Keine Minarette in der Schweiz erlaubt?

Du Cleverle. Ich meine natürlich die architektonischen Merkmale. Die kann ich mangels Wissen nicht benennen.

Es verlangt niemand, dass du architektonische Fachbegriffe verwendest. Es wird nur erwartet, dass du genau schreibst, wodurch sich ein Minarett definiert/welche seiner Eigenschaften dich stören. Einen Katalog, denn man objektiv auf jedes beliebige Bauwerk anwenden kann, um es zweifelsfrei in die Kategorie "Minarett, stört Icejester" oder in die Kategorie "keine Minarett, stört Icejester nicht" einzuteilen.
Ein einfaches Spiel:
Du nennst eine Eigenschaft, die dich an einem Minarett stört und die man aus z.B. 100-200m Entfernung auch noch wahrnehmen kann und dann geht es darum, entweder ein nicht-Minarett zu finden, dass sie auch hat, oder ein Minarett, dem sie fehlt.

Es ist halt immer die Frage, ob eine Angst übertrieben oder nicht vielleicht doch berechtigt ist. Die Tatsache, daß in Europa Leute Angst vor dem Islam haben, kann ich nach den Anschlägen von London, Madrid und dem versuchten Anschlag auf einen Nahverkehrszug zwischen Köln und Koblenz durchaus nachvollziehen.

Ich nur, wenn ich eine gehörige Portion unwissen mit in die Gleichung aufnehme - was der Realität nahe kommt, aber nicht mehr von einer "berechtigten" Angst sprechen lässt.

Ehrlich gesagt sind die Moslems daran doch auch selber schuld, findest Du nicht?

Nein, ich finde definitiv nicht, dass "die Moslems" an Anschlägen bzw. darauf basierenden Reaktionen von nicht-Muslimen "selbser schuld sind". Ich wüsste ehrlich gesagt nicht einmal, warum das so sein sollte. Wie kann jemand an der Reaktion eines anderen auf die Aktionen dritter schuld sein?
Das wäre so, als wäre ich dafür verantwortlich, wenn jemand meine Nationalität mit 6 Millionen getöteten Juden assoiziert.

Ja, aber ob jetzt Katholiken Protestanten um die Ecke bringen und umgekehrt wird wohl niemanden ernsthaft anheben.

Demjenigen, der in der Schusslinie steht - und Ziele fanden sich in ganz Großbritannien sehr wohl.

Abgesehen davon geht es in Nordirland ja um einen ganz anderen Konflikt, entlang dessen Linie sich nur zufällig auch Katholizismus und Protestantismus scheiden.

Das auf die Religion zurückzuführen ist in etwa so sinnvoll, wie einen Nachbarschaftsstreit um einen um ein paar Zentimeter falsch gesetzten Zaun darauf zurückzuführen, daß der eine BMW und der andere Mercedes fährt, obwohl doch der Zaun Stein des Anstoßes ist.

Glaubst du ernsthaft, Osama bin Laden greift zielgenau die USA an und bricht eine ganze Reihe von Geboten seines eigenen Glaubens aus rein religiösen Motiven?
Das ganze mag als "heiliger Krieg" verkauft werden (Anm.: Für "Jihad" gibts aber verschiedene Übersetzungen/Interpretationen), aber wenn mal Details genannt werden (halten Extremisten zugegebenermaßen selten für nötig), dann ist sehr oft von Besetzungen und Einflussnahme im nahen Osten die Rede. Der gesamte Terrorismus im nahen Osten richtet sich ausschließlich gegen einen Staat, der als Besatzungsmacht emfpunden wird (zur Berechtigung dieser Gefühle mal keine Aussage).
Vergleiche mit den britischen Besetzung Irlands sind da imho sehr passend. Der Unterschied besteht imho primär im Maßstab, der auf den britischen Inseln eben nicht mehrere 100 Millionen Menschen und Nationen von vier Kontinenten umfasst, sowie der damit einhergehenden kulturellen Ähnlichkeit und der Möglichkeit, direkt miteinander zu kommunizieren.
 
Es verlangt niemand, dass du architektonische Fachbegriffe verwendest. Es wird nur erwartet, dass du genau schreibst, wodurch sich ein Minarett definiert/welche seiner Eigenschaften dich stören. Einen Katalog, denn man objektiv auf jedes beliebige Bauwerk anwenden kann, um es zweifelsfrei in die Kategorie "Minarett, stört Icejester" oder in die Kategorie "keine Minarett, stört Icejester nicht" einzuteilen.
Ein einfaches Spiel:
Du nennst eine Eigenschaft, die dich an einem Minarett stört und die man aus z.B. 100-200m Entfernung auch noch wahrnehmen kann und dann geht es darum, entweder ein nicht-Minarett zu finden, dass sie auch hat, oder ein Minarett, dem sie fehlt.

Fangen wir mit der Form an. Diese Bauwerke lassen im Gegensatz zur uns gewohnten Architektur ein gefälliges Verhältnis zwischen Höhe und Breite vermissen. Dazu sehen sie durch Plattformen und ähnliches am oberen Ende meist recht kopflastig aus. Weiterhin ist die überladene Verzierung mit - ich drück's mal so aus - "eigenwilligen" Ornamenten höchst gewöhnungsbedürftig und meines Erachtens auch nicht hübsch. Schlimmer wird's noch, wenn die Dinger dann auch noch mehrfarbig verziert sind und dadurch unruhige oder gar schreiende Kontraste dem Betrachter aufdrängen.
Nein, ich finde definitiv nicht, dass "die Moslems" an Anschlägen bzw. darauf basierenden Reaktionen von nicht-Muslimen "selbser schuld sind". Ich wüsste ehrlich gesagt nicht einmal, warum das so sein sollte. Wie kann jemand an der Reaktion eines anderen auf die Aktionen dritter schuld sein?
Das wäre so, als wäre ich dafür verantwortlich, wenn jemand meine Nationalität mit 6 Millionen getöteten Juden assoiziert.
Die fehlende Distanzierung von solchen Aktionen seitens der Herren Moslems gibt Dir gar nicht zu denken? Ich habe ehrlich gesagt nicht gesehen, daß alle möglichen Regierungschefs, Außenminister oder Botschafter der entsprechenden Länder nach 9/11 oder anderen Anschlägen zu den jeweiligen Orten gereist wären, Kränze niedergelegt und unterwürfig um Entschuldigung gebeten hätten. Im Gegenteil. Das Echo bestand zum größten Teil aus Schadenfreude oder - im besten Fall - Indifferenz. Aufgrund dieser Unterlassungen kann man da schon von einer gewissen Akzeptanz wenn nicht gar Unterstützung solcher Anschläge reden.

Es ist ja immer wieder nett, wenn dann irgendein Zentralratsvorsitzender oder sowas nach so einem Vorkommnis sagt: "Uh, das tut uns furchtbar leid. Der Islam ist eigentlich ganz friedfertig und lieb. Das ist eine absolute Ausnahme von irregeleiteten Schwachköpfen." Ja, sicher ist das das Werk von irregeleiteten Schwachköpfen, nur leider eben keine Ausnahme mehr. Und inwiefern solche Aussagen dann nicht nur ein Lippenbekenntnis sind, um die eigene Situation irgendwie zu bessern oder wenigstens zu retten, ist mir auch nicht klar.

Demjenigen, der in der Schusslinie steht - und Ziele fanden sich in ganz Großbritannien sehr wohl.
Ich habe nicht Umsonst von der "nichteuropäischen" Welt gesprochen.

Glaubst du ernsthaft, Osama bin Laden greift zielgenau die USA an und bricht eine ganze Reihe von Geboten seines eigenen Glaubens aus rein religiösen Motiven?
Das ganze mag als "heiliger Krieg" verkauft werden (Anm.: Für "Jihad" gibts aber verschiedene Übersetzungen/Interpretationen), aber wenn mal Details genannt werden (halten Extremisten zugegebenermaßen selten für nötig), dann ist sehr oft von Besetzungen und Einflussnahme im nahen Osten die Rede. Der gesamte Terrorismus im nahen Osten richtet sich ausschließlich gegen einen Staat, der als Besatzungsmacht emfpunden wird (zur Berechtigung dieser Gefühle mal keine Aussage).
Na und? Ist doch egal, was der tatsächliche oder vorgeschobene Grund ist. Unrecht bleibt Unrecht.

Vergleiche mit den britischen Besetzung Irlands sind da imho sehr passend. Der Unterschied besteht imho primär im Maßstab, der auf den britischen Inseln eben nicht mehrere 100 Millionen Menschen und Nationen von vier Kontinenten umfasst, sowie der damit einhergehenden kulturellen Ähnlichkeit und der Möglichkeit, direkt miteinander zu kommunizieren.
Nein, der Vergleich hinkt gewaltig. Im Nordirlandkonflikt wurde nie die verschiedene Konfession als Grund oder Entschuldigung für irgendwelche Aktionen herangezogen. Es wurde, im Gegensatz zum terroristischen Islamismus, mit offenen Karten gespielt. Den Iren hat die englische Herrschaft nicht gefallen. Also haben sie sich gesagt: "Die bekämpfen wir, bis sie abhauen." Die Engländer haben sich davon wenig beeindrucken lassen und gesagt: "Wir bleiben, egal, wie lange ihr kämpft, denn das ist unser gutes Recht. Erobert ist erobert. Findet euch damit ab."

Die USA im speziellen und die westliche Welt im allgemeinen haben aber im Moment überhaupt kein muslimisches Land dieser Welt irgendwie erobert. Was den Moslems nicht paßt, ist einfach unser Lebensstil. Aber den werden wir natürlich nicht ändern. Wir schreiben denen ja auch nicht vor, wie sie bei sich daheim leben sollen. Das wäre schließlich auch ein bißchen anmaßend.
 
Fangen wir mit der Form an. Diese Bauwerke lassen im Gegensatz zur uns gewohnten Architektur ein gefälliges Verhältnis zwischen Höhe und Breite vermissen. Dazu sehen sie durch Plattformen und ähnliches am oberen Ende meist recht kopflastig aus. Weiterhin ist die überladene Verzierung mit - ich drück's mal so aus - "eigenwilligen" Ornamenten höchst gewöhnungsbedürftig und meines Erachtens auch nicht hübsch. Schlimmer wird's noch, wenn die Dinger dann auch noch mehrfarbig verziert sind und dadurch unruhige oder gar schreiende Kontraste dem Betrachter aufdrängen.
Also erstens sind die meisten dieser Punkte (Ornamente, schreiende Kontraste) bei den Minaretten, die ich bisher gesehen habe, nicht gegeben. Du hattest ja selbst vor kurzem ein Foto von einer Moschee inkl. Minarette gepostet und ich fand das überhaupt nicht abstoßend, hässlich oder störend. Ein Schönes Gebäude, schön klassisch und unauffällig gezeichnet, mit einigen Anleihen an unserer Kultur. So ein Gebäude habe ich lieber in der Nachbarschaft als das, was so mancher unserer tollen Architekten verbrechen.

Abgesehen davon können solche Punkte auch problemlos im Genehmigungsverfahren beachtet werden, dafür braucht es kein totales Verbot.

Die fehlende Distanzierung von solchen Aktionen seitens der Herren Moslems gibt Dir gar nicht zu denken? Ich habe ehrlich gesagt nicht gesehen, daß alle möglichen Regierungschefs, Außenminister oder Botschafter der entsprechenden Länder nach 9/11 oder anderen Anschlägen zu den jeweiligen Orten gereist wären, Kränze niedergelegt und unterwürfig um Entschuldigung gebeten hätten. Im Gegenteil. Das Echo bestand zum größten Teil aus Schadenfreude oder - im besten Fall - Indifferenz. Aufgrund dieser Unterlassungen kann man da schon von einer gewissen Akzeptanz wenn nicht gar Unterstützung solcher Anschläge reden.
Ach ja, da sind wir Christen ja auch so vorbildlich. Zum Glück haben wir ja keinen Irak ohne jegliche Kriegserklärung überfallen und das auch noch mit völlig erlogenen und erstunkenen Begründungen - ein reiner Angriffskrieg ohne JEGLICHE (!) Gründe diesen zu führen. Zum Glück sind da ja auch soviele Staatschef der westlichen Welt hingereist und haben mal nen Kranz niederlegt :rolleyes:

Man sollte nicht mit Steinen um sich werfen, wenn man im Glashaus sitzt.

Es ist ja immer wieder nett, wenn dann irgendein Zentralratsvorsitzender oder sowas nach so einem Vorkommnis sagt: "Uh, das tut uns furchtbar leid. Der Islam ist eigentlich ganz friedfertig und lieb. Das ist eine absolute Ausnahme von irregeleiteten Schwachköpfen." Ja, sicher ist das das Werk von irregeleiteten Schwachköpfen, nur leider eben keine Ausnahme mehr. Und inwiefern solche Aussagen dann nicht nur ein Lippenbekenntnis sind, um die eigene Situation irgendwie zu bessern oder wenigstens zu retten, ist mir auch nicht klar.
Natürlich sind es Ausnahmen. Genauso wie es bei uns Ausnahmen sind, die einfach andere Länder überfallen und annektieren (s.o.). Du bist mit deiner Argumentation kein Stückchen besser als die Moslems, die den 9/11 bejubeln, überhaupt kein bisschen! Das sollte dir wirklich zu denken geben.

Nein, der Vergleich hinkt gewaltig. Im Nordirlandkonflikt wurde nie die verschiedene Konfession als Grund oder Entschuldigung für irgendwelche Aktionen herangezogen. Es wurde, im Gegensatz zum terroristischen Islamismus, mit offenen Karten gespielt. Den Iren hat die englische Herrschaft nicht gefallen. Also haben sie sich gesagt: "Die bekämpfen wir, bis sie abhauen." Die Engländer haben sich davon wenig beeindrucken lassen und gesagt: "Wir bleiben, egal, wie lange ihr kämpft, denn das ist unser gutes Recht. Erobert ist erobert. Findet euch damit ab."
Na, da scheint Wikipedia wohl mal wieder keine Ahnung zu haben:
"Die Begriffe „katholisch“ und „protestantisch“ haben jedoch in Nordirland eine einzigartige Bedeutung. Hier dienen sie als Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die seit jeher gegensätzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schließlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegen. Diese Kulturen haben sich aus dem Kontrast zwischen den alteingesessenen Iren (die arm, bäuerlich und katholisch waren) und den kolonialisierenden schottischen (bzw. englischen) Siedlern (wohlhabend, industriell, protestantisch) entwickelt. Ihren ethnischen Klang erhielten die Konfessionsbegriffe schließlich durch die Selbstdefinition der heimisch gewordenen Siedler als „Protestanten“. Tatsächlich können die nordirischen Communities als Ethnien bezeichnet werden – Ethnien hier verstanden im Sinne einer organisierten Gruppe, die sich der Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe in Abgrenzung zu den „anderen“ überdurchschnittlich stark bewusst ist und sich diesen „anderen“ in Religion, Sitten, Geschichtsmythos und territorialem Anspruch überlegen fühlt."
Nordirlandkonflikt ? Wikipedia

Komisch, dass die Religion da als Unterscheidung hergezogen wird anstatt Briten/Iren zu sagen, sagt man Protestanten/Katholiken. Warum wohl, wenn der Konflikt doch angeblich nur "zufällig" durch die Religion (bzw korrekter Konfession) abgegrenzt wird?
 
Ach ja, da sind wir Christen ja auch so vorbildlich. Zum Glück haben wir ja keinen Irak ohne jegliche Kriegserklärung überfallen und das auch noch mit völlig erlogenen und erstunkenen Begründungen - ein reiner Angriffskrieg ohne JEGLICHE (!) Gründe diesen zu führen. Zum Glück sind da ja auch soviele Staatschef der westlichen Welt hingereist und haben mal nen Kranz niederlegt :rolleyes:

Man sollte nicht mit Steinen um sich werfen, wenn man im Glashaus sitzt.

Hör mal, ich habe nie gesagt, daß der Angriff auf den Irak eine gute Idee war. Es war auch nicht meine. Ich halte es auch für völlig bescheuert, unter dem Vorwand, einen Krieg gegen den Terror zu führen, einen säkularen Staat anzugreifen, dessen Machthaber solche islamistischen Eiferer ungefähr so toll fand wie Fußpilz. Im Gegenteil, dadurch hat man ein Machtvakuum geschaffen, in das jetzt genau diese Gruppierungen vorstoßen können.

Aber immerhin gibt es jetzt (soweit es unter der ständigen Bedrohung von Anschlägen denn möglich ist) für das Land immerhin Aufbauhilfe, die nicht zuletzt von den USA und Europa getragen wird.

Abgesehen davon sitzt man als Deutscher in der Hinsicht mal überhaupt kein Stück im Glashaus. Es gibt doch so gut wie keine Auslandsreise deutscher Politiker, bei der nicht auch offiziell der NS-Opfer gedacht wird. Und Entschädigungen für diese Zeit werden auch immer wieder mal an betroffene Individuen oder Familien bzw. Volksgruppen gezahlt. Was sowas angeht, haben wir uns wirklich überhaupt nichts vorzuwerfen.

Natürlich sind es Ausnahmen. Genauso wie es bei uns Ausnahmen sind, die einfach andere Länder überfallen und annektieren (s.o.). Du bist mit deiner Argumentation kein Stückchen besser als die Moslems, die den 9/11 bejubeln, überhaupt kein bisschen! Das sollte dir wirklich zu denken geben.
Das sagst Du so daher, kannst es aber nicht belegen. Ich habe keinen einzigen Terrorakt begrüßt. Mir wäre es am liebsten, es wäre einfach Ruhe im Karton und wir könnten uns um wichtige Dinge kümmern. Aber solange man immer wieder bedroht wird, wird man sich mit einem möglichen Aggressor und Wegen, diesem zu begegnen, auch auseinandersetzen müssen.
Na, da scheint Wikipedia wohl mal wieder keine Ahnung zu haben:
"Die Begriffe „katholisch“ und „protestantisch“ haben jedoch in Nordirland eine einzigartige Bedeutung. Hier dienen sie als Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die seit jeher gegensätzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schließlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegen. Diese Kulturen haben sich aus dem Kontrast zwischen den alteingesessenen Iren (die arm, bäuerlich und katholisch waren) und den kolonialisierenden schottischen (bzw. englischen) Siedlern (wohlhabend, industriell, protestantisch) entwickelt. Ihren ethnischen Klang erhielten die Konfessionsbegriffe schließlich durch die Selbstdefinition der heimisch gewordenen Siedler als „Protestanten“. Tatsächlich können die nordirischen Communities als Ethnien bezeichnet werden – Ethnien hier verstanden im Sinne einer organisierten Gruppe, die sich der Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe in Abgrenzung zu den „anderen“ überdurchschnittlich stark bewusst ist und sich diesen „anderen“ in Religion, Sitten, Geschichtsmythos und territorialem Anspruch überlegen fühlt."
Nordirlandkonflikt ? Wikipedia

Komisch, dass die Religion da als Unterscheidung hergezogen wird anstatt Briten/Iren zu sagen, sagt man Protestanten/Katholiken. Warum wohl, wenn der Konflikt doch angeblich nur "zufällig" durch die Religion (bzw korrekter Konfession) abgegrenzt wird?
Wenn Du den Text aufmerksam liest, wirst Du feststellen, daß Religion da eben nicht das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal darstellt, sondern die verschiedene Konfession nur mit grundlegenden sozialen Merkmalen einhergeht und deshalb als griffigstes Unterscheidungsmerkmal - auch durch die Selbstbezeichnung der Gruppen - herangezogen wird. Diese Selbstbezeichnung wird vermutlich auch vorgenommen worden sein, weil die Leute erkannt haben, daß die scharfe Abgrenzung einer Gruppe nach außen identitätsstiftend für die Gruppenmitglieder wirkt und deshalb immer mit einem verstärkten Zusammenhalt nach innen einhergeht.

Im Endeffekt ist es eben einfacher, von "Protestanten" und "Katholiken" zu reden als von "bäuerlich-armen Iren" und "industriell-wohlhabenden Engländern". Aber diesen Konflikt insgesamt auf einen religiösen zu verkürzen wäre töricht.

Wären die Südtiroler jetzt mehrheitlich protestantisch, würde man dort mit einiger Wahrscheinlichkeit auch so einteilen, und nicht von Italienern und Südtirolern, sondern eben von (italienischen) Katholiken und (protestantischen) Südtirolern reden. Ähnliches läßt sich wahrscheinlich auch über das Baskenland sagen. Aber die Religion an sich ist für Nordirland genauso wenig der maßgebliche Auslöser wie sie es im Baskenland oder Südtirol ist.
 
Hör mal, ich habe nie gesagt, daß der Angriff auf den Irak eine gute Idee war. Es war auch nicht meine. Ich halte es auch für völlig bescheuert, unter dem Vorwand, einen Krieg gegen den Terror zu führen, einen säkularen Staat anzugreifen, dessen Machthaber solche islamistischen Eiferer ungefähr so toll fand wie Fußpilz. Im Gegenteil, dadurch hat man ein Machtvakuum geschaffen, in das jetzt genau diese Gruppierungen vorstoßen können.
Habe ich nie behauptet, dass du sie als gute Idee bezeichnest hast. Dennoch haben wir sie (die Christen) gemacht und damit sind wir kein Stückchen besser als die (die Moslems). Eigentlich sogar im Gegenteil, denn ich wage mal zu behaupten, dass der Irakkrieg inzwischen deutlich mehr als nur die knapp 3500 Tote der 9/11-Anschläge gekostet hat....

Aber immerhin gibt es jetzt (soweit es unter der ständigen Bedrohung von Anschlägen denn möglich ist) für das Land immerhin Aufbauhilfe, die nicht zuletzt von den USA und Europa getragen wird.
Wahnsinn! Wo bleiben jetzt nochmal gleich die Kranzniederlegungen?

Und vorallem: Wo denn die Verurteilung dieses Angriffskrieges?!

Abgesehen davon sitzt man als Deutscher in der Hinsicht mal überhaupt kein Stück im Glashaus. Es gibt doch so gut wie keine Auslandsreise deutscher Politiker, bei der nicht auch offiziell der NS-Opfer gedacht wird. Und Entschädigungen für diese Zeit werden auch immer wieder mal an betroffene Individuen oder Familien bzw. Volksgruppen gezahlt. Was sowas angeht, haben wir uns wirklich überhaupt nichts vorzuwerfen.
Solange du von "Moslem" redest, kannst du nicht von "Deutschen" reden und auch nicht von den Taten und/oder Wiedergutmachungen von Deutschen reden. Dann musst du von "Christen" reden und was die alleine in den letzten Jahren getan haben, habe ich mal aufgezählt. Nicht zu vergessen all die anderen Taten, mit denen wir die muslime mehr als nur perfekt gegen uns aufgebracht haben (gegen die Christen, nicht die Deutschen ;)).

Angesichts dessen, dass z.B. in Afghanistan Deutsche grundsätzlich anders und besser angesehen werden als Christen, frage ich mich schon manchmal, ob uns die Muslime in Teilen nicht sogar eindeutig überlegen sind, was toleranz angeht.

Das sagst Du so daher, kannst es aber nicht belegen. Ich habe keinen einzigen Terrorakt begrüßt. Mir wäre es am liebsten, es wäre einfach Ruhe im Karton und wir könnten uns um wichtige Dinge kümmern. Aber solange man immer wieder bedroht wird, wird man sich mit einem möglichen Aggressor und Wegen, diesem zu begegnen, auch auseinandersetzen müssen.
Wäre alle Moslems blutrünstige Terroristen, würden wir heute nicht mehr leben, ganz einfach. Worauf sich dein letzter Satz jetzt bezieht weiß ich gerade nicht, könnte sich auch genauso gut auf die Muslime beziehen?!

Wenn Du den Text aufmerksam liest, wirst Du feststellen, daß Religion da eben nicht das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal darstellt, sondern die verschiedene Konfession nur mit grundlegenden sozialen Merkmalen einhergeht und deshalb als griffigstes Unterscheidungsmerkmal - auch durch die Selbstbezeichnung der Gruppen - herangezogen wird.
Wohl genau deswegen, weil sich die Gruppen auch in ihrem Selbstverständnis genau deswegen unterscheiden?

Der eine Teil ist eben die Geschichte und die Fakten, der andere eben das subjektive Teil und die daher zugehörigen Schluchten. Schon alleine die Bezeichnung der Parteien spricht Bände, wie wichtig die Konfession in diesem Zusammenhang ist.

Im Endeffekt ist es eben einfacher, von "Protestanten" und "Katholiken" zu reden als von "bäuerlich-armen Iren" und "industriell-wohlhabenden Engländern". Aber diesen Konflikt insgesamt auf einen religiösen zu verkürzen wäre töricht.
Warum ist "Protestanten" vs. "Katholiken" jetzt einfacher als "Briten" vs. "Iren"? Ich finde letzteres sogar deutlich einfacher und sogar deutlich prägnanter, vorallem angesichts deiner angeblichen Erklärung von den Wurzeln des Konflikts (Annektierung von Irland durch die Briten). Offenbar spielt die Konfession da eine deutlich größere Rolle, als es die objektiven Fakten tun.

Wären die Südtiroler jetzt mehrheitlich protestantisch, würde man dort mit einiger Wahrscheinlichkeit auch so einteilen, und nicht von Italienern und Südtirolern, sondern eben von (italienischen) Katholiken und (protestantischen) Südtirolern reden. Ähnliches läßt sich wahrscheinlich auch über das Baskenland sagen. Aber die Religion an sich ist für Nordirland genauso wenig der maßgebliche Auslöser wie sie es im Baskenland oder Südtirol ist.
Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gefangen....
 
Fangen wir mit der Form an. Diese Bauwerke lassen im Gegensatz zur uns gewohnten Architektur ein gefälliges Verhältnis zwischen Höhe und Breite vermissen.

So?
Es gibt Minarette, die sind schlanker als Kirchtürme und es gibt Minarette, die sind dicker. (und für den Fall, dass nur die Mitte richtig sein soll: Es gibt Kirchtürme, die sind noch dicker)
Mein Fazit: Es gibt Minarette, die die Proportionen von Kirchtürmen haben. Will man Bauwerke mit diesen Proportionen verhindern, muss man auch Kirchtürme verbieten. Macht die Schweiz aber nicht -> Proportionen können nicht der Grund sein.

Dazu sehen sie durch Plattformen und ähnliches am oberen Ende meist recht kopflastig aus.

Nun - beim "meist" fängt es schon: Bei weitem nicht alle Minarette weisen eine Verdickung auf, also kein Grund, alle zu verbieten.
Umgekehrt müsste man aber z.B. Wassertürmen verbieten (statt dessen kommen sie unter Denkmalschutz) und zu Fernsehtürmen oder ähnlichem muss man wohl auch nichts sagen? Sogar Kirchtürme haben zuweilen absonderliche Schwerpunkte.

Again: Wenn man Türme mit Knubbel nicht mag, sollte man Türme mit Knubbel verbieten. Die Schweiz aber erlaubt Türme mit Knubbel, wärend sie Minarette ohne Knubbel verbietet.

Weiterhin ist die überladene Verzierung mit - ich drück's mal so aus - "eigenwilligen" Ornamenten höchst gewöhnungsbedürftig und meines Erachtens auch nicht hübsch. Schlimmer wird's noch, wenn die Dinger dann auch noch mehrfarbig verziert sind und dadurch unruhige oder gar schreiende Kontraste dem Betrachter aufdrängen.

Nun, in der Rubrik "überladen mit Verzierungen" muss sich das Christentum wohl definitiv nicht verstecken, da sind einige Minarette -sogar schweizer- harmlos dagegen. Von anderen Kulturen, die weiterhin bauen dürfen (auch knubbelig), mal ganz zu schweigen.
Wie oben: Die Schweizer erlauben verzierte Türme, verbieten aber unverzierte Minarette.

Zusammenfassend: Das neue schweizer Gesetzt dient nicht dazu, Bauten mit bestimmten Proportionen, Profilen oder Mustern zu verbieten.
Es muss einen anderen Grund haben, warum Minarette gezielt verboten wurden - ich schlage weiterhin die Regligion vor, bin aber gespannt, ob dir noch weitere optische Merkmale auffallen, die an allen Minaretten -und nur da- störend wirkend und die ein Verbotsgrund sein könnten, der nicht gezielt eine Religion diskrimieren will.

Die fehlende Distanzierung von solchen Aktionen seitens der Herren Moslems gibt Dir gar nicht zu denken? Ich habe ehrlich gesagt nicht gesehen, daß alle möglichen Regierungschefs, Außenminister oder Botschafter der entsprechenden Länder nach 9/11 oder anderen Anschlägen zu den jeweiligen Orten gereist wären, Kränze niedergelegt und unterwürfig um Entschuldigung gebeten hätten.

Ich könnte mich auch nicht erinnern, sämtliche Regierungschefs,etc. aus "nicht entsprechenden" Ländern bei Kranzniederlegungen gesehen zu haben. Ich könnte mich nichtmal dran erinnern, dass es die Nato zu einer vollständigen Versammlung geschafft hat.
Ob das daran liegt, dass die Medien nicht jeden einzelnen der potentiell knapp 200 Staatsvertreter präsentiert haben, oder ob schlichtweg nicht alle da waren, weiß ich nicht - aber kulturelle Schwerpunkte lassen sich daraus nicht ableiten.
Das niemand um Entschuldigung gebeten hat, sollte sich wohl von selbst erklären, oder siehst du wirklich irgend einen Grund, warum sich z.B. der Indonesische Staatschef eher für die Taten von aus Deutschland eingereisten Kriminellen entschuldigen sollte, die im Namen eines afghanisch/arabischen Fanatikers handeln, als z.B. der deutsche Regierungschef?

Im Gegenteil. Das Echo bestand zum größten Teil aus Schadenfreude oder - im besten Fall - Indifferenz.

Tat es das?
Zumindest auf staatsebene wurden Irak und Afghanistan mehrfach als alleinige Ausnahmen hervorgehoben, die nicht ihr Beileid bekundet haben. (und der Irak wurde zu dem Zeitpunkt alle paar Monate mal von den USA bombadiert, Afghanistan wurde innerhalb von 2 Tagen mit Forderungen belegt... - beides nicht zu unrecht, aber seinerseits ein verständlicher Grund für gewisse Reaktionen). Ich glaube, sogar Gaddafi (der damals noch nicht der neue beste Ölscheich Freund der EU war) hat die Taten als nicht ganz prall bezeichnet.
Islamische Verbände haben zumindest in Deutschland ihr Entsetzen ausgesprochen. (von woanders habe ich keine Berichte gehört - das gilt aber für alle Religionen und ich vermute mal, spanische Juden haben auch nicht applaudiert)
Auf Bevölkerungsebene mag die Sache anders ausgesehen haben, da hab ich keine Statistiken - für die Medien gilt wiederum: Wenn man insgesamt 700-800 unterschiedliche Personen zu Gesicht bekommen hat, die sich definitiv gefreut haben, war das viel. Ob die Medien die repräsentativ gezeigt haben, oder weil sie so schön in das Bild passen, das die Leute sehen wollen (ggf. noch "die das spezifische Publikum sehen möchte", wenn man nicht sehr auf seinen Medienkonsum achtet), lässt sich wohl schwer sagen.

Aufgrund dieser Unterlassungen kann man da schon von einer gewissen Akzeptanz wenn nicht gar Unterstützung solcher Anschläge reden.

Meinst du nicht, dass das vielleicht ein kleines bißchen zu weit geht?
Oder fragen wir mal so rum:
Wie oft warst du mit deiner Ablehnung gegenüber den Völkermord in Ruanda schon in den Nachrichten? (überhaupt mal in der Öffentlichkeit kundgetan?)
Eben.
Aber hast du ihn unterstützen wollen?

Es ist ja immer wieder nett, wenn dann irgendein Zentralratsvorsitzender oder sowas nach so einem Vorkommnis sagt: "Uh, das tut uns furchtbar leid. Der Islam ist eigentlich ganz friedfertig und lieb. Das ist eine absolute Ausnahme von irregeleiteten Schwachköpfen." Ja, sicher ist das das Werk von irregeleiteten Schwachköpfen, nur leider eben keine Ausnahme mehr.

So ähnlich, wie es bei Mitteleuropäern "keine Ausnahme" ist, Menschenhandel und Zwangsprostitution zu betreiben?
Ich persönlich würde den Ausnahmebegriff etwas weiter fassen, da ich mich nämlich von sehr vielem Ausnehmen möchte, was 0,00x% der Deutschen machen.

Und inwiefern solche Aussagen dann nicht nur ein Lippenbekenntnis sind, um die eigene Situation irgendwie zu bessern oder wenigstens zu retten, ist mir auch nicht klar.

Sagen wir mal so: Sie lassen sich direkt aus dem Koran begründen, wenn man nicht die falsche Interpretation nimmt. Ob jemand nun das glaubt, was er sagt, predigt, lebt und als heilige Schrift verkauft, kann man nie abschließend sagen.
Vielleicht ist Benedikt in der Hoffnung auf Orgien nach Rom gegangen?
Aber im Zweifelsfall für den Angeklagten, nicht ;)

Na und? Ist doch egal, was der tatsächliche oder vorgeschobene Grund ist. Unrecht bleibt Unrecht.

Sicherlich bleibt es das. Aber wenn du den Grund für das Unrecht zur Hand nehmen willst, um weitere Personen mit dem Unrecht zu verknüpfen, dann macht es wohl einen großen Unterschied, ob du den richtigen oder einen vorgeschobenen, unpassenden Grund hast, oder?
Beispiel: Nazis töten Einwanderer, weil Nazis deutsch sind und die Einwanderer es mal nicht waren. Sagen die Täter auch so.
Du bist Deutsch (nehme ich jetzt mal an). Was sagt das über dich aus?
Eben.
Genauso viel sagt es über einen Muslimen aus, dass sein Glauben den Namen dessen trägt, was OBL als Grund angibt.

Nein, der Vergleich hinkt gewaltig. Im Nordirlandkonflikt wurde nie die verschiedene Konfession als Grund oder Entschuldigung für irgendwelche Aktionen herangezogen. Es wurde, im Gegensatz zum terroristischen Islamismus, mit offenen Karten gespielt. Den Iren hat die englische Herrschaft nicht gefallen. Also haben sie sich gesagt: "Die bekämpfen wir, bis sie abhauen."

Das mach(t)en die Palästinenser genauso.
Und in beiden Fällen wird der Konflikt zwischen unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften ausgetragen und in beiden Fällen gibt es Fälle, in denen allein der Glaube und die Existenz dieses eigentlich politischen Konfliktes für Morde ausreichend waren.

Die USA im speziellen und die westliche Welt im allgemeinen haben aber im Moment überhaupt kein muslimisches Land dieser Welt irgendwie erobert.

Nach offiziellen Angaben haben die USA Afghanistan erobert und sie üben Militärgewalt im Irak aus.

Was den Moslems nicht paßt, ist einfach unser Lebensstil.

Stimmt. Vor allem die gebürtigen deutschen Muslime ärgern sich jeden Tag über ihren deutschen Lebensstil. Hoffentlich sprengen sich nicht irgendwann in die Luft, weil sie sich selbst so hassen...

Aber den werden wir natürlich nicht ändern. Wir schreiben denen ja auch nicht vor, wie sie bei sich daheim leben sollen. Das wäre schließlich auch ein bißchen anmaßend.

Hmm - genaugenommen schreiben ""wir"" (also diejenigen, die dort als "DIE" wahrgenommen/bezeichnet werden) das in Palästina, Afghanistan und im Irak. Wir versuchen es im Iran, Libanon, Syrien, Jordanien und Tschetschenien. Dazu kommen die (keineswegs vergessene) Kolonialgeschichte und Einflüsse über Tourismus und Wirtschaftsbeziehungen, die in diesen oftmals nur eingeschränkt demokratischen Ländern zwar in Zusammenarbeit mit einigen Einheimischen stattfinden, aber keineswegs immer den Konsenz der Mehrheit treffen, sondern im Gegenteil z.T. die Regime stabilisieren.
Die Reaktionen darauf sind nicht angemessen und die identifikation der schuldigen Ziele lässt die amerikanische Zielwahl im Afghanistankrieg wie chirurgische Eingriffe erscheinen - aber es gibt definitiv genug Zündstoff in den globalen Beziehungen, um es einem auch nur leidlich geschickten Demagoge zu ermöglichen, aus ein paar ungebildeten, frustrierten Jugendlichen überzeugte Kämpfer zu machen, wenn er die nötigen finanziellen Mittel hat.
 
Schau mal, wo diese Kirchen liegen. Irgendwo weit draußen am Land, wo sich kein Moslem davon "gestört" fühlt. Hier reden wir aber von Minaretten an Gebäuden, die mitten in irgendwelchen Städten liegen

War ein halbes Jahr in Sarajevo stationiert. Dort liegen die Minarette und die Kirchtürme nicht weit auseinander.
Mir als Atheisten ging sowohl das "ewige" Läuten der Turmglocken als auch das Vorbeten der Muhezzins auf die Nerven.
Hab's aber hingenommen, weil es nicht mein Land ist. Solche Kombinationen machen für mich als Touristen aber auch die Exotik aus, wegen derer ich doch auch in andere Länder Reisen möchte.

Hierzulande sehe ich den Minarettbau etwas skeptischer. Ein Minarett paßt imo nicht in ein mittelalterlich gewachsenes Stadtbild (in Mitteleuropa).
Irgendwann sieht alles gleich aus - da kannste auch durch den Ruhrpott fahren, da weiß man auch nicht, in welcher Stadt man gerade ist.
 
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Für Lesefaule zitiere ich die Hauptaussagen:
Seit Jahrhunderten lebten und leben Christen und Muslime im Orient zusammen, oft zum gegenseitigen Nutzen: Armenier in der Türkei, Maroniten im Libanon, Kopten in Ägypten, Chaldäer im Irak und Syrien sowie Orthodoxe im ganzen Nahen Osten. Doch Islamisierung und Nahostkonflikt, Vertreibung und Drangsalierung haben die Zahl der Christen dezimiert: Rund zehn Millionen leben heute noch in Ländern mit islamischer Bevölkerungsmehrheit. Nirgendwo ist ihnen freie Religionsausübung, Kirchenbau oder unbeschränkte Gemeindearbeit gestattet.
Marokko:
Das Läuten der Kirchenglocken ist seit 1960 offiziell verboten. Es wird als Werbung für den christlichen Glauben angesehen, was untersagt ist. Dieses Verbot ist religiös begründbar, steht jedoch zur Verfassung im Widerspruch: „Der Staat garantiert die freie Religionsausübung für Jedermann." (< erinnert uns das nicht irgendwie an die Schweiz? :schief:)
Ägypten:
Das koptische Weihnachtsfest Anfang Januar konnte nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen gefeiert werden. Polizei und Armee bewachten die Kirchen. Man befürchtete „unfreundliche" Aktionen fundamentalistischer Muslime.
Türkei:
Es gibt nur wenige Christen in der Türkei nach der Vertreibung der christlichen Bevölkerungen der Griechen und Armenier.
Ein Beispiel ist die relativ neue deutsche katholische Kirche in Antalya. Da als Betreiber ein Verein auftritt, konnte das Gotteshaus, eine einfache Mietwohnung, nicht „Kirche" genannt werden.
Saudi-Arabien:
Obwohl in Saudi-Arabien mindestens eine Million christliche Gastarbeiter leben, gibt es in dem Land nicht eine einzige Kirche.
Im Scheichtum Katar wurde 2008 eine Kirche eingeweiht - wenn auch ohne Kirchturm, ohne Kreuz und ohne Glocken.
Christen erhalten vor Zivilgerichten nur 50 Prozent der Entschädigungssumme, die einem Muslim im selben Fall zustehen würde.
Es ist in Saudi-Arabien offiziell verboten, eine andere Religion als den Islam öffentlich zu praktizieren. Auf den Übertritt vom Islam zum Christentum steht die Todesstrafe, Bibeln sind verboten.
Jetzt, wo ich das gelesen habe, bin ich absoluter Befürworter des Minarettverbotes in der Schweiz und dabei pfeif ich jetzt drauf, ob es gegen irgendwelche Menschenrechte verstößt. Wer diese selbst bricht, sollte sich auch nicht darauf berufen dürfen!

MfG, boss3D
 
Habe ich nie behauptet, dass du sie als gute Idee bezeichnest hast. Dennoch haben wir sie (die Christen) gemacht und damit sind wir kein Stückchen besser als die (die Moslems). Eigentlich sogar im Gegenteil, denn ich wage mal zu behaupten, dass der Irakkrieg inzwischen deutlich mehr als nur die knapp 3500 Tote der 9/11-Anschläge gekostet hat....

Ja, davon kann man wohl ausgehen, aber es besteht doch ein großer Unterschied zwischen einem Krieg und einem Terroranschlag. Vor dem Krieg kann man nämlich, wenn man wirklich will, fliehen. Weiterhin sind die Kombattanten eindeutig gekennzeichnet und halten sich an die Genfer Konventionen. Der qualitative Unterschied ist also enorm.


Und vorallem: Wo denn die Verurteilung dieses Angriffskrieges?!
Die hat es ja reichlich gegeben.

Solange du von "Moslem" redest, kannst du nicht von "Deutschen" reden und auch nicht von den Taten und/oder Wiedergutmachungen von Deutschen reden. Dann musst du von "Christen" reden und was die alleine in den letzten Jahren getan haben, habe ich mal aufgezählt. Nicht zu vergessen all die anderen Taten, mit denen wir die muslime mehr als nur perfekt gegen uns aufgebracht haben (gegen die Christen, nicht die Deutschen ;)).
Na gut, mit Deinem ersten Einwand magst Du recht haben. Ich bin halt in erster Linie Deutscher und dann - unter ferner Liefen - irgendwann halt auch mal Christ. Aber an letzteres denke ich normalerweise nicht einmal. Ich habe aber den Eindruck, daß für viele Moslems ihre Religionszugehörigkeit ein wesentlich stärkerer Identifikationsfaktor und ein deutlich bestimmenderes Persönlichkeitsmerkmal als ihre Nationalität ist. Wenn wir das mal als Vergleich der dominanten Persönlichkeitsmerkmale sehen, ist die Gegenüberstellung Deutscher / Moslem wieder absolut statthaft.

Abgesehen davon fiele mir im Moment nicht ein, mit was für Taten die christliche Welt die muslimische in den letzten zehn Jahren gegen sich aufgebracht haben sollte. Kannst Du das konkretisieren?
Angesichts dessen, dass z.B. in Afghanistan Deutsche grundsätzlich anders und besser angesehen werden als Christen, frage ich mich schon manchmal, ob uns die Muslime in Teilen nicht sogar eindeutig überlegen sind, was toleranz angeht.
Würde ich so nicht sagen, da sie in ihrer "Toleranz" ja offenbar auf ein anderes Merkmal abstellen, als es hier in der Diskusson getan wird. Wenn Du sagst, daß "Deutsche" besser als "Christen" angesehen sind, kann das nur zwei Dinge bedeuten: Entweder werden "Deutsche" im internationalen Vergleich nicht als sonderlich "christlich" wahrgenommen, oder "Deutsche" werden, obwohl sie zum großen Teil Christen sind, doch besser als andere Nationalitäten aufgenommen.

Hierbei muß man aber anfügen, daß man als Deutscher in islamischen Ländern sowieso oftmals positiv aufgenommen wird, was aber leider oft in der Zeit von 1933-1945 begründet liegt. Denn wenn es eine Bevölkerungsgruppe gibt, die Moselms weniger als Christen schätzen, dann sind das wohl Juden.

Worauf sich dein letzter Satz jetzt bezieht weiß ich gerade nicht, könnte sich auch genauso gut auf die Muslime beziehen?!
Wer läßt denn hier die ganze Zeit Drohbotschaften los? Die letzte war übrigens vor gar nicht so langer Zeit vor unserer Bundestagswahl direkt gegen Deutschland gerichtet.

Wohl genau deswegen, weil sich die Gruppen auch in ihrem Selbstverständnis genau deswegen unterscheiden?

Der eine Teil ist eben die Geschichte und die Fakten, der andere eben das subjektive Teil und die daher zugehörigen Schluchten. Schon alleine die Bezeichnung der Parteien spricht Bände, wie wichtig die Konfession in diesem Zusammenhang ist.
Würde ich so nicht sagen, weil die dahinter stehenden Politikkonzepte, abgesehen von ihren gegenläufigen Zielen (Freiheit vs. Okkupation), nicht unterschiedlich sind.

Warum ist "Protestanten" vs. "Katholiken" jetzt einfacher als "Briten" vs. "Iren"? Ich finde letzteres sogar deutlich einfacher und sogar deutlich prägnanter, vorallem angesichts deiner angeblichen Erklärung von den Wurzeln des Konflikts (Annektierung von Irland durch die Briten). Offenbar spielt die Konfession da eine deutlich größere Rolle, als es die objektiven Fakten tun.
Wie schon gesagt, es ist die Selbstbezeichung auf Basis einer teilweisen Selbstselektion in unterschiedliche Gruppen. Inwiefern sich die Engländer an dieser Stelle, die zum Teil natürlich alteingesessene Familien sind und seit Generationen in Irland leben, überhaupt noch als "Engländer" im Sinne einer Abstammung von der größeren Insel definieren, bleibt dabei absolut offen. Dies ist aus ihrer Sicht vermutlich auch nützlich, weil so die Integration von Neuankömmlingen in ihre Gruppe leichter zu bewerkstelligen sein sollte.


Nun - beim "meist" fängt es schon: Bei weitem nicht alle Minarette weisen eine Verdickung auf, also kein Grund, alle zu verbieten.
Umgekehrt müsste man aber z.B. Wassertürmen verbieten (statt dessen kommen sie unter Denkmalschutz) und zu Fernsehtürmen oder ähnlichem muss man wohl auch nichts sagen? Sogar Kirchtürme haben zuweilen absonderliche Schwerpunkte.

Wasser- und Fernsehtürme sehe ich ehrlich gesagt im Alltag deutlich seltener als Kirchtürme oder Minarette. Wassertürme habe ich in meinem ganzen Leben vielleicht zwei oder drei in natura gesehen.


Nun, in der Rubrik "überladen mit Verzierungen" muss sich das Christentum wohl definitiv nicht verstecken, da sind einige Minarette -sogar schweizer- harmlos dagegen. Von anderen Kulturen, die weiterhin bauen dürfen (auch knubbelig), mal ganz zu schweigen.
Wie oben: Die Schweizer erlauben verzierte Türme, verbieten aber unverzierte Minarette.
Du wirfst hier aber Bauwerke aus völlig verschiedenen Epochen durcheinander. Daß sich Baustile im Laufe der Zeit ändern, ist normal und begrüßenswert. Sonst gäbe es keine kulturelle Evolution. Du darfst, um einen statthaften Vergleich anzustellen, vielleicht die letzten 50 Jahre betrachten, wobei ich den Zeitraum sogar lieber noch kürzer fassen würde. Daß ein Aztekenbau wenig Ähnlichkeit mit dem Kreml hat, ist weder überraschend, noch schwierig zu erklären. Erklärungsbedürftig wäre viel her die Frage, wieso Kirchtürme einer so großen Variation über die Zeit hinweg unterworfen sind, während Moscheen immer nach Schema F gebaut werden? Im Gegenteil, da scheint sich ja, wenn man sich Bilder der jüngeren anschaut, eine immer größere Vereinheitlichung herauszukristallisieren, deren Stil aber leider nicht zur modernen europäischen Architektur paßt.
Zusammenfassend: Das neue schweizer Gesetzt dient nicht dazu, Bauten mit bestimmten Proportionen, Profilen oder Mustern zu verbieten.
Es muss einen anderen Grund haben, warum Minarette gezielt verboten wurden - ich schlage weiterhin die Regligion vor, bin aber gespannt, ob dir noch weitere optische Merkmale auffallen, die an allen Minaretten -und nur da- störend wirkend und die ein Verbotsgrund sein könnten, der nicht gezielt eine Religion diskrimieren will.
Ich bin mir recht sicher, würden sie sich besser in unsere Stadtbilder einfügen, wäre niemand überhaupt auch nur auf die Idee gekommen, so ein Verbot anzuregen, weil sie - und das ist ganz entscheidend! - niemandem in so hohem Maße ins Auge gefallen wären. Wieso können sie sich bspw. nicht an so einem Baustil orientieren:
http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/2271863.jpg
oder an sowas:
http://plus.maths.org/issue42/features/foster/egg.jpg

Oder wie wäre es hiermit? http://www.alovelyworld.com/webfranc/gimage/fra066.jpg Das ist sogar eine Kirche.

Schön, schnörkellos, klar.

Tat es das?
Zumindest auf staatsebene wurden Irak und Afghanistan mehrfach als alleinige Ausnahmen hervorgehoben, die nicht ihr Beileid bekundet haben. (und der Irak wurde zu dem Zeitpunkt alle paar Monate mal von den USA bombadiert, Afghanistan wurde innerhalb von 2 Tagen mit Forderungen belegt... - beides nicht zu unrecht, aber seinerseits ein verständlicher Grund für gewisse Reaktionen). Ich glaube, sogar Gaddafi (der damals noch nicht der neue beste Ölscheich Freund der EU war) hat die Taten als nicht ganz prall bezeichnet.
Islamische Verbände haben zumindest in Deutschland ihr Entsetzen ausgesprochen. (von woanders habe ich keine Berichte gehört - das gilt aber für alle Religionen und ich vermute mal, spanische Juden haben auch nicht applaudiert)
Auf Bevölkerungsebene mag die Sache anders ausgesehen haben, da hab ich keine Statistiken - für die Medien gilt wiederum: Wenn man insgesamt 700-800 unterschiedliche Personen zu Gesicht bekommen hat, die sich definitiv gefreut haben, war das viel. Ob die Medien die repräsentativ gezeigt haben, oder weil sie so schön in das Bild passen, das die Leute sehen wollen (ggf. noch "die das spezifische Publikum sehen möchte", wenn man nicht sehr auf seinen Medienkonsum achtet), lässt sich wohl schwer sagen.
Gaddhafi ist sowieso ein Kuriosum der internationalen Politik. Den würde ich mal als überhaupt nicht repräsentativ sehen wollen. Und wenn da Politiker aus islamischen Staaten sich wirklich geäußert und ihre Bestürzung bekundet haben sollten, haben sie das jedenfalls sehr wenig öffentlichkeitswirksam gemacht, was für Politiker doch eigentlich eher selten ist. Ich habe davon zumindest gar nichts mitbekommen. Von irgendwelchen jubelnden Massen, die Amerikafahnen verbrennen, habe ich allerdings ziemlich viele Bilder vor Augen.

Meinst du nicht, dass das vielleicht ein kleines bißchen zu weit geht?
Oder fragen wir mal so rum:
Wie oft warst du mit deiner Ablehnung gegenüber den Völkermord in Ruanda schon in den Nachrichten? (überhaupt mal in der Öffentlichkeit kundgetan?)
Eben.
Aber hast du ihn unterstützen wollen?
Bin ich Politiker? Wäre sowas meine Aufgabe? Ich denke, nein.


So ähnlich, wie es bei Mitteleuropäern "keine Ausnahme" ist, Menschenhandel und Zwangsprostitution zu betreiben?
Ich persönlich würde den Ausnahmebegriff etwas weiter fassen, da ich mich nämlich von sehr vielem Ausnehmen möchte, was 0,00x% der Deutschen machen.
Wieso? Menschenhandel und Zwangsprostitution aus den Ostblockstaaten sind hier durchaus ein Problem. Das kann man doch auch ganz offen mal ansprechen. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, daß viele von den Osteurpäerinnen in hiesigen Bordellen ihren Job nicht unbedingt ganz freiwillig machen.


Sagen wir mal so: Sie lassen sich direkt aus dem Koran begründen, wenn man nicht die falsche Interpretation nimmt. Ob jemand nun das glaubt, was er sagt, predigt, lebt und als heilige Schrift verkauft, kann man nie abschließend sagen.
Das Spannende ist, daß Du hier von der "richtigen" bzw. "nicht falschen" Interpretation sprichst, aber, wenn ich mich recht erinnere, noch vor ein paar Beiträgen gegen die Bezeichnung der "falschen" und der "richtigen" Religion auf die Barrikaden gegangen bist. Wie unterscheiden sich denn "falsche" und "richtige" Interpretationen von eben solchen Religionen? Heißt das, Deiner Meinung gibt es keine "falsche" Religion, wohl aber eine "falsche" Auslegung einer prinzipiell nicht falsch sein könnenden Religion? Und kommt das nicht auf dasselbe raus?
Wenn ich Dich an dieser Stelle recht verstehe, willst Du jedem Menschen seine eigenen Glaubensgrundsätze zuerkennen, aber innerhalb dieser Glaubensgrundsätze (die Du, den Eindruck habe ich wengistens, gar nicht zu teilen scheinst) über richtige und falsche Interpretation derselben als Außenstehender entscheiden. Es macht aber keinen Unterschied, ob ich die Religion eines Menschen mißbillige, oder nur seine Auslegung der Religion, weil beides untrennbar miteinander verknüpft ist.
Und gerade im Islam unterscheiden sich die Auslegungen desselben Grundwerks doch sehr. Die sunnitische Strömung hat klare Unterschiede zur schiitischen, und die alevitische ist noch einmal anders. Daneben gibt es möglicherweise auch noch eine Vielzahl anderer Auffassungen. Jeder ist aber zu eigen, daß sie - wie jede Religion - ihre Glaubenssätze absolut stellt und eine Diskussion über "richtig" und "falsch", wie in allen Glaubensdingen, überhaupt nicht geführt werden kann, weil sie sich jeder objektiven Argumentation von Natur aus verschließen.

Sicherlich bleibt es das. Aber wenn du den Grund für das Unrecht zur Hand nehmen willst, um weitere Personen mit dem Unrecht zu verknüpfen, dann macht es wohl einen großen Unterschied, ob du den richtigen oder einen vorgeschobenen, unpassenden Grund hast, oder?
Beispiel: Nazis töten Einwanderer, weil Nazis deutsch sind und die Einwanderer es mal nicht waren. Sagen die Täter auch so.
Du bist Deutsch (nehme ich jetzt mal an). Was sagt das über dich aus?
Eben.
Genauso viel sagt es über einen Muslimen aus, dass sein Glauben den Namen dessen trägt, was OBL als Grund angibt.
Stimmt. Und als Deutscher stehe ich da ja auch prinzipiell unter Generalverdacht. Das ist nicht schön, aber damit muß man sich leider abfinden.

Das mach(t)en die Palästinenser genauso.
Und in beiden Fällen wird der Konflikt zwischen unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften ausgetragen und in beiden Fällen gibt es Fälle, in denen allein der Glaube und die Existenz dieses eigentlich politischen Konfliktes für Morde ausreichend waren.
Ich verstehe Dich an der Stelle nicht ganz. Du gibst doch zu, daß es ein eigentlich politischer Konflikt ist.
Wobei das Beispiel Israel - Palästina ein wenig unglücklich gewählt ist. Sicherlich gibt es da große religiöse Spannungen, aber der eigentliche Grund ist die Landnahme Israels in den Golanhöhen, die aus geostrategischer Sicht für Israel absolut überlebenswichtig sind. Man kann natürlich darüber streiten, ob es so eine brilliante Idee war, dieses Land ausgerechnet an dieser Stelle gegen den Willen der arabischen Staaten aus dem Boden zu stampfen, aber was vergangen ist, können wir ja jetzt nicht mehr ungeschehen machen.


Nach offiziellen Angaben haben die USA Afghanistan erobert und sie üben Militärgewalt im Irak aus.
Wäre mir neu, daß es jetzt 51 US-Bundesstaaten gibt.


Stimmt. Vor allem die gebürtigen deutschen Muslime ärgern sich jeden Tag über ihren deutschen Lebensstil. Hoffentlich sprengen sich nicht irgendwann in die Luft, weil sie sich selbst so hassen...
Wieviele davon pflegen denn einen "deutschen" Lebensstil (sofern sich der überhaupt definieren läßt)? Ich würde doch eher mal sagen, wir schauen, wieviele einen aufgeklärten mitteleuropäischen Lebensstil pflegen. Und die scheinen ganz ehrlich in der Minderheit zu sein.


Hmm - genaugenommen schreiben ""wir"" (also diejenigen, die dort als "DIE" wahrgenommen/bezeichnet werden) das in Palästina, Afghanistan und im Irak. Wir versuchen es im Iran, Libanon, Syrien, Jordanien und Tschetschenien. Dazu kommen die (keineswegs vergessene) Kolonialgeschichte und Einflüsse über Tourismus und Wirtschaftsbeziehungen, die in diesen oftmals nur eingeschränkt demokratischen Ländern zwar in Zusammenarbeit mit einigen Einheimischen stattfinden, aber keineswegs immer den Konsenz der Mehrheit treffen, sondern im Gegenteil z.T. die Regime stabilisieren.
Ich wüßte nicht, wo wir ihnen vorschreiben, daß sie Dieben keine Hände abhacken oder ihre Frauen nicht unter Metern von Stoff begraben sollen. Noch schreiben wir ihnen vor, daß überall Alkohol käuflich zu erwerben sein soll oder alle Schweinefleisch essen sollen. Wir schreiben ihnen auch nicht vor, daß sie zum Beispiel religiöse Minderheiten nicht benachteiligen sollen. Es kann schon sein, daß da mal Anregungen gemacht werden, aber Vorschriften sehen wohl ganz klar anders aus.
Die Reaktionen darauf sind nicht angemessen und die identifikation der schuldigen Ziele lässt die amerikanische Zielwahl im Afghanistankrieg wie chirurgische Eingriffe erscheinen - aber es gibt definitiv genug Zündstoff in den globalen Beziehungen, um es einem auch nur leidlich geschickten Demagoge zu ermöglichen, aus ein paar ungebildeten, frustrierten Jugendlichen überzeugte Kämpfer zu machen, wenn er die nötigen finanziellen Mittel hat.
Ein leidlich geschickter Demagoge kann sowas in praktisch jedem Land vor jedem Hintergrund durchführen. Da braucht es keinen Zündstoff im Bereich der globalen Beziehungen. Es reicht doch, wenn den Leuten suggeriert wird, dieser Zündstoff wäre vorhanden. Und das ist immer möglich.

Lest euch diesen Artikel durch!

Für Lesefaule zitiere ich die Hauptaussagen:
Seit Jahrhunderten lebten und leben Christen und Muslime im Orient zusammen, oft zum gegenseitigen Nutzen: Armenier in der Türkei, [...]

Ja, der gegenseitige Nutzen war wirklich groß. Hat ja nur zu einem kleinen Völkermord geführt.
 
Ja, davon kann man wohl ausgehen, aber es besteht doch ein großer Unterschied zwischen einem Krieg und einem Terroranschlag. Vor dem Krieg kann man nämlich, wenn man wirklich will, fliehen. Weiterhin sind die Kombattanten eindeutig gekennzeichnet und halten sich an die Genfer Konventionen. Der qualitative Unterschied ist also enorm.
Es gab keine offizielle Kriegserklärung, daher ist das mit dem fliehen wohl nur ein ziemlicher Witz, oder? Noch dazu haben die Muslime die USA nicht annektiert und sich eine Muslimenfreundliche Regierung da hin gesetzt. Daher hast du mit einem Punkt sicherlich Recht: Der qualitative Unterschied ist enorm.

Die hat es ja reichlich gegeben.
Wo denn? Angesichts dessen, dass ein Staat einen Angriffskrieg (!) gegen eine (im Endeffekt friedliche) Nation geführt hat, waren die Reaktionen nur eines: lächerlich. Das das gerade die muslimische Welt so sieht, sollte jawohl klar sein.

Wie kann es sein, dass sich die USA und Verbündete für dieses Verbrechen noch nicht verantworten mussten?

Und da fängst ja erst an. Wie schaut es mit Guatanamo aus? Was ist mit den Verschleppungen von Menschen aus irgendwelchen fremden Ländern dahin? Die Liste lässt sich jetzt noch beliebig fortsetzen. Im Vergleich dazu sind die Muslime ja nun wirklich in letzter Zeit verdammt friedlich gewesen im vergleich zu uns Christen in Form der USA.

Wie sagt man doch so schön? Mitgefangen, Mitgehangen.

Na gut, mit Deinem ersten Einwand magst Du recht haben. Ich bin halt in erster Linie Deutscher und dann - unter ferner Liefen - irgendwann halt auch mal Christ. Aber an letzteres denke ich normalerweise nicht einmal. Ich habe aber den Eindruck, daß für viele Moslems ihre Religionszugehörigkeit ein wesentlich stärkerer Identifikationsfaktor und ein deutlich bestimmenderes Persönlichkeitsmerkmal als ihre Nationalität ist. Wenn wir das mal als Vergleich der dominanten Persönlichkeitsmerkmale sehen, ist die Gegenüberstellung Deutscher / Moslem wieder absolut statthaft.
Mit wievielen Moslems hast du gesprochen, um das zu entscheiden? Sorry, aber dein offensichtlich von "BILD dir deine Meinung" geprägtes Weltbild über die Moslems ist schon verdammt peinlich. Und selbst WENN (!) die Moslems so stark religiös geprägt wären, so würden sie natürlich auch die Christen einfach so als Christen sehen und nicht Deutsche/Amerikaner/ etc.

Das dem allerdings nicht so ist und die Moslems zu deutlich mehr Differenzierungsfähigkeit fähig sind als ein Großteil der unsrigen Bevölkerung, beiweist ja eben z.B. Afghanistan, wo die amerikanischen Soldaten mit deutschen Flaggen herumliefen, weil die deutschen dort sehr viel besser angesehen waren.

Schade, dass wir, die wir uns doch für so toll, offen und tolerant halte, nicht fähig sind so weit zu differenzien. Finde ich, ganz offen gesagt, ziemlich erbärmlich und peinlich! Dieser Thread ist auch ein sehr gutes Beispiel dafür, so mancher CSU-Stammtisch wäre wohl sachlicher...

Abgesehen davon fiele mir im Moment nicht ein, mit was für Taten die christliche Welt die muslimische in den letzten zehn Jahren gegen sich aufgebracht haben sollte. Kannst Du das konkretisieren?
Z.b. wurde im Laufe des ersten Irakkrieges viele USA-Armeebasen rund um den Irak aufgebaut. Das ungläuige sich in der Nähe der heiligen Städte des Islams niederlassen ist für Moslems nunmal ein absoluter Affron. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die nicht gerade zuvorkommend sind.

Und ich rede jetzt nicht von den Taten der letzten Jahre wie Guatanamo, Angriffskrieg gegen Afghanistan/Irak usw. (s.o.).

Würde ich so nicht sagen, da sie in ihrer "Toleranz" ja offenbar auf ein anderes Merkmal abstellen, als es hier in der Diskusson getan wird. Wenn Du sagst, daß "Deutsche" besser als "Christen" angesehen sind, kann das nur zwei Dinge bedeuten: Entweder werden "Deutsche" im internationalen Vergleich nicht als sonderlich "christlich" wahrgenommen, oder "Deutsche" werden, obwohl sie zum großen Teil Christen sind, doch besser als andere Nationalitäten aufgenommen.
Nein, "Deutsche" werden als besser angesehen als "Amerikaner". Angesichts dessen, dass es für uns nur Moslems gibt, scheinen die bösen Moslems eine deutlich besser differenzierte Weltansicht zu haben.

Hierbei muß man aber anfügen, daß man als Deutscher in islamischen Ländern sowieso oftmals positiv aufgenommen wird, was aber leider oft in der Zeit von 1933-1945 begründet liegt. Denn wenn es eine Bevölkerungsgruppe gibt, die Moselms weniger als Christen schätzen, dann sind das wohl Juden.
Es wird absurd...

Wer läßt denn hier die ganze Zeit Drohbotschaften los? Die letzte war übrigens vor gar nicht so langer Zeit vor unserer Bundestagswahl direkt gegen Deutschland gerichtet.
Die einen lassen Drohbotschaften los, wir zerbomben derweil deren Länder und Städte - und finden es auch noch toll.

Würde ich so nicht sagen, weil die dahinter stehenden Politikkonzepte, abgesehen von ihren gegenläufigen Zielen (Freiheit vs. Okkupation), nicht unterschiedlich sind.
Dabei ignorierst du aber die Urgeschichte dieses Konfliktes. Irland wurde unter Heinrich VIII. unterworfen und stand von da aus komplett unter englischer Herrschaft. Dieser löste sich später von der katholischen Kirche und wurde Protestant und zwang natürlich auch seine Bevölkerung ebenfalls zum Protestantismus zu wechseln. Das klappte zwar in England, nicht aber in Irland. Unter Elisabeth I. wurde das ganze noch forciert und es wurden viele Aufstände gegen die Konvertierung blutig niedergeschlagen. Und genau an diesem Punkte ist dieser Konflikt von seinen Wurzeln her mitnichten "Engländer" vs. "Iren", denn vorher gab es zwischen beiden keine Konfessionstrennung, die entstand erst durch die Engländer.

Oder wie wäre es hiermit? http://www.alovelyworld.com/webfranc/gimage/fra066.jpg Das ist sogar eine Kirche.

Schön, schnörkellos, klar.
Den hässlichen Bau findest du SCHÖN?!?!?! :lol:
 
Das Problem bei den Muslimen ist meiner Meinung nach, dass sie noch keine Reform in ihrem Glaubesschema durchlebt haben, wie es das Christentum hatte.
Dass es natürlich immer noch fanatische Christen gibt, ist klar, aber das sind doch eher nur eine Randerscheinung.
Wenn ich aber Saudi Arabien anschauen (OK, mieser Maßstab, weils ein diktatorisches Regime ist), dann ist Religionsfreiheit halt etwas, dass ein Land auch geben muss, eher dessen Bürger es für sich in anderen Ländern einklagen können.
 
Ich rede von Deutschland.
Wenn ich USA anschaue, dann muss ich nur die letzen Filme und Serien angucken, da schreiben religiöse Rechte fleißig mit. :ugly:
Eben. Es ist aber nunmal falsch zu sagen "die Moslems" und da alle Moslems von der Türkei bis sonstwo in einen Topf zu werfen, während die Christen dann fein säuberlich in alle möglichen Nationalitäten aufgeteilt und beurteilt werden.
 
Ich habe auch überlegt, diesen Thread zu eröffnen. Ich habe es nicht getan, aus den gleichen Gründen, weshalb ich finde, das er geschlossen werden sollte.
 
Meine Meinung ist das es ein Volksentscheid war. Menschen eines Landes haben nach dem Prinzip der Mehrheit entschieden keine Minarette MEHR zu wollen. Nur fair. Das war vollkommen legitim. Jetzt dagegen zu quatschen und zu sagen es sei diskriminierend ist ungerecht. Ich finde sowas sollte auch in Deutschland in der ein oder anderen Frage gemacht werden. Bin mir sicher das hier auch die ein oder andere Sache vom Volk anders entschieden worden wäre und es auch in Zukunft würde. Ich lebe in einem Land.Arbeite,zahle Steuern,trage zum Wachstum dieses Landes bei,es ernährt mich,meine Familie.... warum soll ich nicht gemeinsam mit meinen Landsmännern mit denen ich die gleiche Kultur pflege entscheiden dürfen was hier passiert,erlaubt,gebaut,wann und wo geraucht wird....
 
Eben. Es ist aber nunmal falsch zu sagen "die Moslems" und da alle Moslems von der Türkei bis sonstwo in einen Topf zu werfen, während die Christen dann fein säuberlich in alle möglichen Nationalitäten aufgeteilt und beurteilt werden.

Nun ja, es gibt verschiedene Konfessionen des Christentums und wenn man guckt, dann gehören Katholiken nicht zu den christlichen Rechten in den USA.
Und die Chrsiten in England sind auch andere als in Berlin.
 
Für Lesefaule zitiere ich die Hauptaussagen:

Jetzt, wo ich das gelesen habe, bin ich absoluter Befürworter des Minarettverbotes in der Schweiz und dabei pfeif ich jetzt drauf, ob es gegen irgendwelche Menschenrechte verstößt. Wer diese selbst bricht, sollte sich auch nicht darauf berufen dürfen!

Dir ist aber schon aufgefallen, dass von einem guten Verhältniss in der Vergangenheit die Rede ist und das die zeitlichen Angaben für negative Dinge meist sehr, sehr jung sind?
Oder anders: Das die Entwicklungen, die du hier anführst, eine Veränderung darstellen, die sich in einer Zeit ereignet hat, in der sich der Islam nicht verändert hat (bekanntermaßen ist der ja ziemlich statisch...), so dass es wenig plausibel erscheint, dass er die Ursache dafür ist?
(Was wiederum bedeuten würde, dass Maßnahmen, die sich gegen den Islam richten, nichts an den Problemen ändern und im Gegenteil sogar Leute betreffen, die gar nichts getan haben)

Anm. könnte man auch noch, welche westlichen Einrichtungen gerade die letzte genannte (und schlimmste) Nation mit Inbrunst hofieren...



Vor dem Krieg kann man nämlich, wenn man wirklich will, fliehen.

Ich möchte dich sehen, wie du vor einer B1 davon läufst...
Hochmoderne militärische Einheiten sind weit schneller unterwegs, als der durchschnittliche Flüchtling und in einer von Wüsten geprägten Region gibt es auch schlichtweg nichts, wohin ma fliehen könnte.

Weiterhin sind die Kombattanten eindeutig gekennzeichnet und halten sich an die Genfer Konventionen.

Das ist ein Zirkelschluss.
Wenn der Gegner sich nichtmal Uniformen leistet, Gefangene Opfer sadistischer Spiele und z.T. tödlicher Folgermethoden werden, dann nennt man es eben nicht mehr Krieg, sondern "Terrorbekämpfung".
Das ändert aber leider nichts daran, dass der nicht-Krieg, den die USA im Irak und noch einige mehr in Afghanistan führen, eine Katastrophe für die Menschen in der Region ist.

Die hat es ja reichlich gegeben.

In Foren vielleicht.
Ich könnte mich nicht erinnern, dass irgendwelche Sanktionen für diesen Bruch des Völkerrechts verhängt wurden. Z.B. Deutschland auf den Irakkrieg mit einer Intensivierung der Beziehungen (aka Einschleimen) reagiert.
Das nenn ich nicht Kritik.

Na gut, mit Deinem ersten Einwand magst Du recht haben. Ich bin halt in erster Linie Deutscher und dann - unter ferner Liefen - irgendwann halt auch mal Christ. Aber an letzteres denke ich normalerweise nicht einmal. Ich habe aber den Eindruck, daß für viele Moslems ihre Religionszugehörigkeit ein wesentlich stärkerer Identifikationsfaktor und ein deutlich bestimmenderes Persönlichkeitsmerkmal als ihre Nationalität ist. Wenn wir das mal als Vergleich der dominanten Persönlichkeitsmerkmale sehen, ist die Gegenüberstellung Deutscher / Moslem wieder absolut statthaft.

Du musst aufpassen, dass du Glauben, Traditionen, Kultur und Ethnie nicht verwechselst. Wie diverse Kämpfe innerhalb der islamischen Welt zeigen, sind Muslime hervorragend dazu in der Lage, über sich etwas anderes als den Glauben zu definieren und ihrem gegenüber die Rübe einzuschlagen. Da müssen die sich hinter keinem westlichen Teilnehmer der Kriege des letzten Jahrhunderts verstecken.
Genauso können sich Muslime von Indien bis Marokko über ihre Wurzeln in der arabisch/persischen Kultur als Einheit verstehen, die man z.B. in Kontrast zur "westlich" geprägten Kultur sehen kann, die sich dann aber eben nicht aus EU und USA besteht, sondern sich von Kap Horn bis Kamtschatka erstreckt.

Das wichtige: Während die Unterschiede bei Betrachtung des mittleren Ostens oft vernachlässigbar erscheinen, können sie extrem wichtig sein, wenn man sich Europa anguckt. Muslime, die hier leben, haben ggf. christliche Vorfahren, sind aber aus Überzeugung zu einem anderen Glauben konvertiert (und haben ggf. eine deutlich andere Vorstellung davon, wie der aussieht, als der durchschnittliche Afghane). Muslime, die hier leben, sind vielleicht auch genau die Personen, die aus Marokko geflohen sind, weil sie dortige Missstände, die wir anprangern, ebenfalls verwerflich und unerträglich finden. Aber weil sie wissen, dass diese Missstände nicht aus dem Islam, sondern der örtlichen Tradition begründet sind, haben sie weiterhin ihren Glauben.

Und genau deswegen wird es extrem ungerecht, wenn man Muslimen in der Schweiz etwas verbietet, weil einem die Tradition von z.B. Pakistan und die Kultur von Saudi Arabien nicht gefallen, man sich aber nie ausreichend mit dem Islam, der Tradition und der Kultur befasst hat, um zu begreifen, was was ist.

Abgesehen davon fiele mir im Moment nicht ein, mit was für Taten die christliche Welt die muslimische in den letzten zehn Jahren gegen sich aufgebracht haben sollte.

10Jahre?
Überleg dir mal, wie rückständig dir diejenigen erscheinen, die tatsächlich schon Angriffe auf die christliche Welt durchgeführt haben. Derart traditionalistisch veranlagte Personen denken nicht in 9-10 Jahren. Die schaffen es selbst in christlichen Teilen Europas, Blutfehden über Jahrhundete zu führen. Was die aufbringt, fängt im Worst Case bei den Kreuzzügen an, reicht über die komplette Kolonialgeschichte und Israel bis hin zu Golfkriegen, Ölkonzernen und Coca Cola.


Wenn Du sagst, daß "Deutsche" besser als "Christen" angesehen sind, kann das nur zwei Dinge bedeuten: Entweder werden "Deutsche" im internationalen Vergleich nicht als sonderlich "christlich" wahrgenommen, oder "Deutsche" werden, obwohl sie zum großen Teil Christen sind, doch besser als andere Nationalitäten aufgenommen.

Afaik sind Deutsche zum überwiegenden Teil nicht praktizierende Christen. Das würde aber in gleichem Maße z.B. für die USA gelten. Was das Beispiel unabhängig von den Gründen zeigt: Die Leute in Afghanistan sind offensichtlich in der Lage, zu differenzieren.
Einige Leute hier im Forum dagegen stecken z.B. alles von Indonesien bis Marokko und von Mosambik bis Hamburg in eine Schublade.

Wer läßt denn hier die ganze Zeit Drohbotschaften los?

Gute Frage: Wer macht das?
Und vor allem: wer macht das alles nicht?


Wasser- und Fernsehtürme sehe ich ehrlich gesagt im Alltag deutlich seltener als Kirchtürme oder Minarette. Wassertürme habe ich in meinem ganzen Leben vielleicht zwei oder drei in natura gesehen.

Damit hast du ja schon fast so viele gesehen, wie es Minarette in der Schweiz gibt.
Ich für meinen Teil kenne mindestens 4 Fernseh- und 2 Wassertürme - und null Minarette (in Deutschland)

Du wirfst hier aber Bauwerke aus völlig verschiedenen Epochen durcheinander.

Und?
Macht das Schweizer Gesetz doch auch.
Und du auch. Eines deiner Argumente (wenn nicht sogar DAS Argument) war schließlich der Kontrast zwischen einem neuen Bauwerk und der "typischen" Stadt.
Das setzt ja wohl vorraus, dass es eine "typische", gewachsene Stadt gibt, die all die Stile in sich vereinigen kann, die die christlich geprägte Welt so hervor gebracht hat, oder?

Erklärungsbedürftig wäre viel her die Frage, wieso Kirchtürme einer so großen Variation über die Zeit hinweg unterworfen sind, während Moscheen immer nach Schema F gebaut werden?

Die Bilder, die ich dir gezeigt habe, sollten eigentlich auch eine gewisse Variabilität in der Gestaltungsmöglichkeit von Minaretten belegen, oder?
Und Kirchtürme werden (okay: wurden. Schließlich ist man froh, wenn man überhaupt mal einen reinlockt, Neubau unnötig) imho ebenfalls nach dem Schema F gebaut. Nur nimmt man die typische Dorfkirche, die an jeder Ecke steht und immer wieder gleich aussieht, nicht mehr so bewusst war. Eine tolle Vielfalt zeigen die großen Dome und Kirchen, die aber letztlich ein Sammelsurium aus rund einem Jahrtausend Baukunst darstellen. Über solche Zeiträume kann man sich auch in islamischen Ländern einiges zusammensammeln.

Ich bin mir recht sicher, würden sie sich besser in unsere Stadtbilder einfügen, wäre niemand überhaupt auch nur auf die Idee gekommen, so ein Verbot anzuregen, weil sie - und das ist ganz entscheidend! - niemandem in so hohem Maße ins Auge gefallen wären.

Wieviele Minarette gibt es in der Schweiz?
Wieviele Schweizer haben wohl noch GAR kein gesehen?
Wieviele von den anderen haben sich wohl dran gestört?
Und wo bitte schön ist der erste Gedanke nach "ich mag den Stil nicht" "also verbiete ich alles, was so heißt" - und nicht "also verbiete ich den Stil"?

Wieso können sie sich bspw. nicht an so einem Baustil orientieren:
http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/2271863.jpg
oder an sowas:
http://plus.maths.org/issue42/features/foster/egg.jpg

Oder wie wäre es hiermit? http://www.alovelyworld.com/webfranc/gimage/fra066.jpg Das ist sogar eine Kirche.

Schön, schnörkellos, klar.

Nun:
Die ersten beiden Gebäude sind ein bißchen Ineffizient als Gebetshaus. Da braucht man einen möglichst großen Saal, der ~Paterre liegt und ein hohen Turm, weil irgendwie alle repräsentativen Gebäude ihr Phallussymbol brauchen :ugly:
Beides zu vereinen bedeutet, dass man jede Menge Etagen baut, die niemand nutzt - eine gewisse Trennung zwischen beiden Komponenten wird es also immer geben. Aber man kann, um in der Nähe des Eis zu bleiben, erwiesenermaßen Minarette in Fassform bauen und ich bin zuversichtlich, dass sich auch ein klassisches Ocker oder Weiß für die Fassade machen lässt, falls die Umgebung das wünscht. (blau-grüne Verglasungen sind aber imho auch nicht näher am traditionell-christlichen dran, als dieses Türkis.) Auch beim Stil des Hauptbauwerkes (das sieht zwar imho ******* aus, würde mitten im Frankfurter Bankenviertel kein bißchen auffallen) lässt sich was machen, wenn jemand fragt.
Wenn.
Wenn stattdessen ein Verbot kommt...
Ich sag mal: Integration nach dem Trial&Error verfahren wird eine langwierige, holprige Angelegenheit.

Und wenn da Politiker aus islamischen Staaten sich wirklich geäußert und ihre Bestürzung bekundet haben sollten, haben sie das jedenfalls sehr wenig öffentlichkeitswirksam gemacht, was für Politiker doch eigentlich eher selten ist. Ich habe davon zumindest gar nichts mitbekommen.

Hast du die Medien dieser Länder konsumiert?
Nein? Tjo...
Ich vermute mal, du hast auch von Bestürzung in Chile nichts gehört. Oder von Trauer in Vietnam. Das liegt aber nicht daran, dass die Leute da alle die USA hassen, sondern das liegt schlichtweg daran, dass europäische Medien zu 90% aus Europa und weiteren 5% aus den USA entwickeln. Afrika? Unter 1 Million Toten doch gar keinen Bericht wert.

Von irgendwelchen jubelnden Massen, die Amerikafahnen verbrennen, habe ich allerdings ziemlich viele Bilder vor Augen.

Jup, die werden sehr gerne gezeigt. Zum einen haben sie was mit den USA zu tun, zum anderen kann man sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit bringen, weil die USA als Weltmacht einfach überall mit drin hängen.

Bin ich Politiker? Wäre sowas meine Aufgabe? Ich denke, nein.

Ich denke, wenn du alle Muslime dieser Welt verurteilen willst, weil sie dir ihre Trauer nicht stark genug gezeigt haben, hast du moralisch kein Recht, für dich zu beanspruchen, auf der Couch zu liegen und den Job deinen Politikern zu überlassen.

Wieso? Menschenhandel und Zwangsprostitution aus den Ostblockstaaten sind hier durchaus ein Problem. Das kann man doch auch ganz offen mal ansprechen.

Es geht nicht um offen ansprechen.
Es geht darum, allen Christen der Welt die Schuld daran zu geben, deswegen Kriege anzufangen und ihnen aus diesem Grund die Ausübung ihrer Kultur zu untersagen.
Den genau das ist es, was umgekehrt mit Muslimen wegen "Terror" gemacht wird.

Das Spannende ist, daß Du hier von der "richtigen" bzw. "nicht falschen" Interpretation sprichst, aber, wenn ich mich recht erinnere, noch vor ein paar Beiträgen gegen die Bezeichnung der "falschen" und der "richtigen" Religion auf die Barrikaden gegangen bist.

Fettnäpfchen :( :motz:

Wie unterscheiden sich denn "falsche" und "richtige" Interpretationen von eben solchen Religionen?

In dem Fall meinte ich schlichtweg "Die Übersetzung, die zu der Aussage passt". Der Koran wird wort-wörtlich überliefert und das Original liegt demnach weitesgehend in einer über ein Jahrtausend alten Form des hocharabischen vor. Deren Bedeutung können die meisten Muslime genauso fehlerfrei erfassen, wie der durchschnittliche Deutsche einen Text auf Althochdeutsch. Abhilfe schaffen Interpretationen und vor allem auch Übersetzungen. Das Problem: Viele Wörter lassen sich auf verschiedene Weise übersetzen/interpretieren. (bekanntes Beispiel: "Jihad". Für einige ein Schlachtruf, um tausende Unschuldiger abzumurksen. Für andere der tägliche, heilige Kampf gegen den inneren Schweinehund, der einen zu Sünden verleiten will)
Einige davon sind tatsächlich sehr friedfertig und lieb - andere Prediger nehmen den gleichen Originaltext und hetzen die Leute zum nächsten Flaggenbarbecue. Anhänger der etwas friedlicheren Fassung können also mit gutem Recht argumentieren, dass ihr Islam Taten wie 9/11 verdammt.
(ich weiß nicht, ob der Vergleich angemessen ist, aber man kann sich mal überlegen, was so alles unter dem Begriff "Nationalismus" praktiziert wird)

Heißt das, Deiner Meinung gibt es keine "falsche" Religion, wohl aber eine "falsche" Auslegung einer prinzipiell nicht falsch sein könnenden Religion? Und kommt das nicht auf dasselbe raus?

Es gibt verschiedene Auslegungen und wenn ich meine bestimmte Aussage aus (m)einer Religion heraus begründen möchte, ist die eine oder die andere Auslegung besser geeignet.
Ich hab auch eine private Meinung, welche Auslegungen mal volkommen daneben, inakzeptabel und ein Wiederspruch in sich sind. (aber ich zitiere auch gerne Alexander Waughs Feststellung, dass der Gott des alten Testaments die Israeliten ziemlich beschissen hat, als ihr ihnen das Land von Milch und Honig versprach und sie dann Kanaan führte ;) )


Stimmt. Und als Deutscher stehe ich da ja auch prinzipiell unter Generalverdacht. Das ist nicht schön, aber damit muß man sich leider abfinden.

Es geht nicht um Verdacht. Es geht um Schuld, denn ein Verdacht würde keine Maßnahmen und Einschränkungen rechtfertigen.
Und imho ist das definitiv etwas, womit man sich nicht abfinden sollte.

Ich verstehe Dich an der Stelle nicht ganz. Du gibst doch zu, daß es ein eigentlich politischer Konflikt ist.

Jup. Es ist ein Konflikt, in dem es eigentlich um Land geht, in dem aber Leute aufgrund ihrer Religion getötet werden.

Wobei das Beispiel Israel - Palästina ein wenig unglücklich gewählt ist. Sicherlich gibt es da große religiöse Spannungen, aber der eigentliche Grund ist die Landnahme Israels in den Golanhöhen, die aus geostrategischer Sicht für Israel absolut überlebenswichtig sind. Man kann natürlich darüber streiten, ob es so eine brilliante Idee war, dieses Land ausgerechnet an dieser Stelle gegen den Willen der arabischen Staaten aus dem Boden zu stampfen, aber was vergangen ist, können wir ja jetzt nicht mehr ungeschehen machen.

Entweder kennst du die Geschichte Israels nicht oder ich hab nicht klar gemacht, worum es mir geht.
Der Konflikt zwischen Israel und den Nachbarstaaten und vielfältige Ursachen, über die man diskutieren kann. Aber der Konflikt zwischen Israel und Palästina begann mit der Existenz Israles, dass rein zufällig die gleiche geographische Lage hatte...
Ein paar Vertreibungen und Scharmützel später war die Blutfehde perfekt.

Wäre mir neu, daß es jetzt 51 US-Bundesstaaten gibt.

Ich hab nicht gesagt, dass die mitwählen dürfen.

Wieviele davon pflegen denn einen "deutschen" Lebensstil (sofern sich der überhaupt definieren läßt)? Ich würde doch eher mal sagen, wir schauen, wieviele einen aufgeklärten mitteleuropäischen Lebensstil pflegen. Und die scheinen ganz ehrlich in der Minderheit zu sein.

Ich für meinen Teil würde ihn nicht definieren können.
Aber muss ich auch nicht. Da du Muslimen vorwirfst, quasi ausschließlich einen fremden/nicht-deutschen Lebensstil zu pflegen, musst du erstmal definieren, was du mit dem Vorwurf überhaupt meinst (ähnlich wie bei Minaretten, die alle "falsch" aussehen).
Und dann müsstest du idealerweise auch noch Statistiken vorlegen, die zeigen, dass deine Vorwürfe auf quasi alle Muslime und auf quasi keine nicht-Muslime zutreffen.

Ich wüßte nicht, wo wir ihnen vorschreiben, daß sie Dieben keine Hände abhacken oder ihre Frauen nicht unter Metern von Stoff begraben sollen. Noch schreiben wir ihnen vor, daß überall Alkohol käuflich zu erwerben sein soll oder alle Schweinefleisch essen sollen. Wir schreiben ihnen auch nicht vor, daß sie zum Beispiel religiöse Minderheiten nicht benachteiligen sollen. Es kann schon sein, daß da mal Anregungen gemacht werden, aber Vorschriften sehen wohl ganz klar anders aus.

Nö, Menschenrechte setzen wir nicht durch. Wär ja langweilig.
Aber z.B. Handelsbeziehungen, Imporverbote, z.T. Produktionsverbote, Öffnung für Industriekonzerne,... Kurz: Wenn es um Geld oder Macht geht, dann gibt es des öfteren Druck von außen, bis hin zu Waffenlieferungen an Gegner oder direkte Unterstützung für Unterdrücker oder Putschisten. Oder auch mal den oder anderen (Golf)Krieg, der aus einer Lüge heraus begründet wird.
Findest du es nicht auch etwas verdächtig, dass die USA regelmäßig gegen Leute kämpfte, die sie früher unterstützt hat? Klingt das nach "in Ruhe lassen"?

Da braucht es keinen Zündstoff im Bereich der globalen Beziehungen. Es reicht doch, wenn den Leuten suggeriert wird, dieser Zündstoff wäre vorhanden. Und das ist immer möglich.

Es ist aber so viel einfacher, die Leute davon zu überzeugen, dass die bösen bösen USA arme, unschuldige Leute im Irak zu Tode bomben, wenn die genau das tun. Lügner fliegen schnell auf. Aber wer gegen "den Westen" hetzen will, braucht keine Lügen. Er muss nur den zeitlichen und räumlichen Rahmen groß genug spannen und ein paar Vorgeschichten verschweigen (z.T. nicht mal das) und schon hat er hieb und stichfeste Argumente, warum der Rest der Welt böse ist und vernichtet gehört. Da muss nichts suggeriert werden. (sowas haben nur Bush&Bush nötig...)
 
Um der Disskusion mal einen anderen Wind zu geben und um von den ewigen Zitierereien weg zu kommen geb ich mal meine Meinung ab.

Ich wage zu behaupten dass der Volksentscheid nicht generell gegen die Minarette ist, sondern allgemein gegen Ausländer in der Schweiz.
Genauso würde meiner Meinung nach ein Volksentscheid der Schweiz wegen dem EU-Beitritt ausfallen.

Die Schweiz ist noch einer der wenigen europäischen Staaten welcher nicht (komplett) der EU unterworfen ist. Dazu kommt noch dass ein Volksentscheid möglich ist. Was bringt es wenn die Politiker etwas entscheiden was gegen den Willen des Volkes ist. (hat man in diesem Beispiel genau gesehen, Volk pro - Bundesrat Kontra)
Wobei man sagen muss dass mit angstmacherei das Volk beeinflusst werden kann.

Auch wenn der Erfolg mehrheitlich von der rechten Seite gefeiert wird, sympatisanten finden sich auch etliche in der Mitte und Links.
 
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