Konfuse S.M.A.R.T. Werte / HDD kurz vorm Abrauchen?

netheral

Software-Overclocker(in)
Nabend allerseits,

habe gerade ein Problem bezüglich sehr komisch aussehender S.M.A.R.T. Werte meiner WD Caviar Green 2 TB mit 64 MB Cache.

Habe heute mal Crystal Disc Info installiert, um zu sehen, wie so der Status ist. Vor ca. 3 Monaten habe ich schonmal geschaut, da war ein schwebender Sektor, aber sonst alles OK. Laut einer kurzen Recherche sind enige wenige Schwebende Sektoren noch kein Grund, die Platte direkt zu ersetzen, also habe ich wie üblich meine Backups gemacht und es dabei bewenden lassen.

Wie gesagt, heute habe ich das Tool wieder installiert und war entsetzt:

attachment.php

Für mich las es sich auf den ersten Blick katastrophal:
200 aktuell schwebende Sektoren, 200 Wiederzuweisungsereignisse, 200 Unkorrigierbare Sektoren.
Also 600 Sektoren schwebten, 200 davon schweben immer noch, 200 sind neu zugewiesen, 200 haben sich als unkorrigierbar herausgestellt und werden von der Platte nicht mehr vergeben.
Kam mir höchst spanisch vor die glatte Zahl.
Daher auf die HEX Werte geschielt. Demnach 0 Wiederzuweisungsereignisse. 1 schwebender Sektor. 1 unkorrigierbarer Sektor, der wohl entstanden ist, weil mein PC vor gewisser Zeit ständig mit Blackscreens verreckt ist und ich resetten musste.

Also nochmal AIDA64 EE angemacht:
attachment.php

Für mich noch verwirrender. OK, man kann die reellen Werte ablesen, aber Grenzwert 0, Wert 200, Schlechtester Wert 200, Wert 1, aber OK: Keine Fehler? Hä? Also nun 200 oder 1? Und wenn Grenzwertz 0 - warum dann OK: Keine Fehler, wenn doch der Grenzwert bereits bei einem schwebenden Sektor überschritten wäre?

Sorry, ich bin da überfragt. Kapiert das hier jemand? Oder habe ich einen kapitalen Denkfehler drin? Und was bedeutet eigentlich "schlechtester Wert"?
Ist da in die Firmware ein Worst Case wert einprogrammiert?
Oder heißt das, dass es der schlechteste Wert ist, den die Platte dort hatte?

Oder noch einfacher: Ist die Platte OK oder sollte ich schnellstens Ersatz ranbringen? Wobei ich bei den aktuellen HDD Preisen brechen möchte. Diese Platte hier hat mich mal knappe 50 Euro gekostet. Jetzt würde sie mich das doppelte kosten. Ich wette, da will jeder derzeit maximale Gewinne ausschöpfen und argumentiert mit der Flut. GB-Preise wie Anfang 2011 werden wir wohl nie wieder erleben... und das bei einer Spezies, deren Aussterben dank immer erschwinglichereren und besseren SSDs schon besiegelt ist.

Grüße
netheral
 

Anhänge

  • hdd_01.jpg
    hdd_01.jpg
    209,2 KB · Aufrufe: 286
  • hdd_02.jpg
    hdd_02.jpg
    226,2 KB · Aufrufe: 929
Zuletzt bearbeitet:
Also 600 Sektoren schwebten, 200 davon schweben immer noch, 200 sind neu zugewiesen, 200 haben sich als unkorrigierbar herausgestellt und werden von der Platte nicht mehr vergeben.
falsch!!!


Daher auf die HEX Werte geschielt. Demnach 0 Wiederzuweisungsereignisse. 1 schwebender Sektor. 1 unkorrigierbarer Sektor
richtig! :)


warum dann OK: Keine Fehler, wenn doch der Grenzwert bereits bei einem schwebenden Sektor überschritten wäre?
der grenzwert müsste unterschritten werden. wird er aber nicht, da 200>0 :)


Oder heißt das, dass es der schlechteste Wert ist, den die Platte dort hatte?
ja, aber nicht als absoluter wert, sondern als skalenwert. siehe unten.


aber OK: Keine Fehler? Hä?
d.h. absoluter (=mess-)wert ist nicht bedrohlich, da zähler über grenzwert



die beiden linken werte sind zähler (kein reeller wert!!!), der wert rechts davon ein grenzwert und der wert ganz rechts (im hexadezimalzahlensystem angegeben) ist ein messwert. je nach dem, wie "schlecht" der messwert ist, zählen die zähler links immer weiter runter. der linke zähler geht wieder hoch, wenn der messwert besser wird (deshalb "aktuell.."), der rechte zähler zählt nur runter, stellt also den schlechtesten jemals gemessenen wert dar (deshalb "schlechtester"). wenn die zähler unter den grenzwert gehen, gibt's eine warnung und die platte gilt als besonders ausfallgefährdet. die zähler fangen normalerweise von 255, 252, 200 oder 100 an, runterzuzählen.
Die 200...200...0...1 bei den schwebenden sektoren bedeuten: 1 schwebender sektor, der zähler ist noch nicht runtergezählt und wurde auch noch nie runtergezählt; der grenzwert ist nicht unterschritten->dieser wert ist ok. ein schwebender sektor ist übrigens nichts dramatisches.
genau das gleiche gilt auch für die unkorrigierbarne sektoren.
bei den wiederzuweisungsereignissen heißt es: kein wiederzuweisungsereignis, der zähler ist noch nicht runtergezählt und wurde auch noch nie runtergezählt; der grenzwert ist nicht unterschritten->dieser wert ist ok. also kein problem!

hbf

ps: für weitere infos bitte wikipedia aufsuchen
 
Zuletzt bearbeitet:
Und sooo teuer sind Festplatten nun auch nicht mehr, ne 2TB würdest Du für 90€ bekommen - 50-60€ war auch vor der Flut schon ein super Schnäppchen ;)
 
Danke euch, mich verwirrte halt die Ziffer bei "Aktueller Wert".

Da also der Denkfehler: Die Werte sind also quasi wie ein Lebensbalken oder HP Zahl in Spielen. Sozusagen, wie oft etwas noch eintreten darf, bis es kritisch wird.

Werde mich wohl bei Wikipedia nochmal einlesen. Allerdings frage ich mich, warum die das nicht einfach anders rum gestalten? Also Wert 0 = noch nie eingetreten, je höher desto schlechter. Wäre doch für Anfänger viel verständlicher. Vor allem würde es von einer Panik abhalten, obwohl es ja, wie ich geschrieben habe, eh merkwürdig wäre, wenn alles glatt auf 200 steht. Wäre dann doch ein etwas zu großer Zufall...

Ich schließe daraus jetzt mal, dass die Platte noch absolut gesund ist und kein Austausch in Betracht gezogen werden soll.

Zum Thema teuer: Für mich sind 90 € definitiv teuer, wenn ich es mit den Preisen vor der Flut vergleiche. Aber letztendlich ist es verständlich, dass die Hersteller nicht wieder auf die alten Preise möchten. Jedes Unternehmen will schließlich Gewinn erzielen. Ich würde es als HDD Hersteller wohl nicht drauf anlegen, die Preise wieder zu brechen. Obwohl man hier ja nicht weiss, ob die Händler wieder alte Kurse haben und selber Gewinne ausschöpfen. Aber selbst da ist es logisch, weil die davon leben. Toll ist es natürlich für den Endkunden nicht. Wenn eine andere HDD, dann würde ich wohl eh erst in die 1,0 TB Kategorie downgraden. Ich bekomme 2 TB eh nicht voll, da ich weder illegale Downloads laufen habe, noch Videos rendere oder TV Sendungen am PC mitschneide. Daher müssen bei mir wirlich nur Spiele, Programme, Dokumente, Musik und gewisse wichtige Downloads von Treibern, Freeware etc. Platz brauchen. Das wichtigste an Programmen ist eh auf einer SSD. Deshalb würde es wohl dann eine 1 TB Version. Aber steht ja im Moment noch in den Sternen - zum Glück.
 
Schau dir hierzu mal https://secure.wikimedia.org/wikipe...g,_Analysis_and_Reporting_Technology#Beispiel an. Wichtig sind dort vor allem die Pre-Fail-Werte, die anderen zeigen die "Abnutzung" bzw. die Alterung einer Festplatte an. Der Vergleich mit dem HP-Balken ist schön, wenn also ein kritischer Wert unterschritten wird, sollte man die Platte zumindest im Auge behalten. Mir persönlich ist zwar seit rund 10 Jahren keine Festplatte mehr abgeraucht, dennoch weiß man nie - und für eben diesen Fall sollte man von wichtigen Daten ein Backup bereithalten.

Die Sicherungen selber würde ich auf einer externen Festplatte durchführen. Natürlich ist es am komfortabelsten, wenn alles im Hintergrund geschieht, ohne dass man selbst etwas machen muss. Dazu müsste die Platte aber permanent angeschlossen sein, was bei einem reinen Backuplaufwerk wenig sinnvoll ist. Denn wenn es dann mal zu einem dicken Problem (Anwenderfehler, Virus, Blitzschlag, Bug etc.) kommt und deine Daten gefährdet sind, kann die Sicherung unter Umständen direkt mitgerissen werden - und dann war der ganze Aufwand umsonst.
Du kannst dir ja mal Z-DBackup ansehen. Das (kostenlose) Programm bietet recht viele Möglichkeiten an, seine Daten zu sichern. Wenn der Speicherplatz es zulässt, würde ich einmal pro Woche / Monat ein Vollbackup machen und danach täglich nur die Daten sichern, die sich geändert haben (differenzielles Backup).

MfG Jimini
 
Zum Thema teuer: Für mich sind 90 € definitiv teuer, wenn ich es mit den Preisen vor der Flut vergleiche. Aber letztendlich ist es verständlich, dass die Hersteller nicht wieder auf die alten Preise möchten. Jedes Unternehmen will schließlich Gewinn erzielen. Ich würde es als HDD Hersteller wohl nicht drauf anlegen, die Preise wieder zu brechen. Obwohl man hier ja nicht weiss, ob die Händler wieder alte Kurse haben und selber Gewinne ausschöpfen. Aber selbst da ist es logisch, weil die davon leben. Toll ist es natürlich für den Endkunden nicht. .
Ich glaube nicht, dass die zur Zeit einfach nur die Gelegenheit nutzen und absichtlich höhere Gewinne pro Festplatte machen als früher - der Markt ist hart umkämpft, und wenn ein Großhändler oder PC-Hersteller eine größere an Festplatten Menge haben will UND es keine Produktionsengpässe mehr gibt, dann unterbieten sich die Hersteller so weit es geht, so dass die Preise nur knapp über den Produktionskosten liegen - d.h. entweder die Platten sind noch nicht so billig wie vor nem Jahr, da es immer noch beschädigte Produtkionsstätten und somit Rückstände bei der Produktion gibt (ne zerstörte Fabrik baust Du nicht in nur 6-7 Monaten wieder komplett auf), oder aber es wird inzwischen zwar wieder voll produziert, aber die Firmen müssen mehr verlangen, um die Verluste aus den Flutmonaten noch abzuzahlen: Nicht-Verkäufe, Personal, das untätig rumsaß, aber bezahlt werden musste, Reparaturkosten für beschädifte Anlagen, Neuinvestitionen, Strafzahlungen (für nicht erfolgte Lieferungen an Vertragspartner), das Wiederhochfahren der Produktion (selbst wenn alles wie vorher ist, dauert es eine Weile, bis die Produktionseffizienz wieder so wie früher ist) UND nicht zu vergessen auch höhere Preise bei Zulieferer-Firmen, die evlt. ebenfalls durch die Flut oder Fukishima (das betraf viele Firmen der Mikrotechnologie) betroffen waren.

Dazu kommt noch, dass inzwischen mehr und mehr SSDs verbaut werden vor allem bei den Leuten, denen es völlig egal ist, ob die nun 128GB oder 2TB PLatz haben - damit sinkt die Nachfrage nach Festplatten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schau dir hierzu mal https://secure.wikimedia.org/wikipe...g,_Analysis_and_Reporting_Technology#Beispiel an. Wichtig sind dort vor allem die Pre-Fail-Werte, die anderen zeigen die "Abnutzung" bzw. die Alterung einer Festplatte an. Der Vergleich mit dem HP-Balken ist schön, wenn also ein kritischer Wert unterschritten wird, sollte man die Platte zumindest im Auge behalten. Mir persönlich ist zwar seit rund 10 Jahren keine Festplatte mehr abgeraucht, dennoch weiß man nie - und für eben diesen Fall sollte man von wichtigen Daten ein Backup bereithalten.
Danke, werde ich mir bei Zeit mal zu gemüte führen. :)

Ich kann das mit den 10 Jahren sogar noch toppen: Mir ist noch nie eine Festplatte kaputt gegangen. Meine alten 160 GB P-ATA Modelle leben alle noch und erfreuen sich bester Gesundheit.

Was ich im Hinblick darauf nicht verstehe: Auf den gängigen Preisvergleichen steht bei fast jeder Festplatte katastrophales, wie "66 % defekt", "3 gekauft eine funktioniert", "nicht kaufen, die Platte hat nach 30 Tagen click of death und ist dann binnen 2 Stunden tot" etc. Ausnamen sind neue Modelle, die noch garnicht bewertet wurden... Da traut man sich ja teilweise gar nicht mehr, sich für ein Modell zu entscheiden. Und die Tatsache, dass mir noch keine Platte jemals abgekratzt ist und ich auch aus dem Bekanntenkreis keinerlei Ausfälle kenne, lässt mich manchmal überlegen, ob das ganze Geschreibe da nicht nur komplett gefaket ist...

Backups laufen bei mir eh immer auf eine externe Platte. Von Automatismen halte ich nichts. Ich mache das Backup dann, wann es anfällt. Irgendwelche Treiber-Downloads, Freeware von 20 MB etc. sichere ich garnicht. Da höchstens die Links, wo ich das Zeug wieder her bekomme. Also werden bei mir wirklich nur Bilder, Savegames, Dokumente und wirklich wichtige Files gesichert. Meine wirklich essenziellen Backups passen auf einen 32 GB USB Stick. :)

Deshalb würde es bei mir bei einem irgendwann vielleicht mal möglichen HDD Ableben sicher auch ein kleineres Modell tun. :)

Letztendlich kann man bei den HDDs eigentlich nur froh sein, dass die Preise nicht künstlich komplett oben gehalten werden. Dass da viele Investitionen drin stecken, dass die Fabriken wieder laufen, ist klar. Letztendlich werden wir wohl Preise wie vor der Flut nie wieder sehen.
Wobei ja die Preise für SSDs ständig fallen. Meine neue 128 GB Samsung war günstiger als die 64 GB vor einem Jahr. Mittlerweile bekommt man für 200 Euro ja locker 256 GB. Ich wette in ein paar Jahren bekommt man dafür 512 oder gar 1024 GB. Spätestens, wenn es das gibt, ist das laute Drehteil aus dem PC verschwunden. :)
Letztens musste ich einen PC mit klassischer HDD mit 7200 upm booten, weil ich bei einem Bekannten etwas einrichten sollte. Das ganze dauerte quälende 3 Minunten, bis man etwas machen konnte, weil Firewall, Adobe, Treiber, Control Panel etc. von einer HDD noch nach dem Booten laden. Mit ner SSD ist das ganze in 40 Sekunden gelaufen. Schon faszinierend, wenn man den Unterschied so präsent erlebt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück