ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Angeblich erhöhen die Amerikaner ihre Militärpräsenz nur aus Verteidigungszwecken.
Das ist ein Fernkampf. Abseits von Raketenabfangsystemen (welche die verlegten Einheiten nur zu ihrem Selbstschutz haben) besteht die ""Verteidigung"" da ausschließlich aus offensiv-Schlägen, die den Gegner vernichten sollen, bevor er was machen kann.
Wenn die USA also was "verteidigen", dann ihre Interessen. In dem sie angreifen.
Und dem Iran die alleinige Schuld für die Eskalation gegeben. Ideen wie man in Verhandlungen eintreten kann, um diesen kriegerischen Konflikt zu beenden gab es wohl keine.
Böse vom Iran, dass er nie diplomatische Lösungen vorgelegt hat, nachdem die nicht-iranische Seite des letzten Abkommens dieses hat platzen lassen.
Mir tun die Menschen dort leid. Sie sind verzweifelt und am hungern und müssen in Angst leben erschossen zu werden. An Orten die eigentlich sicher sein müssten.
Die Orte der Lebensmittelverteilung respektive die Wege von den Lagern dorthin sind wohl auch offiziell nicht sicher, sondern führen durch Kampfgebiet und Evakuierungszonen. Offiziell soll da natürlich nur nachts gekämpft werden. Aber wenn die einzige Nahrungsquelle 10 km weg ist und es dort nicht genug für alle Hungernden gibt, sondern nur für die, die als erste kommen, dann kann man sich ja denken, wann die losgehen.
Und auch da die Frage:
Welche Relevanz hat das? Nordkorea forscht auch an allem möglichen rum und bedroht was nicht bei drei auf dem Baum ist. Das heißt aber nicht dass man da präventiv ein paar Raketen reinschießen sollte.
Nordkorea hat, während Bush sich mit Afghanistan und Irak beschäftigt hat, den Sprung geschafft, wo es für "präventiv" zu spät war. Und Trump hat das dann später auch noch mit seinem "Deal" mit Kim unterstrichen.
Zusammengenommen ist dieser Triple-Facepalm die größte diplomatische Katastrophe seit den Appeasement-Versuchen gegen Hitler: Seitdem weiß absolut jeder Wanna-Be-Regimeführer in der Welt, dass es nur drei Arten von Regierungen gibt:
- die, deren politische Vorstellungen zumindest einigermaßen mit den USA kompatibel sind
- die, denen es mittelfristig wie Saddam Hussein oder den Taliban ergehen wird
- die, die Nuklearwaffen haben
Das haben Carlo Masala und Frederick Pleitgen bei "Caren Miosga" am Sonntag gesagt.
Tjo. Aber Caren Miosga ist nirgendwo an der Regierung. Merz war, bevor Netanjahu den Iran angegriffen hat, endlich mal so weit, aktive Kritik an der Situation zu äußern und zeitnahe Änderungen zu fordern. Jetzt, nachdem Netanjahu angegriffen hat, steht "volle Hochachtung" für die israelische Führung auf der Agenda.
(Dafür, dass diese "die Drecksarbeit" macht, anstatt sich ans Völkerrecht zu halten
)Erstmal weil solche Länder von menschenverachtenden Regimen regiert werden. Und zweitens weil sie anderen Ländern ständig mit "völliger Vernichtung" drohen.
Aber reicht das? Mein Gedächtnis ist in der Hinischt lückenhaft, weil mich bei weitem nicht alles interessiert. Aber aus den letzten Jahrzehten würden mir spontan Vernichtungsdrohungen aus Russland, Nordkorea, Israel, USA, Konog, Sudan, Myanmar, China, Hisbollah, Türkei und Lybien einfallen. Iran gegen Israel (und Iran gegen USA) hebt sich nur dadurch ab, dass die schon sehr lange genau die gleiche Drohung aussprechen. Aber imho macht dass die Sache eigentlich weniger brisant und lächerlicher, denn genau das, was sie heute (respektive vor einer Woche) gedroht haben, haben sie schon 10000mal gedroht. Und obwohl man nie so reagiert hat, wie jetzt, ist nichts passiert. Um genau zu sein: Im Zuge der jetzigen Reaktion sind definitiv deutlich mehr Menschen gestorben als jemals zuvor in diesem direkten Konflikt. Das soll ein legtimirter Schritt in die richtige Richtung sein?
Und noch länger wird obige Liste, wenn man "menschenverachtende Regime" aufführt. Davon gibt es, trauriger Weise, verdammt viel. Aber wenn die Erfahrungen aus Afghanistan (dreimal!), Irak (zweimal), Syrien, Lybien, Vietnam, Argentinien, Kuba (und sicherlich einer Zahl weiterer Länder, die mich s.o. nicht weiter interessiert haben), dann doch dass man da nur verdammt schwer etwas dran ändern kann. Um ehrlich zu sein fällt mir nur ein einziges Land ein, wo nach im Zuge militärischer Einmischung eine deutliche Verbesserung bezüglich "menschenverachtung" erzielt werden konnte: Deutschland. Wo es in der Kategorie nur bergauf gehen konnte.
Und wo der militärische Eingriff nur der Anfang einer Aktion war, die den wirklichen Fortschritt erst durch Verwaltungsübernahme, internationale Strafverfolgung und im Anschluss daran internationalen Wiederaufbau erreicht hat.
Wird das irgend jemand im Iran machen? Ich glaube nicht daran. Schon gar nicht Israel. Die gehen mit den Iranern um, wie sie z.B. in den 70ern mit Gaza umgegangen sind. Da kam die Hamas bei raus. Oder so, wie sich die USA mal auf anderem Wege im Iran eingemischt haben. Da kam das heutige Regime bei raus. Oder so, wie die Sowjets sich in Afghanistan eingemischt haben, da kamen die Taliban bei raus.
Politisch gewinnen im Iran gerade die Israel-Hasser hinzu, denn deren "Israel will euch umbringen!"-Propaganda, die jahrzehntelang als reine Lüge im Raum stand, lässt sich jetzt mit Bildern von Israel getöteter Iraner belegen. Iranische Demokraten hingegen werden jetzt einfach als "Spione Israels" beschuldigt und an die Wand gestellt, ohne dass dem Regime die bis dato drohnenden Protesste Sorgen machen müssten.
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