Gerade im, hierzulande, sensibelsten Thema, ist es absolut angebracht auf besondere Stubenreinheit zu achten.
Grundsätzlich würde ich daher zuerst ein Stück weit verbal abrüsten!
zur Schuldfrage: Temporär oder grundsätzlich? Das sind nämlich 2 paar Schuhe.
Grundsätzliche Schuldfrage:
Einige simplifizieren diese so weit, dass am Ende, wie auf Vorschulniveau, nur noch ein einziger schuld hat.
Das reale Leben, dessen Rechtsprechung und auch die Geschichte - zeigen, aber das es eben SO NICHT ist.
Es ist NIE nur einer schuld. (wir reden gerade von jahrzehntelangen bewaffneten Konflikten)
Bestenfalls ist die Terroraktion der Hamas ein Vorwand für Gegenterror. Denn nichts anderes ist das dort gerade.
Dass die sich unter Zivilisten verstecken ist Bestandteil einer Art der Kriegsführung, die schon die Résistance im 2. Weltkrieg, der Vietkong, die Mudjaheddin und noch viele andere militärisch hoffnungslos unterlegene anwandten.
Wer sich an die Regeln hält - verliert militärisch. Wer nicht, ist der moralische Verlierer.
Asymmetrische oder irreguläre Kriegführung ist da das Stichwort.
Ich wage einzuwerfen, dass in Israel die "Volksseele" gefährlich brodeln würde, wenn nicht nach dem, was auf dem Supernova-Festival geschah, die Gegenseite einen mindestens doppelt und dreifach so hohen Blutzoll entrichten müsste.
Dort wird das Auge um Auge Prinzip noch gelebt und ist Teil der Staatsräson. Das wird hier gern vergessen.
Ich bin daher vorsichtig mit der "Unterstellung" es ginge militärisch nicht auch anders - schonender. Das ginge sehr wohl, es ist politisch nur nicht gewollt. Die derzeitige Regierung - und große Teile der Bevölkerung würden dies als gefährliche Schwäche ansehen.
Nur sollte man es dann auch so nennen!
DAS nennt sich dann eine Spirale der Gewalt. Und es ist grundfalsch, weil schlicht naiv, daran nur einem die Schuld zu geben.