Moralisch absolut nicht vertretbar ..
Du scheinst es nicht zu verstehen (bzw. verstehen zu wollen), ich mach mal ein Beispiel (von dem ich ausgehe, dass du auch dieses nicht akzeptierst oder es uminterpretierst bzw. ignorierst):
Es ist doch für dich (nachvollziehbarer Weise) absolut moralisch nicht vertretbar, wenn jemand zu dir sagt, da fährt ein Sprinter mit hoher Geschwindigkeit auf den Kontrollposten zu, stoppen, wenn er nicht durch anrufen oder Warnschüsse anhält, drauf schießen. Und das obwohl am Steuer eine Frau und auf dem Beifahrersitz ein Kind sitzt. Uff. Ja so Scheiße ist es mitunter laufend im Kampfgebiet.
Dieser Befehl ist jedoch 100% rechtmäßig und muss (!) befolgt werden, soweit man keine milderen Mittel zur Verfügung hätte.
Ob die dann nur schnell ins Krankenhaus wollen, oder hinten im Sprinter 5 Fässer mit Sprengstoff haben, weißt du erst hinterher.
Musst aber dich und deine Kameraden schützen sowie den militärischen Zweck (Kontrollposten zur Sicherung des dahinterliegenden Bereichs) erfüllen.
Und da kann man noch 100 andere Szenarien beschreiben, wo du sagt, das ist aber unmoralisch, jedoch völlig rechtmäßig und als Befehl zu befolgen.
Andersrum, wurde dir eben ja auch erklärt, gibt es auch zig Befehle, die weder gegeben noch befolgt werden dürfen (keine Gefangenen, schießt willkürlich auf diese Gruppe von Menschen, bombardiert aus Rache Wohnhäuser, die nicht militärisch genutzt werden,... ).
Die "Moral" gilt nicht, sondern das Gesetz. Übrigens auch im Völkerrecht. Kollateralschaden ist nicht per se völkerrechtswidrig, sondern es ist zwingend, diesen möglichst zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten, soweit dies zur Erreichung eines militärischen Zwecks möglich ist und zwar ausgehend von der konkreten Lagefeststellung desjenigen, der befiehlt bzw. den Abzug drückt. Also vor Ort zu dem Zeitpunkt. Nicht später und im Rückblick. Das hört sich unangenehm an, und soll auch so sein, aber nur so ist es praktisch umsetzbar. Denn sonst schnall ich mir als Terrorist ein Kind vorne und hinten hin und bin unverwundbar und stürme die Basis wie Rambo. So ne Situation wünsche ich niemandem, aber die Möglichkeit, diesen feindlichen Kämpfer zu bekämpfen, muss es geben und gibt es auch.
Und genauso verhält es sich mit Gefechtsständen, Waffenlagern, Munition, Kommunikationsanlagen, Raketenabschussanlagen, Waffenfabriken, Ansammlung von feindlichen Kämpfer auch in eigentlich geschützten Bereichen (Krankenhaus, Wohngebiet,...). Die Verantwortung, dass da hin geschossen werden muss, trägt derjenige, der diese Einrichtungen dorthin positioniert bzw. sich dort als Kämpfer aufhält. Das (dort aufhalten, Einrichtungen dort zu installieren) sind alles Kriegsverbrechen. Nicht das dann drauf schießen.
Es ist Krieg, der ist scheiße und es sterben Menschen. Auch Zivilisten. Und je mehr, umso weniger sich eine oder beide Seiten ans Kriegsvölkerrecht halten. Und die Hamas hält sich exakt überhaupt nicht daran. Nirgendwo. Nicht in irgendeiner Form oder Art und Weise. Zumindest das sollte doch anhand der Fakten Konsens sein.