News Jensen Huang: "Kein TSMC, kein Nvidia!"

Ich meine, wenn unsere Firmen so gut sind, dass sie die Schlüsselkomponenten für solche Maschinen herstellen können, was bitte hindert uns denn daran, unsere eigene Produktion aufzuziehen? Eigentlich nur die Dummheit, dies nicht zu tun.
Kurz gesagt: Geld.

Lang gesagt: Fehlende Förderungen, Infrastruktur, die Wasserdiskussion und hohe Strompreise machen das Vorhaben schnell zur nichte. Dazu kommt politische Inkompetenz besonderer Güte.
 
Naja, Nvidia ist da kein Exot.
Apple und AMD, Qualcomm etc. können sich mit einem Dankeschön-Blumenstrauß direkt hinter Nvidia einreihen.

Wobei es meiner Meinung schon verrückt erscheint, das die beiden wertvollsten Unternehmen, Apple und Nvidia nicht mal selber produzieren. TSMC selbst kommt erst auf Platz #10. Das wäre wie wenn VW seine Autos von Toyota bauen ließe. Die konzentrieren sich quasi nur auf die eigene Marke & Software.

Hab aus Neugier mal nach ähnlichen reinen Auftragsgeber-Unternehmen "recherchiert" (wobei "recherchiert" = ChatGPT :fresse:).
  • Die Konsolenhersteller besitzen z.B. auch keine eigenen Fabriken, d.h. Nintendo Switch, Sony Playstation, Microsoft Xbox werden teils in denselben Fabriken produziert (Foxconn, etc.).
  • Nike besitzt auch keine eigene "Nike-Schuhfabrik", selbes für Adidas.
  • Firma hinter Monster Energy-Drinks besitzt ebenfalls keine eigenen Abfüllstrukturen
 
Kurz gesagt: Geld.

Lang gesagt: Fehlende Förderungen, Infrastruktur, die Wasserdiskussion und hohe Strompreise machen das Vorhaben schnell zur nichte. Dazu kommt politische Inkompetenz besonderer Güte.
Unter Habeck hätte man ja anfangen können in Magdeburg. Hätte zwar akut nicht VW und Co. geholfen, aber für den Beginn ein guter Start. Leider interessiert das die aktuelle Regierung mal wieder nicht und so wird man weiter abhängig ggü. China sein. Ist ja besser als USA oder Russland, näääää..
 
Die Intel-Fab in Magdeburg ist geplatzt, weil Intel die 20A-Entwicklung versemmelt hat. Man hätte die Subventionierung in noch extremere Höhen steigen müssen (mangels endgültiger Verträge kenne ich keine endgültigen Zahlen, aber der Korridor soll wohl nicht an der unteren Grenze der international üblichen 30-50-Prozent-Geschenke gelegen haben), um Intel jenseits des Eigenbedarfs zum Bau zu überreden. Und dann wäre das nicht nur für die deutsche Autoindustrie wertlos gewesen, die komplett andere Prozesse braucht, sondern auch für die europäische Versorgungssicherheit mit CPUs, denn das entscheidendere Projekt war Warschau (aus gleichem Grund gestrichen): Ohne Packaging & Testting hat man das Ende der Wertschöpfungskette und die einhergehenden Kapazitätspuffer nie lokal, sondern ist nur internationaler Zulieferer.

Schon ein bisschen lustig die Aussage wenn man bedenkt dass das Samsung Experiment erst zwei Kartengenerationen her ist. Und das hat man sicher nicht gemacht weil man mit der Qualität von TSMC unzufrieden war sondern weil man die hier "gefeierte" Abhängigkeit auflösen wollte.

/sign.
Und selbst ohne diese Abhängigkeiten ist der Spruch pure Schleimerei:
Nvidia hätte durchaus Chancen auf eine sehr ähnliche Marktposition "ohne TSMC". Wichtig ist nur, dass es tatsächlich gar kein TSMC gäbe, denn die fertigen derzeit auch sämtliche Chips, mit denen Nvidias Produkten konkurrieren (oder, im Falle der Intel AngebotE: gerne konkurrieren würden). "Kein TSMC" würde für alle Teilnehmer des GPU-, GPGPU- und KI-Beschleunigermarkts gleichermaßen bedeuten, dass es keine keine Chips auf dem heute bekannten Niveau gäbe. Vielleicht auch nicht in dem heute gewohnten Umfang, das hängt vom alternativen Marktverlauf in so einem Szenario ab.

Aber egal ob nun alle mit 100 Prozent TSMC-Qualität und 100 Prozent TSMC-Kapazität produzieren, oder zum Beispiel nur mit 70 Prozent/30 Prozent: Das würde nichts an den Marktanteilen und nicht einmal etwas an den Preisen ändern. Wenn sowohl Blackwell als auch MI350 je 30 Prozent langsamer wären, was sollten die heutigen Kunden denn machen? "Gar nicht kaufen" ist keine Option und der Abstand zwischen beiden Produkten würde sich dadurch nicht ändern. Also wären die gleichen Marktanteile zu erwarten und das Potenzial, hohe Preise zu erzwingen, wäre auf beiden Seiten vergleichbar.

Der einzige, der in einer Welt ohne TSMC ein Problem hätte, wäre AMD. Denn wenn zum Beispiel Samsung die Lücke füllen würde, dann wäre der Fertigungsrückstand von Intels in-house gefertigten CPUs nicht so ausgeprägt und Ryzen hätte es entsprechend schwieriger.

Nutzt uns aber nichts, wenn wir trotzdem abhängig sind. Es ist schon grob Fahrlässig, eine derartige Schlüsselindustrie nur an einem Ort der Welt zu haben, der noch dazu auf der Abschussliste einer Großmacht steht. -.-

EDIT:
Ich meine, wenn unsere Firmen so gut sind, dass sie die Schlüsselkomponenten für solche Maschinen herstellen können, was bitte hindert uns denn daran, unsere eigene Produktion aufzuziehen? Eigentlich nur die Dummheit, dies nicht zu tun.

Man sollte weit denken, ehe man andere der Dummheit bezichtigt. In diesem Fall liegt die Antwort eigentlich auf der Hand: "Warum gibt es eine Industrie, die auf deutsche Optiken in niederländischen Maschinen angewiesen ist, um in taiwanesischen Fabs amerikanische Schaltkreisdesigns auf chinesisches Silizium zu belichten, nur einmal und nur global?" Als Tipp könnte man noch ergänzen, dass ein erheblicher Teil der Grundlagenforschung sowohl für ASML als auch TSMC beim IMEC in Belgien erfolgt, wichtige Substratzulieferungen aus Korea stammen, die Top-Player bei den benötigten Chemikalien Japaner sind, einige TSMC-Kunden ihre belichteten Chips mittlerweile bei Intel in Costa Rica oder auf den Philippinen testen und packagen lassen und die Assemblierung der Hardware drum herum zunehmend häufiger in Vietnam oder Indien stattfindet. Die Kernlogik hinter den Schaltkreisdesign stammt immer häufiger aus Großbritannien, vereinzelt aber auch das Komplettpaket aus Israel. Nimmt man noch den Teil der Rohstoffe, die aus afrikanischen Staaten stammen, sowie das bei vielen Nutzungsformen benötigte Lithium für Akkus hinzu, ist die gesamte Welt an einem modernen Smartphone oder Laptop beteiligt und diese ganze Welt haben "wir" eben nicht "hier". #onlyoneplanet
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wird nicht lange Dauern da erzählt er das Nvidia nicht schneller wachsen kann, da sie nicht ehr Produzieren können. Nvidia hatte glück, das TSMC 2023 bis heute alles liefern könnte, egal ob vorbestellt oder nicht, nun langsam ist TSMC ausgelastet und alle wollen mehr,wer nicht genug bestellt hat wird im Wachstum gebremst. Und Nvidia mit deren riesen Dies und der nicht aufhöhrenden Nachfrage wird das als einer der ersten merken
 
Ja gut, werden beide nicht gebraucht, wird eh Zeit, daß wir in Europa das alles selber herstellen. Bei dem Milliardenmarkt und der Automatisierung fallen dann die paar Mehrkosten durch Löhne keinem auf.

Da bauen wir ein paar Chipfabriken, schmeißen n AKW an und ab geht die Post. Offensichtlich werden die aktuellen Strukturen von geistigen Verweigerern und charakterlichen Versagern betrieben, ist dann ja nicht so gut für technischen Fortschritt und Wohlstand. Hauptsache Globalismus und weltweites Herumfuhrwerken, daß man ja alle irgendwie an einem Tisch hat und ständig irgendwo mitschwatzen, reinquarken und reinmoralisieren kann. Ekelhaft diese kommunistische Rumgewese im Deckmäntelchen des Kapitalismus.

Weißt was? **ckt euch! :D
 
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Man sollte weit denken, ehe man andere der Dummheit bezichtigt. In diesem Fall liegt die Antwort eigentlich auf der Hand: "Warum gibt es eine Industrie, die auf deutsche Optiken in niederländischen Maschinen angewiesen ist, um in taiwanesischen Fabs amerikanische Schaltkreisdesigns auf chinesisches Silizium zu belichten, nur einmal und nur global?" Als Tipp könnte man noch ergänzen, dass ein erheblicher Teil der Grundlagenforschung sowohl für ASML als auch TSMC beim IMEC in Belgien erfolgt, wichtige Substratzulieferungen aus Korea stammen, die Top-Player bei den benötigten Chemikalien Japaner sind, einige TSMC-Kunden ihre belichteten Chips mittlerweile bei Intel in Costa Rica oder auf den Philippinen testen und packagen lassen und die Assemblierung der Hardware drum herum zunehmend häufiger in Vietnam oder Indien stattfindet. Die Kernlogik hinter den Schaltkreisdesign stammt immer häufiger aus Großbritannien, vereinzelt aber auch das Komplettpaket aus Israel. Nimmt man noch den Teil der Rohstoffe, die aus afrikanischen Staaten stammen, sowie das bei vielen Nutzungsformen benötigte Lithium für Akkus hinzu, ist die gesamte Welt an einem modernen Smartphone oder Laptop beteiligt und diese ganze Welt haben "wir" eben nicht "hier". #onlyoneplanet
Dennoch ist es dämlich hoch drei, das "Endprodukt" dann ausgerechnet da zu fertigen, wo es demnächst bald krachen wird. Und nirgendwo sonst ein Backup hat. Derart wichtige Technologien muss man dezentralisieren und an mehreren Orten produzieren.
Wenn Taiwan fällt, sind wir technologisch direkt mal wieder in der Steinzeit, weil wir nix selber haben. Das ist DUMM, egal was Du meinst. Hinterher ist das Geheule dann groß.
 
Dennoch ist es dämlich hoch drei, das "Endprodukt" dann ausgerechnet da zu fertigen, wo es demnächst bald krachen wird. Und nirgendwo sonst ein Backup hat. Derart wichtige Technologien muss man dezentralisieren und an mehreren Orten produzieren.
Wenn Taiwan fällt, sind wir technologisch direkt mal wieder in der Steinzeit, weil wir nix selber haben. Das ist DUMM, egal was Du meinst. Hinterher ist das Geheule dann groß.

Nein, dass ist nicht "dumm", sondern das sind zwei Seiten einer Medaille. Taiwan investiert seit Jahrzehnten beständig enorme Summen in die Halbleiterfertigung mit dem ausdrücklichen Ziel, Wirtschaftsmacht und -abhängigkeit gegen Chinas Militärmacht zu stellen. Die USA führen im Flugzeugbau (die militärischen bleiben sogar oben), Japan ist bei PKW überlegen, Korea dominiert bei Schiffen für den Welthandel, China baut (u.a.) die besten Schnellzüge, Deutschland hat Stahlwerke (aber keine Kohle oder Erz dafür) sowie Flugtaxi-Mock-Ups und Taiwan hat sich eben voll auf Halbleiter- und Elektronikfertigung konzentriert. Seine Nische für die Zukunft zu finden und dort die Spitze zu sichern ist ein Erfolgsrezept und nur wegen dieser extremen Konzentration, unter Vernachlässigung vieler anderer Branchen, hat es TSMC geschafft, IBM, Globalfoundries, Samsung und Intel abzuhängen. Und selbst das klappte, wie beschrieben, nur unter systematischer Kooperation mit einem halben dutzend anderer Länder, die weltführend in den jeweiligen Zuliefererzweigen sind. Wer von der resultierenden Gesamtleistung nicht profitieren will, aus Angst vor Abhängigkeiten, muss halt weiterhin zweitklassige Technik beziehen. Intel 7 wird komplett unabhängig von Taiwan gefertigt (wenn auch nicht unabhängig von China) und verbrauchsbereinigt schlägt so ein Alder Lake oder Sapphire Rapids durchaus TSMC-Prozessoren von 2020. Zen-2-Niveau reicht doch auch.

Oder willst du gar rein deutsche Halbleiter? ("r" angemessen Rollen, den Rest so scharf wie möglich sprechen)
Infineon könnte noch alle Weiterverarbeitungsstufen in Deutschland haben und betreibt auch ein 90-nm-Lithographie-Werk hier. Zwar bislang nicht für CPUs, aber mit etwas Glück verkauft dir Intel passende Prescott-Masken (falls sie den Schrott noch wiederfinden), und nach ein paar Milliarden Anpassungs-Investitionen hast du dann ganz eigenständig deinen 100-Prozent-nationalen Pentium 4. Und das Gelächter des Rests der Welt, der dank Kooperation untereinander Kreise um dich dreht, ohne dass irgendwer etwas "selber" hat.*

*: China müsste, nachdem sie von den USA dazu gezwungen wurden, mittlerweile rein nationale 14-nm-Technologie in Großserie haben und Technik auf dem Niveau von TSMC N7 und Intel 7 in Kleinserie. Aber selbst die würden lieber in Taiwan und den Niederlanden einkaufen, wenn sie dürften, anstatt erhebliche Teil der Wirtschaftsmacht eines 1,4-Milliarden-Menschen-fast-kompletten-Kontinents in die erneute Entwicklung von Methoden zu investieren, die andere schon lange kommerziell anbieten.
 
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