AW: Lautsprecher/Verstärker an Soundkarte
Prinzipiell ist es erst mal egal ob du passive oder aktive Boxen nimmst. Es gibt für beide Fälle gute Lösungen. Wobei der Unterschied nicht im Einbau oder eben keinem Einbau des Verstärkers liegt, sondern in den Weichen.
D.h. bei einer passiven Box sieht der Signalfluss so aus:
Quelle -> Verstärker -> passive Weiche -> Chassis (Hochtöner, Tiefmitteltöner)
bei einer aktiven;
Quelle -> Aktivweiche -> Verstärker (je einer pro Chassis oder zumindest pro Zweig) -> Chassis
Ob der Verstärker dabei in oder außerhalb der Box sitzt ist dabei unerheblich. Auch wenn das oftmals anders dargestellt wird.
Aber unabhängig davon sieht man anhand der Signalflüsse auch, dass eine Aktivbox aufgrund der mindestens 2 Verstärker, die man benötigt technisch aufwändiger ist. Das kann zu besserem Klang führen (bessere Kontrolle der Verstärker über die Chassis, weniger Verluste in der Weiche,...). Muss es aber nicht, zumindest wenn man in den unteren Preislagen unterwegs ist. Immerhin muss ja auch der Mehraufwand bezahlt werden, oder simpler, bei ner passiven Box brauch ich weniger Teile und die können dafür bei gleichem Budget evtl etwas hochwertiger ausfallen.
Entscheidend ist hier, wie immer, es kommt darauf an wie es umgesetzt wird.
Wenn du irgendwo im Freundes/Bekanntenkreis einen ausgemusterten Stereoverstärker auftreiben kannst, der eh nur ungenutzt rumsteht, dann würde ich definitiv zu ner normalen passiven Box raten. Weil dann eben das ganze Geld in das Ding fließen kann und nicht zusätzlich für nen Verstärker draufgeht, Damit fährst du definitiv dann besser!
Wenn das nicht der Fall ist, dann könntest du dir überlegen einen gebrauchten Verstärker in der Bucht zu schießen. Da gehen Schätzchen aus den 80ern/90ern für z.T. erstaunlich niedrige Preise weg. Ein Verstärker ist ziemlich langlebig, ggf. müssen mal Potis oder Relais erneuert werden (jeweils für wenige € neu zu bekommen), so dass man da normalerweise keinen Schiffbruch erleidet.
Vorteil bei passiven Boxen ist eben, dass es erheblich mehr Auswahl gibt, neu oder auch gebraucht oder man sich solche mithilfe eines Bausatzes selbst bauen kann (bestes P/L Verhältnis).
Vorteil bei aktiven Boxen (Nahfeldmonitor ist übrigens ein reiner Marketingbegriff, der weder auf eine besonders hohe Qualität, noch auf eine besondere Eignung fürs Nahfeld schließen lässt) ist neben den oft schon eingebauten Verstärkern die Anpassbarkeit vieler Modelle an die räumlichen Gegebenheiten. Mit sog. Ortsfiltern lassen sich Aufstellungsthemen (auf dem Tisch, an der Wand,...) umgehen oder auch der Klang an den eigenen Geschmack anpassen.
Ob man übrigens symmetrisch via XLR oder ganz simpel über Cinch oder Klinke anschließt ist im häuslichen Umfeld völlig wurscht. Die oft billig gemachten Symmetrierer vergällen einem uU sogar die Verwendung solcher Anschlüsse... Solange nicht die ganze Kette symmetrisch ist und man sehr lange Kabel verwendet, halten sich evtl. Vorteile eh in sehr engen Grenzen.
Wichtiger als die Entscheidung passiv/aktiv ist, dass die Boxen zu deiner Anwendung passen. Das beinhaltet deine Anforderungen an Lautstärke, Qualität, Bass, Auflösung, Räumlichkeit... aber eben auch deine Aufstellung. Sprich, wenn du im Nahfeld am PC hörst, dann gelten andere Grenzen dessen was sinnvoll ist wie wenn man 3m weg sitzt und einen Saal beschallen möchte. Deswegen wäre wichtig, dass du dir dazu Gedanken machst.
Generell, je näher du dran sitzt, desto kleiner sollten die Boxen sein (kleinere Chassis, die näher beinander sitzen, oder auch Koaxe)! Witzigerweise sitzt man z.B. am PC meist so nah dran (<0.5m), dass sog. Studio-Nahfelder da gar nicht mehr richtig funktionieren, weil die eben für Entfernungen ab ~1m gedacht sind! Wers nicht glaubt, schaue sich mal die Angaben zum Hörabstand bei den entsprechenden Herstellern an (Geithain liefert die auf ihrer Webseite).
Wand und Tisch sorgen im Übrigen für Bassanhebungen (+3dB / Begrenzungsfläche), d.h wenn du so aufstellen musst, dann bedenke, dass eine neutral abgestimmte Box ganz schnell einen dröhnig nervigen Bassbereich haben kann. Wenn vorhanden nutze dann die entsprechenden Ortsfilter, oder verwende Boxen die dafür gemacht und abgestimmt sind. Sprich, deren Bass früh sanft abfällt (tief runtergehen kann er deswegen dennoch) oder verwende Stopfen (nen alten Lappen oder Socken) um evtl. vorhandene Bassreflexöffnungen zu verschließen.
Aber das allerwichtigste, informiere dich vor Ort bei Händlern über die Boxen, höre dir möglichst viel an (in der Hörsituation wie daheim) um zu erkenn was du willst und was dir gefällt. 1k€ sind zuviel Geld um ausschließlich in nem Forum darüber zu informieren, auch wenn es hier einige kompetente Leute gibt (was in nem PC Forum nicht unbedingt die Regel ist). Geh zu Hifihändlern, Musikalienhändler, Messen und wenn du DIY machen willst zu den Hörräumen der einschlägigen Händler und Vertriebe und hör an was es gibt! Je besser du dich informierst (durch eigene Erfahrung) desto sicherer wirst du mit deiner Entscheidung und desto weniger Risiko gehst du ein. Dann weißt du nämlöich was du gekauft hast und vor allem warum!