Der kontinuierliche Fokus der Hamas und ihrer Verteidiger auf (mutmaßlich) durch Israel getötete Kinder, bedient übrigens einen klassischen antisemitischen Topos:
Bist du nicht auch der Meinung, dass es manchmal vielleicht einfach eine Korrelation geben könnte? Z.B. das die Tötung von definitiv unschuldigen, weil unbedarft jungen und unbedrohlichen Personen einen Schandtat ist, die man zu allen Zeiten und an allen Orten seinen Feinden vorgeworfen hat? Mal unberechtigt ("Blutopfer" im Mittelalter oder in New Yorker Pizzerien), mal zu Recht (Terroropfer in Israel, Kriegsopfer in Palästina), aber immer um den Gegner besonders übel dastehen zu lassen? Auch in Fällen garantiert ganz ohne Judenhass, weil auf keiner Seite Personen jüdischen Glaubens eine Rolle gespielt haben? Oder war die Brutkastenlüge zum Irak deiner Meinung nach auch "antisemitisch" und sollte mittelalterliche Progpagandavorstellungen "bedienen"?
Ich glaube nicht mehr daran, dass die israelische Armee im großen Stil in Gaza einmarschieren wird.
Dafür ist das Risiko zu hoch noch mehr Unschuldige zu töten. Dann könnte es endgültig eskalieren.
Es wird wohl mehr kleinere Aktionen geben schätze ich. Von Spezialeinheiten.
Die israelische Armee hat demonstrativ eine viel zu große Truppe zusammengezogen, als jetzt noch klein beigeben zu können. Auch hatte sie in der Vergangenheit wenig Hemmnisse bezüglich Kollateralschäden und mit den aktuellen Persilscheinen aus Europa sowie zwei US-Trägern vor der Küste keinen Anlass für Existenzängste aufgrund möglicher Reaktionen.
Was die imho abhält: Schiss. Die wissen ganz genau, dass die von oben angeordnete militärische Stärkedemonstration gegen eine Guerilla in verwinkeltem Gelände nicht viel Wirkung zeigen wird. Es ist ja nicht so, als hätte Israel noch nie versucht, die Hamas auszuschalten. Der Unterschied: Bislang sind sie immer nur einmarschiert, um "den Terror zurückzudrängen". Das Ziel hatten (und haben) sie schon weitestgehend erreicht, in dem sie nur vor der Grenze aufmarschieren, sodass sich die Hamas in ihre Verstecke verkriecht und allenfalls noch ihre in begrenzter Zahl vorhandenen, nicht sehr zielgenauen, größtenteils durch Iron Dome gestopten Raketen abfeuern kann. Die weitere Bodenoffensive war dann relativ optional bzw. an von der Armee selbst definierte Ziele wie "Gebäude XY platt machen" gebunden. Danach ist man wieder gegangen, spätestens wenn eigene Verluste drohten.
Diesmal ist das anders. Diesmal ist das von der Politik erklärte, aber für das Militär unerreichbare Ziel "Hamas vernichten". "Um jeden Preis". Wenn die reingehen, können sie de facto nie wieder raus. Und da die Hamas diesmal besser denn je vorbereitet ist, sind täglich Opfer unter den israelischen Soldaten zu befürchten.
Zionistische Terroranschläge im Gaza?
Juden setzen sich also im Gaza in Busse, wo Palästinenser drin sitzen und sprengen die in die Luft?
Gibt es da Busse?
Juden machen gezielt Jagt auf Palästinenser und töten sie mit Kopfschüssen
Die Berichterstattung bei uns über solche Vorkommnisse ist zurückhaltend (siehe auch dieser Thread hier: Jeder, der etwas negatives auch nur über einzelne Israelis sagt, läuft Gefahr, als "Antisemit" gebrandmarkt zu werden. Das kann sich kaum ein Magazin erlauben), von daher kann ich nicht sagen, auf welchen Körperteil die Siedler zielen. Aber der Rest?
Ja. Machen sie.
Das ist bekanntermaßen einer der Gründe, warum die Palästinenser kein wirklich großer Fan sind.
19.10.2023 - Im Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser von Siedlern getötet worden. Wie das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah am späten Mittwoch laut der Nachrichtenseite Ynet mitteilte, starb der 21-jährige in der ...
www.wallstreet-online.de
Ein Attentat extremistischer Juden erschüttert Israel: Im Westjordanland starb bei einem Brandanschlag ein palästinensisches Kleinkind. Die Polizei fürchtet nun eine Eskalation der Gewalt.
www.welt.de
Siedler im Westjordanland setzen nach einem Attentat am Vortag palästinensische Häuser und Autos in Brand. Ein Mensch wird getötet, über 100 verletzt.
taz.de
Wesentlich häufiger sind aber Aktionen der israelischen Sicherheitskräfte, die als Reaktion auf Konflikte durch Siedler durchgeführt werden und bei denen dann gleich 10-20 Palästinenser ihr Leben verlieren. Ich glaube dieses Jahr ist man im Westjordanland, aus dem keinerlei Terror innerhalb Israels selbst ausging, schon bei deutlich dreistelligen Opferzahlen auf palästinensicher Seite.
Wenns Hinduistische Terrorvereinigungen gäbe (vielleicht gibts die ja, keine Ahnung?) Sollte man da genauso dagegen vorgehen...
Die indischen Hindu-Natinalisten sind zur Zeit an der Regierung und arbeiten nicht mit Terror, aber zunehmend häufiger mit durchaus robusten Methoden, die immer wieder zu Toten auf der Gegenseite führen. Aber das ist ziemlich Offtopic. AzRa-eL hat sich nur darüber beschwert, dass einige Akteure jede Kritik an Israel (einem Staat) automatisch als Hass gegenüber Juden (einer Religionsgemeinschaft) brandmarken und im nächsten Atemzug Beschwerden über sämtliche Muslime (eine weitere Religionsgemeinschaft) verbreiten, die mit den Aktionen der Hamas (einer u.a. Terrororganisation) ""begründet"" werden. Diese Beschwerde über undifferenzierte Hetze und versuchte Diskussionsverbote würde ich durchaus teilen.
Und ich erkläre, dass der Zionist keine Terroranschläge verübt.
Wer ist denn "Der" Zionist?
Einer von denen, die hier Mitglied waren?
de.wikipedia.org
Oder hier?
de.wikipedia.org
Gut, scheinbar zählt "in Siedlungen eindringen, in großer Zahl Zivilisten einschließlich Frauen erschießen, Handgranaten in Häuser werfen, etc." nur dann als "Terror", wenn Palästinser ist und sich danach zurück zieht. Ist man dagegen Zionist und macht es sich in der Gegend nach erfolgter ethnischer Säuberung gemütlich, dann heißt das "
Sieg". Demnach Sind Zionisten doch keine Terroristen, sondern Sieger.
Ich wüsste eine Lösung: Ein Staat mit Namen Israel für Araber und Juden, die in einem säkularen Staat leben, lieben und arbeiten dürften. Säkulare Bildung für alle. Und jeder - egal ob Jude oder Moslem - der dagegen mit Gewalt opponiert, festsetzen.
Die (gemeinschaftliche) Einstaatenlösung kommt bei den Palästinensern schon nicht gut an, von Israel wird sie kategorisch abgelehnt. Und das, zum jetzigen Zeitpunkt, nicht ohne Grund: Es leben circa 6,5 Millionen Personen jüdischen Glaubens (mehrheitlich nicht sehr streng) in Israel und noch einmal 1,5 Millionen weitere nicht-Palästinenser. Aber allein in Israel, Gaza und Westjordanland 5 Millionen Palästinenser. Dazu kommen noch einmal 3,5 Millionen in den umliegenden Nachbarländern, die Mehrheit davon seit Ewigkeiten in Flüchtlingslagern eingepfercht und nur darauf wartend, dass man in ihrer Heimat wieder ein normales Leben anfangen kann.
Das heißt wenn Palästinensern jetzt als Einwohner des von Israel beanspruchten/kontrollierten Gebiets auch die vollen israelischen Bürgerrechte bekommen würden, dann wäre der jüdische Bevölkerungsteil über Nacht eine Minderheit im eigenen Land und diejenigen, die bislang stark von der israelischen Geschichte profitiert haben, bestenfalls noch eine hauchdünne Mehrheit. Selbst unter der sehr naiven Annahme, dass sich alle Fraktionen vollkommen friedlich und gesetztreu verhalten, wäre zu erwarten, dass binnen weniger Monate sämtliche seit der Nakba geschaffenen Gesetze auf demokratischem Wege gekippt und somit de facto das heutige Israel ausgelöscht, seine Bewohner enteignet würden.
Eine zivile Einigung der Menschen vor Ort muss lange vor einer politischen Neuordnung der Gegend erfolgen. Das ist der einzige Weg. (Und nein, in Anbetracht der seit Jahrzehnten auf beiden Seiten tonangebenden Fraktionen sehe ich auch keinen Weg dahin.)
Ja, die Diskussion hängt fest. Erinnert an den corona Thread und wo der geblieben ist, weißt du auch.
Du könntest ja mal sowas wie Diskussionsbereitschaft, Argumente oder ähnliches zeigen. "Hier ist mein Standpunkt, ich habe recht und jetzt soll bitte geschlossen werden, ehe mir noch mehr widersprechen". Feines Verhalten zeigst du da.