Erhöhtes Sachmängelrisiko

Klar ist Mindfactory ein günstiger Anbieter, troztdem sollte man wohl erwarten dürfen, dass man ein optisch wie technisch einwandfreies Produkt erhält.

Naja wie dem nun sei, wie werden nun erstmal die Reation seitens Mindfactory abwarten.
Sollte Mindfactory den Artikel anstandslos zurücknehmen, ist es ja in Ordnung.
 
Wird es nicht. Das ist komplett legal. Bei der Kleidung wird z.B. viel viel mehr zurückgeschickt als bei PC-Hardware. Selektieren ist aber nicht verboten und beliebt unter Enthusiasten. Wenn Caseking das intern macht und massiv die Preise anzieht für diese Hardware (in ihren eigenen Builds), warum sollte das der kleine Mann nicht selbst im Keller machen dürfen?

Toller Vergleich, Kleidung kann ich ja im Laden auch anprobieren. Kann ich den Prozessor im Computerladen um die Ecke einbauen und mal kurz übertakten? Natürlich nicht, warum auch, die Komponenten müssen ja nur innerhalb ihrer garantierten Spezifikationen laufen, der Rest ist ein Bonus, mal hat man Glück, mal Pech.

Generell sollte man Komponenten wie Grafikkarten nur noch im Falle eines wirklichen Mangels umtauschen können, wie beispielsweise extremem Spulenfiepen. Dass irgendwelche Spezis 5 Grafikkarten bestellen, testen und nur die behalten, die sich bestmöglich übertakten lässt und anschließend 4 Händler auf bereits benutzer Ware sitzen obwohl diese technisch völlig in Ordnung ist, so war das vom Gesetzgeber sicherlich nicht gedacht. Imho widerlich und parasitär, aber muss ja jeder selbst wissen.

Mfg
Kiryu
 
Bestellt 100 mal bei einem der grösseren shops und ihr könnt euch sicher sein das immer der eine oder andere Rückläufer dabei sein wird. Beim einen shop vielleicht häufiger als beim anderen, aber es werden immer welche dabei sein, da bin ich mir sicher.
Ich hatte auch schon einen defekten Rückläufer von Mindfactory. Ein weiteres mal warscheinlich einen funktionierenden Rückläufer, aber da bin ich mir nicht ganz sicher. Dem gegenüber stehen sehr sehr viele Bestellungen wo alles in Ordnung war.
Ich wäre vorsichtig Mindfactory unter Generalverdacht zu stellen besonderst oft Rückläufer als Neuware zu verkaufen, meine eigenen Erfahrungen sprechen jedenfalls dagegen.
 
Der Verkauf von Retourenware als Neuware ist gängige Praxis bei Onlineshops und rechtlich auch erlaub. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Ware in neuwertigem Zustand befinden. Dann muss der Händler die Ware auch nicht extra als Retourenware kennzeichnen.

In deinem Fall, würde ich den Zustand jedoch nicht mehr als "neuwertig" bezeichnen, da ja ein Umbau stattgefunden hat.

Ein erfreuliches Urteil zum Widerrufsrecht fällte kürzlich das Amtsgericht (AG) Rotenburg Wümme. Dieses bejahte die Frage, ob ein Händler die zurückgeschickte Ware nach einem wirksamen Widerruf in bestimmten Fällen erneut als »Neuware« verkaufen kann. Ein Käufer hatte sich beschwert, weil bei dem von ihm als »neu« erworbenen Mobiltelefon bereits Daten für einen VoIP- und eMail-Dienst eingegeben worden waren. Dieses Telefon, so schloss der Käufer messerscharf, hatte schon einmal jemand benutzt, es konnte also nicht mehr »neu« sein. Er verlangte eine Kaufpreisminderung.
Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen, denn das Handy war von einem anderen Käufer nach einer widerrufenen Internetbestellung zurückgegeben worden. Dieser erste Besteller hatte das Gerät getestet. Die eingehende Funktionsprüfung eines technischen Gerätes, die gegebenenfalls auch die Eingabe von Daten umfasst – um zum Beispiel einen eMail-Dienst zu prüfen – macht ein Gerät noch nicht zu einem »gebrauchten«, so das Amtsgericht Rotenburg.
Dabei beruft sich das Gericht auch auf die Musterbelehrung für den Widerruf (Anlage 2 zu § 14 BGB-Info-Verordnung), aus der sich ergibt, dass die »Ingebrauchnahme« einer Ware nicht mit deren bloßer Überprüfung beginnt, sondern erst, wenn man sie »wie sein Eigentum« behandelt. Umgekehrt wird in der Musterbelehrung klargestellt, dass ein Käufer keinen Wertersatz für die Verschlechterung einer zurückgegebenen Ware schuldet, wenn die »Verschlechterung ausschließlich auf deren Prüfung zurückzuführen ist«.


Widerrufs-Retouren durfen als Neuware verkauft werden
Gebrauchtware statt Neuware bekommen: Das sind Ihre Rechte
Umfrage bei 25 Unternehmen zu Verkauf von Waren aus Widerrufen: Versandrückläufer als Neuware - Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
 
Midnight-Shopping -> Serviceangebote

Du machst dir einen Warenkorb fertig und bestellst nicht sofort sondern erst kurz nach 0 Uhr.
Versandkosten gespart.
Nur das Mindfactory das recht frueh rausbekommen hat (wenn nicht schon von Anfang an) und hebt bei Produkten einfach die Preise ein klein wenig.
Voila der Kunde glaubt das er Versandkosten gespart hat. Das Gegenteil ist der Fall, Mindfactory hat dem Kunden meist noch mehr abgeknoepft als der Kunde eigentlich mit den Versandkosten bezahlt haette.

Muss ich beim nächsten mal mal drauf achten wenn ich wieder vor habe was zu bestellen, bisher war ich immer zufrieden mit Mindfactory und habe immer original verpackte Ware erhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Muss ich beim nächsten mal mal drauf achten wenn ich wieder vor habe was zu bestellen, bisher war ich immer zufrieden mit Mindfactory und habe immer original verpackte Ware erhalten.

Das hab ich auch schon oft gehört, war aber bei mir noch nie so. Und bei der Hardware die ich kaufe, beobachte ich die Preise erst einmal eine ganze Weile.

Edit: Ich habe mal bei MF bereits geöffneten RAM mit Gebrauchsspuren zugeschickt bekommen, zurückgeschickt und anstandslos neuen erhalten. Ich bestelle dort seit Jahren öfter mal, habe bis auf das eine mal immer nur einwandfreie Neuware erhalten.
 
Wurde das Board vielleicht dort im Mindstar oder im Snappshop gekauft? Denn dort ist hin und wieder einmal B-Ware zu finden.

Selber hatte ich noch nie gebrauchte Sachen da bekommen und ich bestelle da ziemlich oft irgendwas. Ist auch nicht weit von mir weg und fahre auch schon seid Jahren immer dorthin.

Würde ich so etwas bemerken würde ich die Sachen auch direkt dort lassen und einen Umtausch oder eben das Geld zurück fordern!

Bestelle da Grundsätzlich online und hole es da nur ab, damit ich eben meine 14 Tage immer habe.
 
Kauf niemals im Schnäppshop. Da gibt es Mainboards ohne Mainboards, Notebooks ohne Laufwerke, Tintenpatrone ohne Patrone.... nur Mainboards sind meist Austauschmainboards, also neu und ohne Zubehör, für einen guten Preis zu haben. Irgendwer kauft die Sachen immer auf.
Im Mindstar ist die Chance auf used nur dann hoch, wenn genau ein Artikel zu haben ist.

Ich hatte seit 2 Jahren nichts mehr bekommen, was gebraucht war. Bei einem gebrauchten Gehäuse war das Zubehör eines Mainboards dabei und bei einem Notebook hatte ein Kollege eine zweite 500 Gbyte SSD gefunden, die der Vorbesitzer vergessen hatte.

Der Support von Mindfactory ist super. Ich kann mich nicht beschweren, da ich im Zweifel immer reklamiere.
 
Aber mehrere Produkte zu kaufen, zu selektieren, alle bis auf das beste Exemplar zurückzuschicken, ist selbstverständlich völlig ok.

Natürlich. Shops wie Caseking übernehmen dies z.B. auch selbst (siehe ihre fetten PCs von der8auer und 8Pack) und verkaufen den Rest als Tray oder bauen diese in andere PCs ein wo diese funktionieren wie sie sollen.
Das betrifft was, Grafikkarten der oberen Preisklasse und Prozessoren die sich takten lassen, also gerade mal 5-10 Modelle die so aufm Markt rumeiern mit offenem Multi.

Sorry, aber bei so einem Verhalten von Kunden geht mir auch die Galle hoch !
Mit so einem Verhalten schädigt man mit voller Absicht Händler. Denn alles, was in den Augen von solchen Kunden als minderwertig angesehen wird, da sie nicht die gewünschten Ziele erreichen, wird selbstredend zurückgeschickt. Den Schaden hat in solchen Fällen immer der Händler, da er diese Produkte eben nicht mehr als Neuware verkaufen kann und somit nur noch zu einem niedrigeren Preis. Das geht dann natürlich selbstreden zu Lasten der u.U. eh schon schmalen Gewinnspanne.
Das dem Händler Kosten entstehen, indem er z.B. Steuern bezahlen muß, die Mitarbeiter auch nicht ehrenamtlich arbeiten, von den ganzen Betriebskosten erst gar nicht zu reden, ist solchen Kunden völlig egal.

Bei solchen Kunden sollten Händler auch knallhart sein und diese als Geschäftspartner ablehnen, wenn diese in der vergangenheit schon mehrfasch durch solche Aktionen aufgefallen sind. Denn sowas ist eine ganz andere Hausnummer, als wenn Ware mit berechtigten Reklamationen zurückgeschickt wird. Solange eine verschickte Ware den beschriebenen Spezifikationen entspricht, besteht kein Grund zu einer Reture. Und selbst wenn eine CPU nur genau den Takt erreicht, der ihrer Beschreibung entspricht, besteht kein Grund die Ware zurückzuschicken. Alles andere ist Kulanz des Händlers.
 
Fehler macht man dann, wenn man ein falsches Produkt verschickt usw.
Wenn man Produkte verspricht die a) verändert wurden und b) in diesem Zustand nicht mal als B-Ware sondern eher als C-Ware durchgehen, kann man hier durchaus vom Betrug sprechen. Gerade da es bekannt ist das Mindfactory dies nicht das erste mal macht.
Betrug setzt Vorsatz voraus, der schlecht belegbar ist

Gesendet von meinem GT-I9300 mit Tapatalk
 
Betrug setzt Vorsatz voraus, der schlecht belegbar ist

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Natürlich ist das schwer zu belegen, aber wenn sich das häufig abspielt, kann man da Druck machen. Zumindest kann man so dem Service bei Mindfactory auf die Finger klopfen - jeder Rückläufer muss überprüft werden ob alles noch da ist und ob nix verändert oder beschädigt wurde. Spart unzufriedene Kunden und zusätzliches Transfervolumen bei den Paketen und Zahlungen.
Ein Shop der so was bei mir liefert, darf den Mist zurücknehmen, mir mein Geld erstatten und sieht mich nicht wieder - es gibt mehr als genug andere Shops die dasselbe Produkt anbieten. Das wird denen doch die paar Minuten wert sein, um einen qualifizierten Mitarbeiter hinzusetzen, der sich die Ware wenigstens mal ansieht...
 
Hat eigentlich nur am Rande mit dem Thema zutun, wollte es dennoch mal los werden:

Wir bestellen mit der Firma hauptsächlich bei Alternate. Ist zwar teurer, Service ist aber erstklassig. Dort hatten wir gegen Jahreswechsel den Fall, dass wir ECC-RAM bestellt haben. Mehrere Päckchen. Und eins war davon schon geöffnet, aufgrund von Abriebsspuren sichtlich als Gebraucht zu erkennen.

Laut Alternate war dies eine Retoure, wurde fälschlicherweise als Neu-Ware aufgenommen und ging so zu uns. Ein Mitarbeiter sollte die angeblich falsch einsortiert haben und so kam die dann zu uns. Man bot uns natürlich an die zu tauschen, Einfluss auf Garantie und Gewährleistung war durch die Gebrauchtware natürlich auch nicht vorhanden.

Ich bin ehrlich: Bei MF glaube ich eher an Vorsatz aber vielleicht kanns auch einfach mal menschliches Versagen sein. Passiert auch den "Guten" mal, wie z.B. Alternate ;)
 
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